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1803.

Januar.Bearbeiten

1. Jan.

Der Churfürst von Wirtemberg erläßt eine Verordnung, wodurch die neuen Besitzungen Wirtembergs in 3 Landvogteyen: Ellwangen, Heilbronn und Rottweil, abgetheilt werden.

4. Jan. 14. Nivose.

Französisches Senatus-Consult wegen Errichtung einer Senatorie, in jedem Bezirk eines Appellations-Gerichts, zum Behuf außerordentlicher Missionen des ersten Consuls. (31 Senatorieen, deren Residenzstädte: Agen, Aix, Ajaccio, Amiens, Angers, Besançon, Bordeaux, Bourges, Brüssel, Caen, Colmar, Dijon, Douay, Grenobles, Limoges, Lion, Lüttich, Metz, Montpellier, Nancy, Nimes, Riom (bey Clermont), Rouen, Toulouse, Trier und Turin sind. Jede Senatorie erhält ein Haus nebst einem jährlichen Einkommen von 20 bis 25000 Franken in National-Domainen; und jeder Senator einen Gehalt von 36000 Franken. Sie werden vom ersten Consul, auf Vorschlag des Senats, an Mitglieder des Erhaltungs-Senats vergeben und lebenslänglich besessen. Verpflichtung der Senatoren, sich wenigstens 3 Monate jährlich in ihren Senatorieen aufzuhalten, um die außerordentlichen Befehle des ersten Consuls auszurichten, und ihm unmittelbar Bericht darüber zu erstatten. Zwey Prätoren der Senatorieen, welche nach Vorschlag des Senats vom ersten Consul auf 6 Jahr erwählt werden, und die Polizey, die Unterhaltung des Senatorischen Pallastes und das Ceremoniel besorgen, wozu sie 6 Brigade-Wachen unter sich haben. Ein Kanzler, der die Aufsicht über das Archiv, die Bibliothek, Gemälde-Sammlung und das Münz-Cabinet des Senats, und die Pässe der Senatoren auszufertigen hat. Ein Schatzmeister, zur Besorgung der Einnahmen und Ausgaben. Betrag der gesammten Dotation des Senats: 4 Millionen Franken. Erhebung derselben aus National-Gütern in den neuen Departements am linken Rheinufer und in Piemont.)

13. Jan.

Decret über die Organisation der an Frankreich abgetretenen Insel Elba, und der benachbarten Inseln: Capraja, Pianosa, Palmajola und Monte Christo. (Ein General-Commissair und Conseil. Mauth-Freyheit der Häfen und des Gebiets der Inseln; Contingent von 8 Brigaden Gensd'armerie; Wahlversammlungen und Schulwesen wie in Frankreich.)

17. Jan.

Der Papst Pius VII. ernennt, in einem geheimen Consistorium, 11 neue Cardinäle, worunter sich drey von den neuernannten französischen Bischöffen, der Oheim Napoleon Bonaparte's: Johann Fesch, Erzbischoff von Lyon u. französischer Mininster am päpstl. Hofe, Boisgelin, Erzbischoff von Tours, und Cambacérès, Erzbischoff von Rouen, befinden.

21. Jan.

Erscheinung eines strengen Censur-Decrets des Vice-Präsidenten Melzi für die italienische Republik.

22. Jan.

Neue Eintheilung des Gebiets der ligurischen Republik, durch ein organisches Gesetz, in 6 Gerichtsbarkeiten und 47 Cantons. (Berechnung der Volksmenge: 620413 Menschen, auf 110 Quadrat-Meilen. S. den 28. Juny.)

23. Jan.

Neue Organisation des französischen National-Instituts, durch ein Decret der Regierung, nach dem Muster der 4 Classen der ehemaligen Akademie. (1ste Classe der physikalischen und mathematischen Wissenschaften, die vormalige Academie des sciences, mit zwey Secretairs, 57 Mitglidern in 10 Sectionen, 8 auswärtigen Associés und 100 Correspondenten. 2te Classe der französischen Sprache und Literatur, sonst Académie française, mit 40 Mitgliedern und 1 Secretair. 3te Classe der Geschichte und alten Literatur, die vormalige Académie des inscriptions et belles lettres, mit 40 Mitgliedern, 1 Secretair, 8 Associés und 60 Correspondenten. 4te Classe der schönen Künste, statt der ehemal. Academie de Peinture, Sculpture et l'Architecture, mit 28 Mitgliedern, 1 Secretair, 8 Associés und 36 Correspondenten. -- Jährlicher Gehalt eines wirklichen Mitgliedes 1500 Franken, jedes Secretairs 6000 Franken. Die auswärtigen Associés unbesoldet. Aussetzung jährlicher Preise; der ersten von 3000, der zweyten und dritten von 1500 Franken. Wer in der vierten den Preiß erhält, soll, auf Kosten der Regierung, nach Rom reisen. -- Ernennung der Mitglieder und Associés der einzelnen Classen durch einen zweyten Beschluß der Regierung vom 28. Januar. Unter ihnen Napoleon und Lucian Bonaparte, (als Präsidenten der ersten und zweyten Classe,) Lebrün und Vincent, (als Präsidenten der dritten und vierten Classe,) Delambre, Cüvier, Süard, Dacier, Lebreton, (als Secretairs,) Gaspard Monge, Lalande, Riche Prony, Jaques Constantin Perrier, Ferdinand Berthould, Lazare Carnot, Sieyes, Portalis, Cambacérès, Talleyrand und Parny; unter den Associés: Banks, Maskelyne, Fox, Cavendish u. Herschel zu London, Priestley in Amerika, Pallas in Rußland, Jefferson in Philadelphia, Willefort zu Kalkutta, Niebuhr in Stockholm, Canova zu Rom. Calderari zu Vicenza, Rumford in München, Heyne in Göttingen, Klopstock in Hamburg, Wieland in Weimar, Haydn in Wien.)

24. Jan.

Napoleon Bonaparte läßt der Versammlung der helvetischen Consulta, durch den Präsidenten der Commission Barthelemy, den Entwurf einer Mediations-Acte zwischen den uneinigen Partheyen in der Schweitz, zur Prüfung überreichen und

29. Jan.

hält darüber mit zehn Deputirten der Consulta, persönlich eine achtstündige Conferenz, von 1 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends.

30. Jan. 20. Pluviose.

Offcielle Bekanntmachung des Reise-Berichts des Obristen Sebastiani an den ersten Consul im Moniteur. (Vollständig abgedruckt in der Allgemeinen Zeitung 1803. S. 145ff.)

31. Jan.

Der General Moreau gibt einen glänzenden Ball, wobey jedoch niemand von der Familie des ersten Consuls, noch auch, außer einigen Generalen von den Staatsbehörden, dagegen aber eine große Anzahl von Ausländern gegenwärtig ist.

Februar.Bearbeiten

1. Febr.

Revolutionäre Empörung in China. Die kaiserlichen Truppen schlagen im District How Choufou in einem blutigen Treffen, ein 90000 Mann starkes Corps von Rebellen, welche die seit 1644 in China regierende Dynastie der Mantschu-Tataren stürzen wollen. (Hinrichtung der Hauptanführer, und vieler Mandarinen. Der Hippo oder Vice-König von Canton Tsonton tödtet sich selbst. Ihm folgt Chany-ta-jin.)

5. Febr.

Neue Organisation des öffentlichen Erziehungswesens in Rußland durch einen Ukas vom 24. Januar a. St. (Eintheilung der öffentlichen Bildungs-Anstalten, nach Art der neuen Einrichtungen in Frankreich: in 1) Pfarr-Schulen, 2) Kreis-Schulen, 3) Gouvernements-Schulen, und 4) Universitäten. Letztere, außer den schon bestehenden zu Moskau, Wilna und Dorpat, auch noch zu St. Petersburg, Kasan und Charkow, zu denen in der Folge noch 3 andre zu Kiew, Tobolks und Usting-Weliki hinzukommen sollen. Einrichtung dieser Universitäten nach der Form der Deutschen. Adels-Rang der Professoren. Genuß ihres Gehaltes als lebenslängliche Pension nach 25 Dienst-Jahren.)

9. Febr.

Der Papst Pius VII. ernannt (nachdem sich der Prinz Ruspoli in London fortdauernd weigert, die Würde anzunehmen) auf Präsentation der Priorate des Ordens, den Bailli von Thomasi auf Sicilien zum Großmeister des Maltheser-Ordens, welcher den Comthur Büsy in Messina beauftragt, nach Maltha zu segeln und von der Insel Besitz zu nehmen. (S. den 1. März.)

11. Febr.

La Harpe stirbt zu Paris.

16. Febr.

Der Erherzog Ferdinand Karl (Oheim des Kaisers) nimmt für seinen Schwiegervater, den Herzog von Modena Herkules III., Besitz vom Breisgau und Ortenau. (S. den 14. Oct.)

18. Febr.

Napoleon Bonaparte ertheilt dem englischen Gesandten L. Whitworth eine zweystündige Conferenz mit sich, worin er erklärt, daß die Missions-Reise des Obrist Sebastiani in militärischer Hinsicht nothwendig gewesen sey.

Johann Ludwig Wilhelm Gleim stirbt zu Halberstadt in einem Alter von 84 Jahren.

