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Tagebuch der Italienischen Armee.Bearbeiten

Tagebuch der Italienischen Armee, unter dem General-Lieutenant Anselme.

1792.Bearbeiten

September.

29. u. 30. Die Französische Armee geht über den Var. Einnahme von Nizza, Montalban und und Villefranche.

October.

23. Oneille wird in Brand geschossen und eingenommen.

November.

19. Niederlage eines beträchtlichen Heerhaufens Piemonteser, die sich Sospello's bemächtigt hatten.


Biron, Obergeneral.

Novembr.

4. 5. Gefecht von Moulinet, Melin und Luceram.

1793.Bearbeiten

Februar.

14. Die Franzosen nehmen Sospello ein.
19. Einnahme des Lagers von Bruis durch die Franzosen.
29. Wegnahme aller feindlichen Posten von Lantosca bis Belver.

März.

9. Die Franzosen nehmen Moulinet mit vereinter Macht ein.

April.

18. Einnahme des verschanzten Lagers bei Perut durch die Franzosen.

Mai.

20. Einnahme von Roska und Isola durch die Franzosen.


Brunet wird Obergeneral.

Junius.

8. Wegnahme der feindlichen Läger bei Perut, Moulinet, Fourches und Raons.
12. Die Franzosen greifen Fourches und Raons an.

Julius.

18. Die Franzosen greifen das Lager von Raus und Lauthion an. Kellermann wird Obergeneral bei der Alpen-Armee.

August.

16. Die Piemonteser bemächtigen sich Laneburg's Thermignon's, Braman's xc. Alpen-Armee.
27. Einnahme von Toulon durch die Engländer.

Septbr.

7. Gefecht in den Schluchten von Dollioules.


Dumerbion wird Obergeneral der Italienischen Armee.
8. Gefecht bei Belver.
- - Der Feind wird bei Brouis, Hütel und Lavenzo zurückgedrängt.
11. Niederlage der Feinde in der Ebene von Aiguebelle. -- Alpen-Armee.
13. 14. Vertreibung des Feindes von den Höhen von Belville, und Einnahme der Schanzen und Verschanzungen von Epierre. -- Alpen-Armee.
- - Einnahme der Schanze bei Salanches, durch die Franzosen. -- Alpen-Armee.
19. Einnahme der Verschanzungen von Chatillon durch dieselben. -- Alpen-Armee.
28. Niederlage des Feindes in den Schluchten von Salanges, bei Cluse. -- Alpen-Armee.
29. Einnahme der Posten Sainte-Croix, Parach und Brotteaux bei Lyon. -- Alpen-Armee.
30. Die Franzosen nehmen die Verschanzungen von Mont-Cormet mit vereinter Macht ein. -- Alpen-Armee.

October.

2. Wegnahme des Posten von Valmeynier durch dieselben. -- Alpen-Armee.
2. Wegnahme von Beaufort durch dieselben. -- Alpen-Armee.
- - Einnahme Moulier's, des Fleckens Saint-Maurice, und Wegnahme des Postens des Magdalenen-Passes. -- Alpen-Armee.


Dugommier wird Obergeneral der Italienischen Armee.
9. Einnahme von Lyon. -- Alpen-Armee.
18. 19. Gefecht von Gillette und Taurnefort. -- Italienische Armee.
22. Niederlage des Feindes bei Utel.
23. Einnahme von Malboiset. -- Alpen-Armee.
24. Einnahme von Magdalenen-Lagers. -- Alpen-Armee.
25. 26. Niederlage der Piemonteser bei Castel-Genest und Brec; Einnahme von Figaretto.
28. 29. Gefecht und Wiedereinnahme Toulon's von den Franzosen. -- Italienische-Armee.

1794.Bearbeiten

April.

Dumerbion wird Obergeneral der Italienischen Armee.
6. Die Franzosen bemächtigen sich des Lagers von Fougasse. I. A.
7. Die Franzosen bemächtigen sich aller Posten um Breglio. I. A.
8. Einnahme Oneille's durch die Franzosen. I. A.
16. Niederlage von funfzehn hundert Oestreichern auf der Brücke von Nava, über den Tanaro. I. A.
17. Einnahme von Ornea, Loano und Garnessio, durch die Franzosen. I. A.
24. Wegnahme aller Verschanzungen auf dem Berge Valaison und dem kleinen Saint-Bernhard. Wegnahme des Posten von Thuile. A. A.
27. Einnahme der Schanze beim Passe Ardente.
- - Einnahme von Fels und Briga. A. A.
29. Einnahme von Saorgio und Volena I. A.

Mai.

8. Einnahme von Belwedere, Saint-Martin, Lanosca und des Passes von Tenda. I. A.
8. Einnahme von Fenestrelle. A. A.
10. Einnahme des Fort's Mirabouck und Wileneuve-Despratz's A. A.
10. Einnahme der Schanze von Maupertuys. A. A.
13. 14. Einnahme der Schanzen von Rivet, Ramasse und anderer Posten auf dem Mont-Cenis. A. A.

Junius.

5. Einnahme des Posten von Barricades. A. A.
11. Niederlage der Piemonteser im Thale von Aoste. A. A.
17. Niederlage der Feinde am kleinen Sanct-Bernhard A. A.
24. Einnahme des Lagers von Assiette. A. A.

Julius.

3 Gefecht bei Loano nnd Pietra. I. A.
14. Einnahme von Vertraute, am Passe von Tende. I. A.
26. Der Posten von Roccavion, bei Coni, wird von den Franzosen genommen. I. A.


