Armée du Portugal, (1807 - 1813).


Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

Paris, den 11ten Februar.

Der heutige Moniteur enthält folgende Officielle Nachrichten von den kaiserlichen Armeen in Spanien.

Armee von Portugal.

Am 13ten December fand es der Herzog von Ragusa für dienlich, den General Montbrun mit drey Divisionen Infanterie, einer Division Kavallerie und 30 Kanonen aufbrechen zu lassen, um sich über Albacete nach Valencia zu begeben und den Marschall Suchet zu verstärken. Da der Marsch des Generals Montbrun unglücklicherweise durch Kontreordres verzögert war, so kam dieser General erst am 11ten Januar zu Almanza an. Valencia war eingenommen. General Montbrun setzte seine Bewegung gegen Alikante fort, und schlug verschiedene Korps von Insurgenten. Am 25sten war er am Tajo, um wieder zu der Armee zu stoßen.

Da indeß der Herzog von Ragusa die Garnison von Ciudad-Rodrigo ablösen und diesen Platz neu verproviantiren wollte, so brach er in den ersten Tagen des Januars mit vier Divisionen seiner Armee von Toledo auf, und begab sich nach Valladolid; Ciudad-Rodrigo war aber schon seit dem 9ten von den Engländern berennt. Lord Wellington, der zu Gunsten Valencia's eine Diversion machen wollte, ging über die Agueda. Die Redoute und das Kloster, welche die Approchen der Stadt vertheidigten, wurden überfallen, und es scheint, daß die Stadt am 19ten genommen wurde, da die Bresche praktikabel war. Durch eine strafbare Nachlässigkeit des Gouverneurs von Salamanka war die Garnison von Ciudad-Rodrigo seit zwey Monaten ohne Kommunikation. Ursprünglich 1400 Mann stark, war sie durch Krankheiten und durch Ueberfallung des Klosters auf 900 geschmolzen, die aus einem Bataillon des 34sten Regiments und aus einem Bataillon des 113ten bestanden. Der Platz hatte das spanische Armement, welches man daselbst gefunden hatte. Man hat nicht genug Details über diese Begebenheit, um sie beurtheilen zu können.

Nachdem der Herzog von Ragusa mit vier Divisionen seiner Armee, mit zwey aus der Nordarmee gezogenen Divisionen und mit der Division des Generals Bonnet, die er aus Asturien zog, zu Salamanka angekommen war, ausser der Division, die er am Tajo gelassen, so marschirte er den Engländern entgegen, um ihnen eine Schlacht zu liefern; allein Lord Wellington war schon über die Agueda zurückgegangen, hatte die Brücke zerstört und war nach Portugal zurückgekehrt, nachdem er diesen Coup de main gemacht hatte.


Madrid, den 28sten Januar.

Am 6ten Januar stieß General Montbrun in dem Flekken Albacete auf General Freyre's Avantgarde. Diese zog sich, ohne zu fechten, nach Cinchilla zurück, wo sie sich mit einem andern Korps von 1300 Mann vereinigte. Am 7ten setzte Montbrun seinen Marsch fort, vertrieb die Feinde aus ihrer Stellung, und verfolgte sie bis sie völlig zerstreut waren. General Lacarrera, der sich mit seiner Kavallerie zu Almanza befand, zog sich nach Villena zurück. Zu St. Vincent erfuhr General Montbrun, daß die von Valencia entkommenen schwachen Truppenüberreste sich auch Alikante zurückzogen; daß Villa-Kampa mit etwa 1000 Mann nach Karthagena marschire, und daß Lacarrera und Freyre, die nach Elche geflüchtet waren, ihre Richtung zu verändern suchten, um sich aus ihrer kritischen Lage zu ziehen. Nachdem Montbrun den Feind bis unter die Mauern von Alikante verfolgt hatte, schickte er eine durch den Obersten Rozart kommandirte Kolonne gegen Freyre und Lacarrera aus. Das 22ste Dragonerregiment, das an der Spitze dieser Kolonne marschirte, zögerte keinen Augenblick, die feindliche Kavallerie, trotz ihrer Ueberzahl, anzugreifen, schlug sie und verfolgte sie bis Einbruch der Nacht. Bey diesen verschiedenen Gefechten nahm er dem Feinde an tausend Gefangene ab, worunter 12 Officiere. Am 13ten Januar rückte ein französisches Korps in Xixona ein. Am folgenden Tage machten einige Truppen einen Umweg, um sich Elche's, südwärts von Alikante, zu bemächtigen. Die Besitznahme von Xixona und Elche schnitt die Kommunikation von Alikante nach Norden und Süden ab. Die General Mahi, Freyre, Obispo und Bassecourt hatten sich in die Stadt einschließen müssen.


