FANDOM


K
 
Zeile 1: Zeile 1:
 
==Eintheilung der Baierischen Armee.==
 
==Eintheilung der Baierischen Armee.==
+
<br>
Die drei Divisionen der Baiern, welche in diesem [[Feldzuge]] mit der [[großen französischen Armee]] so ruhmvoll kämpften, sind folgender Maßen eingetheilt. Jede [[Division]] wird von einem [[General-Lieutenant]] commandirt, und besteht in vier Linien-Infanterie-Regimentern und ein oder zwei leichten [[Bataillon]]en in [[Brigade]]n eingetheilt, welche von zwei [[General-Major]]s commandirt werden; dann in zwei Regimentern [[Dragoner]] oder [[Chevauxlegers]], die ein General-Major von der Cavallerie commandirt. Jede dieser Divisionen hat ihren General-Stab und eine Division Artillerie, von einem Stabs-Officier commandirt; diese [[Artillerie]] besteht in vier und 5 [[Batterie]]n, wovon zwei fahrende oder sogenannte Wurstbatterien sind, die den Dienst der reitenden Artillerie thun, und aus zwei sechspfündigen und einer zwölfpfündigen Positions-Batterie, nebst den nöthigen [[Haubitzen]], Feldschmieden und Munitions-Wagen und Reserven, wie bei den Franzosen.
+
Die drei Divisionen der Baiern,<ref>Beobachtungen und historische Sammlung wichtiger Ereignisse aus dem Kriege zwischen Frankreich, dessen Verbündeten und Oesterreich im Jahr 1809. Weimar im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs. 1809.</ref> welche in diesem [[Feldzuge]] mit der [[großen französischen Armee]] so ruhmvoll kämpften, sind folgender Maßen eingetheilt. Jede [[Division]] wird von einem [[General-Lieutenant]] commandirt, und besteht in vier Linien-Infanterie-Regimentern und ein oder zwei leichten [[Bataillon]]en in [[Brigade]]n eingetheilt, welche von zwei [[General-Major]]s commandirt werden; dann in zwei Regimentern [[Dragoner]] oder [[Chevauxlegers]], die ein General-Major von der Cavallerie commandirt. Jede dieser Divisionen hat ihren General-Stab und eine Division Artillerie, von einem Stabs-Officier commandirt; diese [[Artillerie]] besteht in vier und 5 [[Batterie]]n, wovon zwei fahrende oder sogenannte Wurstbatterien sind, die den Dienst der reitenden Artillerie thun, und aus zwei sechspfündigen und einer zwölfpfündigen Positions-Batterie, nebst den nöthigen [[Haubitzen]], Feldschmieden und Munitions-Wagen und Reserven, wie bei den Franzosen.
   
 
Ueberhaupt besteht die baierische Armee in diesem Kriege aus:
 
Ueberhaupt besteht die baierische Armee in diesem Kriege aus:
Zeile 19: Zeile 19:
   
 
==Bericht über die verschiedenen Gefechte, welche die 2te baierische Division unter den Befehlen des Herrn General-Lieutenants, von Wrede, seit dem Anfange der Feindseligkeiten bestanden hat.==
 
==Bericht über die verschiedenen Gefechte, welche die 2te baierische Division unter den Befehlen des Herrn General-Lieutenants, von Wrede, seit dem Anfange der Feindseligkeiten bestanden hat.==
+
<br> <ref>Feldzüge des Kaisers Napoleon in Deutschland, Italien und Polen im Jahr 1809, nebst den Expeditionen von Neapel und Walchern, nach einem Tagebuch und der Correspondenz Napoleons; mit Belegen und einigen bisher ungedruckten Actenstücken. Von General Pelet. Stuttgart, bei Friedrich Franck h 1824.</ref>
 
 
:Den 16ten April Nachmittags wurden die auf der Landstraße von Rottenburg und Pfeffenhausen am weitesten vorgeschobenen Posten zur nemlichen Stunde, wo der General Deroy seine rückgängige Bewegung von Landshut machte, lebhaft angegriffen. Der Feind hatte starke Abtheilungen auf der Straße von Mosburg nach Pfeffenhausen geschickt, so wie auch über Menkofen und Au, um dem General Deroy in den Rücken zu fallen und ihm den Rückzug abzuschneiden.
 
:Den 16ten April Nachmittags wurden die auf der Landstraße von Rottenburg und Pfeffenhausen am weitesten vorgeschobenen Posten zur nemlichen Stunde, wo der General Deroy seine rückgängige Bewegung von Landshut machte, lebhaft angegriffen. Der Feind hatte starke Abtheilungen auf der Straße von Mosburg nach Pfeffenhausen geschickt, so wie auch über Menkofen und Au, um dem General Deroy in den Rücken zu fallen und ihm den Rückzug abzuschneiden.
   
