Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Südarmee in Spanien.[]

[1812]

Paris, den 19ten August. [1]

Im Journal de l'Empire liest man mit Bezugnahme auf den Times folgende Nachrichten von der französischen Armee im südlichen Spanien:

"Der Marschall Soult hat von den Bürgergarden allen erdenklichen Nutzen gezogen. Die zu Sevilla ist 4000 Mann stark und gut disciplinirt; die zu Karmona und Fuentes, jene von 1200, diese von 300 Mann, sind gut; die Miliz von Xeres, 2000 Mann stark, ist den Franzosen treu. Diese Garden versehen den Dienst im Innern, wodurch alle Linientruppen disponibel werden. In den vier Königreichen und in Estremadura sind gegenwärtig etwa 30,000 Mann Bürgergarden organisirt. Eine Division von 4000 Deutschen hält die Sierra-Morena und die Mancha besetzt, und hat den Auftrag, die Korrespondenz nach Madrid zu schützen. Die Regimenter, aus welchen die Armee im südlichen Spanien besteht, ergänzen ihren Abgang durch Soldaten, die sie aus den Depots ziehen; jedes Infanterieregiment besteht aus 5 Bataillons, wovon 3 bey der Armee sind, das 4te geht zwischen Frankreich und Spanien hin und her, um die Konskribirten, die aus den großen Depots in das kleine Depot zu Bayonne geschickt werden, abzuholen, und endlich das 5te bleibt beständig im Depot. Jedes Bataillon besteht aus 6 Kompagnien, jede von 140 Mann, mit Einschluß einer Grenadier- und einer Voltigeurkompagnie, welches überhaupt 840 Mann aufs Bataillon beträgt. Ein Kavallerieregiment hat über 500 Mann; es besteht aus 4 Eskadrons und einer Elitenkompagnie; die Soldaten dieser Letztern müssen Alle wenigstens 10 Jahre gedient haben. Man kann die Kavallerie als vollzählig betrachten; zu einer Zeit hatte sie Mangel an Pferden, aber die ihr zugekommenen Verstärkungen haben ihr 5000 berittene Leute zugebracht; die übrigen Soldaten zu Fuß erhielten spanische Pferde. Die Armee ist in drey Korps, unter den Generalen Drouet, Leval und Villate, eingetheilt, und besteht in diesem Augenblick aus 50 bis 60,000 Mann. Die Polizey im Innern ist streng und gut organisirt, die Post gut bezahlt und gut beritten; die Korrespondenz auf der Linie des Guadalquivir schnell und durch zahlreiche Truppenabtheilungen vertheidigt. Das erste Korps hat seine Militärkasse, seine Equipagen und seine Rekonvalescenten zu Sevilla; das dritte Korps ebenfalls. Gedachte Stadt ist der Mittelpunkt aller Militäradministrationen der südlichen Armee; sie enthält ihr Hauptmagazin, die Gießerei und die Pulvervorräthe. Auch hat Sevilla ein unermeßliches Magazin von Zimmerholz. Der Guadalquivir ist bis Kordova und Andujar schiffbar gemacht worden, um den Transport des Holzes aus der Sierra-Morena und dem Königreiche Jaen zu erleichtern. Ein Bataillon Marinearbeiter hat zu Sevilla einen großen Park, unter Direktion des Ingenieurgenerals Leroi, und die dortigen Gerbereyen, von Herrn Wetherall geleitet, liefern Leder für die Schuhe, das Sattelzeug und das Fuhrwesen der Armee in Ueberfluß. Die Spitäler sind gut gehalten und gut versehen. Es hat der Armee nie an Wein gefehlt; sie zieht ihn ~~uptsächlich aus Xeres, und man schifft ihn zu San Lukar nach Sevilla ein. Die weiten Ebenen von Xeres, Utrera, Lobrija, Karmona und Ossuna liefern Waizen. Durch des Marschalls Soult kluge Maßregeln hat es der Armee nie daran gefehlt, aber die Einwohner haben ein wenig gelitten. Der Haber ist seltener; aber man hat sich stets leicht Stroh verschafft. Die Pferde nähren sich jetzt von Gras, das in dieser Provinz sehr gut und substantiell ist. Die diesjährige Aerndte wird äusserst reichlich seyn, man bemüht sich, zu verhindern, daß den Spaniern kein Getreide zugeführt wird. Aus diesem Grunde hauptsächlich ist Villamartin befestigt worden. Die Ufer des Guadalete sind sehr fruchtbar; man zieht Vieh aus den Gebirgen von Ronda, Kordova und der Sierra-Morena, wo großer Ueberfluß daran ist. Das erste und dritte Korps nehmen auch Vieh aus den niedrigen Gegenden ihrer Bezirke und aus den Inseln des Guadalquivir. Der Marschall Soult hat besondere Sorgfalt auf Errichtung einer Reserve gewendet. Im Ganzen fehlt es der Armee keinesweges an Lebensmitteln. Indessen ist das im Königreich Grenada stationirte Korps immer am besten versehen, da diese Provinz nie sehr viel Truppen gehabt hat. Das Depot ist in der Stadt Grenada, wo sich auch ein großes Magazin befindet, das hinlängliche Lebensmittel für eine Armee enthielte. Die im Trokadero stationirten Schaluppen, Kanonierböte und flachen Schiffe waren neuerlich in sehr schlechtem Zustande; aber da es nicht an Holz fehlt, so werden diese Fahrzeuge nach und nach ausgebessert oder durch andere ersetzt. Kordova hat eine gute Niederlage von Schiffbauholz. Der Marschall Soult wollte bloß 2 bis 3 Lebensmitteldepots beybehalten; die übrigen Magazine sind nur temporär. Man hat in der Provinz die Organisation eingeführt, daß die Stadt und die Distrikte täglich die Truppenrationen liefern; selten zieht man sie aus den großen Depots, es müßte denn zu einer Expedition seyn. Die Kartuja zu Sevilla enthält Lebensmittel auf ein Jahr für das 1ste und 3te Korps. Ihre Befestigungen werden für ein Meisterstück angesehen, und würden eine lange Belagerung aushalten. Der Marschall Soult beschützt die Einwohner von Andalusien und Estremadura ungemein. In dem östlichen Theile der von den Franzosen besetzten Gegenden haben diese viele Anhänger. Im Ganzen machen die Operationen der Südarmee in militärischer und administrativer Hinsicht ihrem Heerführer viele Ehre. Die letzten Gefechte gegen Balleisteros waren für die Franzosen sehr vortheilhaft, und der spanische General befand sich damals in einer ziemlich übeln Lage."


Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.[]

[1812]

Paris, den 27sten Januar.

Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.

Südarmee.

Nachdem die Truppen der Südarmee die Bande von Balleysteros bis unter die Kanonen von Gibraltar vertrieben, so bezogen sie am Ende Oktobers wieder ihre Kantonnirungen. General Semelé befand sich mit dem 16ten Regiment leichter Infanterie zu Bornos. Balleysteros glaubte sich rächen und dieses Regiment überfallen zu können. Er brach von St. Roch auf und befand sich am 5ten November bey Tagesanbruch mit 5 bis 6000 Mann zu Bornos, wo er alle Zugänge besetzte; allein das 16te Regiment war schon, seiner Gewohnheit gemäß, in dem Augenblick unter Gewehr, als man Reveille schlug, und Balleysteros ward entdeckt. General Semelé ließ das Regiment sogleich ausmarschiren, um eine günstige Stellung ausserhalb der Stadt zu nehmen; eine Kolonne von 2000 Mann hielt bereits das Debouché besetzt. Es ward der Sturmschritt geschlagen; das 16te Regiment machte sich Luft mit dem Bajonnet, drang über die Leichname der Feinde vor, unter denen es ein großen Blutgemetzel anrichtete und nach Position. Ueber so viele Kühnheit erschrocken zog sich Balleysteros nach Ubique zurück.

Diese Bewegung von Balleysteros schien mit der Bewegung von 2000 Engländer verabredet, die aus Tarifa gegen Vejar de la Frontera aufgebrochen waren. Der Herzog von Dalmatien ward dadurch bewogen, sogleich einige Truppen zusammen zu ziehen, um alle Manöuvres des Feindes zu vereiteln und diesen Theil von Andalusien zu reinigen. Am 15ten brach die Division Semelé auf; Balleysteros wartete den Kampf nicht ab und zog sich in die Gebirge von Ronda zurück, wo er sich in Sicherheit glaubte; allein General Leval hatte Ordre erhalten, mit einer Division des 4ten Korps aufzubrechen und traf am 21sten zu Antiguerra ein. Auf dem Punkt, abgeschnitten zu werden, beschleunigte Balleysteros seinen Rückzug nach dem Lager von St. Roch. General Leval folgte ihm, schlug seine Arrieregarde bey dem Uebergange über den Guadjaro, wo er 100 Mann tödtete und eben so viele Gefangne machte, jagte bey Estepona eine Versammlung von unglücklichen Bauern aus einander, die man entwaffnete und kam am 27sten zu St. Roch an, von da der Feind zum Zweytenmale bis unter die Kanonen von Gibraltar vertrieben wurde, ungeachtet des Feuers mehrerer englischen Fregatten und Kanonierschaluppen.

Am 28sten ließ Balleysteros längs dem Seeufer eine Kolonne von 1500 Mann Kerntruppen marschiren, um den Thurm von Karbonera wieder einzunehmen. General Rey empfing den Befehl, mit dem 43sten Regiment dahin zu marschiren. Der Feind ward allenthalben geworfen und in Deroute gebracht. Da eine zweyte Kolonne zum Sukkurs der erstern herbey kam, so ward sie ebenfalls geworfen, vermehrte die Unordnung und ließ das Schlachtfeld bedeckt mit Todten und Verwundeten. Das 43ste Regiment betrug sich mit Auszeichnung. Wir hatten 2 getödtete Voltigeurs und sechs Verwundete.

Am 29sten kam die Division des Generals Barrois an der Linie von St. Roch an, nahm Position a los Barrios und setzte sich mit der Kolonne des Generals Pecheux in Verbindung, die mit dem Angriff von Tarifa beauftragt war, wo sich zwey englische Regimenter und 3000 Spanier befanden, die von Copons kommandirt wurden. Während der Nacht schiffte Copons seine Mannschaft ein, um Balleysteros zu Hülfe zu kommen. Am 30sten waren sie vereinigt und trafen Anstalten zum Angriff. Die Anwesenheit des Generals Barrois hielt den Angriff ab. Copons schiffte sich am 21sten December wieder ein und kehrte nach Tarifa zurück.

