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Tagebuch der Belagerung des Schlosses Burgos.Bearbeiten


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SectieBurgosAngriff

Angriff des Schlosses von Burgos, vom 19ten September bis 21ten October 1812.

Einschließung. (7tes Kupfer).

Den 19ten September wurde Burgos eingeschlossen. Die 6te Division blieb links dem Arlanzon, die 1ste und 5te Division und zwei portugiesische Brigaden wateten durch den Fluß und umgingen die St. Michelshöhen. Ihre Vorhut nahm sofort von allen Deckung gewährten Theilen derselben, durch Vertreibung des Feindes aus drei (G) zur Einsicht in die Schluchten, auf der Höhenseite getrennt angelegten Fleschen, Besitz.

Der Rest des Heers rückte, zur Deckung des Angriffs, auf der Hochstraße über Monasterio vor.

Angriffs-Mittel.

5 Ingenieur-Offiziere, worunter Oberstlieutenant Burgoyne als leitender, und Oberstlieutenant Johns. 81 Linien- und 24 Militair-Handwerker.

Vorräthe:

A. Geschütze:
3 18pfünder,
5 eiserne 24pfündige Haubitzen nebst 300 Schuß für jede und
15 Fässer Pulver.
B. Materialien:
600 Spaten,
100 Aexte,
200 Hacken.

Ein später in Burgos gefundner bedeutender Vorrath französischer Schanzzeuge wurde in die Niederlage geschafft.

Besichtigung.

Gleich nach der Einschließung wurde der Platz besichtigt. Er liegt mit Ausnahme der Höhenseite von St. Michel (8tes Kupfer Fig. 2.), deren 320 Schritt entfernte Kuppe fast eben so hoch als die obern Schloßwerke ist, und worauf, durch einen tiefen Hohlwerk getrennt, sich ein nach starkem Durchschnitt erbautes Hornwerk befindet, sehr beherrschend. Seine schroffe 25 Fuß hohe vordere Escarpe ist ungefähr unter einem Winkel von 60 Grad angesetzt, und durch eine 10 Fuß tiefe Contrescarpe gedeckt.

Die langen Linien waren nicht fertig, und der Rücken wegen des raschen Andringens der Verbündeten nur vorläufig durch starke Pallisaden geschlossen, und so wenig jene als die Front weder pallisadirt noch verpfählt.

Nach den besten Nachrichten hatte der Feind im Schloß 2,000 Mann, 9 schwere Canons, 11 Feldstücke, und 6 Mörser oder Haubitzen und war mit Munition und Lebensmitteln gut versehen.

Die zum Angriff erwählte Seite, befand sich unter dem südlichen Ende der Blanca-Kirche, weil hier die schmalste Front und der Abhang (8tes Kupfer Fig. 6.) so steil war, daß die in den ohnehin sehr schwach und fehlerhaft gebauten Werken befindlichen Canons zum Herabschießen nicht genug gesenkt werden konnten. Die äußere Linie ist eine alte unflankirte, mit einer Erd-Brustwehr versehene, vorne und in der linken Flanke angreifbare Mauer; die zweite, eine schlecht angelegte und fehlerhaft flankirte Erdwerk-Linie, deren Graben und Escarpen dem Hornwerk St. Michel, dessen Besitz dem Angriff jeder Seite, den der Stadt ausgenommen, vorangehn muß, sehr ausgesetzt liegt. Die obere durch das schwache und keiner Vertheidigung fähige Gebäude der Blanca-Kirche überfüllt, hatte keinen innern Raum.

Diese Linien waren pallisadirt oder verpfählt, wurden jedoch nachdem sie kurz zuvor, durch für diesen Zweck auf der Höhe von St. Michel erbaute Batterien beschossen seyn würden, ihrer fehlerhaften Anlage und ihres schwachen Durchschnitts wegen, für unfähig gehalten einem Sturm zu widerstehen; daher bei den ungewöhnlich beschränkten Geschützmitteln, jede Linie besonders gestürmt, und die vorhergenommene zuvörderst erst durch ein gutes Unterkommen mit zuverlässiger Verbindung gesichert werden sollte. Nachstehender Angriffsentwurf erhielt hierauf Lord Wellingtons Genehmigung.

