Orlow (Alexis), Bruder des Vorherigen, trug mächtig zu der Revolution von 1762 bey, die Katharinen auf den Thron erhob. Er war von der Stärke eines Herkules und der Größe eines Goliath. Er machte sich seitdem durch seine Expeditionen im Archipel, und vornehmlich in der Schlacht von Tchesme berühmt, von der er den Beynahmen Tchesminsky erhielt.

Die Rache, welche Paul I. wegen seines Vaters Tod an ihm nahm, hatte etwas Erhabenes. Alexis Orlow, der Sieger von Tchesme, ehedem so mächtig, ausgezeichnet durch seine Riesengröße und seine antike Kleidung, ehrwürdig, wo möglich, durch seinen Ruhm und sein Alter, war genöthigt, die traurigen Ueberreste Peters III. zu begleiten und ein Ende des Leichentuchs zu tragen; er zog aller Blicke auf sich. Diese Begleitung, gerecht und hart, mußte in ihm Gewissensbisse erwecken, die 35, im Schooße des Glücks verlebte, Jahre unstreitig eingeschläfert hatten. Er reiste hierauf nach Deutschland, wo er sich durch seine Pracht und Aufwand auszuzeichnen suchte.

Er starb zu Moskau, im Jänner 1808.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
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