Zeile 44: Zeile 44:
 
:Den 25ten April blieb die Division den ganzen Tag bei [[Vilsbiburg]] im [[Biwak|Bivouak]]. -- Den 26ten rückte sie über Neumarkt gegen Rohrbach vor, wo sie den Vortrab wieder machte, nachdem die Brücke über die Rohr hergestellt war, und gegen [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] marschirte, wo sie Abends um 8 Uhr ankam. Ihr Vortrab nahm in dieser Stadt zwei [[Husarenregiment Nr. 8 Kienmayer|Husaren von Kienmayer]] gefangen. Der Feind hatte mehrere Bogen der Innbrücke abgebrannt; als der commandirende General diese Brücke rekognoszirte, so schoßen die feindlichen Piquets lebhaft auf ihn, und verwundeten seinen Genie-Offizier, den Ober-Lieutenant Hazzi; der General ließ sogleich zwei Schützen-Pelotons vom 6ten leichten Regiment vortreten, welche, nach einigem Musketen-Feuer die feindlichen Piquets in die Flucht jagten. Sogleich wurde die Brücke hergestellt.
 
:Den 25ten April blieb die Division den ganzen Tag bei [[Vilsbiburg]] im [[Biwak|Bivouak]]. -- Den 26ten rückte sie über Neumarkt gegen Rohrbach vor, wo sie den Vortrab wieder machte, nachdem die Brücke über die Rohr hergestellt war, und gegen [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] marschirte, wo sie Abends um 8 Uhr ankam. Ihr Vortrab nahm in dieser Stadt zwei [[Husarenregiment Nr. 8 Kienmayer|Husaren von Kienmayer]] gefangen. Der Feind hatte mehrere Bogen der Innbrücke abgebrannt; als der commandirende General diese Brücke rekognoszirte, so schoßen die feindlichen Piquets lebhaft auf ihn, und verwundeten seinen Genie-Offizier, den Ober-Lieutenant Hazzi; der General ließ sogleich zwei Schützen-Pelotons vom 6ten leichten Regiment vortreten, welche, nach einigem Musketen-Feuer die feindlichen Piquets in die Flucht jagten. Sogleich wurde die Brücke hergestellt.
   
:Den 28ten Morgens 6 Uhr ging der Vortrab der Division über den Fluß, und stellte sich auf dem rechten Ufer des Inns auf. -- Der Kaiser kam um 4 Uhr Nachmittags in [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] an, und rekognoszirte die Gegend auf dem rechten Ufer und die Brücke. Der commandirende General, welcher die Ehre hatte, Se. Majestät zu begleiten, erhielt von Höchstdenselben den Befehl, auf der Stelle mit der ganzen Division gegen Wald zu marschiren, und daselbst über die Alza zu gehen, sich von da gegen [[Tittmoning|Tittmaning]] zu wenden, und bey dieser Stadt, oder bey [[Lauffen]] über die [[Salzach|Salza]] zu gehen. -- Die Division kam um Mitternacht in Garsching an, gegenüber von Wald, allein sie konnte daselbst nicht über die Alza gehen, weil es durchaus nicht möglich war, eine Brücke zu schlagen. Sie sezte daher ihren Marsch gegen Trosburg fort, kam Morgens um 6 Uhr dort an, verjagte den feind vom rechten Ufer, ließ daselbst die Brücke wieder herstellen, gieng um 8 Uhr über dieselbe, und wandte sich auf Nebenwegen gegen [[Tittmoning|Tittmaning]], wo sie um 1 Uhr einzog, und sehr beträchtliche Magazine vorfand. -- Als der commandirende General daselbst erfahren hatte, daß der Feind noch [[Lauffen]] besetzt hielt, sandte er eine Schwadron vom 3ten Chevauxlegers-Regiment ab, um ihn zu rekognosziren. Diese fand ihn in Friedling, griff ihn an, und nahm ihm 21 Mann Chevauxlegers von Orelli und 21 Pferde ab. Auf die Anzeige, die dem commandirenden General hievon gemacht wurde, erhielt der General Graf von Preysing den Befehl, den gedachten Capitaine mit 4 Schwadronen zu unterstützen, und noch im Laufe des Tages den Feind aus [[Lauffen]] zu vertreiben. Der Graf von Preising vollzog diesen Auftrag aufs Beste. Als er den Feind nach [[Lauffen]] zurückgeworfen hatte, schloß dieser die Thore; allein er ließ sie einschlagen, und nahm die Stadt in Besitz; indessen kam er zu spät, um die Brücke zu retten, die der Feind schon abgebrannt hatte. -- In der Nacht erhielt der commandirende General einen Befehl von Sr. Hoheit dem Major-General, wodurch er in Kenntniß gesetzt wurde, daß Se. Majestät der Kaiser ihm den freyen Willen lasse, im Laufe des Tages mit seiner Division jene Richtung zu nehmen, welche er für die angemessenste halten würde.
+
:Den 28ten Morgens 6 Uhr ging der Vortrab der Division über den Fluß, und stellte sich auf dem rechten Ufer des Inns auf. -- Der Kaiser kam um 4 Uhr Nachmittags in [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] an, und rekognoszirte die Gegend auf dem rechten Ufer und die Brücke. Der commandirende General, welcher die Ehre hatte, Se. Majestät zu begleiten, erhielt von Höchstdenselben den Befehl, auf der Stelle mit der ganzen Division gegen Wald zu marschiren, und daselbst über die Alza zu gehen, sich von da gegen [[Tittmoning|Tittmaning]] zu wenden, und bey dieser Stadt, oder bey [[Laufen|Lauffen]] über die [[Salzach|Salza]] zu gehen. -- Die Division kam um Mitternacht in Garsching an, gegenüber von Wald, allein sie konnte daselbst nicht über die Alza gehen, weil es durchaus nicht möglich war, eine Brücke zu schlagen. Sie sezte daher ihren Marsch gegen Trosburg fort, kam Morgens um 6 Uhr dort an, verjagte den feind vom rechten Ufer, ließ daselbst die Brücke wieder herstellen, gieng um 8 Uhr über dieselbe, und wandte sich auf Nebenwegen gegen [[Tittmoning|Tittmaning]], wo sie um 1 Uhr einzog, und sehr beträchtliche Magazine vorfand. -- Als der commandirende General daselbst erfahren hatte, daß der Feind noch [[Laufen|Lauffen]] besetzt hielt, sandte er eine Schwadron vom 3ten Chevauxlegers-Regiment ab, um ihn zu rekognosziren. Diese fand ihn in Friedling, griff ihn an, und nahm ihm 21 Mann Chevauxlegers von Orelli und 21 Pferde ab. Auf die Anzeige, die dem commandirenden General hievon gemacht wurde, erhielt der General Graf von Preysing den Befehl, den gedachten Capitaine mit 4 Schwadronen zu unterstützen, und noch im Laufe des Tages den Feind aus [[Laufen|Lauffen]] zu vertreiben. Der Graf von Preising vollzog diesen Auftrag aufs Beste. Als er den Feind nach [[Laufen|Lauffen]] zurückgeworfen hatte, schloß dieser die Thore; allein er ließ sie einschlagen, und nahm die Stadt in Besitz; indessen kam er zu spät, um die Brücke zu retten, die der Feind schon abgebrannt hatte. -- In der Nacht erhielt der commandirende General einen Befehl von Sr. Hoheit dem Major-General, wodurch er in Kenntniß gesetzt wurde, daß Se. Majestät der Kaiser ihm den freyen Willen lasse, im Laufe des Tages mit seiner Division jene Richtung zu nehmen, welche er für die angemessenste halten würde.
   
