Aachen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Aachen (französ. Aix la Chapelle), Stadt im preußischen Großherzogthum Niederrhein, im Regierungsdistrict des Herzogthums Jülich zu Cölln, eine ehemalige deutsche Reichsstadt im Departement der Roer. Sie ist von einem sehr hohen Alter und nennt sich den Königlichen Stuhl (die Residenz), von Carl dem Großen her, dessen Grabmal in dem Dom gezeigt wird. Hier wurden die Reichsinsignien, die zur jedesmaligen Kaiserkrönung nach Frankfurt a. M. gebracht werden mußten, aufbewahrt. Nicht weniger berühmt ist sie wegen ihrer warmen Bäder, welche aus fünf Quellen entspringen. Diese ziehen jährlich eine Menge Fremder dahin, und tragen nicht wenig zu dem Wohlstande der Stadt bei. Den 16. Dec. 1792 zog Dumouriez, im Verfolg seines Sieges bei Gemappe, in Aachen ein. Den 2. März 1793 nahm der linke Flügel der österreichischen Armee (welche den Tag vorher unter Coburg die Franzosen in ihren Verschanzungen bei Altenhoven überfallen und zurückgeschlagen hatte) unter dem Feldmarschall, Prinzen Ferdinand von Wirtemberg, die Stadt wieder ein; aber den 23. Sept. 1794 zogen die Franzosen nach der Schlacht bei Sprimont an der Ourte aufs neue ein. Im lüneviller Frieden wurde Aachen an Frankreich abgetreten. Die Zahl der Einwohner wird auf 25,700 angegeben. Man zählt noch jetzt 34 bis 36 Tuchmanufacturen und 18 Nähnadelfabriken; doch sind sie im Sinken, da der Absatz nach dem Auslande sich mit jedem Jahre vermindert. Außerdem verfertigt man hier allerlei Metallwaren, Tapeten, Wollenzeuge u. s. w.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Aachen, den 18ten Juny. [2]

Täglich kommen Fremde hier an, um die Badekur zu gebrauchen; unter den ausgezeichneten Personen bemerkt man, nebst dem Hofe Ihrer Majestät, der Königin Hortensia, die Frau, Marschallin, Herzogin von Elchingen, die Frau Gräfin von Lavalette, die Frau Gräfin von Remusat, die Frau Gräfin von Nansouty, den Herrn Baron von Choiseul, den Herrn Baron, Obersten Ducrest, den, Herrn Ritter Wulff, Kapitän einer dänischen Fregatte mit seiner Frau Gemahlin xc.


[1813]

[3]
-- Über den Gewerbfleiß in und um Aachen hat man folgende Angaben erhalten. Im Jahr 1805 zählte Aachen, mit einer Bevölkerung von 27,168 Seelen, 41 Tuch- Kasimir- und andere Wollen- und Baumwollenzeug-Fabriken, und lieferte jährlich dem Handel Erzeugnisse für eine Summe von 8 Millionen. Im Jahre 1810 war diese Anzahl weit beträchtlicher. Es waren 4449 Arbeiter beschäftigt, und lieferten für 9 bis 10 Millionen Waaren. Die Nadel-Fabriken blühten seit mehr als 250 Jahren; sie wurden von Gauthier Wolmar, gestorben im Jahr 1559, gegründet. In Vereinigung mit denen von Burgscheit, sandten sie zur Ausstellung im Jahr 1806, Näh- Stick- und Stricknadeln von allen Arten und Eigenschaften. Dieser Zweig der Industrie zählte in den beiden Gemeinden Aachen und Burgscheit vor 15 Jahren, 513 Polirbänke, und beschäftigte 15 bis 16,000 Arbeiter. Es geschahen damals bedeutende Versendungen davon in das Innere von Frankreich, nach Italien, Teutschland, Rußland, die Türkei, Spanien, Portugall, und besonders nach den beiden Indien. Gegenwärtig sind diese Versendungen nicht so beträchtlich. Im Jahre 1805 zählte man zu Aachen 11 Fabriken, und zu Burgscheit 2; sie zählten sowohl in der Stadt als auf dem Lande 8000 Arbeiter, und lieferten dem Handel für ungefähr 900,000 Fr. Waaren. Im Jahre 1808 beschäftigten sie weniger als 3000 Arbeiter, und verarbeiteten nur für ungefähr 600,000 Fr. Waaren.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 170. Dienstag, den 18/28. July 1812.
  3. Oesterreichischer Beobachter. Nro.6. Mittwoche, den 6. Jänner 1813.
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