19. Febr. 30. Pluviose

Napoleon Bonaparte übergiebt den Deputirten der helvetischen Consulta, in einer zweyten feyerlichen Audienz, die gedruckte Mediations-Acte als die Urkunde der neuen Constitution der Schweitz, unter der Erklärung: "daß, wenn die Helvetier nicht fest an derselben halten würden, ihm dann nichts übrig bleibe, als die Schweitz mit der Gewalt der Waffen zu bezwingen, oder sie mit Frankreich zu vereinigen." -- (Helvetien ein unabhängiger Staat von 19 föderirten Cantons, deren jeder seine alte Verfassung wieder hergestellt erhält; dreyzehn aristokratisch: Argau, Basel, Bern, Fryburg, Graubünden, Luzern, St. Gallen, Schafhausen, Solothurn, Tessin, Thurgau, Waadt und Zürich; sechs demokratisch: Appenzell, Glarus, Schwyz, Unterwalden, Uri und Zug. Diese 19 Cantons sind durch die Bundes Acte mit einander verbündet, und stellen, nach einer gemeinschaftlichen und verhältnißmäßigen Vertheilung, 15203 Mann Truppen zur Vollziehung der gegenseitigen Garantie. Aufhebung. der Unterthanen-Lande, aller Orts-, Geburts- und Familien-Privilegien, wie auch aller Abzugs-Rechte, Eingangs- und Durchfuhr-Zölle. Tagsatzung jährlich abwechselnd zu Fryburg, Bern, Solothurn, Basel, Zürich und Lucern, welche Cantons vom 1. Januar an nach der Reihe, dirigirende Cantons werden. Der Landammann des jedesmal dirigirenden Cantons ist die erste Magistrats-Person desselben und führt zugleich den Titel eines Landammann's der Schweitz. Er besorgt die diplomatischen Geschäfte, läßt, auf Verlangen des großen oder kleinen Rathes des Cantons, der militärischer Hülfe bedarf, von einem Canton zum andern Truppen marschiren; vermittelt Zwistigkeiten zwischen den einzelnen Cantons und hat die Ober-Policey-Aufsicht. Jeder Canton schickt zur Tagsatzung einen Deputirten; wobey Bern, Zürich, Waadt, St. Gallen, Argau und Graubünden, als diejenigen Cantons, deren Bevölkerung über 100000 Einwohner beträgt, jeder zwey Stimmen haben. Versammlung der Tagsatzung auf jeden ersten Montag des Juny-Monats. Dauer ihrer Sitzung nicht über 1 Monat. Recht des Landammann's, außerordentliche Tagsatzungen, auf Verlangen eines Cantons, zu berufen. Die Tagsatzung entscheidet über Kriegs-Erklärungen, Friedens- und Allianz-Tractate, die jedoch die Genehmigung von ¾ der Cantons erfordern, schließt allein Handels-Bündnisse, Capitulationen für auswärtigen Dienst, und autorisirt einzelne Cantons zu besondern Unterhandlungen mit einer fremden Macht; sie erlaubt ferner allein Werbungen, bestimmt die Contingente, mit Ernennung des commandirenden Chefs, entscheidet die Zwistigkeiten der einzelnen Cantons und bildet sich zu dem Ende am Schluß ihrer ordentlichen Sitzungen zu einem Syndicat. -- Erster Anhang der Mediations-Acte: Fryburg erster dirigirender Canton für das Jahr 1803, und Ludwig d'Affry erster Landammann der Schweiz, bis zur Versammlung der ersten Tagsatzung, mit außerordentlicher Vollmacht. Festsetzung der Einführung der neuen Constitution in jedem Canton durch eine vom ersten Consul und der Consulta in Paris ernannte Commission von 7 Mitgliedern, auf den 10. März, an welchem Tage die Central-Regierung aufgelöst werden wird. Zweyter Anhang: Bestimmung einer Liquidations-Commission zur Untersuchung und Tilgung der Schulden der einzelnen Cantons.)

20. Febr.

Der Obrist Despard zu London wird als Urheber einer Verschwörung gegen den König von Großbritannien mit mehrern andern Schuldigen hingerichtet.

21. Febr.

Der Herausgeber des Ambigu, Peltier zu London, wird wegen seiner Pasquille auf die französische Regierung, von dem General-Procurator Lord Ellenborough im Nahmen des Königs vor dem Gericht von Kingsbench angeklagt, und ungeachtet einer meisterhaften Vertheidigung von Makintosch, von den Geschwornen für schuldig erkannt, jedoch keiner Strafe unterworfen.

Die Engländer räumen endlich den Holländern das Cap der guten Hoffnung ein, doch gibt der englische Gouverneur Frazer den Felsen Gorée noch nicht an die Franzosen zurück.

Napoleon Bonaparte ertheilt den sämmtlichen Mitgliedern der helvetischen Consulta eine Abschieds-Audienz. (Rückkehr der Consulta nach der Schweiz, und Anfang der Wahlen zur ersten Tagsatzung.)

22. Febr.

Der französische Minister des Innern legt, als Redner der Regierung, dem gesetzgebenden Corps eine Darstellung des gegenwärtigen Zustandes der französischen Republik vor, welche eine sehr nachdrückliche Schilderung des friedensbrüchigen Betragens Englands enthält. (Große Verdienste Chaptals um Beförderung des Handels und der Industrie in Frankreich.)

Der Churfürst von Bayern nimmt mit 2000 Mann seiner Truppen von der Stadt Passau Besitz, indem der Fürstbischof von Passau seine Unterthanen aller Verbindlichkeiten gegen ihn entläßt, und die österreichische Besatzung schon einige Tage zuvor abgezogen ist.

25. Febr.

Neuer Hauptschluß der außerordentlichen Reichs-Deputation, in der 46sten Sitzung derselben. Vierter, durch die Convention vom 26sten Dezember 1802 veränderter, allgemeiner Entschädigungs-Plan. (Oesterreich erhält, für die Abtretung von Ortenau, Trient und Brixen; der Großherzog von Toskana, Salzburg, Berchtolsgaden, einen Theil des Bisthums Passau und das Bisthum Eichstädt; der Herzog von Modena, das Breisgau und Ortenau; Bayern, den übrigen Theil von Passau, die Bisthümer Würzburg, Bamberg, Freysingen und Augsburg, die Probstey Kempten, die Reichsstädte Ulm, Nördlingen u. m. a., nebst 10 Abteyen; Preussen, die Bisthümer Hildesheim und Paderborn, das Gebiet von Erfurt, das Eichsfeld, Treffurt, den größten Theil des Bisthums und die Stadt Münster, (in den Rest theilen sich die Herzoge von Oldenburg u. Aremberg und die Fürsten von Salm,) das rechte Ufer der Ems bis Lingen, die Reichsstädte Mühlhausen, Nordhausen und Goslar und 6 Abteyen; der König von England, Osnabrück; der Herzog von Braunschweig, die Abteyen Gandersheim und Helmstädt; der Markgraf von Baden, Constanz, die Reste der Bisthümer Speyer, Basel und Straßburg, Heidelberg und Mannheim, nebst mehreren hessischen Aemtern und Abteyen; der Herzog von Wirtemberg, die Probstey Ellwangen, die Reichsstädte Weil, Reutlingen, Eßlingen, Rothweil, Hall, Gemünd, Heilbronn, Giengen und Aalen, nebst mehreren Abteyen und Dörfern, gegen 88000 fl. jährlicher Renten; der Landgraf von Hessen-Cassel, die Mainzischen Aemter u. Klöster, Fritzlar, Naumburg, Neustadt u. Amöneburg, die Stadt Gelnhausen u. Reichsdorf Holzhausen gegen 225000 fl. jährlicher Rente an den Landgrafen von Hessen-Rothenburg; der Landgraf von Hessen-Darmstadt, das Herzogthum Westphalen gegen eine Rente von 15000 fl. an den Fürsten von Wittgenstein-Berleburg, nebst mehrern mainzischen und pfälzischen Aemtern und Abteyen, der Probstey Wimpfen und der Reichsstadt Friedberg; der Herzog von Holstein-Oldenburg, für die Aufhebung des Elsfleeter Zolls das Bisthum und Domkapitel Lübeck, das hannöverische Amt Wildeshausen und die Aemter Vechte und Kloppenburg; der Herzog von Meklenburg-Schwerin, für einige Canonikate eine Rente von 10000 fl. Kleine Entschädigungen der Fürsten von Hohenzollern-Hechingen, von Dietrichstein, Nassau, Thurn und Taxis, Löwenstein-Wertheim, Hohenlohe, Solms, Isenburg, Leiningen, Wiedrunkel, Bretzenheim und Wittgenstein-Berleburg, so wie die Reichsgrafen, durch einzelne Städte, Dörfer, Aemter, Abteyen und Renten, auf welche letztere auch die noch rechtmäßige Anspräche habenden Reichsritter verwiesen werden. -- Uebertragung des Stuhls von Mainz auf die Domkirche zu Regensburg, womit die Würden eines Churfürsten, Reichserzkanzlers, Metropolitan-Erzbischofs und Primas von Deutschland vereinigt bleiben. Besitzthum des neuen Churfürst-Erzkanzlers: die Fürstenthümer Aschaffenburg u. Regensburg, Grafschaft Wetzlar, und 350,000 fl. von der Schifffahrts-Octroi. -- Uebrig bleibende Reichsstädte: Augsburg, Lübeck, Nürnberg, Frankfurt, Bremen und Hamburg. -- Neue Churfürsten: Salzburg, Baden, Wirtemberg und Hessen-Cassel. -- Ueberlassung aller Güter der fundirten Stifter, Abteyen und Klöster an die respectiven Landesherrn zur freyen und vollen Disposition derselben. -- Aufhebung aller Rheinzölle, aber Einführung einer von Deutschland und Frankreich gemeinschaftlich zu verwaltenden Schifffahrts-Octroi. -- Bestimmungen über die Versorgung der Geistlichkeit, Regulirung des Schuldenwesens, und der neuen Verhältnisse des Reichskammergerichts.)

26. Febr.

Geheime Mission an den französischen Kron-Prätendenten zu Warschau.

28. Febr.

Der Komthur Büsy von Messina kommt auf Maltha an;

März.Bearbeiten

1. März.

Muß aber, da der englische Minister Ball zu Maltha ihm die Uebergabe der Insel und Einräumung der Residenz an den Großmeister des Johanniter-Ordens verweigert, wieder nach Messina zurückkehren.

Das Staats-Directorium der batavischen Republik erläßt eine Publication über die Freyheit des Handels nach Westindien.

3. März.

Beschluß des nordamerikanischen Congresses zu Washington wegen Organisation einer Miliz von 80000 Mann.

4. März.

Ukas Kaiser Alexanders I. vom 20. Februar a. St. über die Freylassung der Bauern, (auf Veranlassung des Grafen Sergei Romanzow,) wodurch jedem Landeigenthümer erlaubt wird, Freygelaßnen, als freyen Ackerbauern, Grundstücke als Eigenthum zu verkaufen oder sonst zu überlassen.

Anfang der Untersuchungen des französischen gesetzgebenden Corps über den neuen Civil-Codex.