:Den 29ten April setzte er sich mit Tagesanbruch in Marsch nach [[Lauffen]], mit Ausnahme des 6ten Linienregiments, das in der Nacht unter den Befehlen des General Grafen Beckers zu [[Tittmoning|Tittmaning]] auf das rechte Ufer der Salza übergegangen war, um längs des Flusses gegen [[Lauffen]] hinauf zu marschiren. Der Vortrab der Division kam um 8 Uhr Morgens bei dieser Stadt an; um 11 Uhr war eine Schiffbrücke geschlagen und die Division ging hinüber, und schlug sogleich den Weg nach Salzburg ein, um, wenn es möglich wäre noch an demselben Tage sich dieses Platzes zu bemächtigen. Auf dem halben Wege traf sie den Feind, der sich halten zu wollen schien. Eine Schwadron des 2ten Chevauxlegers-Regiments griff eine Schwadron Chevauxlegers von Orelly an. Ein Ober-Lieutenant, einige und 20 feindliche Chevauxlegers wurden gefangen, und mehrere getödtet und verwundet. --
+
:Den 29ten April setzte er sich mit Tagesanbruch in Marsch nach [[Laufen|Lauffen]], mit Ausnahme des 6ten Linienregiments, das in der Nacht unter den Befehlen des General Grafen Beckers zu [[Tittmoning|Tittmaning]] auf das rechte Ufer der Salza übergegangen war, um längs des Flusses gegen [[Laufen|Lauffen]] hinauf zu marschiren. Der Vortrab der Division kam um 8 Uhr Morgens bei dieser Stadt an; um 11 Uhr war eine Schiffbrücke geschlagen und die Division ging hinüber, und schlug sogleich den Weg nach Salzburg ein, um, wenn es möglich wäre noch an demselben Tage sich dieses Platzes zu bemächtigen. Auf dem halben Wege traf sie den Feind, der sich halten zu wollen schien. Eine Schwadron des 2ten Chevauxlegers-Regiments griff eine Schwadron Chevauxlegers von Orelly an. Ein Ober-Lieutenant, einige und 20 feindliche Chevauxlegers wurden gefangen, und mehrere getödtet und verwundet. --
   
 
:Der Feind, aus seinem ersten Posten vertrieben, leistete in dem zweiten lebhafteren Widerstand. Da ließ der kommandirende General seine Infanterie und seine leichte Batterie vorrücken, und griff ihn ernsthaft an, trieb ihn von Posten zu Posten bis auf das Glacis von Salzburg, wo der Feind von Neuem Stand hielt; allein er konnte der Tapferkeit und der Unerschrockenheit des 6ten Linienregiments, des 6ten leichten Bataillons, und des 2ten und 3ten Chevauxlegers-Regiments und der leichte Batterie, welche allein beim Angriff gebraucht wurden, nicht widerstehen. Der General drang zu gleicher Zeit mit dem Feind in die Stadt, nahm ihm 13 Offiziere, bei 600 Mann, 4 Geschütze, viele Munition, Equipagen und beträchtliche Magazine. -- In der Nacht erhielt der General-Lieutenant den Befehl, den folgenden Tag nach Straßwalchen aufzubrechen, und sich links mit der großen Armee in Verbindung zu setzen.
 