Angriffs-Entwurf. (7tes Kupfer).
SectieBurgosHornwerk

Die erste Nacht wird das Hornwerk St. Michel gestürmt, und ein Unterkommen mit den nöthigen Rücken-Verbindungen eingerichtet; die folgende Nacht, die durch eine Bergabhang gegen das Schloß-Feuer gedeckte, und den anzugreifenden Theil des Erstern einsehende Batterie Nr. 1., für 5 Canons, angefangen; auch unterm Schutz einer steilen Höhe, aus den St. Pedro-Vorstädten, eine Verbindung bis 70 Schritt vom Wall vorgetrieben, um den zu führenden Laufgraben mit den obern Werken zu vereinigen. Aus selbigen wird gegen die Mauer, so weit als deren beherrschende Höhe ohne gesehen zu seyn, es zuläßt, mit der Sappe vorgegangen, und um die Escarpe zu sprengen, Minengänge darunter geführt. Kurz vor der Sprengung beginnt Nr. 1. sein Feuer auf die 2te Linie, um den Feind von deren Gebrauch abzuhalten, indeß die Truppen das Unterkommen in der ersten Umfassung einrichten. Ist es oberhalb der ersten Mauer fertig, und stehn die Truppen zur Stürmung der 2ten Linie bereit; so wendet Nr. 1. sich eben so gegen die 3te Linie, um einen Theil der (H) wegen Mangel an Raum, nur aus einer 2 Fuß dicken und mit Schießlöchern versehenen Umfassungs-Mauer zu durchbrechen; demnächst darin oder am obern Wallgange Deckung bewirkt. Zur Sicherung dieses Unternehmens, wird auf der Höhenkuppe ein Einschnitt für Flintenpulver (p p) und eine verdeckte Batterie gelegt, um den Thurm zu durchbrechen, falls der Feind hartnäckig genug wäre, noch Widerstand zu leisten, wenn alles andere verloren ist.

Tagebuch des Angriffs.
Nacht vom 19ten zum 20sten September.

Abends um 8 Uhr wurde das Hornwerk gestürmt und erobert.

Anordnung zum Sturm.

Zwei Sturm-Abtheilungen, rücken gegen die ausspringenden Winkel der beiden Halbbollwerke, und dringen durch die unvollendete Contrescarpe in den Graben ein, unterdeß 150 Mann, zum Feuern bestimmt, gerade auf das Werk losgehen, um am Grabenrande ein ununterbrochenes Feuer auf die die Brustwehr vertheidigende Besatzung, unterhalten. Die Stürmenden richten demnächst ihre Leitern an den Halbbollwerken auf und ersteigen sie. Eine dritte Sturmabtheilung unter Major Cocks 79sten Regiments, sammelt sich hinter der Flesche (G c) und nimmt das Werk in der Kehle.

Ausführung des Sturms.

Die feuernde, noch 140 Schritt von den Werken entfernte Abtheilung, rückte vom Fleck, schießend gegen den Grabenrand vor, und verlor dadurch so viel an Todten und Verwundeten, daß der Rest umkehrte. Die das linke Halbbollwerk stürmenden portugiesischen Truppen, denen, geführt von einem Ingenieur-Lieutenant, eine Sturmleitern tragende Abtheilung Bergschotten voranging, welche sofort die Leitern an die Escarpe setzte und solche ohne Widerstand erstieg, waren nicht den Graben hinab zu bringen.

Der Angriff des rechten Halbbollwerks blieb eben so erfolglos.

Unterdeß führte Major Cocks seine Abtheilung gegen die Kehle des Werks, und verlor bereits unterwegs durch das Schloßfeuer, die Hälfte seiner Leute. Da die Besatzung des Hornwerks mit dem Front-Angriff vollauf zu thun hatte, und die Vertheidigung der Kehle vernachlässigte; so wurden die Sturmleitern an die Pallisaden gesetzt, und nach geringer Gegenwehr eingedrungen. Hierauf theilte Major Cocks seinen kleinen Haufen in zwei Theile, so daß eine Hälfte den Wall besetzte, um den vordern Angriff den Eingang zu sichern, und die andere dem Thorweg gegenüber stand, um die Besatzung gefangen zu nehmen. Sie rennte aber, an Zahl weit überlegen, den kleinen Haufen wörtlich gesagt über, und entkam nach dem Schlosse.

