Armée d'Aragon, (1809 - 1814).

Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Madrid, den 28sten Januar. [1]

Am 6ten Januar stieß General Montbrun in dem Flekken Albacete auf General Freyre's Avantgarde. Diese zog sich, ohne zu fechten, nach Cinchilla zurück, wo sie sich mit einem andern Korps von 1300 Mann vereinigte. Am 7ten setzte Montbrun seinen Marsch fort, vertrieb die Feinde aus ihrer Stellung, und verfolgte sie bis sie völlig zerstreut waren. General Lacarrera, der sich mit seiner Kavallerie zu Almanza befand, zog sich nach Villena zurück. Zu St. Vincent erfuhr General Montbrun, daß die von Valencia entkommenen schwachen Truppenüberreste sich auch Alikante zurückzogen; daß Villa-Kampa mit etwa 1000 Mann nach Karthagena marschire, und daß Lacarrera und Freyre, die nach Elche geflüchtet waren, ihre Richtung zu verändern suchten, um sich aus ihrer kritischen Lage zu ziehen. Nachdem Montbrun den Feind bis unter die Mauern von Alikante verfolgt hatte, schickte er eine durch den Obersten Rozart kommandirte Kolonne gegen Freyre und Lacarrera aus. Das 22ste Dragonerregiment, das an der Spitze dieser Kolonne marschirte, zögerte keinen Augenblick, die feindliche Kavallerie, trotz ihrer Ueberzahl, anzugreifen, schlug sie und verfolgte sie bis Einbruch der Nacht. Bey diesen verschiedenen Gefechten nahm er dem Feinde an tausend Gefangene ab, worunter 12 Officiere. Am 13ten Januar rückte ein französisches Korps in Xixona ein. Am folgenden Tage machten einige Truppen einen Umweg, um sich Elche's, südwärts von Alikante, zu bemächtigen. Die Besitznahme von Xixona und Elche schnitt die Kommunikation von Alikante nach Norden und Süden ab. Die General Mahi, Freyre, Obispo und Bassecourt hatten sich in die Stadt einschließen müssen.


Paris, den 11ten Februar.

Der heutige Moniteur enthält folgende Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.

Armee von Valencia.

Die Entwaffnung der Milizen von Valencia ist durch die Sorgfalt des Herzogs von Albufera schnell bewerkstelligt worden. 40,000 englische Flinten, eine ungeheure Menge Säbel, Pistolen xc. sind der französischen Artillerie überliefert worden. Man hat viele Equipirungsmagazine für die Kavallerie und Infanterie entdeckt, so wie Uniformen und rothe englische Tücher, die für ein Armeekorps bestimmt waren. Der Provinz Valencia ist eine Kontribution von 200 Millionen Realen auferlegt worden. Die Stadt hat überdies 400 angeschirrte Maulthiere für den Dienst der Artillerie geliefert.

Der Bischof von Valencia, ein ehrwürdiger Mann, so wie der vornehmste Adel des Landes und die Magistratspersonen, die lange Zeit unter den Schrecklichkeiten und unzähligen Mißbräuchen einer rasenden Junta seufzten, sind nach der Stadt zurückgekehrt, wo sie nicht mehr das Joch eines scheußlichen Schreckenssystems zu befürchten haben. 1500 wüthende Mönche sind arretirt und nach Frankreich geführt worden. Die Chefs der Insurrektion, Hausfreunde des englischen Konsuls und die Meuchelmörder dieses Elenden, sind zur großen Zufriedenheit der guten Einwohner, die an der Ermordung der Franzosen kein Theil genommen hatten, öffentlich hingerichtet worden.

Die Städte Alcira, St. Philippe, Gandia und Denia haben sich unterworfen. In letzterer Stadt hat man 60 Kanonen gefunden. Es ist ein sehr fester Platz an der Küste, 20 Lieues von Alikante und nahe bey Kap-Martin.


Valencia, den 10ten May.

(Aus dem Journal de l'Empire.)

