Lestocq.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lestocq (von) General in königlichen preußischen Diensten, der sich besonders im letzten Kriege bey mehrern Gelegenheiten und vorzüglich bey Eylau ausgezeichnet hat. Im Jahre 1809 übernahm er, statt des in Ruhestand versetzten Feldmarschalls Möllendorf, das Militär-Gouvernement von Berlin.


Anton Wilhelm L'Estocq.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ant.Wilh.v.Lestocq.

L'Estocq (Anton Wilhelm), General der Cavallerie, Ritter des preußischen schwarzen und rothen Adler-, ingleichen des Verdienstordens, auch des russischen St. Alexander-Newsky- und St. Georgenordens zweiter Classe, Domprobst zu Brandenburg u. s. w., starb im 77sten Jahre seines Alters am 5ten Jan. 1815 an einer Lungenentzündung.

Geboren zu Hannover den 16ten Aug. 1738 trat der Verewigte 1758 im Regiment Gens d'Armes als Junker in königl. preußische Dienste, dann als Adjutant des Generals von Ziethen in das Leibhusarenregiments und später zu dem des Regiments Towarczys; wurde successive Gouverneur von Neu-Ostpreußen, commandirender General in Preußen, hierauf Gouverneur von Berlin, und wiederholt von Berlin und den Provinzen zwischen der Oder und Elbe.

Während dieser ganzen Laufbahn zeichnete er sich aus als Held, Patriot und Menschenfreund; was ihn aber in den Annalen des Monarchie verewigen wird, sind seine Thaten bei Eylau und Heilsberg, wo er an der Spitze einer verhältnißmäßig kleinen Schaar dem übermüthigen Feinde zuerst bewies, was preußische Tapferkeit unter Leitung eines einsichtsvollen Feldherrn vermag, das Heer mit neuem Muthe begeisterte, die Nation wieder zum vertrauen zu sich selbst erhob, und vielleicht dadurch zuerst die glorreichen Ereignisse der letzten Zeit vorbereitete. Dies sind die Verdienste des Verewigten als Krieger; als Mensch waren seltene Tugenden in ihm vereinigt, und jene reine Humanität, jene Entfernung von aller Selbstsucht, jene große Bescheidenheit, die nichts als Pflichten erfüllt zu haben glaubte, jene unbegränzte Treue und Anhänglichkeit für König und Vaterland, die ihn beseelten, sichern ihm auf immer den gerechten Nachruhm, nach dem er nie geizte.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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