Auflösung der bisherigen Central-Regierung der helvetischen Republik. Letzte Sitzung des Senats zu Bern unter dem Landammann Dolder. (Der neue Landammann d'Affry übernimmt den 10. März die Regierung. Constituirung der neuen Cantons-Regierungen, ohne weitere Unruhen, bis Ende Aprils.)

6. März.

Von Brest läuft eine französische Eskadre, unter dem Admiral Linois, mit einigen Bataillons Infanterie, mehrern Officiers und einer großen Anzahl von Civil-Beamten, nach Ostindien aus. (Den 7. May in der Hudsonsbay, dann zu Pondichery und Isle de France.)

8. März.

Der König von Großbritannien erläßt eine Bothschaft an das Parlament, zur Ergreifung neuer Vorsichtsmaaßregeln, wegen der Rüstungen in franz. und batav. Häfen, und der mit der franz. Regierung obwaltenden Discussionen. Anfang der englischen Kriegsrüstungen gegen Frankreich. (Talleyrand's Erklärung darüber an L. Whitworth: "daß, wenn man keine befriedigende Erklärung über die Rüstungen Englands erhielte, 20000 Mann an die Gränze von Hannover rücken, zu Calais Lager angeordnet werden, die französischen Truppen fortdauernd in der Schweitz bleiben und neue nach Italien gehen würden.")

9. März.

Sieg der Russen über die Lesgier und Einnahme von Belakan.

10. März.

Der französische Gesandte Andreossy fordert in London Erklärung über die englische Verweigerung der Räumung von Maltha. (Officielle Antwort durch Hawkesbury erst den 15ten März: "Frankreich habe die garantirte Unabhängigkeit der Schweitz u. Hollands nicht geachtet, in Italien sein Gebiet eigenmächtig erweitert, die engl. Regierung in dem Reisebericht von Sebastiani geschmähet, und Rußland habe sich geweigert, die Unabhängigkeit des Ordens zu garantiren, wofern nicht die Maltheser-Zunge abgeschafft würde," Erwiederung Andreossy's dagegen vom 28. März: Erklärung der brittischen Haupt-Beschwerden als Sophisterey, heftige Vorwürfe über die brittischen Pasquills gegen die französische Regierung und die Duldung von Georges u. s. Räubern und Meuchelmördern in London.)

Beschluß des Gesetzgebenden Corps, daß auf allen Münzen das Bildniß des ersten Consuls ausgeprägt werden soll.

12. März.

Erster öffentlicher Bericht der franz. Regierung an das Gesetzgebende Corps über de Finanzen, nach dem Gesetz vom 13. Nov. 1791. (Ueberschuß vom Jahr 10: 2 Mill. Fr. Einnahme für das Jahr 11: 589,500000 Franken. (Um 200 Millionen mehr als vor drey Jahren.) Ausgabe für das Militär: 243 Millionen; für die Marine: 126 Mill.)

13. März.

Napoleon Bonaparte ertheilt den Gesandten der auswärtigen Mächte eine Audienz in dem Pallaste der Thuillerieen, bey der er sich gegen den englischen und russischen Gesandten Lord Whitworth und Grafen von Markoff öffentlich über den bevorstehenden Bruch mit England erklärt.

14. März.

Friedrich Gottlieb Klopstock stirbt zu Hamburg. Große Todenfeyer von Hamburgern und Altonaern, den 22. März.

16. März.

Neue Organisation des österreichisch-venetianischen Staates. (Eintheilung in 7 Provinzen: Venedig, Friaul, Treviso, Padua, Vicenza, Verona und Belluno. General-Gubernium zu Venedig. Leitung der Staats-Verwaltung in der Hauptstadt jeder Provinz durch einen königlichen Capitain, dem alle Städte, Schlösser, Flecken, Collegien und Orts-Obrigkeiten untergeordnet sind, und der die Aufsicht über die Gesetze, Policey, Ackerbau, Handel, Posten und öffentliche Bauten hat.)

17. März.

Endliche Räumung Aegyptens durch die engl. Truppen, die zu Alexandria eingeschifft werden. Mit ihnen geht der Bey Mahomed Elfi, als außerordentlicher Bothschafter der Bey's am brittischen Hofe, nach London. (Landung des Contre-Admirals Leißegues zu Alexandria, wenige Tage nach der Abfahrt der Engländer, auf seiner Rückkehr von Constantinopel, über St. Jean d'Acre nach Frankreich.)

19. März.

Ankunft des Generals Düroc, als französischer Gesandter am preußischen Hofe, zu Berlin. (Der Oberst Colbert, als französischer Gesandter in Rußland, kommt in Petersburg den 9. April an.)

24. März.

Reichsgutachten im Betreff des Deputations-Hauptschlusses vom 25. Febr. Die Reichs-Versammlung genehmigt den allgemeinen Entschädigungs-Plan. (Kaiserliche Ratification den 7. April.)

Annahme der Truppen der vorigen helvetischen Regierung in französische Dienste und Entlassung derselben nach Frankreich.

30. März.

Erscheinung eines vom 15. März datirten Schreibens aus Paris, über das friedensbrüchige Benehmen Englands, in Nro. 51. des Hamburger unpartheyischen Correspondenten, durch Auswirkung des franz. Gesan ten zu Hamburg. (Beschwerde des Lord Whitworth darüber zu Paris den 17. April.)

Beytritt des Königs von Schweden, zu der, am 17. Juny 1801, zwischen Rußland und England geschloßnen Petersburger Convention.

31. März.

Der General Montrichard rückt mit 7000 Mann franz. Truppen in Holland ein.

April.Bearbeiten

4. Apr.

Der Churprinz von Wirtemberg, Friedrich verläßt heimlich Stuttgardt und geht nach Wien, wo er als Feldmarschall-Lieutenant in österreichische Dienste tritt.

5. Apr.

Die Stadt Vließingen wird unter dem Commando des Brigade-Generals Monnet auf Befehl des ersten Consuls in Belagerungs-Zustand gesetzt.

6. Apr.

William Hamilton stirbt zu London, 74 Jahr alt.

Toussaint Louvertüre stirbt auf dem Schlosse Joux bey Besançon.

8. Apr. 18. Germinal.

Antrag der französische Regierung an England zu einer besondern Convention, wegen der obwaltenden Differenzen. (brittische laconische Antwort, ohne Datum und Unterschrift, den 17ten April: "daß die Civil-Regierung von Maltha dem Orden übergeben werden könnte, die Festungswerke aber ferner von den Engländern besetzt bleiben würden.)

11. Apr.

Die Staats-Consulta der italienischen Republik exilirt den Hauptmann Ceroni wegen einer aufrührerischen Schrift gegen Frankreich auf 3 Jahre aus der Republik. Zugleich werden deshalb der Gesetzgebungsrath Cicognera und Brigade-General Teulié ihrer Stellen entsetzt, und der Präfect Magenta kommt eine Zeitlang in Arrest.

16. Apr. 26. Germinal.

Gesetztes-Vorschlag der französischen Regierung: daß die für das Jahr 11 und 12 bestimmten 60000 Conscribirten, zur Completirung des Friedens-Etats jetzt schon gestellt und außerdem noch 60000 Mann zu einem Reserve-Corps conscribirt werden sollen, um die Armee nöthigenfalls auf den Kriegsfuß stellen zu können. (Beschlossen den 26. April. Armement aller Kriegsfahrzeuge an der Küste von Calais bis Cherbourg.

Der König von Großbritannien erläßt, in Folge der französischen Erklärung vom 8ten März, zwey Rescripte an das Staats-Ministerium in Hannover und an den Feldmarschall Graf von Walmoden daselbst, worin der letzte befehligt wird, bey Annäherung der Gefahr für das hannöverische Truppen-Corps eine billige Capitulation nachzusuchen. (Vorstellungen des Grafen Walmoden dagegen, der indeß zur Antwort erhält: "daß man keine bestimmten Verhaltungs-Befehle geben könne.")

21. Apr.

Der englische Consul Falcon wird aus Algier verwiesen.

23. Apr.

Aufhebung des Judenzolls im Braunschweigschen. (In Hessen-Cassel den 23. Sept.)

24. Apr.

Die französische Armee unter General Montrichard, in Holland, bricht von Breda auf und rückt den 26sten in Nymwegen ein. (Tagsbefehl vom 28. April, wodurch der B. Michaux als Commissaire ordonnateur, zur Erhebung von Contributionen und zur Aufsicht über das Verpflegungs-Wesen der französischen Truppen angestellt wird, Der bisherige Commandant der Pariser Territorial-Division Mortier erhält den Oberbefehl über die Armee in Holland. Zum Chef des Generalstabes wird Leopold Berthier, Bruder des Kriegsministers Alex. Berthier, ernannt. Revüe über die sämmtlichen um Nymwegen concentrirten Truppen am 10. May.)

26. Apr.

PortraitCharlesWhitworth500

Charles Whitworth, Viscount Whitworth.

Der englische Gesandte L. Whitworth zu Paris eröffnet mündlich neue Vorschläge zu einer Convention mit England, daß Maltha auf 10 Jahr den brittischen Truppen überlassen, die Insel Lampadusa (zwischen Maltha und der Küste von Tunis) an Großbritannien abgetreten und Holland von den französischen Truppen geräumt werden solle, indem er zugleich erklärt, daß, wenn binnen 7 Tagen auf diese Bedingungen keine Convention abgeschlossen sey, er Befehl habe, Paris zu verlassen.

Mittags. Erscheinung einer brennenden, sich schnell durch die Luft bewegenden Kugel in der Gegend zwischen Alençon und Verneuil, und mehrere Tausende aus der Luft herabfallende Meteorsteine (von ½ Loth bis zu 17 Pfund) in der Gegend um Laigle.

28. Apr.

Der Bayersche Minister Montgelas erhält die Administration des Finanzwesens. (Schulden-Bestand nach einer der Landschaft im März 1802 vorgelegten Berechnung: 18 Mill. Fl.)

29. Apr.

Empörung der Arnauten in Cairo unter Anführung ihres Chefs Taher-Pascha gegen den zu Cairo in Nahmen des Großherrn regierenden Statthalter Mahomed-Pascha. (Flucht des Letztern nach Damiette. Plünderung von Cairo. Achmet Pascha von Djedda erschießt den Taher-Pascha, dem Mahomed Ali als Anführer der Arnauten folgt, und mit dem sich Ibrahim Bey vereinigt. Achmet Pascha wird hierauf genöthigt sich zu ergeben. S. den 8. July.)