Paris, den 3ten Oktober. [1]

Armee von Portugal.

Während die Armee von Portugal in und bey Valladolid (in Leon) versammelt war, und die von Bayonne ihr geschickte Verstärkung erwartete, entschloß sich General Clauzel, der seit der Verwundung des Marschalls, Herzogs von Ragusa, die Armee kommandirt, ein Detaschement abzusenden, um Astorga zu verproviantiren, welches, wie er wußte, nicht hinlänglich mit Lebensmitteln versehen war. Er bestimmte hierzu 2 Infanterie- und 1 leichte Kavalleriedivision unter dem General Foy, der überdem Befehl hatte die Insurgentenarmee von Gallizien anzugreifen, die, wie man vermuthete, sich bey Benavente zusammenziehen würde. Wie schnell aber auch General Foy marschirte, so war es ihm doch nicht möglich, zur rechten Zeit in Astorga anzukommen. Völlig an Lebensmitteln erschöpft, war die Besatzung gezwungen gewesen, sich zu ergeben, und den 19ten August ausmarschirt. General Foy traf in der Nacht vom 20sten zu Astorga ein, ohne die feindliche Arriergarde früher, als nahe bey diesem Ort, einholen zu können. Die Insurgenten machten, um ihre Flucht nach Gallizien zu beschleunigen, täglich 12 Lieues. Bey der Räumung von Astorga hatten sie unsere Kranken und Verwundeten, welche General Foy mitnahm, zurückgelassen. Als dieser General bey seiner Rückkunft zu Benavente erfuhr, daß der General Silveira noch in der Gegend von Zamora stehe, ging er über Tabara und Karvajales auf ihn los. Er sah ihn noch, wie er in der größten Eile Portugal zu erreichen suchte, allein unsere Kavallerie konnte ihn nie einholen.

Zu gleicher Zeit erfuhr General Clauzel, daß der englische General Anson mit 10 bis 1200 Pferden seinen Posten in dem Thal von Esquevo behauptet habe. Seine Division, aus den 11ten, 12ten, 14ten und 16ten leichten Dragonerregimentern und einer Brigade leichter Artillerie bestehend, befand sich zu Villa Vanes und Tudela. Am 19ten August erhielt General Maucun Ordre, gegen Tudela hin zu rekognosciren, um diese Kavallerie zu zwingen, auf das andere Ufer des Duero überzugehen. Man wechselte einige Kanonen- und Flintenschüsse mit dem Feinde; die Dragoner des 14ten griffen ihn beym Eingang vor Tudela an, und zwangen ihn, über den Fluß zurück zu gehn. General Anson zog sich auf Aldea Major, und das Observationskorps der englischen Armee zog sich vom 20sten bis 24sten nach Omledo und endlich nach Arevalo.


Paris, den 28sten Oktober. [2]

Armee von Portugal und Nordarmee von Spanien.

Seit den letzten militärischen Ereignissen im Norden von Spanien hat sich zwischen der Armee von Portugal und der englischen Armee nichts Wichtiges zugetragen.