Eine starke von den Gebirgen hergekommene Bande glaubte bis nach Balleysteros vordringen zu können, indem sie zwischen zwey französische Bataillons heimlich durchpassirte. Sie ward entdeckt und gänzlich vernichtet.

Am 6ten kam die Belagerungsartillerie vor Tarifa an. Der Laufgraben ward sogleich eröffnet.

Die Engländer weigerten sich, die Truppen von Balleysteros in Gibraltar einzulassen. An den Fuß der Fortifikationen gedrängt, ist er in einer verzweifelten Lage. Alle seine Pferde sterben aus Mangel an Fourage. Seine Soldaten desertiren. Alle Maßregeln sind auf der französischen Linie getroffen, damit nichts entkomme.

General Soult, Kommandant der Avantgarde des 4ten Korps, welcher sich zur Beobachtung auf der Gränze von Murcia befindet, hat in den letzten Tagen des Novembers eine offensive Bewegung jenseits Belez und Rubio gemacht, um einige Banden von Murcia-Nero zu vertreiben, welche versucht hatte, über Huescar vorzudringen, während sich ein Theil in den Aipujares formirte. Der Feind hielt auf keinem Punkte Stich. Er zog sich schleunig zurück. Man nahm ihm überall viele Gefangene ab; auch sammelte man eine Menge Deserteurs.

Die Berichte der Gesundheitsbeamten von den letzten Tagen des Novembers melden, daß das gelbe Fieber täglich an seiner Bösartigkeit in den Orten abnimmt, die an den Kordon gränzen. Die Sterblichkeit hat merklich abgenommen. Der Gemeingeist erholte sich von seiner Erschlaffung. Das 4te Korps ist mittelst der vortrefflichen Sicherheitsmassregeln, die genau beobachtet worden, von der Epidemie unberührt beblieben.

Die Festung Badajoz erhält durch die Arbeiten, die man daselbst anlegt, täglich einen neuen Grad von Stärke. Sie befindet sich in einem furchtbaren Vertheidigungszustande. Der Konvoys kommen daselbst ohne Hinderniß an. Die Garnison befindet sich im Ueberfluß.

Der Graf von Erlon läßt Merida als einen Depotplatz an der Guadiana befestigen.

Die Engländer sich ruhig in ihrer Kantonnirung in Portugal.

(Die Fortsetzung folgt.)

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Paris, den 11ten Februar.

Der heutige Moniteur enthält folgende Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.

Südarmee.

General Soult hielt mit seinem Observationskorps die Gränzen von Murcia besetzt; seine Avantgarde sandte am 12ten December eine starke Abtheilung nach dem Lager von Lorka, welches von zwey Insurgentenregimentern besetzt war. Nach einem Lebhaften kleinen Gewehrfeuer nahmen sie die Flucht, und wurden lebhaft bis jenseits Totana verfolgt, wo sie viele Leute verloren.

General d'Allemand drang seiner Seits über Veas und Segura in Murcia vor, und warf alle Insurgentenparteyen, die er antraf. Am 13ten December richtete er seinen Marsch auf Morasetta und Karavaka, und verfolgte lebhaft eine feindliche Division, die sich in aller Eile nach Alikante zurückzog. Er sammelte viele Gefangene und Deserteurs.

Beständiger Regen und heftige Stürme hatten die Ufergegenden und die Felder bey Tarifa und St. Roch so sehr überschwemmt, daß der Marschall, Herzog von Belluno, genöthigt worden war, die Berennung von Tarifa zu verzögern. Die Truppen des Generals Barrois nahmen eine Stellung hinter St. Roch. Da die schlechte Witterung aufzuhören schien, so setzten sich am 15ten December die Korps wieder in Bewegung, um Tarifa zu berennen. Ueber die Ursache dieser Bewegungen getäuscht, verließ Balleysteros sein Lager und erschien zu Puerto de Ojen, wo sich ein Bataillon des 8ten Linienregiments befand, welches ihn nachdrücklich empfing, und dem General Barrois die Zeit ließ, mit dem 43sten Linienregiment und einem Bataillon des 7ten Regiments des Großherzogthums Warschau anzukommen. Die Insurgenten wurden ihrer Seits so lebhaft angegriffen, daß sie in völlige Deroute gebracht wurden. Ihr Verlust war an Todten und Verwundeten sehr beträchtlich. Balleysteros, der sich an der Spitze seiner Avantgarde rettete, fand die Heerstraße von unserer Kavallerie besetzt, die ihn lebhaft angriff. Er verdankte seine Rettung bloß der Schnelligkeit seines Pferdes, und hatte viele Mühe, an der Spitze der Flüchtlinge wieder nach seinem Lager zu kommen.

