Aragonien.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Aragonien,[1] Königreich in Spanien, welches gegen Norden das pyrenäische Gebirge, gegen Westen Navarra und Castilien, gegen Süden Valencia, und gegen Osten Catalonien zu Gränzen hat. Das Land ist in einigen Gegenden sehr gut, an andern dürre und unfruchtbar, wegen des sandichten und steinichten Bodens, nicht aus Mangel des Fleisses bey den Einwohnern, deren Anzahl, nach der Zählung von 1787. 623,308 Seelen beträgt. Sie hatten sonst große Freyheiten, und pflegten den Königen das Regiment mit dieser Formel zu übergeben: Wir, die wir so viel gelten als ihr, wir machen euch zu unserm Könige und Herrn, mit dem Bedinge, daß ihr uns unsere Rechte und Freyheiten ungekränkt lasset, und anders nicht. Aber Philipp II. hat diese Freyheiten sehr gekränkt und geschmälert, und Philipp V. hat ihnen solche 1714. ganz entzogen, und sie den castilianischen Gesetzen unterworfen, weil sie Carl III. von Oesterreich, seinen Gegner, für ihren König erkannt hatten. Ehemals da Spanien aus den zwey Reichen Kastilien und Aragon bestund, gehörte zu dem leztern noch Valencia, Catalonien und die Balearischen Inseln. Im 15ten Jahrhundert wurden sie durch die Verheurathung der Könige Isabella und Ferdinands auf immer vereinigt. Die Hauptartikel zur Ausfuhr sind Wolle und Wein.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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