Italienische Armee.Bearbeiten

Die zwei großen Armeen der Republik, die Rhein-Armee und die Italienische, waren fast beständig siegreich bis zum Tractat von Campo-Formio, der auf einige Augenblicke den langen Continental-Krieg unterbrach. Die Rhein-Armee unter dem General Moreau hatte die ganze republikanische Einfachheit bewahrt; die Italienische Armee unter dem General Bonaparte blendete durch ihre Eroberungen, aber sie entfernte sich jeden Tag weiter von dem patriotischen Geiste, der bis dahin die Französischen Heere beseelt hatte. Das persönliche Interesse trat an die Stelle der Vaterlandsliebe, und die Anhänglichkeit an einen Mann siegte über die Hingebung an die Sache der Freiheit. Bald fingen auch die General der Italienischen Armee an, sich zu bereichern, was eben so sehr ihre Begeisterung für die strengen Grundsätze schwächte, ohne die ein Freistaat nicht bestehen kann.

Der General Bernadotte, von dem ich in der Folge Gelegenheit haben werde zu reden, vereinigte sich an der Spitze einer Division der Rhein-Armee mit der Italienischen. Die edle Armuth der einen stach sehr ab gegen den unregelmäßigen Reichthum der andern; nur in der Tapferkeit waren sie gleich. Die Italienische Armee war das Heer Bonapartes, die Rhein-Armee das Heer der Französischen Republik. Demungeachtet war nichts so glänzend, als die reissend schnelle Eroberung Italiens. Allerdings fing der Wunsch, den die aufgeklärten Italiener von jeher gehabt haben, sich zu Einem Staate zu vereinigen, und so viel Nationalkraft zu heben, um von den Fremden nichts mehr zu fürchten und nichts mehr zu hoffen, viel bei zu den Siegen des Generals Bonaparte. Unter dem Geschrei: Es lebe Italien! ging er über die Brücke von Lodi, und der Hoffnung auf Unabhängigkeit verdankte er seine künftige Aufnahme bei den Italienern. Allein die Siege, die Frankreich Länder außerhalb seiner natürlichen Grenzen unterwarfen, weit entfernt seiner Freiheit günstig zu seyn, setzten dasselbe den Gefahren der militärischen Regierung aus.

In Paris sprach man bereits viel vom General Bonaparte. Die Ueberlegenheit seines Geistes in Geschäften, verbunden mit dem Glanze seiner Feldherrn Talente, gab seinem Namen eine Bedeutung, die kein Mann irgend einer Art seit dem Anfange der Revolution erlangt hatte. Allein wenn er gleich in seinen Proclamationen unaufhörlich von der Republik sprach, so bemerkten aufmerksame Beobachter doch, daß sie in seinen Augen Mittel, nicht Zweck war. Dies war der Fall bei ihm mit allen Dingen und allen Menschen. Es verbreitete sich das Gerücht, er wollte sich zum König der Lombardei machen. Eines Tags begegnete ich dem General Augereau, der aus Italien kam, und den man, ich glaubte damals mit Recht, als eifrigen Republikaner anführte. Ich fragte ihn, ob es wahr sey, daß der General Bonaparte sich zum Könige machen wolle. "Nein, gewiß nicht," antwortete er, "er ist junger Mann, der dafür zu gut erzogen ist." Diese sonderbare Antwort stimmte ganz mit den Ideen des Augenblicks überein. Die redlichen Republikaner hätten es für eine Herabwürdigung eines Mannes gehalten, so ausgezeichnet er auch seyn mochte, die Revolution zu seinem persönlichen Vortheile wenden zu wollen. Warum hat diese Gesinnung nicht mehr Stärke und Dauer unter den Franzosen gehabt!

Bonaparte macht Halt in seinem Marsch nach Rom, und unterzeichnete den Frieden von Tolentino, und damals erhielt er die Abtretung der herrlichen Kunst-Denkmale, die man lange Zeit im Pariser Museum vereinigt gesehen hat. Der eigentliche Platz für diese Meisterwerke war ohne Zweifel Italien, und die Phantasie vermißte sie dort; doch hatten die Franzosen Recht, von allen berühmten Gefangenen auf diese den größten Werth zu setzen.

Der General Bonaparte schrieb dem Directorium, er habe diese Denkmäler zu einer Friedensbedingung mit dem Pabste gemacht. Namentlich, sagte er, bestand ich auf den Büsten des Junius und Marcus Brutus, die ich zuerst nach Paris senden werde. Der General Bonaparte, der späterhin diese Büsten aus dem Saale der gesetzgebenden Körpers wegnehmen ließ, hätte ihnen die Reise ersparen können.

Kurze Recapitulation der KriegsEreignisse.Bearbeiten

(Epoche: vom 25 März bis 28 April.)

Italienische Armee.

OberFeldherren
der fränkischen Armee. der alliirten Armee.
26 März. Scherer. 26 März. FeldMarschallLieutnant Baron von Kray.
11 April. General der Kavallerie von Melas.
25 April. Moreau. 18 " " FeldMarschall Graf von Souworof-Rimniskoy.

März 1799.Bearbeiten

25 März.

Besezung des Grosherzogthums Toscana durch die Franken. Der DivisionsGeneral Gauthier rükt in Florenz, und der General Miollis in Livorno ein.

26 " "