Am 20sten December bewerkstelligte der General Leval die Berennung von Tarifa, wo sich 1500 Engländer und 3000 Spanier eingeschlossen hatten. Am 21sten versuchten die Engländer einen allgemeinen Ausfall und wurden zurückgetrieben; sie erneuerten ihren Angriff am 22sten und erlitten beträchtlichen Verlust. Das 16te Infanterieregiment betrug sich mit Auszeichnung. Es hatte an Todten 1 Officier und 2 Voltigeurs, und 17 Verwundete. Am 23sten ward der Laufgraben 120 Toisen weit von dem Platze eröffnet; die Belagerungsartillerie, die aus einigen schweren Stücken bestand, war angekommen. Man war genöthigt gewesen, ihr einen Weg über den Abhang eines Felsen zu bahnen, der dem Feuer eines englischen Linienschiffs, zweyer Fregatten und verschiedener Kanonierschaluppen ausgesetzt war; nichts hatte aber den Eifer der Truppen aufhalten können, die ganz der ungünstigen Jahreszeit ausgesetzt waren.

Am 29sten fing das Feuer der Breschebatterie an; am 30sten war die Bresche praktikable. Da der Gouverneur sich weigerte, zu kapituliren, so ließ man die Bresche durch 2 Kompagnien Voltigeurs versuchen; man hatte aber unterlassen, einen schlammigen Graben zu untersuchen, der die angegriffene Fronte deckte; der beständige Regen hatte den Boden so grundlos gemacht, daß man das Hinderniß unmöglich besiegen konnte. Die Truppen zogen sich in guter Ordnung zurück. Man beschloß, die Bresche zu verzögern; bey der neuen Batterie, die man erbaute, hoffte man, sie bald praktikabel zu sehen; da der Regen aber in erstaunlicher Menge fortdauerte, da die Wege ganz verschwunden und die Transporte der Lebensmittel nicht mehr möglich waren, so mußte man sich über die Strömungen zurückziehen, um sich den Subsistenzmitteln zu nähern, und um Lebensmittel zu bekommen, an denen es gänzlich gebrach.

General Hill verließ einen Augenblick die Gränzen von Portugal, um eine Diversion zu machen, indem er auf [Mérida|[Merida]] marschirte.

Kapitän Neveu, vom 88sten Linienregiment, war mit 3 Kompagnien Voltigeurs an der Roka auf Rekognoscirung. Am 29sten December ward er, um 11 Uhr des Morgens, von der englischen Avantgarde an der Nava angegriffen, die 800 Kavalleristen und 4 Kanonen gegen ihn schickte. Er hielt gute Kontenance und formirte sogleich ein Quarré, indem er einige Husaren, die ihn begleiteten, ins Centrum stellte. Der Feind konnte ihn, ungeachtet seiner Ueberlegenheit, nicht durchbrechen. Mit Bravour hielt er fünf Kavallerieangriffe und das Feuer der feindlichen Artillerie aus, ohne zu wanken. Hernach begab er sich nach Merida auf den Rückzug, ohne je dem Feinde zu erlauben, sich ihm zu nähern. Das Feuern war von Merida aus gehört worden. General Dombrowski ließ sogleich seine Kavallerie aufbrechen, um den Kapitän Neveu zu empfangen; der Feind machte sogleich Halt, und hörte auf, unsre Braven zu beunruhigen, die unter dem lauten Beyfall der Garnison nach Merida zurückkehrten. Der unerschrockene Neveu führte seine Verwundeten mit sich; er hatte nur 3 Mann verloren; die englische Kavallerie hat beträchtlich durch das Quarréfeuer gelitten, welches auf 14 Schritte weit mehrmals auf sie gemacht wurde. Funfzehn Engländer sind zu Gefangenen gemacht, worunter zwey Verwundete, die ihre Pferde verloren hatten.

Da der zu Merida kommandirende General nicht Truppen genug zur Hand hatte, so beschloß er sogleich, die ganz unvertheidigte Stadt zu räumen, um die feindliche, durch 4000 Spanier unter Morillo verstärkte Division auf das linke Ufer der Guadiana zu ziehen. Während der Zeit eilte General Drouet, die Truppen des 5ten Korps zu versammeln, die in der Nachbarschaft kantonnirten, und traf Anstalten, seiner Seits über den Feind herzufallen; allein General Hill hielt es nicht für dienlich, ihn zu erwarten; er begnügte sich, eine Rekognoscirung nach Almendraljo zu schicken, wo enige Flintenschüsse gewechselt wurden. Er schlug darauf wieder den Weg nach Portugal ein. Unsere Truppen waren über Merida vorgedrungen und verfolgten ihn.


Auszug aus dem historischen Bericht von den Operationen der südlichen Armee in Spanien, während des Monats May 1812, übersandt von dem Divisionsgeneral Gazan, Chef des Generalstaabes der Armee des Süden, an Se. Exc., den Herzog von Feltre, Kriegsminister.

Sevilla, den 3ten Juny.

Seit der von dem englischen General S. Stapleton Cotton am 11ten April nach Usagre geschickten Recognoscirung, hatten die in Estremadura unter des Generals Hill Befehl stehenden Divisionen keine Bewegungen gemacht; als er aber in den ersten Tagen des Monats von dem Generallieutenant Graham mit zwey andern Divisionen Fußvolk und einer Brigade Reiterey verstärkt worden war, zog er am 13ten von Almendralejo, um sich mit einem Theile seines alten Korps in der Richtung von Almaras gegen den Tajus zu begeben.

