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Alexander I. (Russland).

Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1812]


St. Petersburg, den 10ten April.

PortretAlexanderKeizerAllerRussen

Alexander.

Gestern, Dienstag, um 2 Uhr Nachmittags, geruhten Se. Majestät, der Kaiser, aus dieser Residenz abzureisen. Se. Majestät geruheten vor Ihrer Abreise die hiesige Kasansche Kathedralkirche zu besuchen, in welcher Se. Eminenz Ambrosius, Metropolit von Nowgorod, mit Sr. Eminenz, dem Metropoliten Gabriel, Exarchen der Moldau und Wallachey, und der vornehmsten Geistlichkeit, ein Gebet auf die Abreise verrichteten. Die ganze Kirche war angefüllt mit Andächtigen, die ihre heißen Gebete für die glückliche Reise und die erwünschte Rückkehr unsers allgeliebtesten Monarchen zu Gott emporschickten. Nach dem Gebete, als Se. Majestät, der Kaiser, sind aus der Kirche begaben, und sich in Ihre Reisekalesche setzen, erschallte von dem Volke, von welchem der ganze Platz und die Straße vor der Kirche bedeckt war, ein herzliches Hurrah! . . . Die eifrige Anhänglichkeit der Russen ergoß sich aus ihrem Herzen in den Mund, und alle, indem sie Ihn mit den Augen begleiteten, schickten einstimmig ihre guten Wünsche und ihre Gelübbe für Ihn gen Himmel. -- Ein entzückendes Schauspiel! -- Herr! bewahre den Monarchen, und erhöre uns, wenn wir Dich anrufen!


Mitau, den 22sten April.

Aus Wilna hier eingegangenen Nachrichten zufolge, sind Se. Kaiserl. Majestät, unser allergnädigster Monarch, daselbst am 13ten d. M. in erwünschtem Wohlseyn eingetroffen.


Pskow, den 11ten April.

Heute, Donnerstag, früh Morgens um 4 Uhr, trafen Se. Majestät, der Kaiser, in erwünschtem Wohlseyn in hiesiger Stadt ein. Um 9 Uhr geruheten Se. Majestät die Rapporte von den Militär- und Civilbeamten anzunehmen, und um 10 Uhr waren Sie in der Kathedralkirche, und bezeigten daselbst den Heiligenbildern und den heiligen Reliquien Ihre Ehrfurcht. Der Archimandrit und Rektor des Seminariums Afanaßji hielt bey dieser Gelegenheit an Se. Kaiserl. Majestät eine kurze Bewillkommungsrede. Hierauf geruheten Se. Majestät das Stadthospital und einige andere Stellen, in Begleitung des Herrn Civilgouverneurs Fürsten Schachowskji, in Augenschein zu nehmen. Wie es heißt, werden Se. Majestät, der Kaiser, nach der Mittagstafel Ihre weitere Reise fortsetzen, wozu bereits die Pferde, so auch die Sommerequipagen, bereit stehen.


Pskow, den 12ten April.

Se. Majestät, der Kaiser, haben während Ihrer Allerhöchsten Anwesenheit in hiesiger Stadt am gestrigen Tage unter andern auch die hier befindlichen Artilleriekommanden in Augenschein zu nehmen geruhet. Zur Mittagstafel Sr. Majestät hatte auch der hiesige Civilgouverneur das Glück, gezogen zu werden. Gleich nach der Tafel, gegen 4 Uhr Nachmittags, geruheten Se. Majestät Ihre weitere Reise fortzusetzen, und um 7 Uhr Abends befanden Sie sich bereits in der Stadt Ostrow, 56 Werst von hier.


Swenzian, den 14ten April.