-- Am 25sten rückte der General Harispe mit der 1sten Kavalleriebrigade und den Elitenkompagnien der 2ten Division über Xixona bis an den Fuß der Mauern von Alikante, während auf seinen Befehl der General Gudin mit 10 Kompagnien vom 16ten und 117ten Regiment über Muchamiel die nämliche Richtung nahm. Dieser letztere traf um 10 Uhr Morgens ein, nachdem er 4 Stunden lang den Angriffen beynahe der ganzen Besatzung widerstanden hatte, die 4 bis 5000 Mann stark sein Korps zu vernichten trachtete, während die Guerillas und einige bewaffnete Bauern manöuvrirten, um ihm den Rückzug abzuschneiden. Er hatte 14 Verwundete und 4 Todte verloren, und dem Feinde viel Schaden zugefügt, als der General Delort mit seiner Kavallerie erschien, und sie des einzigen Weges, auf welchem die Besatzung nach der Festung zurückkehren konnte, zu bemeistern drohte. Hierdurch nöthigte er den Feind, eilig in seine Wälle zurückzukehren, aus welchen er sich nicht mehr heraus traute, ob unsere Truppen gleich alle seine Vorposten niedermachten, und ruhig unter seinen Kanonen fouragirten. Am folgenden Tage kehrten alle Kolonnen in ihre Kantonnirungen zurück. Der General Harispe ließ mehrere Quadrillen verfolgen, die sich in der Gegend von Novelda bewaffnet hatten; seine Kolonnen vertilgten an hundert Räuber. -- Während des Marsches der Truppen gegen Alikante, reizten einige Fanatiker die Einwohner von Benigamin und der dortigen Gegend, die Waffen zu ergreifen, und 800 Mann stark in der Nacht einen Versuch zum Ueberfall des Postens von Adzaneta zu machen, der aus einer Kompagnie vom 44sten Regiment, aus einem Dragonerdetaschement und einigen Husaren bestand. Allein da der Tag anbrach, so hatten unsere Leute Zeit, sich zu formiren; sie griffen den Feind mit dem Bajonnet an, und machten ein großes Gemetzel; 110 Mann blieben todt auf dem Wahlplatze; der Anführer der Insurrektion, Cortes, und eine Menge Mönche befanden sich darunter. Wir hatten nur 1 Todten und 4 Verwundete.


Paris, den 20sten September. [2]

Briefe aus Valencia vom 16ten August melden, daß der Marschall, Herzog von Albufera, nachdem er seine Macht koncentrirt, die Richtung gegen Alikante genommen hatte. Im Königreich Valencia herrschte fortdauernd die größte Ruhe.


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Paris, den 4ten July. [3]

Der Marschall Suchet hat dem General Mathieu zu Barcelona angezeigt, daß die Gerüchte, die man über Andalusien verbreitet, falsch sind; daß er mit dem linken Flügel der dortigen Armee in Verbindung stehe, welche kürzlich den General Freyre bey Baza geschlagen, und ihm einen Verlust von 250 Pferden und 4 bis 5000 Mann Infanterie zugefügt hatte. Auch in Katalonien sind mehrere glückliche Expeditionen gegen die Insurgenten vorgenommen, und einige Waffendepots erbeutet worden, z. B. ließ der General Henriot von Lerida aus das Fort Ciurana, den Waffenplatz der Chefs Gay und Mirales, die kaum mit 150 Mann entrannen, erstürmen, und 500 Flinten und viele Munition wegnehmen.


London, den 25sten September. [4]

Aus Alikante schreibt man unterm 12ten August, daß die Truppen des Marschalls Suchet die Absicht zu haben scheinen, die Stellungen, die sich von Xucar bis nach diesem Platz ausdehnen, zu vertheidigen. Wir erwarten mit Ungeduld die Nachrichten von den ersten Unternehmungen der verbündeten Armeen.


Paris, den 9ten Oktober.

Briefe aus Valencia vom 19ten September melden, daß der Marschall, Herzog von Dalmatien, seine Vereinigung mit der Armee des Marschalls, Herzogs von Albufera, bewerkstelligt hat.


Paris, den 23sten November. [5]

Briefe aus Valencia vom 29sten Oktober melden, daß das Hauptquartier des Herzogs von Albufera, welches bey der Trennung seiner Armee von jener, welche Se. Majestät, der König von Spanien, in Person, und der Marschall, Herzog von Dalmatien, befehligt, der nach Madrid marschirt, in hiesiger Stadt aufgeschlagen war, nach San Felipe, mehrere Meilen vorwärts der Küste von Alikante, verlegt worden ist.


Korrespondenz.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bericht des Marschalls, Herzogs von Albufera, an Se. Durchlaucht, den Fürsten von Wagram und von Neufchatel, Majorgeneral. [≡]


Bericht Sr. Excellenz, des Marschalls, Herzogs von Albufera, an Se. Durchlaucht, den Prinzen von Neufchatel und Wagram. [≡]


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 44. Dienstag, den 20. Februar 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 237. Mittewoch, den 2/14. Oktober 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 172. Donnerstag, den 18/30. July 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 249. Mittewoch, den 16/28. Oktober 1812
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 291 Mittewoch, den 4/15. December 1812.
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