Der von dieser Bewegung benachrichtigte Herzog von Dalmatien befahl sogleich dem General, Grafen Erlon Drouet, dessen sämmtliche Truppen in den Dörfern von la Serena zerstreut lagen, um desto bequemer ihren Unterhalt finden zu können, dieselben zu Kastuera zusammen zu ziehen und sich in den Rücken des Generals Hill zu begeben, um ihn entweder zu zwingen, den gemachten Marsch wieder zurück zu machen, oder falls er hartnäckig seine Bewegung fortsetzte, in Verlegenheit zu bringen.

Der Obergeneral zog zugleich in der Provinz Kordova noch ein zweytes Korps zusammen, womit er im Nothfalle den General Erlon unterstützen wollte; allein auf die erste Bewegung desselben auf die linke Seite des Feindes, und bey Erscheinung der Reiterey zu Ribera und D. Benits, woselbst alle feindliche Vorposten geworfen und verjagt wurden, zog sich General Hill nach Merida zurück und gab so seine gegen das Fort Miravere angefangene Operation auf.

Da nun die Diversion, die der Obergeneral zum Vortheil der Armee von Portugal zu machen beschlossen, aufs Allervollkommenste gelungen war, so nahm Hill sein Hauptquartier wieder zu Almendraleio; seine Truppen nahmen ihre alte Stellung wieder, und die ihm vom Generallieutenant Graham zugeführte Verstärkung zog sich nach Port-Alegre zurück. Mit dem 30sten May endigte sich ihre Bewegung.

Der Obergeneral ließ alle Truppen, die er versammelt hatte, um sich dem General Hill zu widersetzen, wieder zurück gehen, und der Graf Erlon legte am 27sten May sein Hauptquartier nach Fuente-Orejuna, um besser im Stande zu seyn, die Bewegungen des Feindes in Estremadura beobachten, und sich seinen Operationen, die er auf Andalusien machen zu wollen schien, widersetzen zu können.

Die Nothwendigkeit für das Einlaufen der Steuern zu sorgen, die Kommunikation wieder herzustellen und die Räuberbanden zu zerstreuen, die seit einiger Zeit viel verwegener geworden waren, hatten es nöthig gemacht, im Anfange dieses Monats mehrere starke Kolonnen Andalusien und die benachbarten Länder durchstreifen zu lassen.

Dies gab zu mehreren kleinen Gefechten Anlaß. So überfiel der Kapitän Porcher den Insurgentenanführer Bans bey Paymojo, und nahm den Bans selbst, einen Officier und 45 Mann gefangen. Der Rest zerstreute sich in den Gebirgen. General Dijeon verjagte den 600 Mann starken Haufen des Schalejo, der in der Grafschaft Niebla die Kommunikation hemmte, und den Brigadier Porta mit 1500 Mann aus Ubeda, und kehrte am 15ten, nachdem er einige Feinde getödtet und verwundet, mit der Kontribution nach Kordova zurück. Die Gegend dieser Stadt säuberte der Major Dalton von Insurgenten, wobey sich die Bürgergarde von Isnajar auszeichnete, die 15 Pferde und einen Esel einbrachte.

Der feindliche General Frere, der nach der Niederlage, die er bey Baza mit der Armee von Murcia erhalten, nach Karavala retirirte, brachte bey Velez Rubio an 6000 Mann, worunter 600 Reiter, und 8 Kanonen zusammen, und versuchte am 10ten, den Posten zu Kullar zu überwältigen. Allein der Eskadronschef Perrussel zog sich mit 2 Kompagnien und 2 Eskadrons mit geringem Verlust auf Baza. Da der Feind noch eine andere Kolonne von 2000 Mann auf Almeria marschiren ließ, und eine englische Flotte mit 2500 Mann vor diesem Hafen erschien, so gab der General Bouille dem Obersten Aymard, der mit 4 Kompagnien in Almeria stand, Befehl, den Ort zu räumen. Dies geschah in demselben Augenblick, wo der Feind landete, ohne Verlust. General Bouille, der 11 Kompagnien aus der Nachbarschaft zusammengezogen hatte, beschloß, das von den Spaniern verschanzte Lager zu Bahul anzugreifen; allein bey seiner Ankunft hatte der Feind es schon verlassen, er wurde von der Kavallerie lebhaft verfolgt. Frere floh nach einem Gefecht in der größten Unordnung, und soll nach Aussage der Ueberläufer nach dem Gefechte kaum 1500 Mann beysammen gehabt haben. Sein Verlust, zu dem auch die ausnehmenden Beschwerden und Hunger beytrugen, wird auf 1200 Mann und 300 Pferde angegeben. Der Weg war mit Waffen und Effekten bedeckt, aber alle so elend, daß Niemand sie aufnehmen wollte. Unter den 200 Gefangenen befanden sich 160 alte Reiter. Wie denn überhaupt die feindliche Kavallerie, welche die Stärke des Heeres, und noch unberührt war, sehr gelitten hat. In Almeria hat der Feind die Festungswerke von der Seeseite geschleift.

Bouille erhielt nun vom General Leval Ordre, mit allen seinen Truppen nach Grenada zu gehen, wo die Insurgenten seit einiger Zeit sich ausserordentlich vermehrten, immer kecker wurden, und mehrere unserer Posten, wiewohl immer vergeblicher und mit Verlust angriffen. So konnten z. B. 650 Mann am 18ten May den Posten bey Padul nicht überwältigen, wo ein Officier mit 36 Dragonern ein Haus, in das Bresche geschossen und der Officier geblieben war, 5 Stunden lang vertheidigte.