Heute früh in der sechsten Stunde geruheten Se. Majestät, der Kaiser, nach zurückgelegtem sehr schlechtem, zum Theil noch mit tiefem Schnee angefüllten Wege, der an einigen Orten, wegen der gegenwärtigen Frühjahrszeit, äusserst schwierig zu passiren war, in erwünschtem Wohlseyn hier einzutreffen. Uebrigens sind Se. Majestät, der Kaiser, in den Gouvernements St. Petersburg, Pskow und Wilna mit allen Verfügungen, die auf diesen Fall, sowohl von Seiten der Landobrigkeit als der Postbehörde getroffen worden, zufrieden gewesen. Auf dem Station Dowgelisch erwartete die Allerhöchste Ankunft daselbst der Postinspektor, Kollegienrath Doliwa-Dobrowolskji, der auch das Glück hatte, hier Se. Majestät, den Kaiser, zu empfangen. Bey dieser Gelegenheit überreichte der Postinspektor Sr. Majestät allerunterthänigst einen umständlichen Bericht über alles dasjenige, was er in Erfüllung des ihm im Fache des Postwesens gegebenen Auftrages gethan hatte. Se. Majestät bezeigten Ihr Allerhöchstes Wohlwollen für seine Gewandtheit und Thätigkeit, und geruheten von hier Ihre Reise weiter nach Wilna fortzusetzen.


Wilna, den 14ten April.

Heute, am Palmsonntage, um 2 Uhr Nachmittags, ward unsere Stadt durch die Allerhöchste Ankunft Sr. Majestät, des Kaisers, erfreut. Der Kriegsminister und die ganze Generalität empfingen Se. Majestät vor dem Stadtthore, und begleiteten Dieselbe sodann bey Höchst Ihrem Einzuge in die Stadt. Beym Stadtthore wurden Se. Majestät, der Kaiser, von der hiesigen Kaufmannschaft und von den Gewerken, und bey der Kathedralkirche von der angesehensten Geistlichkeit bewillkommt. In allen Straßen, durch welche der Allerhöchste Zug ging, waren die hier befindlichen Truppen in Parade aufgestellt. Beym Palais hatten das Glück, Se. Majestät zu empfangen, der Civilgouverneur mit den übrigen Beamten, und der Gouvernementsmarschall mit dem Adel. Während dessen wurden in allen Kirchen die Glocken geläutet; die Einwohner drängten sich überall Haufenweise zusammen, und das fröhliche Jauchzen gab das Entzücken zu erkennen, worin das Volk beym Anblick seines Allerdurchlauchtigsten Monarchen gerieth. Se. Majestät, der Kaiser, befinden sich in erwünschtem Wohlseyn.

Se. Majestät, der Kaiser, sind, wie man sagt, mit den fünf Stationen von Swenzian bis zu unserer Stadt, welche einen Weg von 80 Werst ausmachen, den Sie in der kurzen Zeit von 6 Stunden, das Umspannen der frischen Pferde mitgerechnet, zurückgelegt haben, sehr zufrieden gewesen. Auf der Station Podbrosje war eine Jägerkompagnie als Wache aufgestellt. Auf der Station Nementschin nahmen Se. Majestät eine Kompagnie Artillerie in Augenschein. Endlich 6 Werst von hier, bey der ersten Feldschlagbaume, hatten sich die Generaladjutanten Sr. Majestät versammelt, und in einiger Entfernung von dort erwartete die Allerhöchste Ankunft Sr. Majestät der Kriegsminister, Oberbefehlshaber der ersten Westarmee, General von der Infanterie Barclai de Tolli, nebst der ganzen Generalität und der in Fronte stehenden Kavallerie. Se. Kaiserl. Majestät erschienen Nachmittags in der zweyten Stunde zu Pferde in Begleitung der Generaladjutanten, und wurden von den Truppen mit allen Militärhonneurs empfangen. Nachdem die Kavallerie die Honneurs abgegeben, wandte sie sich in einigen Eskadrons hinter die Generalität zur Begleitung des Kaisers. Sobald der Zug sich dem zweyten Schlagbaume näherte, begann das Feuer aus den Kanonen, die auf den Bergen aufgestellt waren, auf welchen auch zu gleicher Zeit die Regimentsmusik spielte. Vor dem zweyten Schlagbaume empfing die Hebräergemeinde Se. Majestät mit Brod und Salz, unter fröhlichem Jauchzen und mit ihrer Musik. Von dem sogenannten Schloßstadtthore an war die Infanterie in drey Straßen bis zu der Wohnung, die für den Allerhöchsten Aufenthalt Sr. Majestät bestimmt ist, in Fronte aufgestellt. Alle Fenster waren mit Zuschauern angefüllt.


Wilna, den 16ten April.

