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PortretAlexandreWurtemberg

Alexandre, Duc de Wurtemberg, Général de Cavalarie.

Im Jahr 1794, wo der Herzog als östreichischer Obrister à la Suite, beim Generalstaabe der Rheinarmee stand, machte Er alle Gefechte mit und zeichnete sich überall auf das rühmlichste aus, wie solches aus den damaligen östreichischen Armeeberichten zu ersehn war.

Bei der Schlacht von Kaiserslautern am 20sten Sept. insbesondere, welche der preußische General der Infanterie, Fürst von Hohenlohe-Ingelfingen, gegen die Franzosen gewann, leistete der Herzog Alexander die wichtigsten Dienste. Er führte unter andern, im stärksten Kartätschfeuer, mit der größten Entschlossenheit mehrere Colonnen zum Angriff gegen den Feind, machte mehrere brillante Kavallerieangriffe mit, und erwarb sich dergestalt die Zufriedenheit der Anführer, daß Er nach Wien geschickt wurde, um dahin die Nachricht dieser gewonnenen Schlacht zu bringen.

Bei der Schlacht von Stockach im Jahre 1799, wo der Herzog damals noch bei der östreichischen Armee als Generallieutenant stand, commandirte derselbe den linken Flügel der Kavallerie des zweiten Treffens von der Armee des Erzherzogs Carl. Die rechte Flanke der Oestreicher mußte im Anfange der Uebermacht des Feindes weichen. General Vandamme, der seinen errungenen Vortheil nutzen wollte, drang mit seinem Corps bis auf 500 Schritte von der Straße, die nach Phulendorf führt und wo die ganze Artillerie-Reserve aufgestellt stand, vor. Der Augenblick war ungemein kritisch. Durch Seine Patrouillen hatte der Herzog die mißliche Lage des rechten Flügels in Erfahrung gebracht. Ohne auf Befehle zu warten, setzte sich derselbe sogleich an die Spitze der beiden Cürassierregimenter Franz Mailand und Anspach, und kam glücklicherweise noch zur rechten Zeit, um die Artilleriepark zu retten, indem er das starke Corps von Vandamme angriff und gänzlich zurückwarf. Die bewerkstelligte Er theils mit Seiner Kavallerie, theils mit der wieder gesammelten, zerstreut gewesenen Infanterie des rechten Flügels.

Durch diese entschieden-kühne That, wovon auf die rühmlichste Weise in östreichischen Armeeberichten erwähnt worden, war nicht nur der Artillerietrain von wenigstens 150 Kanonen gerettet, sondern überdies noch zwei beinahe complette französische Bataillone wurden gefangen, so daß dieses Ereigniß nicht wenig zum Siege dieses Tages beitrug. Auch wurde dem Herzog vom Erzherzoge Carl in den verbindlichsten Ausdrücken gedankt --

In der blutigen Schlacht bei Borodino hatte sowohl der Feind, als auch die russische Armee, einen so ungeheuern Verlust an Menschen erlitten, daß die Nachwelt es kaum glaublich finden wird. An diesem Tage nemlich waren mehr als 80000 Menschen auf beiden Seiten entweder getödtet, oder verstümmelt worden. -- Der Herzog Alexander bekam (nachdem der Fürst Bagration tödlich blessirt war) vom verewigten Feldmarschall Kutusow, dessen innigster Freund er war, das Commando des linken Flügels der russischen Armee; wo Er denn auch auf diesem äußerst gefährlichen und kritischen Posten bewiesen hat, was ein einsichtsvoller und kaltblütiger Feldherr zu leisten vermag. Er sammelte die zerstreuten Truppen, ordnete mehrere zweckmäßige Attaken an, so daß endlich durch die Bildung einer Infanterielinie en potence dem weitern Vorrücken des Feindes gegen den linken Flügel glücklich Einhalt geschahe.


Anekdoten.Bearbeiten

In der Campagne von 1812, unweit Smolenske, bei einem lebhaften Gefechte, wurde ein Transport von einigen hundert Gefangenen gebracht, als eben sich der Herzog bei den Vorposten befand. Die damals sehr gestiegene, gerechte Erbitterung gegen Napoleons zügellose Schaaren bewog einen feurigen jungen Staabsofficier, die französischen Gefangenen ziemlich unsanft anzufahren und einer sogar, der die Frechheit zu weit trieb, mit der Degenklinge zurückzustoßen. Dieses misbilligte der Herzog, rief ihn zu sich und sprengte mit demselben zu einem nahe befindlichen Kosakenpiquet, welches eben im Plänkeln begriffen war. Hier zeigte Er auf den Feind hin und sagte dem jungen feurigen Manne: "Hier ist es mein Herr, gegen jene Leute da! (auf die Feinde hinzeigend), wo Sie Ihren Aerger auslassen und thätlich werden dürfen; keinesweges aber gegen Wehrlose."


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Skizzirte Geschichte der russisch-preußischen Blockade und Belagerung von Danzig im Jahr 1813. Nebst der Vertheidigung dieses Platzes. Nach den Hauptmomenten dieser Belagerung und mit einer planmäßigen, genau instruktiven Darstellung sämmtlicher Belagerungsarbeiten. Berlin, 1817. In der Maurerschen Buchhandlung.
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