Nicht glücklicher war der Versuch, den die Engländer in der Nacht zum 24sten April auf den Hafen von Mallaga machten. Sie überrumpelten zwar die Batterie St. Nikolas, wo die Schildwach den ersten, der von ihnen zum Vorschein kam, niederschoß, und drangen auch, ungeachtet des Feuers der Batterie, in den Hafen ein. Allein als die Reserve anrückte, hatten sie schon die Batterie St. Nikolas verlassen, und sich begnügt, die Kanonen zu vernageln. Ihre Hauptabsicht aber, sich der Kaper und der mit Getreide beladenen Schiffe zu bemächtigen, schlug fehl. Sie hatten überdem an 58 Todten, unter denen sich der Kommandant befand, und viel Verwundete, und ihre Boote litten sehr durch unser Feuer. Wir büßten einen Mann ein.

So lange der General en Chef vor Kadix war, wagte es Balleysteros nicht, das Lager von St. Roch zu verlassen; sobald er aber die Abreise des Herzogs von Dalmatien nach Sevilla erfuhr, bedrohte er mit 9600 Mann den linken Flügel des Belagerungskorps vor Kadix, und griff am Morgen des 1sten Julius die Brigade des Generals Conroux an, wurde aber mit der größten Bravour empfangen und mit Verlust von 3000 Mann, worunter 5 bis 600 Gefangene, und 4 Kanonen und 2 Fahnen, zurückgeschlagen.

Unter dem 15ten Juny berichtet der Herzog von Dalmatien, daß er auf die Nachricht von den Bewegungen der Engländer in Estremadura, den General Lallemand mit 4 Eskadronen zum Rekognosciren abgeschickt habe. Am 11ten Juny traf dieser bey Kleoa eine starke englische Kavalleriekolonne, und wollte sich hinter das Defilée von Maguilla zurückziehn; aber da der Feind ihn drängte, faßte er den klugen Entschluß, demselben die Spitze zu bieten. Er griff rasch an, und nach einem viertelstündigen Gefecht wurden die Engländer über eine Lieue weit verfolgt, und verloren 130 Gefangene und 60 an Todten, unter denen 3 Officiere, wie es scheint, vom höhern Range, und an 300 Pferde. Wir hatten 2 Todte und 15 Blessirte, obgleich der Feind noch einmal so stark und in der Absicht, den General Lallemand zu überfallen, unter dem General Stade von Ribera aufgebrochen war.


Kriegsministerium. [2]

Man hat Nachricht von der Vereinigung der Armee des Centums und der des Südens in Spanien. Diese Vereinigung geschah den 30sten September hinter Taworra in Murcien, zwischen der Division des Generals Treilhard und der Avantgarde der Südarmee, welche der General Soult kommandirte. Dieser Letzte begab sich am folgenden Tage mit seiner Kavallerie nach Albarante, und wurde zu Taworra durch den General Grafen Erlon ersetzt. Den 30sten September befand sich der Herzog von Dalmatien für seine Person zu Kalaspara, und wollte sich gleich nachher zu Sr. Katholischen Majestät nach St. Philippe begeben.


Tagesbefehl.[]

Puerto-Santa-Maria, den 21sten Februar 1812.

Der General Marausin meldet Sr. Excellenz, dem Obergeneral, daß am 14ten Balleysteros eine offensive Bewegung gegen Alhuarin gemacht hat. Unsere Reservetruppen begaben sich sogleich dahin, und ihre Ankunft, so wie der Angriff der Tapfern vom 21sten Dragonerregiment, reichten zur Vertreibung von 500 Tirailleurs hin, welche die Stadt und die Hauptstraßen besetzt hielten. In der Nacht koncentrirte der Feind seine Macht zu Koin. General Marausin stellte sich mit 900 Mann bey Kartama auf. Am 16ten, um 6 Uhr des Morgens, wurde gedachtes Detaschement, das über 4000 Mann stark, und von Balleysteros in Person angeführt war, dreymal auf allen Punkten zurückgetrieben. Die Kavallerie machte einen schönen Angriff, aber die große Ueberzahl des Feindes verhinderte unsere Truppen an Benutzung dieses Vortheils. Der General Marausin erhielt in dem Augenblick, wo er das Centrum der Feinde angreifen wollte, um sich ihrer Artillerie zu bemächtigen, eine leichte Wunde. Da er dieses Manöuvre nicht ausführen konnte, so stellte er sich bey Fuente del Rei auf. Unterdessen waren schon am Tage vorher die Truppen des Generals Rey zu Alora angekommen. Hätten sie sich in der Nacht mit dem General Marausin vereinigt, so war es um Balleysteros und seine Division geschehen. General Rey hörte, als er sich in Bewegung setzen wollte, ein starkes Kleingewehrfeuer; er beschleunigte also den Marsch seiner Infanterie, kam aber nicht zeitig genug an, um am Gefechte Theil zu nehmen. Beauftragt, den Feind von den Anhöhen von Alhaurin zu vertreiben, machte er einen glänzenden Angriff auf dessen Arrieregarde; denn der Feind hatte seinen Rückzug angefangen, sobald er die Spitze von Rey's Kolonne erblickte. Der Feind verlor bey diesem letztern Angriff etwa 30 Infanteristen und 60 bis 80 Pferde, nebst eben so vielen Reitern, die gefangen wurden. Die Flüchtlinge retteten sich in die Berge nach allen Richtungen. Unter den Gefangenen befinden sich 30 Officiere, worunter ein Oberst und des Balleysteros Privatsekretär. Wir hatten nur 2 verwundete Dragoner. Balleysteros erlitt bey seinen wiederholten Angriffen auf Kartama großen Verlust; man schätz ihn auf 600 Mann, worunter 130 Gefangene sind und 120 Pferde. (Nun folgen Lobeserhebungen von zwey bey des Generals Marausin Korps befindlichen spanischen Kompagnien und vieler einzelher französische Officiere.) General Balleysteros zog sich, aus Furcht von andern Truppen umgangen zu werden, eilig nach St. Roch unter die Kanonen von Gibraltar zurück.