30. Apr.

Tractat zu Paris zwischen der französischen Republik und den vereinigten Frey-Staaten von Nord-Amerika. -- (Frankreich tritt an letztere die Souveränität der Stadt und des Gebietes von New-Orleans und Louisiana, wie Spanien sie besessen, gegen 60 Mill. Franken ab, wodurch die nordamerikanischen Staaten die Mündungen des Mississippi erhalten, die ihrem Handel am Ohio und jenseits der Aleghannen freye Fahrt eröffnen. Festsetzung, daß in den ersten 12 Jahren aussschließlich nur franz. und spanische Schiffe und Waaren in allen Häfen des abgetretenen Landes zugelassen, und ganz wie die nordamerikanischen behandelt werden sollen.)

Mai.Bearbeiten

2. May.

Sehr gemäßigte Antwort der französischen Regierung auf L. Whitworth's gebieterischen Antrag vom 26. April: "daß die Insel Lampadusa Frankreich gar nicht gehöre; wegen einer neuen Convention über Maltha mit Spanien, Holland und den garantirenden Mächten Oesterreich, Rußland und Preußen eine Rücksprache, der sich der erste Consul nicht entziehen wollte, zu nehmen sey, und daß die französischen Truppen Holland räumen würden, sobald die Bedingungen des Friedens von Amiens für alle Welttheile vollzogen wären."

3. May.

Lord Whitworth's Erwiederung auf diese Note: "daß er Pässe verlange, um den folgenden Morgen abreisen zu können," worauf die französische Regierung ihm den Vorschlag macht: daß die Insel Maltha einer der drey Mächte, die ihre Unabhängigkeit garantirt, Oesterreich, Rußland oder Preußen, übergeben werde.

4. May.

Der König von Dänemark erläßt eine Verordnung in Betreff des Verhaltens der Handelnden und Seefahrenden während eines Krieges zwischen fremden Mächten.

5. May.

Französisch-russischer Antrag zu Regensburg in Betreff der Ertheilung der Churwürde an das Haus Meklenburg.

Fruchtlose Mission des hannöverischen Majors von der Decken nach Berlin, um Unterstützung von Preußen für Hannover im Fall des Wiederausbruchs des Krieges zwischen England u. Frankreich nachzusuchen.

6. May.

Die Regierung der batavischen Republik befiehlt die Auflösung des nach den Colonieen bestimmten Armements und Empfehlung von Vorsichtsmaaßregeln wie in Kriegszeiten.

8. May.

Gedächtnißfeyer der Befreyung der Stadt Orleans durch Jeanne d'Arc (den 8. May 1429.) zu Orleans, wobey der Grundstein zu einem der Jungfrau von Orleans zu errichtenden Denkmale gelegt wird.

9. May.

Der französische und russische Gesandte zu Regensburg, Laforest und von Bühler, machen dem Reichstag bekannt, daß ihre Sendung nunmehr beendigt sey, und sie daher Regensburg nun verlassen würden. (Abreise des erstern schon den 13. May.)

10. May.

Letzte (Funfzigste) Sitzung der außerordentlichen Reichs-Deputation zu Regensburg.

Lord Whitworth übergibt der französischen Regierung das Ultimatum Englands: "dessen Annahme einzig zu einer endlichen und freundschaftlichen Uebereinkunft führen könne. (1. Die französische Regierung verpflichtet sich der Abtretung der Insel Lampedusa an England von Seiten des Königs beyder Sicilien nicht zu entgegnen. 2. England bleibt bis zur militärischen Besatzung dieser Insel im Besitz von Maltha. 3. England erkennt den König von Etrurien, und die italienische und ligurische Republik an. 4. Holland und die Schweiz werden von den französischen Truppen geräumt. 5. Der König von Sardinien erhält ein ihm angemessenes Gebiet in Italien.)

12. May.

Antwort des Ministers Talleyrand: "daß der Kaiser von Rußland, zufolge der Depeschen eines erst gestern von ihm angekommenen Couriers, die von dem ersten Consul gewünschte Vermittlung zu übernehmen bereit sey, und der König von England erst hiervon unterrichtet werden müsse;" worauf der englische Ambassadeur Lord Whitworth noch denselben Tag Abends 9 Uhr von Paris abreiset und nach London zurückkehrt. (Ankunft zu Calais, wo er noch eine sehr ausführliche Note von Talleyrand nachgeschickt erhält, erst den 15ten, zu Dover den 17. May.)

15. May.

Die französische Regierung befiehlt ein Embargo auf alle ausländische Schiffe, in Antwerpen und den sämmtlichen Hafenstädten Frankreichs; und läßt alle in Frankreich befindliche, in Militärdiensten stehende Engländer, für Kriegsgefangene erklären.

16. May.

Der französische Ambassadeur in England, Andréossy, verläßt London und kehrt nach Paris zurück. (Zusammentreffen mit Lord Whitworth in Dover den 17ten; Ankunft in Calais den 18ten May.)

Der König von Großbritannien Georg III. erklärt sich in einer Bothschaft an das Parlament über den Rapell seines Ambassadeurs in Paris, und erläßt eine Proclamation wegen Kaperbriefen gegen Frankreich, und eines allgemeinen Embargo's auf alle französische und batavische Schiffen in brittischen Häfen.

Die hannöverische Regierung erläßt, im Nahmen Georgs III., eine Neutralitäts-Erklärung mit einer Verordnung wegen Verpflichtung der dienstfähigen Unterthanen, im Nothfall zur Vertheidigung des Vaterlandes. (Declaration zur Berichtigung der Idee eines vermeinten Landsturms den 24. May.)

Die französische Armee in Holland unter General Mortier erhält Befehl von Nymwegen aufzubrechen,

17. May.

und geht, unter dem Nahmen der Armee von Hannover, über die Waal.

18. May.

Förmliche brittische Kriegs-Erklärung gegen die französische Republik. (Mit dem Manifest zugleich Abdruck der Acten zur Rechtfertigung desselben.)

20. May.

Die franz. Regierung zeigt dem Senat und gesezgeb. Corps durch eine Bothschaft den Abbruch aller friedlichen Unterhandlungen mit England an, und übergibt beyden die Acten der bisherigen Verhandlungen, welche im Moniteur auf 6 Bogen abgedruckt werden.

Englisch-französischer Krieg (bis 18..)

21. May.

Die hannöverische Regierung beschließt eine allgemeine Rekrutirung, Vermehrung der Infanterie um 1200 Mann, und Ergänzung des Cavallerie-Etats.

22. May.

Eine englische Flotte unter Commando des Lord Nelson segelt nach dem mittelländischen Meere ab.

23. May.

Die franz. Regierung beschließt Kaperbriefe gegen brittische Schiffe und die Arretirung alles in Frankreich befindlichen engl. Seeleute.

Die Regierung der ligurischen Rep. legt ein Embargo auf alle fremde Schiffe in ihren Häfen.

24. May.

Der König von Großbritannien bietet der batavischen Republik die Neutralität an.

26. May.

General Mortier bricht von Koevorden auf die besetzt die Grafschaft Bentheim.

Invasion von Hannover.

27. May.

Die französische Armee rückt über Meppen weiter gegen das Osnabrücksche vor. (Proclamation des General Mortier an die Hannoveraner, am folgenden Tage; Besetzung von Osnabrück den 30. May.)

Fox trägt im Parlament auf die Annahme der russischen Mediation an.

Der König von Etrurien, Ludwig I. stirbt im 30. Jahre seines Alters. Ihm folgt die verwittwete Königinn Maria Louise als Vormünderinn ihres noch vierjährigen Sohnes Karl Ludwig. (Sie läßt Livorno in Belagerungsstand setzen, und auf alle dortige Schiffe ein Embargo legen, behauptet jedoch übrigens die Neutralität.)

28. May.

Der Kaiser von Rußland Alexander I. läßt die hundertjährige Dauer der Stadt St. Petersburg feyern. (Gegründet durch Peter den Großen den 16. May a. S. 1703.)

29. May.

Die hannöverische Regierung declarirt nochmals die stricteste Neutralität Georgs III. als Churfürst und deutscher Reichsstand, und erklärt, daß die getroffenen Maaßregeln bloß auf Vertheidigung gehn.

Eine hannöverische Deputation (Hofrichter von Bremer, Obristlieutenant von Bock, und Commerzrath Brandes) reis't von Hannover nach dem franz. Hauptquartier, um Unterhandlungen zu eröffnen, ab. Da indeß Mortier, zufolge der eigenhändigen Ordre des ersten Consuls: Hannover zu besetzen, auch nicht einmal einen Waffenstillstand zugestehn will, sondern unbedingte Ergebung auf Discretion verlangt, so kehren die Deputirten schleunigst wieder nach Hannover zurück, und gegeben sich, mit der Vollmacht, eine Convention abzuschließen, von neuem in das schon bis Suhlingen vorgerückte Hauptquartier des Generals Mortier.

Das hannöverische Staats-Ministerium erklärt durch ein Ausschreiben, den Sitz der Regierung nach Lauenburg zu verlegen. (Constituirung des Calendergisch-Grubenhagischen-Deputations-Collegiums am 2. Jun.) Der Herzog Adolph von Cambridge legt seine Stelle als Inspecteur der hannöverischen Infanterie und Cavallerie nieder, reis't nach Cuxhaven ab, (wohin schon vor ihm der Prinz von Glocester von Berlin über Hannover abgegangen ist,) und kehrt nach London zurück. (Den 18. Juny zum Generallieutenant in der engl. Armee ernannt.)