Schlacht auf dem rechten EtschUfer, von Pastrengo an, über Verona, bis Legnago hinab.
(Die Franken nennen diese Schlacht die von Pastrengo. Die Oestreicher machen daraus zwei verschiedene Schlachten, die eine bei Verona, die andre bei Legnago. Im Grunde war es nur eine Schlacht längs des rechten Ufers der Etsch, die, bei dem weiten Umfange der Linie, welche sie umfaßte, drei besondere Angriffe oder Treffen in sich schloß.
1. Treffen bei Pastrengo, oder HauptAngrif der Franken mit drei Divisionen auf die, von den GeneralMajors Elsnitz und Gottesheim vertheidigte, starkverschanzte Position bei Pastrengo, zwischen dem GarderSee und der obern Etsch; Uiberwältigung dieser Position; Zurükdrängung der Oestreicher auf das linke EtschUfer, und Wegnahme zweier Brüken über diesen Fluß bei Pola.
2. Treffen bei Verona, oder Angrif der Franken mit zwei Divisionen auf die von dem FeldMarschallLieutnant Kaim vertheidigte östreichische Position bei Verona, besonders auf die zwei Posten St. Lucia und St. Massimo. Die Franken bemächtigen sich des erstern, und behaupten sich darin; aber aus dem leztern, den sie siebenmal wegnehmen, werden sie jedesmal wieder verdrängt.
3. Treffen bei Legnago. Eine fränkische Division, welche während des HauptAngrifs an der obern Etsch diesen Plaz maskiren soll, wird von dem FeldMarschallLieutnant Kray, der hier in Person kommandirt, zurükgeschlagen, und zieht sich in Unordnung nach dem Tartaro zurük.
Bemerkung: Der östreichische AmtsBericht gibt keine Details von dem Treffen bei Pastrengo, der fränkische keine von dem Treffen bei Legnago.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach östreichischen Berichten.
1. In dem Treffen bei Legnago.
Eigner Verlust: 107 Todte, 887 Verwundete, 82 Gefangene.
Fränkischer Verlust: 2000 Todte oder Verwundete, 511 Gefangene, 8 Kanonen, 3 Haubizen, und 32 MunitionsKarren.
2. In dem Treffen bei Verona.
Eigner Verlust: 319 Todte, 2719 Verwundete, gegen 1000 (bei St. Lucia in die Gewalt der Franken gefallene) Gefangene.
Fränkischer Verlust: 316 Gefangene, 1 KavallerieKanone; "übrigens wird der Verlust der Franken auf 8 bis 10,000 Mann geschäzt."
2. Nach fränkischen Berichten.
Oestreichischer Verlust: über 3000 Todte, und eine grose Anzahl Verwundete, ohngefähr 4000 Gefangene, worunter viele Offiziere, 12 Kanonen, 2 Fahnen, 2 Brüken über die Etsch.

30 März.

Zweites Treffen bei Verona. Uibergang der fränkischen Division Serrurier und eines Theils der Division Victor über die Brüke bei Pola auf das linke EtschUfer; sie dringen bis auf eine halbe Stunde von Verona vor, werden aber hier, unter der Leitung des FeldMarschallLieutnants Kray, so rasch angegriffen, daß sie über die EtschBrüke zurükgedrängt werden, und dem Schweif einer ihrer Colonnen der Rükzug abgeschnitten wird.
Beiderseitiger Verlust, nach östreichischen Berichten.
Eigner Verlust: 46 Todte, 166 Verwundete.
Fränkischer Verlust: über 1000 Todte und Verwundete, 1114 Gefangene.
(Fränkische Berichte von diesem Vorfall hat man nicht.)

April 1799.Bearbeiten

5 April.

Zweite Schlacht auf dem rechten EtschUfer, vorwärts Verona. (Nach der östreichischen Benennung: Schlacht bei Magnano, von der Gegend, wo das fränkische Lager stand; auch Schlacht bei Isola della Scala, von dem fränkischen HauptQuartier.) Der OberGeneral Scherer und der FeldMarschallLieutnant Kray rüken zu gleicher Zeit,früh um 10 Uhr, gegen einander zum Angrif vor. Auf dem fränkischen linken Flügel dringt General Moreau bis dicht an Verona vor; aber auf dem rechten Flügel werden die Divisionen Victor und Grenier, nach anfänglichem Glüke, gegen 4 Uhr Abends zum Wanken gebracht, und hierauf, da die Oestreicher ihnen in die Flanken und in den Rüken kommen, gegen 6 Uhr in völliger Unordnung zurükgeworfen. Nun muß auch Moreau, dessen rechte Flügel dadurch entblöst ist, sich zurükziehen.
1. Beiderseitiger Verlust.
1. Nach östreichischen Berichten.
Eigner Verlust -- wird in dem ersten kurzen Berichte "vorläufig" auf 2000 Todte und verwundete angegeben. In der nachherigen ausführlichen Relation sezt der F. M. L. Kray den östreichischen Verlust in diesem "hartnäkigen Gefechte, das öftermalen verloren schien," allein an Offizieren auf 17 todte, 120 verwundete, und 51 gefangene.
Fränkischer Verlust: über 2000 Todte und Verwundete, über 2000 Gefangene, 11 Kanonen, 30 MunitionsKarren, 7 Fahnen.
2. Nach fränkischen Berichten.
Eigner Verlust: gegen 3000 Todte, Verwundete (unter den tödlich Verwundeten befand sich General Pigeon), oder Gefangene; 4 Kanonen.
[Uiberhaupt sezt Scherer den Verlust der fränkischen Armee, vom 26 März bis 5 April einschlieslich, auf 3500 Todte und Gefangene, und 5000 Verwundete, die hinter die Armee geschikt wurden, im Ganzen also auf 8500 Mann.]
Oestreichischer Verlust: über 4000 Todte und Verwundete, 2000 Gefangene, 7 Kanonen.
2. Resultat.
Die fränkische Armee zieht sich in der Nacht auf den

6 April

an den Mincio zurük; zwei Divisionen derselben gehen bei Goito über diesen Fluß zurük; die vier übrigen lehnen ihre rechte Flanke an San Giorgio (die befestigte VorStadt von Mantua), die linke an die Quellen der Molinella.
Die östreichische Armee rükt in die von Franken verlassene Positionen zwischen der Etsch und dem Tartaro und Tione vor.
Der General Graf von Klenau nimmt das feste Schloß bei Ponte Molino, und am

8 " "

den Posten von Governolo (am untern Mincio) weg.
Fränkischer Verlust nach östreichischen Berichten: über 100 Gefangene.