Der Verlust beim Angriff bestand in 6 Offizieren und 65 Mann todt, und 15 Offizieren und 334 Mann verwundet und vermißt.

Gleich nach Einnahme des Hornwerks, wurde durch 300 Arbeiter das Unterkommen (d e) und eine Rückenverbindung damit vom Hügel aus, längs des Frontgrabens durch das Thor angelegt.

Den 20sten September vervollständigten 150 Mann die Arbeiten der letzten Nacht.

Nacht vom 20sten zum 21sten September.

600 Arbeiter.

Batterie Nr. 1. für 5 Canons und die Laufgräben dazu (f f) längs dem linken Zweig des Hornwerks wurden angefangen.

Den 21sten September.

150 Arbeiter fuhren mit Vervollständigung der begonnenen Arbeit fort. Dies geschah während der ganzen Belagerung, wenn nicht Neues unternommen wurde.

Nacht vom 21sten zum 22sten September.

600 Arbeiter warfen zur Deckung der Batterie einen Laufgraben (g g) und aus dem Unterkommen des Hornwerks, die Verbindung (e g) dazu auf.

Nacht vom 22sten zum 23sten September.

600 Arbeiter.

Batterie Nr. 1. wurde mit 2, 18pfündern und 3. 5½zölligen Haubitzen besetzt, und Batterie Nr. 2. für 6 Geschütze gegen den obern Theil des Schlosses begonnen.

Zur Arbeitsabkürzung und um den Truppen unnöthige Anstrengungen und die Mühe und Zeitversäumniß des Breschelegens zu sparen, beschloß Lord Wellington die äußere Linie um Mitternacht stürmen zu lassen.

Anordnungen zur Leiterersteigung.

Die 400 Mann starke Sturmabtheilung, rückt mit 5 Leitern versehen, in die sie deckende Schluchtstraße unter der Mauer. Die zum Feuern bestimmte Hälfte, wird auf der Höhe angestellt, um den Feind von Ersteigung des Gipfels der dicken Erd-Brustwehr an der Mauer, abzuhalten. Von den andern 200 Mann, setzen 30 die Leitern an, ihnen folgen aus der Schlacht ein Offizier und 20 Mann, diesen 20 andere, und so nach und nach, bis alle 200 hinauf sind, immer 20. Demnächst wird die zum Feuern bestimmt gewesene Abtheilung gebraucht, um die Mauer einzureißen und Verbindung nach oben zu bewirken.

Zur Unterstützung dieses Front-Angriffe, sollte eine portugiesische Brigade, die Linien in ihrer linken sehr dünnen Flanke (D), welche der Feind, hier keinen Angriff argwöhnend, nie besetzt hielt, umgehen.

Ausführung der Leiterersteigung.

Der Angriff der portugiesischen Bataillone auf die Flankenvertheidigungen, geschah nie ernsthaft. Im Vorrücken durch das Feuer eines Wachhauses in der Linie empfangen, drangen sie nicht in den Graben ein. Die Frontersteigung wäre daher selbst genauer, als geschehen, vollführt, wahrscheinlich nicht gelungen. Die Leute rückten bis zur Mauer, und setzten die Leitern an. Jeder Versucht hinaufzuklettern, wurde aber abgeschlagen, weil die Feuernden nicht auf dem ihnen angewiesnen Posten standen. Hierauf stieg der Feind auf die Brustwehr, und beschoß die ohne Hoffnung des Gelingens, unfähig zum Vorrücken und abgeneigt umzukehren, geraume Zeit, wie zum sich todtschießen lassen, im Graben zusammen gedrängten Leute.

Den 23sten September.

Um 1 Uhr Mittags trat zur Unterbringung der die letzte Nacht Verwundeten, einstündige Waffenruhe ein.