:Der Feind, aus seinem ersten Posten vertrieben, leistete in dem zweiten lebhafteren Widerstand. Da ließ der kommandirende General seine Infanterie und seine leichte Batterie vorrücken, und griff ihn ernsthaft an, trieb ihn von Posten zu Posten bis auf das Glacis von Salzburg, wo der Feind von Neuem Stand hielt; allein er konnte der Tapferkeit und der Unerschrockenheit des 6ten Linienregiments, des 6ten leichten Bataillons, und des 2ten und 3ten Chevauxlegers-Regiments und der leichte Batterie, welche allein beim Angriff gebraucht wurden, nicht widerstehen. Der General drang zu gleicher Zeit mit dem Feind in die Stadt, nahm ihm 13 Offiziere, bei 600 Mann, 4 Geschütze, viele Munition, Equipagen und beträchtliche Magazine. -- In der Nacht erhielt der General-Lieutenant den Befehl, den folgenden Tag nach Straßwalchen aufzubrechen, und sich links mit der großen Armee in Verbindung zu setzen.
Zeile 59: Zeile 59:
   
   
==Quellen und Literatur.==
+
==Quellen.==
*Beobachtungen und historische Sammlung wichtiger Ereignisse aus dem Kriege zwischen Frankreich, dessen Verbündeten und Oesterreich im Jahr 1809. Weimar im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs. 1809.
+
<references/>
*Feldzüge des Kaisers Napoleon in Deutschland, Italien und Polen im Jahr 1809, nebst den Expeditionen von Neapel und Walchern, nach einem Tagebuch und der Correspondenz Napoleons; mit Belegen und einigen bisher ungedruckten Actenstücken. Von General Pelet. Stuttgart, bei Friedrich Franck h 1824.
 
 
[[Kategorie: Armeen]]
 
[[Kategorie: Armeen]]
 
[[Kategorie: Königreich Bayern (Armeen)]]
 
[[Kategorie: Königreich Bayern (Armeen)]]

Aktuelle Version vom 26. März 2020, 11:36 Uhr

Eintheilung der Baierischen Armee.Bearbeiten


Die drei Divisionen der Baiern,[1] welche in diesem Feldzuge mit der großen französischen Armee so ruhmvoll kämpften, sind folgender Maßen eingetheilt. Jede Division wird von einem General-Lieutenant commandirt, und besteht in vier Linien-Infanterie-Regimentern und ein oder zwei leichten Bataillonen in Brigaden eingetheilt, welche von zwei General-Majors commandirt werden; dann in zwei Regimentern Dragoner oder Chevauxlegers, die ein General-Major von der Cavallerie commandirt. Jede dieser Divisionen hat ihren General-Stab und eine Division Artillerie, von einem Stabs-Officier commandirt; diese Artillerie besteht in vier und 5 Batterien, wovon zwei fahrende oder sogenannte Wurstbatterien sind, die den Dienst der reitenden Artillerie thun, und aus zwei sechspfündigen und einer zwölfpfündigen Positions-Batterie, nebst den nöthigen Haubitzen, Feldschmieden und Munitions-Wagen und Reserven, wie bei den Franzosen.

Ueberhaupt besteht die baierische Armee in diesem Kriege aus:

13 Linien-Infanterie-Regimentern,
12 Reserve-Bataillons,
7 leichten Infanterie-Bataillons,
2 freiwilligen Jäger-Bataillons zu Fuß,
1 freiwilligen Jäger-Corps zu Pferd,
2 Dragoner- und
4 Chevauxlegers-Regimentern und aus einigen
20 Batterien Artillerie.
Dazu kommt noch ein Bergschützen-Corps von etwa 7000 Mann und die noch zu organisirenden National-Garden als mobile Colonnen und das Bürgermilitair.

Nach dieser Ansicht kann man sich bedenken, wie sehr ein Land leidet, das durch die Umstände mit Gewalt gezwungen wird, seine Wehranstalten bis zum höchsten Grade der Möglichkeit hinauf zu spannen. Die Coalitionen der benachbarten Mächte gegen Frankreich, nöthigen es aus allen seinen Bürgern Krieger, und diese zu Bürgern zu machen; die Baiern und die übrigen Teutschen, durch die Ereignisse gedrängt, sind auf demselben Wege, können leicht das Ziel erreichen und dann, ihr Beherrscher des Ostens, dürft ihr euch nur über euch selbst beklagen; eure Absichten und Maaßregeln sind es, die ihnen die Waffen in die Hände gegeben haben. Schwer ist der vernünftige besonnene Teutsche zum Aufruhr zu verleiten; aber er wird bis zur Verzweiflung für seine Unabhängigkeit, seinen König und seine Constitution kämpfen, die ihm eine gemäßigte bürgerliche Freiheit und deren Rechte sichert. Nie läßt sich die öffentliche Meinung unter den Teutschen auf die Dauer mit Gewalt leiten und für das Wahre, das anerkannte Gerechte und Gute, wird die Mehrheit der Teutschen nie die Augen verschließen oder sich durch Worte, denen Thatsachen widersprechen, exaltiren lassen.