(Unterz.) Der Obergeneral, Marschall Herzog von Dalmatien. --

Für die Richtigkeit der Abschrift:

der Divisionsgeneral, Chef des Generalstabes, Graf Gazan.


Zeitungsnachrichten.[]

[1812]

Sevilla, den 17ten Februar.

Eine Abtheilung des 7ten leichten Kavallerieregiments hat unter dem Kapitän Pranac die Truppen des Balleisteros geschlagen. Drey Officiers blieben nebst 40 ihrer Leute auf dem Schlachtfelde liegen. Balleisteros sah sich von Neuem genöthigt, seine Zuflucht unter die Kanonen von Gibraltar zu nehmen, wo ihn auf der einen Seite die französischen Truppen einschließen, und von der andern man ihm die Feste nicht öffnet, und ihn nur mit einem sehr kleinen Theil von Lebensmitteln versieht, wodurch große Desertion unter seinen Truppen veranlaßt wird.

Die Engländer ließen, um Balleisteros zu befreyen, den General Coupons mit 4000 Mann anrücken, welche mit den Truppen des Balleisteros zusammen ein Korps von 9000 Mann bildeten. Am 29sten wollten sie die Franzosen forciren, wurden aber auf allen Punkten geschlagen und gezwungen, sich zurückzuziehen. Ihr Verlust beläuft sich auf 30 Todte und 100 Verwundete, unter welchen letztern sich ausgezeichnete Officiere befinden.


Paris, den 22sten April.

Von Sevilla wird unterm 17ten März gemeldet, daß der Privatsekretär von Balleisteros und 50 seiner Officiers in einer Affäre zu Gefangenen gemacht wurden, in welcher er bis unter die Kanonen von Gibraltar zurückgetrieben ward.


London, den 28sten April.

Der Marschall Soult hat den 1sten April mit allen Truppen, die er in Andalusien zusammenbringen konnte, Sevilla verlassen, und ist den 4ten u Llerena eingetroffen; von der Armee von Portugal sind keine Truppen vorgerückt, um zu ihm zu stoßen. Wie ich höre, hat der Marschall Marmont ein Korps zwischen der Agueda und der Koa aufgestellt, und den 3ten Almeida rekognoscirt. Die Miliz unter Brigadier Trant war an der Koa angekommen; die Division Wilson folgte mit der Kavallerie, und der Generallieutenant Graf Amarante marschirte nach dem Douro mit einem Theil seines Korps.


London, den 15ten May.

Von der Armee Soult's sind 7000 Mann in Sevilla eingerückt. Er selbst wollte nach Los Puertos gehen. Im Königreich Valencia sind wenig französische Truppen geblieben; die übrigen sind nach Katalonien, Arragonien und Navarra geschickt, um den Fortschritten der Patrioten Einhalt zu thun.


Lissabon, den 16ten May. [3]

Die Kadixer Zeitung vom 8ten enthält folgende wichtige Nachricht. "Generalstab der 4ten Armee. Auszug aus dem Tagesbefehl, datirt Ynquera, den 28sten April. Der General en Chef hat heute mit Vergnügen gesehn, wie die Bataillons von Katalonien, Barlastro und Navarra, und die Eskadrons von Ubriqua, 3000 Mann feindlicher Infanterie und 400 Mann Kavallerie, die von den Generals Rey und Bagueris kommandirt wurden, geschlagen, und 3 Meilen weit verfolgt haben. Um diesen Sieg zu erhalten, sind unsere Truppen 24 Stunden marschirt, ohne das Geringste zu essen. Unsere Soldaten haben nicht das geringste Zeichen gegeben, daß sie dadurch litten. Jeder, der nicht Lust hat, sich so zu betragen, muß die Armee verlassen, deren einziger Zweck ist, der Nation zu beweisen, wie angenehm die Beschwerden eines patriotischen Krieges sind."