8 April

Ein von dem FeldMarschallLieutnant Grafen von Bellegarde detaschirtes Korps von der Division des Generals Grafen Alcaini dringt von Tirol aus in zwei Colonnen in das Brescianische, die eine, unter dem General Vukassovich, über Bagulino und St. Antonio bis Rocca d'Anso (am westlichen Ufer des IdroSees), die andre, unter dem Obersten Brodanovich, über Ionale, Gardola und Piover bis Gargnano (am westlichen Ufer des GarderSees), vor.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 72 Gefangene, 1 Kanone.
Da diese Bewegung die Position der fränkischen Armee im Rüken bedroht, so verläßt der OberGeneral Scherer, nachdem er die Besazung in Mantua noch mit 6600 Mann verstärkt, und den General Montrichard mit 3 Bataillonen, 2 Escadrons und 1 HusarenRegiment in die Gegend von Ferrara abgeschikt hatte, am

9 " "

den Mincio, und zieht sich mit seinem rechten Flügel bei Marsaria über den Oglio, mit dem linken bei Asola über die Chiesa zurük.
Auf dem rechten Flügel der östreichischen Armee, schliest der mit seiner Brigade aus Tirol, über Lacise, herabgekommene General Graf St. Julien die Festung Peschiera ein.
Ein Theil des linken Flügels derselben, bleibt unter den Befehlen des Generals Grafen von Klenau in der Polesina zurük. 3000 Mann von diesem Korps sezen am

12 " "

unter den Befehlen des Obersten Orescovich, bei Stienta, über den Po, und nehmen den Posten von Lago'scuro weg.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 128 Gefangene, 15 metallene Kanonen, 200 eiserne KanonenRöhren.
Allgemeine Insurrection des LandVolks in diesen Gegenden gegen die Franken. Auf die blose Unterstüzung durch ein Detaschement von dem Korps des Generals Klenau bemächtigt sich dasselbe der Stadt Mirandola.
Cisalpinischer Verlust, nach östreichischen Berichten:234 Gefangene.
Die östreichische Armee selbst, unter den Befehlen des Generals der Kavallerie von Melas, (der, am 11, das Kommando derselben aus den Händen des F. M. L. Kray übernommen) geht am

14 April

über den Mincio, und lagert sich bei Campagnola und Monte Olivetano; ihre VorPosten gehen nach Marcaria am Oglio, und nach Monte Chiaro an der Chiesa. Der General Vukassovich, der inzwischen Salo besezt hat, ist dadurch nun in Verbindung mit ihrem rechten Flügel.

15 " "

Die fränkische Armee zieht sich auch auf ihrem linken Flügel über den Oglio zurük. Die HauptFestung Mantua ist nun von aller Communication mit derselben abgeschnitten.
Die östreichische Armee rükt am

18 " "

ihr Lager zwischen Capriano und Casello vor. An den nächstfolgenden Tagen trift das 25,000 Mann starke russische HilfsKorps bei ihr ein. Der russisch-kaiserliche und kais. königl. FeldMarschall Graf von Souworof-Rimniskoy übernimmt nun das GeneralKommando der vereinigten östreichisch-russischen Truppen.
Der OberLieutnant Gavenda, vom 5 HusarenRegiment, von der Avantgarde des Generals Grafen von Hohenzollern, streift bis Casel maggiore, Cremona und Castelnuovo.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 185 Gefangene, 36 Pontons, 15 Kanonen, 4 Mörser.

20 " "

Die Division des F. M. L. Ott von Monte Chiaro aus, und die Brigade des Generals Vukassovich von der GebirgsSeite her, rüken, unter Anführung des Feldzeugmeisters Kray, gegen Brescia an, und besezen diese Stadt; am

21 April

kapitulirt auch die Citadelle. Die Besazung, unter dem Kommandanten Bouzet, ergibt sich kriegsgefangen.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: ohngefähr 1000 Mann Gefangene, 40 metallene Kanonen, 18 Mörser, 480 Centner Pulver.

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Die östreichisch-russische Armee trift auf dem linken Ufer des Oglio ein.
Die fränkische Armee, durch die Bewegungen des Obersten Strauch, der von Tirol aus, durch das Camonica Thal, gegen Lovere, an die nördliche Spize des Iseo Sees hervorbricht, im Rüken bedroht, verläßt das rechte Ufer des Oglio, und stellt sich am

24 " "

hinter der Adda auf. Ihr linker Flügel, oder die Division Serrurier, dehnt sich von Trezzo bis Lecco hinauf; das Centrum, oder die Divisionen Grenier und Victor, stehen bei Cassano; der rechte Flügel, oder die Division Delmas, bei Lodi; weiter hinunter ist die Festung Pizzighetone mit einer starken Garnison besezt.
Die östreichisch-russische Armee geht in zwei Colonnen über den Oglio, Der rechte Flügel, unter dem (russischen) General Rosenberg, rükt über Palazuolo nach Bergamo; der linke Flügel, unter dem General Melas, über Ponte d'Oglio, Martinengo, Sola, bis an den SerioFluß vor.
Fränkischer Verlust, bei Besezung der Stadt und des Kastells von Bergamo, nach russischen Berichten: mehr als 100 Todte, 129 Gefangene, 15 Kanonen, 2 Mörser.
Eigner Verlust der Russen, nach ihrer Angabe, 2 Todte, 16 Verwundete.

25 " "

Vorrüken der östreichisch-russischen Armee an die Adda, in drei Colonnen. Die zur Rechten, welche aus der Brigade des Generals Vukassovich und den russischen Truppen besteht, unter den Befehlen des Generals Rosenberg, marschirt gegen Lecco; das Centrum, bestehend aus den Divisionen der FeldMarschallLieutnants Ott und Zoph, gegenüber von Vaprio; die zur Linken, unter dem General der Kavallerie von Melas, gegenüber von Cassano. Souworof's HauptQuartier ist zu Triviglio.
An eben diesem Tage reist der fränkische OberGeneral Scherer, über Mailand, nach Paris zurük. Moreau übernimmt das Kommando der Armee. Sein HauptQuartier ist zu Inzago.