Bericht über die verschiedenen Gefechte, welche die 2te baierische Division unter den Befehlen des Herrn General-Lieutenants, von Wrede, seit dem Anfange der Feindseligkeiten bestanden hat.Bearbeiten


[2]

Den 16ten April Nachmittags wurden die auf der Landstraße von Rottenburg und Pfeffenhausen am weitesten vorgeschobenen Posten zur nemlichen Stunde, wo der General Deroy seine rückgängige Bewegung von Landshut machte, lebhaft angegriffen. Der Feind hatte starke Abtheilungen auf der Straße von Mosburg nach Pfeffenhausen geschickt, so wie auch über Menkofen und Au, um dem General Deroy in den Rücken zu fallen und ihm den Rückzug abzuschneiden.
Den 17ten April hatte der Nachtrab der 3ten Division bei Tages-Anbruch kaum die Vorposten der 2ten Division passirt, als der Feind mit aller Gewalt gegen Schwambach vordrang, und die Reuterei des Generallieutenants von Wrede angriff, welche auf der Straße von Siegenburg staffelförmig aufgestellt war. Es fanden sehr ernsthafte Cavallerie-Angriffe statt; das 2te und 3te Chevauxlégers-Regiment griffen jedes in seiner Reihe an, und das Resultat war, daß der Feind zurückgeworfen wurde, und 62 Uhlanen an Gefangenen verlor. -- Die Division erhielt von Marschall Herzog von Danzig im Laufe des Tages Befehl, sich in der Nacht nach Vohburg zurückzuziehen. Die Brücke über die Abens bei Siegenburg wurde zerstört, und die rückgängige Bewegung angefangen, als ein Courier von Sr. Majestät dem Kaiser dem kommandirenden General-Lieutenant bei Neustadt den Befehl brachte, hinter der Abens wieder Stellung zu nehmen; was im Laufe des 18ten April ausgeführt wurde.
Den 18ten April setzte sich der General an die Spitze seiner Reuterei, der Schützen des 12ten Linien-Infanterie-Regiments und der leichten Batterie des Capitaine Casspert; er stieß auf den Feind, der, in der Zwischenzeit die Brücke über die Abens bei Siegenburg auf der Höhe von Mülhausen hergestellt und passirt hatte. Der General ließ ihn von den Schützen mit Nachdruck angreifen, und von seiner leichten Artillerie mit Kartätschen beschießen, dergestalt, daß der Feind plötzlich das linke Ufer verließ, und sich nach Siegenburg zurückzog. Nachdem er sich der Brücke bemeistert hatte, setzte sich der commandirende General in Biburg fest, und ließ die ganze Division vorbeidefiliren, welche in diesem Gefecht nur 5 Verwundete hatte, während dagegen die Oesterreicher viele Todte auf dem Schlachtfelde zurückließen. -- In der Nacht machte der Feind Bewegungen gegen Abensberg, und griff zu wiederholtenmalen diese Stadt an; allein er wurde jedesmal von dem Oberlieutenant Stengel, der die Schützen des 3ten Infanterie-Regiments befehligte, zurückgeworfen.
Den 19ten April machte der Feind große Bewegungen gegen die ganze Linie, vor der Fronte der Division und längs des rechten Ufers der Abens. Es entwickelte sich eine lebhafte Kanonade, und als der commandirende General bemerkte, daß der Feind bedeutende Streitkräfte gegen Abensberg hin schickte, woselbst die erste und dritte Division defilirt hatte, so hielt er diesen Zeitpunkt für passend, die Abens bei Biburg zu passiren, um die Aufmerksamkeit des Feindes mehr auf sich zu ziehen. Das Kanonenfeuer wurde immer lebhafter; allein der Feind konnte nun eben so wenig aus seiner Stellung vertrieben werden, als es ihm möglich war, das Feuer der Division zum Schweigen zu bringen. Dieses Kanonenfeuer dauerte bis lange in die Nacht hinein; und alle Truppen hielten dasselbe mit vieler Kaltblütigkeit aus. -- Das 6te Linien-Regiment, welches der Herzog von Danzig mit sich genommen hatte, um den Angriff zu unterstützen, welchen er mit der 1ten und 3ten Division bei Abensberg versuchte, hat den Vortheil gehabt, dem Feind eine Kanone anzunehmen.
Den 20ten April, an dem glücklichen und merkwürdigen Tage, an welchem Se. Majestät der Kaiser und König zur Armee kamen und in höchst Ihrem Bivouack bei Abensberg beschloßen, noch den nemlichen Tag den Feind anzugreifen -- Den 20ten wurde der die Division commandirende General-Lieutenant zu Sr. Majestät berufen, Höchstwelche den Befehl ertheilten, eine Brücke über die Abens zu schlagen, über diesen Fluß zu gehen, das feindliche Centrum anzugreifen, es zu durchbrechen, und gegen die rechte Flanke seines linken Flügels zu manövriren. -- Dieser Befehl des Kaisers wurde um 2 Uhr Nachmittags ausgeführt; die feindliche Linie, die starken Widerstand leistete, wurde durchbrochen, hierauf von einem Walde zum andern, und von einer Anhöhe zur andern getrieben; endlich