Juni.Bearbeiten

3. Jun.

Convention zu Suhlingen, zwischen dem Obergeneral Mortier und den Deputirten der hannöverischen Regierung. (Art. 1. Besetzung des Landes und der Festung Hameln durch die französische Armee. Art. 2. u. 4. Rückzug der hannöverischen Truppen mit Kriegsehren und ihren Feldstücken hinter die Elbe, und Verpflichtung derselben nicht gegen Frankreich zu dienen. Art. 3. Kein hannöverischer Soldat darf den ihm angewiesenen Aufenthaltsort ohne Vorwissen des französischen Ober-Generals verlassen. Art. 5. Uebergabe aller Artillerie-, Pulver- und Munitionsvorräthe an die franz. Armee zu deren Disposition. Art. 6. Ingleichen aller königl. Effekten. Art. 7. Alle Kassen unter franz. Beschlag, ausgenommen die Kasse der Universität Göttingen. (Auf Verwendung des Prorectors Martens u. geheimen Justizraths Heyne.) Art. 8. Abführung aller engl. Militärpersonen als Gefangene nach Frankreich. Art. 9. Vorbehalt des Obergenerals Mortier: jede ihm dienlich scheinender Veränderung zu treffen. Art. 10. Die ganze franz. Cavallerie wird auf hannöverische Kosten beritten gemacht. Auch hat das Churfürstenthum für Sold, Kleidung und Unterhalt der franz. Armee zu sorgen. Art. 12. Personen und Eigenthum, so wie die Familien der hannöverischen Officiers sollen unter dem Schutz der franz. Rechtschaffenheit stehn. Art. 13. Alle Einkünfte des Landes sollen zur Disposition des franz. Gouvernements seyn, das jedoch die bisher eingegangenen Verbindlichkeiten respectiren wird. Art. 14. Suspendirung aller Machtausübung der bisherigen hannöverischen Regierung. Art. 15. Recht des Obergenerals, alle zum Bedürfniß der Armee nöthigen Contributionen zu erheben. Art. 16. Jeder Artikel, über welchen Zweifel entstehen könnten, soll zu Gunsten der Einwohner des Churfürstenthums ausgelegt werden. Art. 17. Sämmtliche Artikel sollen den Stipulationen keinen Abbruch thun, welche zu Gunsten Hannovers zwischen dem ersten Consul und einer vermittelnden Macht geschlossen werden dürften.)

Der hannöverische Feldmarschall Graf Wallmoden geht mit seinem Hauptquartier nach Zelle, und ertheilt den sämmtlichen Truppen den Befehl, sich auf Lüneburg zurückzuziehn.

Der Prinz Regent von Portugall erklärt die strengste Neutralität.

Der engl. Gesandte in Spanien L. Frere, verlangt eine Erklärung des Madrider Hofes über seine Gesinnungen in Rücksicht des Ildephonser Tractats vom 19. Aug. 1796. (Diplomatische Correspondenz über Spaniens Neutralität, Geldunterstützungen an Frankreich und die Kriegsrüstungen in Ferrol bis den 7. Nov. 1804.)

4. Jun.

Die französischen Truppen rücken, in Folge der Suhlinger Convention, in die Stadt Hannover ein. (Den 6ten in Zelle, den 9ten in Lüneburg und den 11ten in Stade.)

Mobilisirung französischer Truppen in Piemont, in der italienischen und ligurischen Republik und dem südlichen Italien.

5. Jun.

Der Obergen. Mortier trägt bey dem Senat in Bremen darauf an, die engl. Schiffe wie alles engl. Eigenthum in Beschlag zu nehmen.

8. Jun.

Der König beyder Sicilien erklärt die strengste Neutralität.

9. Jun.

Der engl. Gesandte bey der batavischen Republik, Liston, verläßt den Haag.

10. Jun. 21. Prairéal.

Die franz. Regierung erläßt ein Reglement in Betreff der Organisation der Lyceen in Frankreich. (Ein Präfect als Präsident des Verwaltungs-Büreaus und ein Provisor als Präsident des Verwaltungs-Rathes und Chef des Lyceums, der die Studier-, Sprach- u. andere Meister ernennt. Ein Censor zur Aufsicht die Sittlichkeit der Zöglinge, und ein Schafner zur Besorgung der Einnahmen und Ausgaben. Jeder Professor übergibt jeden Sonnabend dem Provisor und Censor Bemerkungen über seine Zöglinge. Jede Compagnie von 26 Zöglinge hat einen Studiermeister zu steter Aufsicht. Militärische Eintheilung und Disciplin der Zöglinge. Prüfungen und Preisertheilungen am Ende jedes Trimesters. Jährliche Ferien vom 1. Fructidor bis 15. Vendemiaire. (Vom 18. Aug. bis 7. Okt.) Aufhebung aller körperlichen Strafen. Uniformirung der sämmtlichen Pensionärs, Professoren und Vorsteher. Ausschließung aller weiblichen Besuche von den Wohnungen der Lyceen. Eintheilung der Lyceen in 3 Ordnungen, und Verschiedenheit der Gehalte der Provisoren (von 4000 bis 3000 Fr.), der Censoren (von 2500 bis 1500 Fr.) und Professoren (von 2000 bis 1000 Fr.) nach denselben. -- Aufschub der Organisation der Specialschulen, für einzelne Wissenschaften und Künste, bis nach völliger Einrichtung der Lyceen.)

10. Jun.

Der franz. Minister Talleyrand sendet die Suhlinger Convention an den L. Hawkesbury zur königl. Ratification mit der Erklärung, daß ohne dieselbe der erste Consul Hannover als ein ihm auf Gnade und Ungnade preisgegebenes Land behandeln werde.

11. Jun.

Die französischen Truppen besetzen Cuxhaven (den 14. Jun. auch Ritzebüttel.)

12. Jun.

Der Obergeneral Mortier constituirt in Hannover ein provisorisches Gouvernement durch Landesdeputirte.

Fortdauernde Rüstungen in den französischen und batavischen Häfen.

Provisorische Besetzung der Häfen von Ancona, Civitavecchia, Tarantou. Otranto durch den General St. Cyr.

13. Jun.

Verordnung des Churfürsten von Bayern Maximilian Joseph, wodurch auch die Censur-Commission vom 2. April 1799 aufgehoben wird, und nur Untersuchungen wegen gesetzwidriger Bücher durch die Landes-Direction (Graf von Thürheim) statt finden sollen.

15. Jun.

Antwort des Lord Hawkesbury an den Minister Talleyrand: "daß der König von Großbritannien die Suhlinger Convention nicht ratificiren könne, da er als Churfürst von Braunschweig neutral sey, und deshalb an die Mächte Europens, welche die deutsche Reichsverfassung garantirt, appelliren werde." (Absendung dieser Nachricht an den Obergeneral Mortier in Hannover.)

Der französische Moniteur erklärt den Abdruck aller in ihm enthaltnen "Acten der Regierung und der constituirten Behörden vom 7ten Nivose l'an VIII. (den 28sten Dezember 1799.) an, für officiell."

Der holländische Gesandte in London, Schimmelpennink, kehrt nach dem Haag zurück, und wird als General-Commissär der batavischen Republik in Paris angestellt.

20. Jun.

Die französische Regierung verbietet die Einfuhr aller englischen Waaren in Frankreich. (Den 5ten July auch in der batavischen Republik.

Erklärung des batavischen Staats-Directoriums, daß die batovische Republik als Bundesgenossinn der Französischen an dem Kriege gegen England Theil nehmen werde.

Entdeckung einer Verschwörung der Neger auf Jamaika, gegen die Weißen.

22. Jun.

Die Engländer unter General Grienfield erobern die westindische Insel St. Lucie unter dem Gouvernement von General Nogués.

Der Obergeneral Mortier erläßt eine Verordnung in Betreff der französischen Administration Hannovers. (1) Die höchste Gewalt des Gouvernements verbleibt dem General en Chef. 2) Ernennung einer Executiv-Commission, bestehend aus dem Hofrath Patje, Hofrichter von Bremer, Landrath von Meding, Postdirector von Hinüber und Oekonomierath Meyer, welche alle Befehle des General-Commandanten vollzieht. 3) Ein Gouvernements-Commissair, Dürbach, welcher der Commission diese Beschlüsse übergiebt; die Anweisung zur Ausführung ertheilt; und 4) sich Rechenschaft von allen Einkünfte des Churfürsten, so wie 5) von den Ausgaben für die bisherige Landesregierung ablegen läßt, und die Ueberschüsse in die Armee-Cassa abliefert. Verbot der Einfuhr aller englischen Waaren.)

23. - 24. Jun.

Der von Engländern gewaltthätig abgesetzte König von Candy auf der Insel Zeylon erobert seine Residenz wieder, wobey die ganze brittische Garnison mit dem Major Davie von den Candiern ermordet wird. -- Gleichzeitiger Krieg der Engländer mit den Maratten (unter Anführung des Dowlah Row Scindeah und Rajah von Berar.) (S. den 1. August.)

24. Jun.

Napoleon Bonaparte reiset von Paris in die nördlichen Departements Frankreichs ab. (Bekanntmachung des Staatsraths Portalis "mit welchem Ceremoniel der erste Consul in den Städten auf dieser Reise von der Geistlichkeit empfangen werden solle."

25. Jun.

Convention zu Paris zwischen der französischen und batavischen Republik. (Die letzte zahlt der ersten für 18000 Mann französische Truppen Sold, und stellt 16000 Mann eigne Truppen, nebst 5 Linienschiffen, 5 Fregatten und Kanonierschaluppen zu gemeinschaftlichem Gebrauch. -- Additional-Convention am 1sten Nov. worin Holland auch den Unterhalt der 18000 Mann übernimmt.)

Der französische General St. Cyr kommt unerwartet in Neapel an und erklärt, daß die französische Regierung die Neutralitäts-Erklärung Neapels vom 8. Juny nicht anerkenne. Nelson erscheint deshalb, auf die Nachricht des englischen Gesandten Elliot in Neapel, mit seiner Flotte vor Neapel. Die französischen Truppen besetzen die Abruzzos und Apulien, lassen aber das Gebiet von Neapel, so wie die Hauptstadt und Calabrien unbesetzt.

Bey Scheveningen werden von den Engländern 32 holländische Fischer-Fahrzeuge weggenommen. (Vielfaches Aufbringen und Anhalten fremder Schiffe durch die englischen überhaupt.)

26. Jun.

Der Kapudan Pascha segelt mit einer Flotte von Constantinopel nach Aegypten ab. (Den 16ten July bis 17. August in Smyrna.)

27. Jun.

Die französischen Truppen verlassen Hannover und Zelle, und ziehen sich bey Stade, Harburg und Lüneburg bis zum 5. July an der Elbe zusammen, auf welcher alle Fahrzeuge angehalten werden. Zugleich rückt die Reserve-Armee unter Dessolles über Vechte ins Hannöverische nach.