Durch einen künstlich kombinirten Marsch, welcher alle Berechnungen des Feindes getäuscht, und auf welchem man nicht einen einzigen Wagen eingebüßt hat, war die französische Armee erst nach Valladolid, dann unter die Mauern von Burgos zurückgeführt worden. Der General Clauzel, der das Kommando vorläufig übernahm, sorgte für alle Bedürfnisse auf dem Marsch, vereinigte und erhielt alle Hülfsquellen der Armee, vertheidigte jeden Zollbreit Landes gegen den Feind, und stellte ihm eine Stirn entgegen, die ihn verhinderte, irgend eine seiner Bewegungen zu hemmen.

Es schien einen Augenblick, als hätte Lord Wellington jeden Gedanken an offensive Operationen gegen die Armee von Portugal aufgegeben; bald aber richtete er seine Anstrengungen aufs Neue gegen Burgos. Am 17ten September zog sich die englische Armee auf diesen Platz. Die Armee von Portugal nahm einige Lieues rückwärts von der Stadt eine Position, nachdem das Fort mit Allem, was zu einer langen Vertheidigung erforderlich, und mit einer hinreichenden Garnison, unter dem General Dubreton, versehen worden war.

Am 19ten griff der Feind den Berg Saint-Michel an. Er fand bey diesem halb befestigten Punkt starke Hindernisse, und konnte sich desselben nur nach einem Verlust von 400 Todten und Verwundeten bemächtigen.

Jetzt traf er seine Einrichtungen, das Fort selbst anzugreifen. Während drey Wochen versuchte er mehreremale, es zu stürmen, wurde aber immer abgeschlagen. Beym Angriff vom 23sten September kann sein Verlust auf 2000 bis 2500 Mann angegeben werden; bey dem vom 11ten Oktober hat das schottische 42ste Regiment viel verloren. Den 14ten vertheidigte sich das Fort noch immer lebhaft.

Gegen diese Zeite schickte sich, nach erhaltenen Verstärkungen, die französische Armee an, von Neuem zur Offensive überzugehen, nachdem sie bis dahin den Feind täglich beunruhigt und mehrere Rekognoscirungen mit Erfolg vorpoussirt hatte. In einer derselben am 24sten September zerstörte der General Foy ein spanisches Bataillon, und nahm 200 Mann davon gefangen.

Am 2ten Oktober fiel ein Gefecht bey Prodaros zwischen 2000 Spaniern und der englischen Avantgarde und dem General Gautier vor, worin dieser 150 Gefangene machte.

Damals war des Lords Wellington Hauptquartier zu Villa-Toro, das des Generals Castannos zu Quintamilla.


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Berichte des Marschalls, Herzog von Ragusa, an Se. Durchlaucht, den Fürsten von Wagram und von Neufchatel, Majorgeneral. [≡]; [≡]; [≡]

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Schreiben des Generals Souham, Interimskommandanten der Armee von Portugal.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Abschrift des Schreibens des Generals Souham, Interimskommandanten der Armee von Portugal an den Kriegsminister.

Pancorvo (in Alt-Kastilien), den 15ten Oktober. [3]

Da ich wünschte, der Garnison des Forts zu Burgos zu erkennen zu geben, daß die Armee bereit sey, ihr beyzustehen, und sie in ihrer schönen Vertheidigung aufzumuntern, befahl ich den General Maucune, die englische Avantgarde am 13ten anzugreifen, und zu dem Ende auf Kastile Peones und Quintanavides, ja selbst bis Monasterio vorzurücken.

Gleicherweise trug ich dem Divisionsgeneral Foy auf, Poza, welches Truppen des Castannos besetzt hielten, mit Gewalt wegzunehmen. Diese beyden mit einander in Bezug stehenden Angriffe gingen beyde glücklich von statten. Der General Curto, Kommandant der leichten Kavallerie, hatte Ordre, vorwärts von Vibena auf Roxa zu gehen, um jene Bewegungen zu unterstützen, und sich wohin es Noth thun mögte, zu verfügen.

Das Resultat dieser Attaken war der Armee von Portugal vortheilhaft. Der Feind verlor 3 bis 400 Todte und Verwundete, und 140 Gefangene, worunter 5 Officiere, eine Fahne, eine Bagageflagge, einige Bagage und 20 Pferde. Wir hatten nur 4 Todte, 26 Blessirte und einige Pferde verloren.