rückte die Division so weit in seinem Rücken vor, daß er, ungeachtet seiner Ueberlegenheit, gezwungen wurde, eine rückgängige Bewegung zu machen, -- eine Bewegung, die er nicht hätte ausführen können, wenn nicht General Vandamme gegen alle Erwartung die erste Brigade der Division aufgehalten hätte und wenn nicht die Munition auf einige Zeit ausgegangen wäre. -- Nachdem die Oesterreicher durch das mörderische Feuer der baierischen Artillerie, von welcher sie stets in die Flanke genommen wurden, einen sehr bedeutenden Verlust erlitten und 500 Gefangene verlohren hatten, zogen sie sich eiligst hinter Schwambach gegen Pfeffenhausen zurück. Der commandirende Generallieutenant war kaum in Schwambach angekommen, so erhielt derselbe von Sr. Majestät dem Kaiser den Befehl, die Oesterreicher bis Pfeffenhausen zu treiben, und sich dieses Fleckens zu bemächtigen. Als der Feind hinter Schwambach auf den Anhöhen im Wald Posten gefaßt hatte, so wählte der General das sechste leichte Bataillon und das 2te des 7ten Linien-Regiments um ihn anzugreifen und zu verjagen. Der Feind macht ein sehr lebhaftes Feuer; aber es wurde ihm durch Bataillons-Feuer erwiedert; und als er sich mit dem Bajonette angegriffen sah, so wich er und zog sich von einer Anhöhe auf die andere zurück, um noch Widerstand zu leisten; allein er wurde allenthalben vertrieben, und zwar immer mit großem Verluste. --
Eine Stunde von Pfeffenhausen ließ der kommandirende General das 2te Bataillon des 7ten Linien-Regiments in Reserve zurück, setzte sich an die Spitze des 6ten leichten Regiments, rückte bis gegen Pfeffenhausen, griff im Sturmschritt den Feind an, der gerade beschäftigt war, die Brücke abzubrennen, drang zugleich mit ihm in den Flecken ein, und nahm ihm einige hundert Gefangene ab, worunter sich der Adjudant des österreichischen Generals Bianchi befand, wie auch eine große Anzahl Munitions- und Bagage-Wagen. --
Den 21ten April mit Tagesanbruch erhielt er den Befehl, gegen Landshut aufzubrechen, was er auf der Stelle that. Nachdem er nur noch einige feindliche Posten in den Engpässen gefunden hatte, brach er gegen 9 Uhr Morgens bei Aldorf hervor. -- Der Feind befand sich mit vieler Reuterei in der Ebene zwischen diesem Dorf und Landshut; allein sobald der commandirende General ihn mit seiner leichten Batterie hatte beschießen lassen, sah er, wie derselbe vor den französischen Colonnen, welche auf den Straßen von Rottenburg und Au hervorbrachen, in der größten Unordnung gegen Landshut die Flucht ergriff, und seine Artillerie und Gepäck im Stiche ließ. Die Division nahm ihm 11 Stück Geschütz und eine große Anzahl Munition und Equipagen ab. -- Der General-Lieutenant rückte sogleich mit einer Division des 3ten Chevauxlegers-Regiments vorwärts, allein er konnte nicht eher in die Stadt dringen, als bis durch die unvergleichliche Tapferkeit eines französischen Regiments der Feind daraus verjagt und die Brücke gerettet worden war. Alsdann errichte er mit dieser Division die Anhöhen hinter Landshut, um den Angriff der braven französischen Regimenter zu unterstützen, welche unter den Befehlen des Herzogs von Istrien den Feind über den Haufen warfen, und ihn gegen Geisenhausen zurücktrieben. Der General stellte diese Division Chevaux-Legers zur Verfügung des Herrn Marschalls, um den Feind zu verfolgen, und begab sich für seine Person zum Kaiser, um dessen Befehle einzuholen.
Den 22ten April befahlen ihm Se. Majestät bei Tages-Anbruch gegen Geisenhausen zu marschiren, um die Bewegung des Herzogs von Istrien zu unterstützen, und den Feind soweit als möglich gegen den Inn zu werfen. -- Die Division kam den nemlichen Tag bei Neumarkt an, und blieb im Bivouak hinter der Rott. -- Der General Graf von Preising wurde mit sechs Schwadronen Chevauxlegers über Mosburg gegen München abgesendet, um, wenn es möglich wäre, den Feind daraus zu verjagen.
Den 23ten April wurde das sechste leichte Bataillon auf der Straße von Neuöttingen nach Rohrbach abgesendet, um die Vorposten von zwei französischen Chasseurs Regimentern zu unterstützen. Gegen Abend wurden diese Vorposten vom Feind lebhaft angegriffen, und gegen Stotten zurückgeworfen; das 6te leichte Bataillon, welches sich gut benommen hat, verlor 40 Mann an Todten, Verwundeten und Gefangenen.
Sobald der commandirende General den Bericht von diesem Gefecht erhalten hatte, ließ er das 13te Linien-Regiment auf die Anhöhen vorwärts Neumarkt vorrücken, um daselbst zu bivouakiren; der General Graf Minucci begab sich selbst dahin. -- Der Herzog von Istrien zog die Vorposten der französischen Jäger hinter Stotten zurück, und stellte das Gros derselben vor dem Bivouak des 13ten Linien-Regiments auf.