28. Jun.

Das Staats-Directorium der batavischen Republik decretirt Kaperbriefe gegen die englischen Schiffe.

Das brittische Ministerium beschließt eine Blokade der Mündung der Elbe, wegen der französischen Occupation einiger Theile des Elbufers, so lange als die Franzosen die Fahrt auf der Elbe stören würden. (S. den 26. Jul.)

Organisches Gesetz in Betreff der Religionsverfassung der ligurischen Republik. (Die katholische Religion ist Staatsreligion.)

Conferenz der hannöverischen Landschafts-Deputirten, des Landschafts-Directors von Lenthe und Generalmajors von Wangenheim, mit dem Graf Wallmoden in dessen Hauptquartier, wegen einer zu treffenden friedlichen Uebereinkunft mit der französischen Armee.

30. Jun.

Napoleon Bonaparte kommt zu Boulogne, den 2. Jul. in Dünkirchen, und den 12. in Vließingen an, um die Anstalten zu einer Landung in England zu betreiben. (Erbauung einer großen Menge von platten Fahrzeugen und Kanonierböten zu einer Landungs-Flotille, in allen Häfen der Nordküste; Zusammenziehung von Truppen aus allen Gegenden Frankreichs nach dem Canal; Formirung der Armee von England; der linke Flügel von Brest bis zur Mündung der Seine, der rechte von der Mündung der Maas bis nach dem Helder; der Hauptversammlungs-Punkt der Böte und Truppen um Havre, Calais, Boulogne, Dünkirchen, und Ostende; Obergeneral: Napoleon Bonaparte. Generalstab: der Kriegsminister Berthier als Oberchef, Staatsrath Desolles als Unterchef.)

General Berthier überbringt dem Graf Wallmoden ein Schreiben des Obergenerals Mortier, worin dieser ihn benachrichtigt, daß der König von England die Suhlinger Convention vom 3. Jun. nicht ratificirt habe, und binnen 24 Stunden eine entscheidende Erklärung über die Foderung verlangt, daß die hannöv. Truppen wieder über die Elbe zurückgehn und als franz. Kriegsgefangene das Gewehr strecken sollen.

Kriegsrath des Grafen Wallmoden und neue Conferenz mit den hannöverischen Deputirten von Lenthe und von Wangenheim am folgenden Tage. Der Graf Wallmoden weiset alle Bedingungen zurück. (Stärke der hannöverischen Truppen an der Elbe: 7000, der französischen 16000 Mann.)

Die Engl. nehmen St. Pierre und Miguelon, und d. 1. Jul. (unter Grienfield gegen Cäsar Berthier) auch Tabago in Besitz.

Tausch-Tractat zwischen Preußen und Bayern, wodurch die vom preußischen Gebiet umschloßnen Districte Bambergs, Würzburgs und Eichstädt's gegen andre für Bayern bequemer liegende ausgetauscht werden. (Preußen erhält dadurch die Städte Weißenburg, Dinkelsbühl, Windsheim und Fürth.)

Juli.Bearbeiten

3. Jul.

Der Obergeneral Mortier überschickt dem Grafen Wallmoden einen dritten abermals modificirten Capitulations-Entwurf, den dieser aber gleichfalls verwirft.

4. Jul.

Der Major von Jonquieres zeigt mit Tagesanbruch dem Graf Wallmoden an, daß drey seiner Cavallerie-Regimenter den Dienst verweigern, worauf dieser dem Obergen. Mortier erklären läßt, daß er über die zuletzt vorgeschlagenen Bedingungen einen Kriegsrath halten wolle. Einmüthiger Beschluß, die Bedingungen vom 3ten July anzunehmen.

Feyerliche der ersten helvetischen Tagsatzung zu Fryburg von dem Landammann d'Affry, in Gegenwart des Generals Ney, des italien. und spanischen Gesandten, des Grafen Panin u. a. m. (Verhandlungen über die Rangordnung der Cantons, die Titularen, und Ney's Vorschlag einer Defensiv-Allianz mit Militär-Capitulation mit Frankreich. S. den 27. Sept.)

5. Jul.

Zusammenkunft des Obergen. Mortier und Grafen Wallmoden, unter einem fürchterlichen Gewitter, bey Artlenburg auf der Elbe, und Abschluß der Capitulation. (Art. 1. Die hannöverische Armee legt die Waffen nieder, welche nebst aller Artillerie der Französischen übergeben werden. 2. Ueberlieferung aller Pferde und Cavallerie an die französische Armee. 3. Auflösung der hannöverischen Armee. Die Truppen gehn über die Elbe in ihre Heimath zurück und verpflichten sich nicht gegen Frankreich zu dienen. 4. Die hannöverischen Generale und Officiers behalten Degen, Pferde und Equipage, und können sich ihren Wohnort wählen, doch ohne das feste Land verlassen zu dürfen. 6. Die hannöverischen Soldaten legen ihre Uniform ab, und erhalten 7. bis in ihre Heimath Lebensmittel, so wie die Officiers Fourage für ihre Pferde. 8. Wiederholung des 16. und 17. Artikels der Suhlinger Convention. 9. Die französischen Truppen besetzen sofort das Lauenburgische.) -- Einmarsch der Franzosen in Lauenburg, Entlassung der hannöverischen Truppen, Flucht des Ministeriums, mit den Kassen von Ratzeburg nach Schwerin.

5. Jul.

Aufbruch helvetischer Truppen nach Belgien.

Formirung Läger von St. Omer, Cherbourg, Brugge u. a. O. --

8. Jul.

Ali Pascha landet mit 1500 Mann zu Alexandrien, und treibt den Bey Ibrahim der indessen Damiette und Rosette erobert hat, von Alexandrien und Rosette zurück. (Vergleich der Pforte mit den Beys, wodurch diese die Herrschaft in Aegypten behaupten und jeder nur dem Nahmen nach die Souveränetät verbleibt.)

Correspondenz über das Militär-Commando des englischen Kronprinzen bis zum 23. Aug. -- Bewaffnete Associationen in London.

Churbraunschweig reclamirt wegen der Artlenburger Capitulation, (vergeblich) die deutsche Reichshülfe.

Erscheinung einer Proclamation im Nahmen Monsieur's des Grafen von Artois zu London, worin dieser bekannt macht, daß am 26. Februar dem "König von Frankreich zu Warschau" von Seiten Napoleon Bonaparte's der Antrag gemacht worden sey, gegen zu machende Entschädigungen, förmlich auf die französische Krone Verzicht zu leisten. (S. den 26. Febr.)

14. Jul.

Stille Feyer des vierzehnten Julius, (der vom "18ten Brümaire getödtet sey") zu Paris.

18. Jul.

Der Plan zu einer allgemeinen Landes-Bewaffnung in Großbritannien wird im Parlament vorgelegt, und selbst von der Opposition mit einmüthigem Enthusiasmus angenommen. (Alle Engländer von 17 bis 55 Jahren sollen enrollirt werden. Wöchentlich einmahliges Exerciren, Waffen-Niederlagen in den Kirchen. -- Formirung zahlreicher Volontär-Corps (in London von 35000, in Edinburg von 6000 Freywilligen, unter welchen Lord Hawkesbury u. a. Minister als Gemeine. Volontär-Corps von Advokaten unter Anführung des Redner's Erskine.) Große Geld-Subscriptionen und freywillige Lieferungen von Pferden, Proviant und Munition für die brittischen Krieger. Patriotische Weiber- und Mädchen-Klubbs zu Verfertigung von Uniformen u. s. w. (Anzahl aller Freywilligen in England und Schottland bis Ende des Jahres, 380000 Mann, außer den Linientruppen, Reserve-Armeen und regelmäßigen Milizen.)

21. Jul.

Napoleon Bonaparte in Brüssel. Conferenz daselbst mit dem preußischen Geheimen Rath Lombard, und den hannöverischen Deputirten: von Ramdohr und von Hinüber, wegen der Elbsperre und hannöverischen Angelegenheiten.

Das englische Parlament bewilligt auf eine königliche Bothschaft dem Hause Oranien eine Geld-Subsidie von 60000 Pf., und eine jährliche Pension von 16000 Pf.

Die französischen Kanonierböte bey Havre werden von 4 englischen Kriegsschiffe angegriffen. Fortdauernde, vergebliche, Versuche der einzelnen Divisionen der englischen Flotte, vom Texel bis Brest, gegen die französischen Häfen und Schiffe. (Der Admiral Nelson kreuzt mit seiner Flotte im mittelländischen Meere vor Toulon, Genua und Livorno; Edw. Pellew an der spanischen Küste, Cornwallis vor Brest, und Keith und Sidney Smith im Canal, besonders um Boulogne.)

23. Jul.

Neue Rebellion in Irland. Volkstumult in Dublin. Vertheilung von aufrührerischen Proclamationen, Waffen und Pulvervorräthen. Der Oberrichter der Kingsbench, L. Kilwarden, und sein Neffe, der Prediger Wolf, werden ermordet. Blutiges Treffen in der Nacht zwischen de, bewaffneten Volke und dem engl. Militär. Aehnliche Zusammenrottirungen in den Dörfern um Dublin und in andern Gegenden der Insel. Zwey Haupttheilnehmer, Emmet und Russel, werden mit vielen andern Verschwornen gefangen genommen und hingerichtet, die Habeas-Corpus-Acte für Irland aufgehoben und die ganze Insel unter das Kriegsgesetz gestellt.

26. Jul.

Das brittische Ministerium verfügt auch die Blokade der Weser. (Große Hemmung des dänischen, schlesischen und hamburgischen Handels durch die Elb- und Wesersperre; neue Handelswege über Tönningen, Kiel, Lübeck, Embden, Stettin und Triest.)

August.Bearbeiten

1. Aug.

Erscheinung der österreichischen Neutralitäts-Erklärung.

Die Engl. unter Generalmajor Wellesley nehmen den Maratten die Festung Ammedunghar weg. Der Obristlieutenant Woodington erobert die Festung Broach auf dem Flusse Nerbuddah in Guzerat, und die Städte Champoneer und Powaghar. (S. den 23. Aug.)