26 April.

Gefecht bei Lecco. Der russische GeneralMajor Fürst Bagration drängt die VorPosten der Division Serrurier bis an die Adda-Brüke zurük.
Beiderseitiger Verlust, nach russischen Berichten:
Eigner Verlust der Russen: 135 Todte, 95 Verwundete.
Fränkischer Verlust: ohngefähr 2000 Todte oder Verwundete, 100 Gefangene.

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Schlacht an der Adda. Uibergang der östreichisch-russischen Armee über diesen Fluß, mit dem rechten Flügel bei Lecco, mit dem Centrum bei Trezzo, mit dem linken Flügel bei Cassano. (Diese Schlacht wird von Cassano benennet, weil in dieser Gegend das fränkische HauptQuartier war. Wenn man sie nicht von dem Flusse Adda selbst benennen will, so müste sie, von dem Orte, wo man sich am heftigsten und mit der grösten TruppenMasse schlug, eigentlich die Schlacht bei Pozzo heissen.) Bei Verderio muß General Serrurier, der von der fränkischen Armee gänzlich abgeschnitten ist, nach einem hartnäkigen Gefechte, am

28 " "

kapituliren, und sich mit den Trümmern seiner Division dem General Vukassovich gefangen ergeben.
1. Beiderseitiger Verlust.
1. Nach östreichischen Berichten.
Eigner Verlust: 246 Todte, 768 Verwundete, 307 Vermißte.
Fränkischer Verlust: 6000 Todte und Verwundete; über 4500 Gefangene, worunter 4 Generale; 80 Kanonen, worunter 46 Stüke BelagerungsGeschüz, und einige Fahnen.
2. Nach russischen Berichten.
a. bei Pozzo.
Eigner Verlust: 2 Todte, 24 Verwundete.
Oestreichischer Verlust: über 1000 Mann.
Fränkischer Verlust: mehr als 3000 Todte oder Verwundete; 2000 Gefangene, worunter der BrigadeGeneral Beker, 10 Stabs- und mehr als 60 OberOffiziers; 14 Kanonen, 1 Fahne.
b. bei Cassano.
Fränkischer Verlust: mehr als 200 Mann Todte und Gefangene; 5 Kanonen.
c. bei Verderio.
Fränkischer Verlust: 2700 Gemeine, der DivisionsGeneral Serrurier, der General Frenier, 200 Stabs- und OberOffiziers, gefangen; 6 Kanonen.
3. Nach fränkischen Berichten.
Oestreichisch-russischer Verlust: 2000 Gefangene; mehrere Kanonen.
(Von dem eignen Verluste liefern die fränkischen Berichte keine Angaben.)
2. Resultat.
Die fränkische Armee zieht sich über den Tesino nach Piemont zurük.
Die Alliirten rüken am

28 April

in Mailand, der HauptStadt der Cisalpinischen Republik, ein, wo die fränkische Besazung in der Citadelle blokirt, und, so wie in der ganzen Lombardei, sogleich alles wieder auf den Fuß hergestellt wird, wie es unter der östreichischen Regierung war.
Fränkischer Verlust bei der Besezung von Mailand.
Nach östreichischen Berichten: 500 Gefangene, worunter ein General.
Nach russischen Berichten: an Verwundeten und Kranken, 4 Stabs-, 12 OberOffiziers, und über 400 Gemeine.

(Epoche: vom 28 April bis 27 Jun.)

30 April.

Kapitulation des Forts Orci-Nuovi, (zwischen dem fränkischen Kommandanten Tore und dem k. k. General Grafen Alcaini). Die Besazung, die aus ein paar hundert Mann besteht, wird kriegsgefangen; die Offiziere dürfen, auf ihr EhrenWort vor der Auswechslung nicht zu dienen, nach Frankreich zurükkehren.

Mai 1799.Bearbeiten

2 Mai.

Moreau's HauptQuartier ist in Novara. (In den folgenden Tagen geht es nach Turin, von wo Moreau, nachdem er für die Vertheidigung der Stadt und Citadelle Anstalten getroffen und alle piemontesischen Pläze auf dem rechten Ufer des Po geräumt, am 7 wieder aufbricht, und sich zwischen dem linken Ufer dieses Flusses und dem Tanaro aufstellt, seine linke Flanke an Valenza, die rechte an Alessandria gelehnt.)

5 Mai.

Souworof's HauptQuartier ist in Pavia.

" " "

Das Korps des Generals Vukassovich geht über den Tesino, und besezt die von den Franken verlassenen Pläze Arona, Mortara, Vercelli xc.
Fränkischer Verlust an zurükgelassener Artillerie, nach östreichischen Berichten: in Arona und Mortara, 17 Kanonen, 5000 Musketen Patronen xc.

6 " "

Kapitulation der Festung Peschiera, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, General-Adjutant Coutheaux, und dem k. k. General Grafen St. Julien). Die Besazung wird, unter dem Versprechen sechs Monate lang nicht gegen den Kaiser zu dienen, an die fränkischen VorPosten abgeführt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 90 Kanonen, 16 bewafnete Schiffe, viele Munition und LebensMittel.

8 " "

Ein Detaschement von dem Korps des Generals Vukassovich kommt in Chivasso, (vier Stunden von Turin, auf dem linken PoUfer,) an.

9 " "

Vorrükung der östreichisch-russischen Armee, unter dem FeldMarschall Souworof, von Voghera gegen Totona; Besezung dieser Stadt; Rükzug der fränkischen Garnison in die Citadelle, und Blokirung dieser leztern.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 250 in der Stadt Tortona zurükgelassene Kranke und Verwundete.

" " "

Kapitulation der Festung Pizzighetone, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, Kapitain Jacuey, und dem k. k. FeldMarschallLieutnant Kaim). Die Besazung, von 600 Mann und 30 Offizieren, wird kriegsgefangen.
Fränkischer Verlust nach östreichischen Berichten: 95 Kanonen, LebensMittel für 5000 Mann auf vierzehn Monate, und ein groser Vorrath an Pulver.