Gestern, am 15ten dieses, hatten das Glück, Sr. Majestät, dem Kaiser, vorgestellt zu werden, von dem Civilgouverneur, Herrn wirklichen Etatsrath Lawinskji, die sämmtlichen Civilbeamten, und von dem Herrn Gouvernementsmarschall die Angesehensten vom Adel. Sodann wurden mehrere zur Mittagstafel Sr. Kaiserl. Majestät gezogen. Nach der Tafel geruheten Se. Majestät das hiesige Hospital in Augenschein zu nehmen. Heute wurden die hiesige Geistlichkeit und die vornehmsten Bürger gewürdigt, Sr. Majestät vorgestellt zu werden. Hernach geruheten Se. Majestät, der Kaiser, zwey Artilleriekompagnien zu besichtigen, mit denen Se. Majestät so zufrieden waren, daß Sie den Befehlshabern derselben hier auf der Stelle Ihre Allerhöchste Gnade zu erweisen geruheten.


Wilna, den 17ten April.

Den andern Tag nach der Ankunft Sr. Majestät, des Kaisers, in hiesiger Stadt, nämlich den 15ten, geruheten Se. Majestät der Mittagstafel, in Begleitung der Generalität und der Adjutanten, in der Stadt spazieren zu reiten. Unter den vornehmen Standespersonen, die an diesem Tage zur Tafel Sr. Majestät gezogen wurden, war auch der sich hier befindende General Baron Bennigsen. Nach der Tafel geruheten Se. Majestät die Hospitäler in Augenschein zu nehmen und in der Stadt zu Fuß herum zu gehen. Gestern, den 16ten, wurden Sr. Majestät die hiesige Geistlichkeit und der Magistrat vorgestellt. Nachmittags nach 2 Uhr beehrten Sr. Kaiserl. Majestät den General Baron Bennigsen in seinem Landhause, welches 3 Werst von unserer Stadt belegen ist, und auf welchem der Baron Bennigsen gewöhnlich seinen Aufenthalt hat, mit Ihrem Besuch. Heute, den 17ten, wurden Sr. Majestät vorgestellt, die hiesige Universität und der jüdische Kahal. Alle Einwohner und das ganze hiesige Volk, welche das Glück genießen, ihren Monarchen täglich zu sehen, geben unaufhörlich durch ihre Freude ihre ungeheuchelte Anhänglichkeit an Ihn zu erkennen.

Die Zahl der angekommenen und noch hier ankommenden Personen ist jetzt so groß, daß sich Niemand erinnert, hier je so viele Menschen gesehen zu haben.


Wilna, den 28sten April.

Verwichenen Donnerstag gab der Adel zu Wilna einen Ball, den auch Se. Kaiserl. Majestät mit Ihrer Gegenwart beehrten. Auf diesem Ball befanden sich auch der Zesarewitsch und Großfürst und die Prinzen von Oldenburg. Nach dem Ball geruhten Se. Hoheit, der Zesarewitsch und Großfürst, nach der Stadt Widsy abzureisen, wo sich das Hauptquartier Sr. Hoheit befindet.

Se. Majestät, der Kaiser, geruheten am Freytage, den 26sten April, des Morgens, von hier nach Wilkomir abzureisen, wobey Sie gesonnen waren, auch nach Schawl zu gehen, um die in der dasigen Gegend verlegten Truppen in Augenschein zu nehmen.

Wir erwarten die Rückkehr Sr. Kaiserl. Majestät hier in zwey Tagen.


Wilkomir, den 27sten April.

Gestern, den 26sten dieses, Nachmittags um halb 4 Uhr, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, in erwünschtem Wohlseyn hier einzutreffen. Bey der Ueberfahrt über den Fluß Swienta wurden Höchstdieselben von einer Menge Volks, und in der Stadt von dem Generallieutenant Baggehufwudt, nebst den übrigen Militärbeamten, so auch von dem Kreismarschall Koszälkowskji, nebst den Adlichen, und von mehrern hiesigen Einwohnern empfangen. Nach Umwechselung der Pferde geruheten Se. Majestät, die Reise von hier über Ponewesh nach Schawl fortzusetzen.


Schawl, den 28sten April.