7. Aug.

Von Petersburg geht eine Expedition zu einer Reise um die Welt (der ersten russischen) auf 2 Schiffen ab. (Befehlshaber der Expedition: Kammerherr Räsanow, als bestimmter Minister auf Japan; Capitain der Flotte: von Krusenstern. Mehrere deutsche Gelehrte als Begleiter: der Arzt Espenberg, Astronom Horner, Naturforscher Tilesius u. s. m. Ankunft Mitte Oktobers bey den Kanarien, Fortsetzung der Fahrt von da nach Rio Janeiro in Brasilien, durch die Magellanische Strasse nach den Sandwichinseln und Japan.)

9. Aug.

Die Engländer bombardiren, ohne Erfolg, den Hafen von Boulogne. (S. den 28. Sept.)

Formirung der französisch-hannöverischen und englisch-hannöverischen Legion.

11. Aug.

Napoleon Bonaparte kömmt von seiner Reise nach den nördlichen Departements wieder zu St. Cloud an.

13. Aug.

Lord Hawkesbury deklarirt die Blokade der Häfen von Genua und Spezzia. (Vollzogen Anfangs Dezbr.)

15. Aug. 27. Thermidor.

Glänzende Feyer dieses Tages (Mariä Himmelfahrt) zu Paris, als dem Geburtsfeste Napoleon Bonaparte's, und dem Jahrstage seiner Ernennung zum lebenslänglichen Consulat, und der Abschließung des Concordats.

Auswechslung der Ratificationen über den Verkauf Wismars (für 1,200000 Rthlr. Banco) an Meklenburg-Schwerin, zu Hamburg. (Meklenburgische Besitznahme von Wismar am folgenden Tage.)

20. Aug.

Churbraunschweig protestirt zu Regensburg gegen die Verbindlichkeiten der Artlenburger Capitulation.

22. Aug.

Feyerliche Introduction der vier neuen Churfürsten von Salzburg, Würtemberg, Baden und Hessen auf dem Reichstage zu Regensburg.

23. Aug.

Das brittische Ministerium decretirt Kaperbriefe gegen die Einwohner der italienischen und ligurischen Republik. (Gänzliche Sperrung des Handels durch Nelson's Wegnahme der meisten ligurischen Schiffe.)

Der englische General Wellesley siegt über die Maratten bey Aurungabad. (S. den 11. September.)

24. Aug.

Napper Tandy aus Irland stirbt zu Bordeaux.

27. Aug.

Napoleon Bonaparte beordert 5000 Mann italienischer Truppen nach Frankreich, um an der Expedition gegen England Theil zu nehmen.

Neue Auflage im Oesterreichischen auf Zukker, Caffe, und Kakao (50 fl. pro Ctnr.) zur Verminderung der Wiener-Stadt-Banco-Zettel. (Entdeckung von 5 Millionen fl. falscher Bancozettel auf 50 fl., wodurch alle Bancozettel auf 50 fl. außer Cours gesetzt werden.)

Vertreibung der Juden aus Graubünden.

28. Aug.

Marie Pauline Bonaparte, Wittwe des General Leclerc, (S. den 1. Nov. 1802.) vermählt sich mit Camillo Philipp Ludwig Fürst Borghese, Herzog von Selmona und Rossano.

Der französische Moniteur meldet, unter der Ueberschrift: Hamburg, die Zusammenziehung der dänischen Kriegsmacht im Holstein'schen. (S. den 16. Sept.)

September.Bearbeiten

1. Sept.

Die osmanische Pforte erläßt einen Befehl zur Begünstigung des preußischen Handels nach der Barbarey.

2. Sept.

Allgemeine Versammlung der Landstände zu Hannover.

3. Sept.

Publication eines neuen Strafgesetzes über Criminal-Verbrechen im Oesterreichischen, statt des Josephinischen vom Jahre 1787. (Todesstrafe, mit dem Strange, nur auf Raub, Meuchel- und bestellten Mord. Neues Criminal-Verbrechen: die Religionsstörung. -- In Ausübung gebracht vom 1sten Januar 1804 an.)

6. Sept.

Das brittische Ministerium verfügt auch die Blokade von Havre und andern Häfen der Seine.

Versammlung der Flotte bey Boulogne, über welche der Admiral Bruix den Oberbefehl erhält. Admiral Trüguet wird Oberbefehlshaber der Flotte bey Brest. -- Formirung der Armeen von Bayonne unter General Augereau; von St. Omer unter General Soult; von Toulon unter General Regnier, und von Brügge unter General Davoust.

Kriegsrüstungen auf Malta.

7. Sept.

Neue Einrichtung der Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg. (Erhöhung ihres jährlichen Etats von 54000 auf 120000 Rubel.)

11. Sept.

Der englische General Lake erobert die Festung der Maratten: Delhi. (S. den 23. Sept.)

13. Sept.

Die Engländer bombardiren die Häfen von Dieppe, (d. 14. Sept.) Granville u. Vallery, und (den 20. Sept.) Fecamp.

16. Sept.

Das Hauptquartier zu Rendsburg wird aufgehoben. Auflösung der im holsteinschen versammelten dänischen Truppen.

19. Sept.

Die holländischen Colonieen Demerary und Essequebo ergeben sich, unter General Meertens und Trotz, ohne allen Widerstand an die Engländer unter Adm. Grienfield u. Hood. (Den 25. Sept. auch Berbice.)

20. Sept.

Die osmanische Pforte erklärt die Neutralität.

23. Sept.

General Wellesley siegt über die vereinigten Maratten unter Scindeah und Berar Rajah und Perron, beym Adjunted-Paß, und nimmt Perron gefangen.

Besiegung Abdul Wechabs und Ermordung desselben.

24. Sept. 1. Vendémiaire.

Anfang des zwölften Jahres der französischen Republik. (Aeußerung im Journal de Paris von Napoleon Bonaparte: daß der republikanische Calender abzuschaffen sey.)

Die französische Regierung beschließt, daß 30 belgische Städte, Brüssel, Löwen, Gent, Namur, Lüttich u. s. w. keine Festungen und Kriegsplätze mehr seyn sollen.

Mehée de la Touche geht mit einer geheimen Instruction von London nach München zu dem dortigen englischen Gesandten Drake.

27. Sept.

Allianz-Tractat zu Paris zwischen der franz. u. helvetischen Republik. (Auf die Basis des ewigen Friedens von 1516, für 50 Jahre abgeschlossen. Die franz. Republik verpflichtet sich, die Schweiz, wenn sie angegriffen wird, und die Tagsatzung es verlangt, mit eigner Macht und auf eigne Kosten zu vertheidigen. Dagegen verspricht die helvetische der erstern, wenn sie angegriffen wird, eine Werbung von 8000 Mann auf franz. Kosten zu gestatten; den Feinden Frankreichs den Durchmarsch zu wehren; ohne französische Einwilligung keinen Frieden zu schließen; und zur Begünstigung des gegenseitigen Handels jährlich 20000 Ctnr. Salz von Frankreich zu kaufen. -- Besondere Militär-Capitulation: 16000 Mann helvetischer Truppen werden auf 4 Jahre in franz. Dienst von Frankreich unterhalten. -- Auswechslung den 30. November.)

28 - 29. Sept.

Die Engländer bombardiren heftig, doch ohne Erfolg, die Häfen von Calais und Boulogne. (Fortdauernde Gefechte der franz. Flottille-Divisionen mit den englischen Schiffen.)

30. Sept.

Ende des Rechnungs-Jahres der nordamerikanischen Finanzen. (Ueberschuß: 6 Millionen Dollars, nach Abtragung von 8 Mill. Dollars Schulden im J. 1802.)

Oktober.Bearbeiten

3. Okt.

Ein Theil der franz. Truppen in Hannover besetzt das göttingische u. grubenhagensche Gebiet.

Das 11te, 13te und 19te Dragoner-Regiment bricht aus dem Hannöverischen nach Holland auf.

7. Okt. Nachts.

Tragische Luftfahrt des Grafen Zambeccari zu Bologna, mit Dr. Grassetti und H. Andreoli.

9. Okt.

Der Churfürst von Bayern erläßt ein Publicandum, die künftige Verfassung der in den bayerschen Erbstaaten ansäßigen Reichsritter betreffend. Berufung einer Deputation der Reichsritter im Bambergschen u. Wirzburgschen deshalb, nach Bamberg auf d. 15. November.

10. Okt.

Auflösung der Regierung West-Galliziens u. Vereinigung desselben mit Ostgalizien unter ein österr. Gubernium.

14. Okt.

Der Admiral Trüguet erklärt Brest in Belagerungszustand.

Der Kriegsminister Berthier reiset nach der nördlichen Küste Frankreichs und nach Holland ab. (Wiederankunft in Paris den 25 Okt.)

Der Herzog von Modena, Herkules III., stirbt, 76 Jahr alt, zu Treviso.

17. Okt.

Eröffnung des nordamerikanischen Congresses zu Washington.

Der englische General Lake erobert die Festung der Maratten Agra unter Obr. Hessing.

18. Okt.

Der Erzherzog von Oesterreich: Anton Viktor, (Bruder des Kaisers,) wird zum Coadjutor des Hoch- und Deutsch-Meister-Ordens ernannt.

Urtheil des speciellen Criminal-Gerichts zu Straßburg in Betreff der Wiener Banknoten-Verfälschungssache.

26 - 28. Okt.

Der König von Großbritannien mustert im Hydepark zwey große Abtheilungen der Londoner Volontair-Corps. (Karrikaturen von Gilrey hierüber.)

30. Okt.

Convention zu Madrid zwischen Spanien und der franz. Republik. (Spanien gibt an die letztere statt der vertragsmäßigen Unterstützung an Mannschaft und Schiffen, eine Geldsubsidie von monatlich 4 Millionen Franken.) Beschwerden des englischen Gesandten darüber zu Madrid.

November.Bearbeiten

1. Nov.

Decret des Gesetzgebenden Corps der batavischen Republik wegen Zulassung der Schiffe aller neutralen Mächte.

Die Engländer unter General Lake siegen bey Cassowly über die Maratten unter Scindeah.

4. Nov.

Napoleon Bonaparte reiset von St. Cloud wieder nach Boulogne ab. (Rückkehr nach St. Cloud den 18. November.)