11 Mai.

Uibergang der Russen über den Po, oberhalb Valenza; ihre Zurükdrängung durch den GeneralAdjutant Garreau, der den linken Flügel der Division Grenier kommandirt.
Ihr Verlust, nach fränkischen Berichten: 500 Gefangene.
(Der fränkische Bericht spricht von Oestreichern; aber der FeldMarschall Souworof sagt von diesem Vorfall: "Es kam uns das Gerüchte zu, als ob Valenza geräumt wäre. General Rosenberg gieng also mit dem russischen Korps, das er bei der Hand hatte, um diese Festung zu besezen. Das Gerüchte war aber falsch, und er konnte also sein Vorhaben nicht ausführen.")

12 " "

Uibergang eines russischen TruppenKorps, unter dem General der Infanterie von Rosenberg, über den Po, bei Borgo Franco. Treffen bei Basignana und Pecetto. Zurükdrängung der Russen über den Po.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach fränkischen Berichten.
Eigner Verlust: 300 Todte und Verwundete.
Russischer Verlust: mehr als 2000 Ertrunkene, 7 bis 800 Gefangene, 5 Kanonen, 1 Fahne, viele Munitionswagen und Bagage.
2. Nach russischen Berichten.
Eigner Verlust: 333 Todte; 660 Verwundete, worunter der GeneralMajor Tschubarow.
Fränkischer Verlust: an 1000 Mann Todte, noch weit mehr Verwundete, aber nur wenige Gefangene.

16 Mai.

Treffen bei Marengo. Der General Moreau geht über die Bormida-Brüke, bei Alessandria, dringt gegen die Generale Lusignan und Bagration über Marengo und S. Giuliano bis Torre di Garosolo vor, muß sich aber, da diese beträchtliche Verstärkungen erhalten, Abends wieder über die Bormida zurükziehen.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach östreichischen Berichten:
Eigner Verlust: 43 Todte, 404 Verwundete, 273 Vermißte und Gefangene.
Fränkischer Verlust: mehrere Gefangene.
2. Nach russischen Berichten.
Eigner Verlust: 27 Todte, 81 Verwundete.
Fränkischer Verlust: gegen 2500 Todte, 200 Gefangene.

17 bis

Die Franken räumen Casale und Valenza.

19 Mai.

Der General Moreau zieht sich von Alessandria, wo er eine beträchtliche Besazung zurükläßt, nach Coni, am Fuße der Alpen, zurük; hier ist, am 22, sein HauptQuartier.
Fränkischer Verlust an zurükgelassener Artillerie: in Casale, (nach östreichischen Berichten), 5 Kanonen, 3 Mörser; in Valenza, (nach russischen Berichten), 31 Kanonen, 4 Mörser, eine beträchtliche Menge Pulver.

23 " "

Kapitulation der Citadelle von Ferrara, (zwischen dem fränkischen Kommandanten La Pointe, und dem k. k. General Grafen Klenau). Die, 1525 Mann starke, Besazung wird, unter dem Versprechen sechs Monate hindurch nicht gegen die Truppen des Kaisers und seiner Alliirten zu dienen, an die fränkischen VorPosten abgeführt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 72 metallene Kanonen, 5214 Centner Pulver, 6 monatliche Approvisionirung, eine FeldApotheke von 1½ Millionen Livres an Werth.

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Kapitulation der Citadelle von Mailand, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, BataillonsChef Bechaud, und dem k. k. General Grafen Hohenzollern). Die, 2200 Mann starke, Besazung wird unter dem Versprechen, ein Jahr lang nicht gegen den Kaiser zu dienen, an die fränkischen VorPosten abgeführt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 110 Stüke Geschüz, viele Munition und MagazinsVorräthe.

24 Mai.

Ankunft des Generals Macdonald in Florenz, wo an den folgenden Tagen die ganze Armee von Neapel sich versammelt.

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Einnahme von Ravenna durch ein östreichisches Detaschement, unter Anführung des OberstLieutnants Grill.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: gegen 100 Gefangene, 1 Kanone.

27 " "

Einnahme der Stadt Turin durch die östreichisch-russische Armee unter den Befehlen des FeldMarschalls Souworof. Die fränkische Besazung zieht sich in die Citadelle zurük.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach östreichischen Berichten.
Fränkischer Verlust: über 360 Kanonen, einige 40 Gefangene, 215 in der Stadt zurükgelassene Kranke.
2. Nach russischen Berichten.
Fränkischer Verlust: über 100 Todte, gegen 200 Gefangene, über 300 Verwundete und Kranke, 382 Kanonen, 15 Mörser, 20000 Flinten.
Oestreichischer Verlust: 30 Todte, 40 Verwundete.

28 Mai.

WiederEinnahme des Posten von Pontremoli durch die Division vom linken Flügel der Armee von Neapel, unter dem General Dombrowski.
Oestreichischer Verlust, nach fränkischen Berichten: 150 Gefangene.
[ Souworof läßt die Belagerung der Citadelle von Turin, wo er sich in Person befindet, von Alessandria und Tortona mit der grösten Thätigkeit betreiben. Moreau zieht sich nach Genua, wo er am 6 Jun. eintrift. Macdonald, sezt sich, an der Spize der Armee von Neapel, von Toscana aus in Bewegung.]

Jun. 1799.Bearbeiten

11 Jun.

Gefecht bei S. Venantio, gegen Modena hin, zwischen dem Vortrab der Division Olivier (von der Armee von Neapel) und jenem von dem Korps des Generals Hohenzollern.
Oestreichischer Verlust, nach fränkischen Berichten: gegen 100 Gefangene.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 3 Gefangene.