Gestern, um 8 Uhr des Morgens, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, hier anzukommen. Sie wurden von dem Generallieutenant, Grafen Wittgenstein, und den übrigen Befehlshabern der hier stehenden Truppen, so auch von dem Adelsmarschall, Grafen Chrapowizkji, empfangen. Nachmittags wurden Sr. Majestät vorgestellt, der Bischof von Samogitien, Fürst Gedroiz, und einige Andere. Nachher geruheten Se. Majestät, sich zu Pferde zu begeben und die Stadt zu besehen. Heute früh, gleich nach 6 Uhr, ritten Höchstdieselben vor die Stadt, um die hier befindlichen Regimenter und die Artillerie in Augenschein zu nehmen, welche dann, nach der Musterung, vor Sr. Majestät vorbey defilirten. Sodann geruheten Se. Majestät denselben Morgen, nach 8 Uhr, sich von hier nach Plugiany zu begeben.


Schawl, den 29sten April.

Heute früh, um 7 Uhr, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, wieder hierher zurückzukommen, und gleich darauf Ihre Rückreise nach Wilna anzutreten.

Zu Plugiany nahmen Se. Majestät, in Begleitung des Generallieutenants, Grafen Wittgenstein, die dort stehenden Truppen in hohem Augenschein. In der Stadt Telscha, welche auf der Straße von hier nach Plugiany liegt, wurden Se. Majestät von den dortigen Einwohnern jeden Standes und von der Geistlichkeit empfangen, und auf die Rückreise Sr. Majestät, des Abends am 28sten, war diese Stadt illuminirt.


Wilkomir, den 30sten April.

Heute früh, gegen 8 Uhr, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, wieder hieher zurückzukommen. Sie wurden von dem Kriegsminister, General der Infanterie, Barclay de Tolly, dem noch am Tage zuvor durch einen von der Station Towän besonders abgefertigten Feldjäger zu wissen gethan worden war, die hier stehenden Truppen zur Besichtigung bereit zu halten, empfangen. In Folge dessen fand diese Besichtigung heute früh um 10 Uhr statt. Gegen 12 Uhr geruheten Se. Majestät, nach eingenommenem Frühstück, von hier wieder Ihre Rückreise anzutreten, den Weg von hier bis zum Flusse Swienta zu Pferde zu machen, nach der Ueberfahrt über den Fluß aber, Ihre Reise nach Wilna in einer Kalesche fortzusetzen.


Wilna, den 30sten April.

Heute Abend, um 7 Uhr, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, in erwünschtem Wohlseyn wieder hier einzutreffen. Vor der Stadt empfingen Se. Majestät der hiesige Stadtvoigt, der Kommandant, der Dujourgeneral und die Flügeladjutanten, und in der Stadt selbst, die Prinzen von Oldenburg, der General der Kavallerie, Baron Bennigsen, der Polizeyminister Balaschew und die übrigen Militärbeamten, in deren Begleitung Se. Majestät, der Kaiser, sich zu Pferde nach dem Palais zu begeben geruheten, wo die Ankunft Sr. Majestät der General von der Artillerie, Graf Araktschejew, der wirkliche Geheimerath Schischkow, und andere von den angesehensten Beamten erwarteten.


Wilna, den 6ten May.

Se. Majestät, der Kaiser, werden, wie man sagt, sich auf eine kurze Zeit nach der, 27 Werst von hier entlegenen, Kreisstadt Troki begeben, um die in der dortigen umliegenden Gegend verlegten Truppen in hohen Augenschein zu nehmen.


Wilna, den 13ten May.

Den 11ten dieses geruheten Se. Majestät, der Kaiser, die von dem Generallieutenant Konownizyn kommandirte Division in hohen Augenschein zu nehmen.


Wilna, den 15ten May.

Gestern, Mittags nach 12 Uhr, geruheten Se. Majestät, der Kaiser, von hier auf der Route nach Grodno abzureisen, um die Truppen in hohen Augenschein zu nehmen.


Grodno, den 17ten May.