Gibraltar, den 25sten July. [4]

Da der Feind die Abwesenheit des Generals Ballasteros benutzt, so erschien er in der Nacht vom letzten Sonntag 4 bis 5000 Mann stark, die von dem General Villate kommandirt werden, in der Nachbarschaft dieser Festung. Er ist seitdem zu Los-Barrios geblieben, indem er zu St. Roch und Algesiras Lebensmittel verlangte, und nach Medina alles Vieh und alles Korn abführte, welches er in dem benachbarten Lande finden kann. Wie sich der Feind gestern Algesiras näherte, erhielt er einige Kanonenschüsse aus der Bay; dies hat ihn aber nicht abgehalten, zu marschiren, und 200 Mann zu Gefangnen zu machen, die sich von hier zu Lande nach Tariffa begaben. Der Prinz d'Anglonos de Viskos befindet sich in der Nachbarschaft dieses letzten Platzes; die beyden andern Divisionen des spanischen Armee, die eine unter den Befehlen des Generals Ballasteros und die andere unter den Marquis de Cuervas, sind zu Junquera.

Wie es heißt, haben diese beyden Divisionen mit den Franzosen ein Gefecht gehabt, in Folge dessen der Befehl nach Caceres gesandt worden, 1000 Betten für die spanischen Verwundeten in Bereitschaft zu halten. Nach den letzten Nachrichten hielten die Generals Leval und Rey Ronda und die umliegenden Gegenden mit 6000 Mann bestetzt, und General Conroux rückte mit 3000 Mann nach Ardeles.


London, den 6ten August. [5]

(Aus dem Englishman und dem Statesman.)

Nach Briefen aus Gibraltar war der französische General Leval mit 6000 Mann Infanterie und 600 Pferden im Gesicht dieser Festung erschienen, um Balleisteros bey seiner Rückkehr von Mallaga aufzuheben.


London, den 31sten August. [6]

Nach Berichten aus Gibraltar hatte das französische Korps des Generals Villate die Nachbarschaft dieser Stadt verlassen; Balleisteros befand sich noch bey Mallaga.


London, den 14ten September. [7]

Wohin Wellington, der am 25sten August in Toledo (Neu-Kastilien) einzog, sich gewandt habe, weiß man nicht, vermuthet aber, er sey südlich gegen Kordova marschirt. Dann möchte er mit Soult zusammentreffen. Dieser erließ von Sevilla aus am 15ten August eine Proklamation, worin er seinem Heere sagt:

"Wir werden marschiren, um den Unfall gut zu machen, den eine andere Armee Napoleons in einer andern Gegend dieser Halbinsel erlitten hat. Gehorcht der Stimme eures Chefs, und Euer Muth wird alle Hindernisse überwältigen, und alle Beschwerden übersehen. -- Achtet die Personen und das Eigenthum. Die Einwohner des Südens haben eure Disciplin bewundert, geht, wohin er kommt, ein gleiches Beyspiel. Der Tag wird erscheinen, wo die jetzt gegen uns bewaffneten Spanier unsere Freunde seyn werden. Ihr wahres Interesse, Zeit und Nachdenken, werden eine heilsame Veränderung in ihren Ideen bewirken. Kein Etablissement wird zerstört werden, nicht einmal unsre zahlreiche Magazine; die Andalusier werden sie uns schon zu erhalten wissen, und daran denken, daß wir wiederkehren, und Rechenschaft von der Art, wie sie damit verfahren, von ihnen fordern werden. Alles, was zum Marsch oder zum Kampf unnütz ist, muß abgelegt werden; die Bewegungen der Armee müssen von allem Ueberflüssigen frey seyn, und Jeder, der in diesem Punkt fehlt, soll strenge bestraft werden."

Nach diesen Aeusserungen leidet es keinen Zweifel, daß der Marschall vor der Hand Andalusien verläßt. Er hat seinen Marsch auf Kordova genommen; sollte er sich mit Suchet vereinigen, so dürfte Wellington, der von Hill nicht viel Beystand zu erwarten hat, einen schweren Stand bekommen, zumal wenn die Armee von Portugal wieder vorrückt, und seinen Rücken bedroht. -- Es sind noch einige Truppen nach Spanien bestimmt.


London, den 7ten Oktober.

Ein Schreiben aus Sevilla vom 12ten September enthält Details, welche beweisen, daß die Organisation des Militärgouvernements des Marschalls Soult in Andalusien systematisch und vollständig war. Er hatte Mittel aller Art gesammelt und große Magazine errichtet. Auf seinem Marsch nach dem Osten fand er das Geheimniß, diese Magazine zu verlassen, ohne sie zu verlieren. Ueberall auf seinem Wege hatte er sie an die Einwohner verkauft. Die Einwohner von Kordova bezahlten ihm 2,500,000 Realen.


Paris, den 9ten Oktober.

Briefe aus Valencia vom 19ten September melden, daß der Marschall, Herzog von Dalmatien, seine Vereinigung mit der Armee des Marschalls, Herzogs von Albufera, bewerkstelligt hat.


Quellen.[]

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 230. Dienstag, den 24. September/6. Oktober 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 251. Freytag, den 18/30. Oktober 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 158. Dienstag, den 2. July 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 223. Montag, den 16/28. September 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 227. Freytag, den 20. September/2. Oktober 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 255. Mittewoch, den 23. Oktober/4. November 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 238. Donnerstag, den 3/15. Oktober 1812.
  • Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 230. Dienstag, den 24. September/6. Oktober. 1812.
  • Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 31. Montag, den 5. Februar 1812. ff.
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