Den 24ten April Morgens gegen 7 Uhr griffen die feindlichen Vorposten die unserigen an, und begannen ein lebhaftes Geplänkel. Der General stieg mit dem Herzog v. Istrien zu Pferd, ließ das sechste leichte Bataillon auf der linken Flanke des 2ten Bataillons des 13ten Linien-Regiments in den Wald marschiren, schickte die leichte Halb-Batterie auf der Hauptstrase dem General Minucci zu und stellte die andere Halb-Batterie auf dem rechten Flügel des sechsten leichten Bataillons auf. -- Den Tag vorher war der General von Preysing, da er nicht bis München vordringen konnte, wieder zur Division gestossen, und hielt die Dörfer hinter Neumark mit seiner Reuterei besezt; Blos die Chevauxlégers Division des Majors Hascher beobachtete die Straße von Eggenfeld, wo sie 2 Tage früher dem Feinde hundert Ochsen abgenommen hatte. -- Nach 8 Uhr morgens entwickelte der Feind 3 starke Colonnen ließ mehrere Batterien auffahren und unterstüzte seinen Angriff mit 3000 Pferden. Der commandirende General ließ, nachdem er die Befehle des Marschalls Herzog v. Istrien eingeholt hatte, das 3te Linien Regiment und bald darauf die ganze Brigade des Generals Grafen Beckers, so wie auch 9 Stücke von dem Reservegeschütz auf der Anhöhe aufstellen. Der Angriff wurde allgemein, und alle Anstrengungen des Feindes, um die Division zurückzuwerfen, waren vergebens; allein als derselbe neue Streitkräfte und wenigstens 36,000 Mann entwickelt hatte, so glaubte der Marschall Herzog von Istrien, welcher während des Gefechtes die Vorsicht gehabt hatte, ein französisches Regiment von der Division Molitor auf die Anhöhe rücken zu lassen, -- es sey an der Zeit das Schlachtfeld zu räumen. Die rückgängige Bewegung wurde also um halb 1 Uhr angefangen, und mit der größten Ordnung ausgeführt, die nur dann einen Augenblick gestört wurde, als die Reuterei und das Fußvolk zur gleichen Zeit an der Brücke über die Rott ankamen, um über diesen Fluß zu gehen; Hier wurde der Verlust bedeutender, weil der Feind auf dem Fuß nachfolgte, und jede Kugel ihren Mann traf. Die Division zog sich nach Aich zurück, und das Corps des Generals Molitor machte den Nachtrab mit der größten Kaltblütigkeit und mit der strengsten Ordnung. -- Die Division zählte an diesem Tage an Todten und Verwundeten 57 Unteroffiziere und 591 Soldaten, gegen 200 Vermißte oder Gefangene, und 38 theils todte, theils verwundete Offiziere. Drei Offiziere wurden zu Gefangenen gemacht, dagegen hat die Division dem Feinde 7 Offiziere und 400 Mann abgenommen; und ein weit größere Anzahl ist todt oder verwundet auf dem Schlachtfeld geblieben.
Den 25ten April blieb die Division den ganzen Tag bei Vilsbiburg im Bivouak. -- Den 26ten rückte sie über Neumarkt gegen Rohrbach vor, wo sie den Vortrab wieder machte, nachdem die Brücke über die Rohr hergestellt war, und gegen Mühldorf marschirte, wo sie Abends um 8 Uhr ankam. Ihr Vortrab nahm in dieser Stadt zwei Husaren von Kienmayer gefangen. Der Feind hatte mehrere Bogen der Innbrücke abgebrannt; als der commandirende General diese Brücke rekognoszirte, so schoßen die feindlichen Piquets lebhaft auf ihn, und verwundeten seinen Genie-Offizier, den Ober-Lieutenant Hazzi; der General ließ sogleich zwei Schützen-Pelotons vom 6ten leichten Regiment vortreten, welche, nach einigem Musketen-Feuer die feindlichen Piquets in die Flucht jagten. Sogleich wurde die Brücke hergestellt.
Den 28ten Morgens 6 Uhr ging der Vortrab der Division über den Fluß, und stellte sich auf dem rechten Ufer des Inns auf. -- Der Kaiser kam um 4 Uhr Nachmittags in Mühldorf an, und rekognoszirte die Gegend auf dem rechten Ufer und die Brücke. Der commandirende General, welcher die Ehre hatte, Se. Majestät zu begleiten, erhielt von Höchstdenselben den Befehl, auf der Stelle mit der ganzen Division gegen Wald zu marschiren, und daselbst über die Alza zu gehen, sich von da gegen Tittmaning zu wenden, und bey dieser Stadt, oder bey Lauffen über die Salza zu gehen. -- Die Division kam um Mitternacht in Garsching an, gegenüber von Wald, allein sie konnte daselbst nicht über die Alza gehen, weil es durchaus nicht möglich war, eine Brücke zu schlagen. Sie sezte daher ihren Marsch gegen Trosburg fort, kam Morgens um 6 Uhr dort an, verjagte den feind vom rechten Ufer, ließ daselbst die Brücke wieder herstellen, gieng