Am 16ten May, um 3 Uhr Nachmittags, ward unsere Stadt durch die Ankunft Sr. Kaiserl. Majestät erfreut. Vor der Stadt wurden Se. Majestät, der Kaiser, von dem Oberbefehlshaber nebst der übrigen Generalität, und bey der Wohnung von dem hiesigen Gouverneur nebst den Beamten, und von dem Gouvernementsmarschall nebst dem Adel empfangen. Vom Stadtthore an bis zu der Wohnung, die für den Allerhöchsten Aufenthalt im Hause des Gouvernementsmarschalls, Fürsten Druzkji, bestimmt ist, begleiteten Se. Majestät die Bürger mit ihren Zunftfahnen; alle Straßen in der Stadt und die Fenster waren mit Zuschauern angefüllt. Die Militär- und die Civilbeamten und die vornehmsten Adelichen begleiteten sämmtlich Se. Majestät in die innern Zimmer, und die Bürger stellten sich mit ihren Fahnen gegen über dem Hause auf dem Platze auf, der von einer unzählbaren Menge Volks bedeckt war. Um 4 Uhr begaben sich Se. Majestät, der Kaiser, zu Pferde zu dem hiesigen Civilgouverneur, Herrn Geheimenrath und Senator Lanskoi, bey dem für Se. Majestät Mittagstafel war. Nachmittag, um halb 8 Uhr, begaben sich Se. Majestät, begleitet von dem Oberbefehlshaber und den übrigen Generalen, über den Niemenfluß, um die Truppen in Augenschein zu nehmen. Um 10 Uhr kehrten Sr. Majestät, der Kaiser, wieder in ihre Wohnung zurück, und reiseten dann in der zwölften Stunde von hier nach Wilna glücklich wieder ab. Diesen Abend war unsere ganze Stadt illuminirt.

Se. Kaiserl. Majestät haben auf Ihrer Reise hieher von Wilna, am 15ten dieses, um 8 Uhr Morgens, geruhet, das Armeekorps des Generaladjutanten, Grafen Schuwalow, welches in dem Flecken Eischischky verlegt ist, in hohen Augenschein zu nehmen. Den folgenden Tag des Morgens wurden in dem Flecken Schtschutschin 3 Regimenter und 3 Artilleriekompagnien von der Division, welche der Generalmajor Bachmetew kommandirt, gemustert.


Lida, den 17ten May.

Heute, in der 9ten Stunde des Morgens, wurden wir durch die Allerhöchste Ankunft Sr. Majestät, des Kaisers, in unserer Stadt, auf Ihrer Rückreise von Grodno nach Wilna, erfreut. Se. Majestät wurden von dem angesehensten Adel des hiesigen Kreises und von der Geistlichkeit des Karmeliter-Klosters empfangen. Nach Umwechselung der Pferde geruheten Se. Majestät in erwünschtem Wohlseyn Ihre Reise von hier nach Wilna fortzusetzen.


Wilna, den 17ten May.

Heute Nachmittag in der dritten Stunde geruhten Se. Majestät, der Kaiser, in erwünschtem Wohlseyn aus Grodno wieder hier einzutreffen.


Wilna, den 29sten May.

Gestern früh gegen 6 Uhr geruheten Se. Majestät, der Kaiser, sich von hier nach Troki zu begeben, wo Sie nach 7 Uhr ankamen. Eine Werst vor der Stadt wurden Se. Majestät von dem Generallieutenant Konownizyn nebst den Militärbeamten, und bey der Einfahrt in die Stadt von der Geistlichkeit nebst der Bürgerschaft empfangen. Nachher begaben sich Se. Majestät zu Pferde, und ritten in Begleitung des Oberbefehlshabers der ersten Westarmee, Generals von der Infanterie Barclai de Tolli, des Generallieutenants Konownizyn und der Generaladjutanten Fürsten Wolkonskji, vor die Stadt, von wo Sie um 11 Uhr wieder zurück kehrten. Nach 12 Uhr Mittags reiseten Se. Kaiserl. Majestät von Troki ab, und trafen um 2 Uhr in erwünschtem Wohlseyn wieder hier ein.


Von der russischen Gränze, den 2ten September.

Am 27sten August hatte Se. Majestät, der Kaiser Alexander, zu Abo eine Zusammenkunft mit dem aus Stockholm dahin gegangenen Kronprinzen von Schweden.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 98. Dienstag, den 23. April 1812. ff.
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