Auszug eines Schreibens des General Souham, Interimskommandanten der Armee von Portugal, an den Kriegsminister.

Burgos, den 22sten Oktober. [4]

Ich habe die Ehre, Ewr. Excellenz zu melden, daß die englische Armee die Belagerung des Forts Burgos aufgehoben, und sich auf die Straße von Aranda (südöstlich am Duero), Valladolid und Valencia um 9 Uhr Abends in Marsch gesetzt habe. Ihre Kranken ließen sie im Hospital von Burgos.

Heute ganz früh machte ich mich zum Verfolgen auf den Weg. Ich hoffe, sie zu erreichen und zum Schlagen zu zwingen, oder wenigstens ihrer Arriergarde großen Schaden zu thun.

N. S. Ich muß Ewr. Excellenz noch anzeigen, daß ich seit dem 20sten der englischen Armee gegenüber stand, täglich mit ihr Gefechte hatte, und seitdem nicht aufhöre, sie zu beunruhigen und ihr großen Verlust zuzufügen.


Schreiben des General Thibault, Kommandanten in Vittoria.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszug eines Schreibens des General Thibault, Kommandanten in Vittoria (in Biskaya),

den 23sten Oktober, um 9 Uhr Abends. [5]

Die Armee von Portugal und die Nordarmee sind gestern früh um 6 Uhr in Burgos eingezogen. Um 2 Uhr in der Nacht zog sich der Feind nach einigen Kanonenschüssen über den Hohlweg nach Buniel, und trat nachher völlig seinen Rückzug an; ein Beweis, daß die Armeen des Centrums und des Südens anrücken.

Diese Bewegungen ändern natürlich die ganze Lage im nördlichen Spanien, und die Rolle der Nord- und der portugiesischen Armee.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1812]

London, den 11ten März.

Nach Berichten des Lords Wellington versammelt sich die Armee unter Marmont am Tajo bey Talatera de la Reina. Von unserer Seite ist noch Alles beym Alten. In Portugal ist jedoch, mit Beziehung auf die Vorfälle bey dem Einmarsch der Franzosen 1810, eine Aufforderung erlassen, sich in den Waffen zu üben, und im Fall eines feindlichen Einfalls die Lebensmittel auch zu verstecken oder zu verbergen, und Vieh und Wagen fortzuschaffen.


Ciudad-Rodrigo, den 8ten May. [6]

Marschall Marmont will sein Hauptquartier von Salamanka nach Avella dos Kaballeros verlegen. Der Feind macht große Erpressungen in der ganzen Gegend von Salamanka. Es scheint, das General Pinateau mit 3000 Mann in dieser Stadt bleiben wird. -- Marmonts Expedition hat unter seinen Officiers allgemeines Mißfallen erregt. Man sagt, daß 40,000 Konskribirte nach Spanien kommen werden; aber diese Nachricht wird die Spanier nicht schrecken, da sie wohl wissen, daß sie vorsätzlich verbreitet wird, um den Muth der Franzosen wieder zu erheben, der sehr niedergeschlagen ist, und es bedarf, von Neuem belebt zu werden. -- Das Hauptquartier unsers Helden ist noch immer zu Fuente de Guinaldo.


London, den 16ten September. [7]

Die Armee, welche der Marschall Marmont kommandirte, scheint aufs Neue angriffsweise verfahren zu wollen. General Klinton hat den Auftrag, ihre Bewegungen zu beobachten, indessen das Schicksal der Waffen ohne Zweifel bald zwischen Lord Wellington und den Marschällen Soult und Suchet entscheiden wird.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 242. Dienstag, den 8/20. Oktober 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 268 Donnerstag, den 7. /19. November 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 269 Freytag, den 8. /20. November 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 269 Freytag, den 8. /20. November 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 269 Freytag, den 8. /20. November 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 158. Dienstag, den 2. July 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 240. Sonnabend, den 5/17. Oktober 1812.


  • Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 44. Dienstag, den 20. Februar 1812. ff.

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