Der Obergeneral Mortier bewirkt in Hamburg eine hannöverische Anleihe von 1,700000 Mark Banco. Anlehns-Anträge auch bey andern Hanseestädten.)

12. Nov.

Die Neue Sekte der Whaabis in Arabien ernennt, nach Ermordung des Propheten Abdul Wechab, den Sohn desselben Ibn Saout zu ihrem Anführer, und behauptet sich fortdauernd gegen den Pascha von Bagdad '''Ali''', in Mekka und Derayeh. (S. den 13. Febr. 1804.)

Ein türkische Flotte unter dem Kapudan Pascha Kutzuck Hussein segelt nach Smyrna und der Küste von Morea. (S. den 9. Dec.)

14. Nov.

Eröffnung des Protocolls über die Einführung der neuen Stimmen in den Reichsfürstenrath. Brandenburg widersetzt sich der Einführung neuer Viril-Stimmen.

15. Nov.

Versammlung der Deputation der Reichsritterschaft zu Bamberg. Erklärung des Grafen von Thürheim am folgenden Tage, daß der Churfürst von Bayern die Reichsunmittelbarkeit der in seinen Staaten ansässigen Reichsritter aufhebe. (Anzeige am 17. Nov. daß die Huldigungs-Patente auf allen Rittergütern angeschlagen seyen. Appellation der Reichsritterschaft an den Kaiser und die franz. Regierung. (S. den 6. u. 16. Dec.)

19. Nov.

Der General Rochambeau schließt mit dem Anführer der Schwarzen auf St. Domingo Dessalines eine Capitulation, auch den letzten Hauptplatz der Franzosen, Cap Français, mit dem Reste seiner Truppen (8000 Mann von 40000) binnen zehn Tagen zu räumen.

Schrecklicher Ausbruch des gelben Fiebers zu Mallaga, wodurch in 2 Monaten an 8000 Menschen hingerafft werden.

21. Nov.

Hinrichtung des Johann Bückler, genannt Schinderhannes, mit 20 andern Häuptern berüchtigter Räuberbanden zu Mainz.

23. Nov.

Der Präsident der Siebeninseln-Republik, Graf Spiridion Teodochi stirbt, 84 J. alt. Ihm folgt: der Graf Comuto aus Zante.

25. Nov.

Eröffnung des brittischen Parlaments.

Erste Sitzung des Gesetzgebenden Corps zu Corfu. (S. den 6. Dezember.)

Feyerliche Eröffnung der National-Universität der italienischen Republik zu Bologna.

27. Nov.

Der russische Ambassadeur Graf Markoff überreicht in der Abschieds-Audienz beym ersten Consul sein Rappell-Schreiben, und verläßt Paris. An seiner Stelle bleibt der bisherige erste Gesandtschafts-Secretair von Oubril als Geschäftsträger zurück.

29. Nov.

Dessalines, Christophe und Clervaux erklären in einer langen Proclamation, im Nahmen der Neger, die Unabhängigkeit von St. Domingo.

Oranien-Fulda'sches Occupations-Patent gegen die Reichsritterschaft, welchem den 1. Dec. Churhessen, d. 9. Dec. Hessen-Darmstadt, d. 14. Dec. Isenburg, den 16. Leiningen u. a. m. folgen.

30. Nov.

Capitulation bey Cap Français zwischen dem General Rochambeau und Admiral Duckworth, der ihm, vor dem Hafen liegend, die Ausfahrt sperrt. (Uebergabe aller französischen Schiffe und Kriegsgefangenschaft der französischen Truppen, die theils nach Jamaika, theils nach England eingeschifft werden.)

Dezember.Bearbeiten

1. Dez.

Congreß zu Schaffhausen wegen Ausgleichung der Verhältnisse mit Deutschland.

Die Franzosen unter Admiral Linois zerstören die englischen Magazine zu Poole-Bay auf Sumatra.

5. Dez.

Die 45ste, 48ste und 50ste Halb-Brigade der französischen Linientruppen brechen aus dem Hannöverischen nach Holland auf.

6. Dez.

Der deutsche Kaiser Franz II. läßt dem Ministerium in München eine Note überreichen, worin er die vollkommne Wiederherstellung der Reichsritterschaft in den satus quo verlangt.

Annahme der neuen Constitution der Siebeninseln-Republik von dem Gesetzgebenden Körper zu Corfu. (Die Regierung ist aristokratisch und gehört dem constitutionellen Adel auf Corfu, Zefalonia, Zante, St. Mauro, Zerigo, Ithaka und Paxo. Die griechisch-orthodoxe Religion ist Staatsreligion. Duldung aller übrigen Religionen. Souveränetät: Ein Vicepräsident und eine Rathsversammlung von 240 Mitgliedern, von denen 4 als Procuratoren zur Besorgung der Geschäfte gewählt werden.)

9. Dez.

Der Kapudan Pascha Kutzuck Hussein stirbt. Ihm folgt als Großadmiral der Viceadmiral Katir-Bey.

16. Dez.

Die Reichsritterschaft erhält eine Note vom Minister Talleyrand, worin der erste Consul die Aufrechterhaltung der Existenz der unmittelbaren Reichsritterschaft verspricht, jedoch einen gütlichen Vergleich derselben mit dem Churfürsten von Bayern und den andern Fürsten, so wie mit Rußland, Preußen und Oesterreich verlangt.

Eröffnung eines helvetischen Handels-Congresses zu Aarau. (Zur Milderung der Zölle und Aushelfung des Handels und der Manufacturen, deren Verfall zahlreiche Emigrationen aus Graubünden u. a. Cantons nach der Krim, auf Rußlands Einladung, veranlaßt.)

17. Dez.

General Mürat hebt den Belagerungsstand des Hafens von Livorno auf.

18. Dez.

Joh. Gottfr. von Herder stirbt zu Weimar im 60. Jahres seines Alters.

Johannes von Müller wird als preußischer Geheimer Kriegsrath von Wien nach Berlin berufen.

Der Unternehmer des Instituts der Allgemeinen Literatur-Zeitung, Hofrath und Professor Schütz, zu Jena, geht mit demselben auf die preußische Universität Halle. Unternehmung einer neuen A. L. Z. von Eichstädt zu Jena.

19. Dez.

Neutralitäts-Vertrag zu Lissabon zwischen der französischen Republik und Portugall. (Gegen eine Geldsubsidie von 12 Millionen Franken an die erste.)

Förmliche Besitznahme der nordamerikanischen Staaten von Louisiana durch eine Proclamation.

20 Dez.

Organisches Senatus-Consult in Betreff des Gesetzgebenden Körpers der französischen Republik, wodurch derselbe zum Theil neu geordnet wird. (Bestehend aus 6 Abtheilungen: 1. Von der Eröffnung seiner Sitzungen. 2. Von den Präsidenten, Vicepräsidenten und Secretären. 3. Von den Quästoren. 4. Besondere Verfügungen. 5. Wann das Gesetzgebende Corps geschloßne Sitzung hält. 6. von der Ernennung der Mitglieder des großen Raths der Ehrenlegion. -- S. d. 18. May 1804.)

23. Dez. 1. Nivose.

Berechnung der Hannöverischen Invasions-Kosten bis zum 1sten Nivose: 17 ½ Millionen Franken ohne Privat-Einquartierung, Holz, Fuhren und Dienste.

24. Dezbr.

Der Herzog von Sachsen-Meiningen, Georg Friedrich Karl, stirbt. Ihm folgt sein dreyjähriger Sohn Bernhard unter Vormundschaft seiner Mutter.

25 - 28 Dezbr.

Die englische Schiffe an der französischen Küste werden durch heftige Stürme im Kanal aus einander getrieben.

27. Dez.

Hieronymus Bonaparte vermählt sich mit Elisabeth Patterson, Tochter des Negocianten Patterson zu Baltimore. (geb. zu. . .)

Lucian Bonaparte vermählt sich zum zweyten Mal mit der Wittwe des Wechsel-Agenten Jouberteau geb. Roose. (Geb. zu . . . den . . . Gestorben im Jahr 1805.)

27. Dez.

General Campbell erobert das Lager der Maratten unter Mahomed Khan.

30. Dez.

Friede zwischen der Ostindischen Compagnie u. den Maratten unter Maharajah Scindaeh u. dem Rajah von Berar Bhounsla. (Der Raja von Berar tritt die Provinz Kuttack nebst dem Hafen u. Bezirk von Balusore, und alle westwärts vom Fluß Wurda, der die Gränze wird, gelegene Gebiete ab, und sagt sich von der Verbindung mit Scindaeh und andern Maratten-Häuptern los. Scindeah tritt alle Festungen und gebiete in Duad und den Gegenden zwischen dem Jumna und Ganges und hinterwärts vom Adjuntehügel, die Festung Broach, und mehrere Forts und Städte ab. Zurückgabe einiger engl. Eroberungen. Befreyung des Großmoguls Schach Allum aus Scindeahs Gewalt. Verpflichtung, keine Franzosen oder Unterthanen feindlicher Mächte in Dienst zu nehmen. -- Jährlicher Gewinn für England aus diesen neuen Erwerbungen nach Wellesleys Angabe: 2 ¼ Millionen Pf. St. Summe aller Einkünfte aus den indischen Besitzungen im Jahr 1786 an 5 Millionen; im J. 1804: an 12 Millionen Pf. St.)

Napoleon Bonaparte tritt eine dritte Reise nach den nördlichen Departements an, in Begleitung des Ministers der Marine. (Den 1. Jan. in Boulogne, den 3. in Calais, den 6. Wiederankunft in Paris.)

Große Bewegungen in Dover und London in Erwartung einer französischen Landung. (Französische Berechnung der Kosten der englischen Vertheidigungs-Anstalten: auf jede Minute 10 Guineen. Bestand der englischen Seemacht zu Ende des Jahrs: 100 Linienschiffe von 117 bis 50 Kanonen, 132 Fregatten und 177 Schaluppen. Schätzung der gesammten zu dem Krieg gegen England aufgestellten Heeresmacht Frankreichs: 600000 Mann.)

Der König von Schweden tritt eine Reise nach Deutschland an.


Quellen.Bearbeiten

  • Das Zeitalter Napoleons; Leipzig, 1811.
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