um 8 Uhr über dieselbe, und wandte sich auf Nebenwegen gegen Tittmaning, wo sie um 1 Uhr einzog, und sehr beträchtliche Magazine vorfand. -- Als der commandirende General daselbst erfahren hatte, daß der Feind noch Lauffen besetzt hielt, sandte er eine Schwadron vom 3ten Chevauxlegers-Regiment ab, um ihn zu rekognosziren. Diese fand ihn in Friedling, griff ihn an, und nahm ihm 21 Mann Chevauxlegers von Orelli und 21 Pferde ab. Auf die Anzeige, die dem commandirenden General hievon gemacht wurde, erhielt der General Graf von Preysing den Befehl, den gedachten Capitaine mit 4 Schwadronen zu unterstützen, und noch im Laufe des Tages den Feind aus Lauffen zu vertreiben. Der Graf von Preising vollzog diesen Auftrag aufs Beste. Als er den Feind nach Lauffen zurückgeworfen hatte, schloß dieser die Thore; allein er ließ sie einschlagen, und nahm die Stadt in Besitz; indessen kam er zu spät, um die Brücke zu retten, die der Feind schon abgebrannt hatte. -- In der Nacht erhielt der commandirende General einen Befehl von Sr. Hoheit dem Major-General, wodurch er in Kenntniß gesetzt wurde, daß Se. Majestät der Kaiser ihm den freyen Willen lasse, im Laufe des Tages mit seiner Division jene Richtung zu nehmen, welche er für die angemessenste halten würde.
Den 29ten April setzte er sich mit Tagesanbruch in Marsch nach Lauffen, mit Ausnahme des 6ten Linienregiments, das in der Nacht unter den Befehlen des General Grafen Beckers zu Tittmaning auf das rechte Ufer der Salza übergegangen war, um längs des Flusses gegen Lauffen hinauf zu marschiren. Der Vortrab der Division kam um 8 Uhr Morgens bei dieser Stadt an; um 11 Uhr war eine Schiffbrücke geschlagen und die Division ging hinüber, und schlug sogleich den Weg nach Salzburg ein, um, wenn es möglich wäre noch an demselben Tage sich dieses Platzes zu bemächtigen. Auf dem halben Wege traf sie den Feind, der sich halten zu wollen schien. Eine Schwadron des 2ten Chevauxlegers-Regiments griff eine Schwadron Chevauxlegers von Orelly an. Ein Ober-Lieutenant, einige und 20 feindliche Chevauxlegers wurden gefangen, und mehrere getödtet und verwundet. --
Der Feind, aus seinem ersten Posten vertrieben, leistete in dem zweiten lebhafteren Widerstand. Da ließ der kommandirende General seine Infanterie und seine leichte Batterie vorrücken, und griff ihn ernsthaft an, trieb ihn von Posten zu Posten bis auf das Glacis von Salzburg, wo der Feind von Neuem Stand hielt; allein er konnte der Tapferkeit und der Unerschrockenheit des 6ten Linienregiments, des 6ten leichten Bataillons, und des 2ten und 3ten Chevauxlegers-Regiments und der leichte Batterie, welche allein beim Angriff gebraucht wurden, nicht widerstehen. Der General drang zu gleicher Zeit mit dem Feind in die Stadt, nahm ihm 13 Offiziere, bei 600 Mann, 4 Geschütze, viele Munition, Equipagen und beträchtliche Magazine. -- In der Nacht erhielt der General-Lieutenant den Befehl, den folgenden Tag nach Straßwalchen aufzubrechen, und sich links mit der großen Armee in Verbindung zu setzen.
Den 30ten in der Früh begann er diese Bewegung; kam um 3 Uhr Nachmittags in der Stellung von Straßwalchen an, wo er sich militärisch aufstellte, nachdem er im Laufe des Tages etliche und 60 Gefangene gemacht hatte. Da er Partheyen gegen Mattighofen nach Frankenmark und Monsée geschickt hatte, wo sie bedeutende Vorräthe und Fourrage fanden, so blieb er den ersten Mai in der gedachten Stellung; da er den 2ten den Befehl erhielt, Partheyen gegen Gmünd vorzuschieben, so nahm er mit seinem Vortrab seine Stellung in Frankenmarkt. Auf diesen Befehl folgte jener, bis auf Weiteres nicht über Voklabruck hinaus zu gehen; der kommandirende General ließ daher den 3ten die Division nach diesem letztern Orte und nach Timelkam marschiren, und sich dort bereit halten.

Geschrieben zu Voklabruck, den 4ten Mai 1809.

Der kommandirende Generallieutenant der Division.
Unterzeichnet: Wrede.


Quellen.Bearbeiten

  1. Beobachtungen und historische Sammlung wichtiger Ereignisse aus dem Kriege zwischen Frankreich, dessen Verbündeten und Oesterreich im Jahr 1809. Weimar im Verlage des Landes-Industrie-Comptoirs. 1809.
  2. Feldzüge des Kaisers Napoleon in Deutschland, Italien und Polen im Jahr 1809, nebst den Expeditionen von Neapel und Walchern, nach einem Tagebuch und der Correspondenz Napoleons; mit Belegen und einigen bisher ungedruckten Actenstücken. Von General Pelet. Stuttgart, bei Friedrich Franck h 1824.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.