12 Jun.

Treffen bei Modena. General Macdonald greift den General Hohenzollern mit Uibermacht an, und nöthigt ihn, diese Stadt zu verlassen, und sich bis über den Po zurükzuziehen.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach fränkischen Berichten:
Eigner Verlust: gegen 200 Todte und Verwundete; unter jenen befindet sich der General Forest, unter diesen der General Macdonald selbst.
Oestreichischer Verlust: gegen 1500 Todte und Verwundete, 2000 Gefangene, worunter 40 Offiziere, 12 bis 15 Kanonen nebst den MunitionsWägen, 3 Fahnen, 4 bis 500 Pferde, und viele Bagage.
2. Nach östreichischen Berichten.
"Das SchlachtFeld ward mit todten Feinden bedekt, aber auch unser Verlust muste natürlich bei einem so hartnäkigen Gefechte gegen einen 6mal überlegenen Feind beträchtlich seyn."
Macdonald rükt hierauf über Reggio, Parma und Piacenza bis an die Trebia vor, nachdem das bei Parma gestandene Korps des FeldMarschallLieutnants Ott, ohne sich in eine Gefecht einzulassen, in Erwartung des Anmarsches der östreichisch-russischen HauptArmee, sich an der Tidone zurükgezogen hatte.

17 Jun.

Treffen bei Castel di San Giovanni, oder am Tidone. Macdonald greift den FeldMarschallLieutnant Ott an, der aber zu Anfang des Gefechts durch den General Melas, und hierauf noch durch die russische Avantgarde unter dem FeldMarschall Souworof verstärkt wird. Die Franken müssen sich wieder in ihre Position an der Trebia zurükziehen.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: gegen 1000 Todte, eine verhältnißmäsige Anzahl Verwundete, 400 Gefangene.

18 Jun.

Schlacht an der Trebia. Die östreichisch-russische Armee unter dem FeldMarschall Souworof sezt sich, um 10 Uhr Morgens, auf drei Colonnen in Bewegung, greift (da ihr Marsch durch die Beschaffenheit des Terrains zwischen dem Tidone und der Trebia sehr erschwert wird, erst Nachmittags,) die fränkische Armee unter dem General Macdonald eine Stunde vorwärts der Trebia an, und nöthigt sie, sich hinter diesen Fluß zurükzuziehen.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten.
Gegen die rechte Colonne, unter dem russischen General der Infanterie von Rosenberg: 1500 Todte, 900 Gefangene, 2 Kanonen, 1 Fahne.
Gegen die mitlere Colonne, unter dem russischen GeneralLieutnant von Förster: 600 Todte, 60 Gefangene.
Gegen die linke Colonne, unter dem k. k. General der Kavallerie von Melas: 1200 Todte, 700 Gefangene.

19 Jun.

Zweite Schlacht an der Trebia. Die fränkische Armee unter dem General Macdonald geht sogleich des Morgens über die Trebia, und bekämpft die östreichisch-russische Armee unter Souworof den ganzen Tag hindurch mit der grösten Heftigkeit und mit abwechselnden Erfolg, muß sich aber doch zulezt hinter die Trebia zurükziehen.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten.
Gegen die rechte Colonne, unter Rosenberg: 1400 Todte, 700 Gefangene, 1 Kanone, 3 Fahnen.
Gegen die mittlere Colonne, unter Förster: 400 Todte, 126 Gefangene.
Gegen die linke Colonne, unter Melas: 900 Todte, 550 Gefangene.
In der Nacht auf den

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zieht sich Macdonald von der Trebia zurük. Die Alliirten ziehen in Piacenza ein.
Fränkischer Verlust an in dieser Stadt zurükgelassenen Verwundeten, nach östreichischen Berichten: 2 DivisionsGenerale (Olivier und Rusca), 2 BrigadeGenerale (Salm und Cambrai), 4 BrigadeChefs, 350 Stabs und OberOffiziere, und 7183 Mann vom Feldwebel abwärts.
Die rechte russische Colonne unter dem General Rosenberg holt eine fränkische Colonne an der Nura ein. Gefecht bei San Giorgio.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 2 BrigadeChefs, 27 Offiziere, und gegen 1000 Mann Gefangene, 2 Kanonen, 1 Haubize, 3 Fahnen.

20 Jun.

Gefecht bei Bobbio, zwischen dem russischen General Belezkoi und der ligurischen Legion unter dem General Lapoype.
Beiderseitiger Verlust, nach östreichischen Berichten.
Fränkischer Verlust: 500 Todte, 103 Gefangene.
Russischer Verlust: 23 Todte, 46 Verwundete.

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Treffen bei San Giuliano. Der General Moreau, (der am 16 von Genua aufgebrochen war,) rükt in die Ebene zwischen Alessandria und Tortona vor, greift den FeldMarschallLieutnant Bellegarde an, und nöthigt ihn, die Belagerung von Tortona aufzugeben, und sich über die Bormida zurükzuziehen.
Beiderseitiger Verlust.
1. Nach fränkischen Berichten.
Eigner Verlust: war unbeträchtlich, und bestund meist nur in Verwundeten.
Oestreichischer Verlust: 2000 Todte und Verwundete, 2000 Gefangene.
2. Nach östreichischen Berichten.
Eigner Verlust: 203 Todte, 578 Verwundete, 1229 Gefangene.

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Kapitulation der Citadelle von Turin, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, General Fiorella, und dem k. k. FeldMarschallLieutnant von Kaim). Die Garnison wird, als kriegsgefangen bis zur Auswechslung, nach Frankreich zurükgeschikt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 562 FeuerSchlünde, (nemlich 374 Kanonen, 148 BombenBöller, 20 Haubizen, 10 HaubizKanonen), 5214 Centner Pulver, eine halbe Million InfanteriePatronen, 40,000 FeuerGewehre xc.

