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Andalusia.Bearbeiten


Andalusia, Andalucía,[1] ehemalige Provinz in Spanien, so die Königreiche Sevilla, Cordova und Jaen in sich begrif, wozu auch ehemals das Königreich Granada gehörte, und Oberandalusien hieß. Die Grenzen davon sind gegen Westen Portugall, gegen Norden Neucastilien, gegen Osten Murcia, und gegen Süden Granada, und das Meer nebst der Meerenge von Gibraltar. Es ist zwar sehr gebirgig, aber die fruchtbarste und gesundeste unter allen Provinzen in Spanien, vielleicht in ganz Europa. Es werden die Pferde aus dieser Provinz sehr hoch gehalten; an herrlichen Weinen, Oel, Früchten, Metallen ist Ueberfluß. Und die Stiere aus derselben werden zu den Stiergefechten genommen. Der schöne Fluß Guadalquivir, welcher bis Sevilla für große Fahrzeuge schiffbar ist, erleichtert die Ausfuhr. Der Name soll entweder von den Vandalen, einem alten deutschen Volke, herkommen, das im 5ten Jahrhundert dahin zog und eine Zeit lang im Besitz blieb, und der Ausdruck Vandalicia, statt Andalusia ist gewöhnlich; oder er soll, nach dem Arabischen, so viel als Abendland bedeuten. Die Einwohner Andalusiens unterscheiden sich an Gestalt und Charakter merklich von den Castilianern und andern Spaniern, und haben vieles von dem tückischen Wesen der Saracenen, von denen sie, zum Theil, abstammen; sie haben aber auch ihre Thätigkeit und Indüstrie. Heutzutag gielt der Name Andalusien nicht mehr, sondern jeder der drey Theile wird als eigne Provinz gerechnet.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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