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WiederEinzug des FeldMarschallLieutnant Ott, (von Piacenza her), und des Generals Hohenzollern (von Mantua her), in Parma.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 120 Gefangene, die der FeldMarschallLieutnant Ott auf seinem Marsche machte, und 200 Verwundete, die der G. Hohenzollern in Parma fand.
Die alliirte HauptArmee unter dem FeldMarschall Souworof selbst, folgt dem General Macdonald bis Fiorenzuolo (ohngefähr auf halbem Wege zwischen Piacenza und Parma) nach. Hier erhält Souworof Nachricht von dem Vordringen des Generals Moreau; er überträgt nun dem FeldMarschallLieutnant Ott die weitere Verfolgung Macdonald's, und bricht am

23 Jun.

von Fiorenzuolo auf, um dem General Moreau entgegen zu gehen. Durch EilMärsche kommt seine Armee schon am

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an der Scrivia an; aber an diesem Tage hat sich Moreau, von Macdonald's Unfällen benachrichtigt, bereits wieder über Novi zurükgezogen, von wo aus er am

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weiter, über die Bocchetta zurükgeht. Die Citadelle von Tortona wird, schon am 25 Abends, wieder durch den russischen General Csubarow berennt.
[Resultat dieser 10 Tage (vom 17 bis 27 Jun.) nach den Berichten des Generals Melas: "Macdonalds Armee beinahe zu Grunde gerichtet, die Belagerung der Festung Mantua auf's neue gesichert, der ganze Po befreit, Tortona neuerdings berennt, und Moreau in seine vorige Stellung zurükgewiesen. Ausserdem war
Fränkischer Verlust: 6000 Todte; 5085 Gefangene auf dem SchachtFelde, 7183 gefangene Verwundete in Piacenza, in allem also 12,268 Gefangene; 7 Kanonen; 8 Fahnen.
Oestreichischer Verlust: 254 Todte, worunter 10 Offiziere; 1903 Verwundete, worunter 87 Offiziere.
Russischer Verlust: 680 Todte, worunter 5 Offiziere; 2088 Verwundete, worunter 3 Generale (der GeneralLieutnant Schweikowski, und die GeneralMajors Dahlheim und Fürst Bagration), und 44 Offiziere."]

(Epoche: vom Ende des Jun. bis zum Ende des Jul.)

28. Jun.

WiederAnkunft des Generals Macdonald, mit den Trümmern der Armee von Neapel, in den Positionen von Lucca und Pistoja.

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Besezung der Stadt Bologna durch die östreichischen Truppen, unter den Befehlen des Generals Klenau.

Jul. 1799.Bearbeiten

4 Jul.

Abzug der fränkischen Truppen, unter den Befehlen des DivisionsGenerals Gauthier, von Florenz, wo sofort ein Korps Insurgenten, und am

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die östreichischen Truppen, unter den Befehlen des Obersten Aspre, einrüken.

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Kapitulation des Forts Urbano (zwischen dem fränkischen Kommandanten und dem k. k. FeldMarschallLieutnant Ott). Die, 700 Mann starke, Besazung erhält den Abzug, unter der Bedingung, sechs Monate lang nicht gegen den Kaiser zu dienen.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 30 Kanonen, nebst grosen Vorräthen an Munition und Proviant.

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Kapitulation des Forts St. Leo. Die Besazung von 200 Mann, wird, unter dem Versprechen, ein Jahr lang nicht zu dienen, nach Frankreich zurükgeschikt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 16 Kanonen.

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Abzug der Franken von Livorno, vermöge einer zwischen dem fränkischen Kommandanten, General Dagobert, und dem toscanischen Gouverneur, General Lavilette, abgeschlossenen Kapitulation, in welcher zugleich auch der freie Abzug der fränkischen Besazung in Porto Ferrajo bedungen wurde.

18 Jul.

Abzug der Franken aus Lucca. Gegen Ende des Jul. vereinigt sich nun vollends der ganze Uiberrest der Armee von Neapel, bei Genua, mit der Italienischen Armee. Moreau's HauptQuartier ist in Cornigliano.

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Kapitulation der Citadelle von Alessandria, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, BrigadeGeneral Gardanne, und dem k. k. FeldMarschallLieutnant, Grafen von Bellegarde. Die, 2679 Mann starke, Besazung wird als kriegsgefangen nach den kaiserlichen ErbStaaten abgeführt.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: 101 Kanonen, die aber, durch die östreichische Artillerie, bis auf 6 Stüke ganz unbrauchbar gemacht waren.

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Kapitulation der HauptFestung Mantua, (zwischen dem fränkischen Kommandanten, DivisionsGeneral Foissac-Latour, und dem k. k. FeldZeugmeister, Baron von Kray). Die Besazung, die, (ohne 1,200 Kranke, die in Mantua zurükbleiben, und ohne 1000 von dem FeldZeugmeister Kray reclamirte Gallizier zu rechnen, auch ohne Inbegrif der Offiziere,) aus 7,690 Mann besteht, darf, unter dem Versprechen vor ihrer Auswechslung nicht zu dienen, nach Frankreich zurükkehren; die Generale und Offiziere jedoch erst nach einem dreimonatlichen Aufenthalt in den k. k. Staaten.
Fränkischer Verlust, nach östreichischen Berichten: an Kanonen, Haubizen und andern Geschüzarten, 665 Stüke; überdis unermeßliche Magazine aller Art.
(Bemerkung. Die kurze Recapitulation der KriegsEreignisse in Helvetien folgt, um einen vollständigern Uiberblik zu geben im nächsten Hefte.)

Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geschichte von Frankreich, seit der Revolution von 1789. Aus zeitverwandten Urkunden und Handschriften der Civil- und Militär-Archive. Von F. Emmanuel Toulongeon. Münster, 1804. bei Peter Waldeck.
  • Europäische Annalen Jahrgang 1799 von D. Ernst Ludwig Posselt. Tübingen in der J. G. Cottaischen Buchhandlung 1799.
  • Betrachtungen über die vornehmsten Begebenheiten der Französischen Revolution. Ein nachgelassenes Werk der Frau von Staël. Herausgegeben von dem Herzog von Broglie und von dem Freiherrn von Staël. Heidelberg, bey Mohr und Winter. 1818.
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