Nach diesem mißlungnen Leiter-Angriff, mußte zu dem ursprünglichen Vorhaben zurückgekehrt, und die Mauer untergraben werden.

Demnach wurde diese Nacht die Verbindung (h i) aus der St. Pedro Vorstadt vorgetrieben, und die Bergschlucht 36 Schritt von der äußern Linie, durch Einschneidung eines Auftritts längs dem obern Rande (r k) in einen Laufgraben verwandelt.

Den 24sten September.

Den Fortgang der Arbeit zu sichern, wurde in dem den letzten Abend, wegen der beherrschenden Lage der Mauer nothwendig sehr schmal und tief gemachten Laufgraben, eine Abtheilung zum Feuern aufgestellt. Der Feind schoß von der vordern Brustwehr nur wenig auf den Laufgraben, stellte aber 2 oder 3 Schützen hinter eine so dicht an einander gereihte und unter so enge verbundne Pallisadenwand, daß sie ganz sicher waren, und vielen Schaden thaten.

Die Nacht wurde rechts des Laufgrabens, bis auf 24 Schritt von der Mauer, mit der fliegenden Sappe (m k) vorgegangen; und ein Ingenieur-Capitain bei den Anordnungen zur Arbeit getödtet.

Den 25sten September.
SectieBurgosN1

Ein ohne die obenaufgesetzten Schanzkörbe 6 Fuß tiefer Einschnitt, gewährte jetzt kaum Deckung in der Sappe, daher die Schwierigkeit des Vorrückens sehr zunahm. Da aber der Boden zum Minenlegen günstig schien; so wurden um 10 Uhr Morgens, die Linien-Mineure den Ingenieure zugetheilt, und ein Minengang aus der äußersten Sappe gegen die Mauer angefangen (m). Die die Nacht gemessne Entfernung betrug 60 Fuß.

Die Geschütze versuchten erfolglos, die an der äußern Mauer als Flanke gepflanzten Pallisaden, durch Haubitz-Feuer aus Nr. 1. zu zerstören.

Es wurden diese Nacht aus Batterie-Nr. 1. drei Zickzacks (o o o) gegen den untern Höhenrand geführt, um längs demselben einen Einschnitt für Flintenfeuer einzurichten.

Den 26sten September.

Der 3 Fuß weite und 4 Fuß hohe Minengang war den Abend 18 Fuß vorgerückt. Der harte Boden stand ohne Stütze. Die Nacht wurde der untere Laufgraben rechts verlängert und bis 27 Schritt von der Mauer (k t) vorgeführt, um einen andern Gang zu einer zweiten Mine zu brechen.

Den die letzte Nacht aus Nr. 1. vorgetriebenen drei Zickzacks, wurden noch zwei angesetzt, und die Flintenfeuer-Linie (p p) eröffnet.

Die Besatzung richtete ihre 2te Linie zur hartnäckigen Gegenwehr ein, und legte durch Einschneidung eines Auftritts längs der Contreescarpe, einen bedeckten Weg an. Diese Nacht setzte sie eine Reihe starker Pallisaden vor den Thorweg, und gab dem neuen bedeckten Wege, eine sichre Verbindung.

Den 27sten September.

Es wurde eine zweiter Minengang (t), aus dem Einschnitt rechts des untern Laufgrabens angefangen.

Gegen Abend war der erste Minengang nur 28 Fuß vorgerückt, welches eines Theils in der Unbekanntschaft der Leute mit dem Militairminenbau, und anderntheils im Mangel an Minengeräthe lag.

Der Feind warf jetzt über die Mauer Steine in die nächste Sappe, und verwundete zuweilen Leute damit.

Die Nacht wurden die obern und untern Angriffsarbeiten verbunden, blieben aber theilweis noch unvollendet (i o).

Den 28sten September.

Den Abend maß der erste Minengang 42, und der zweite 32 Fuß, der Boden blieb in beiden gleich. Die Nacht wurde die Verbindung zwischen dem obern und untern Laufgraben gangbar.

Den 29sten September.

Abends hatte der 2te Minengang 43 Fuß, und der bis 60 Fuß vorgetriebene erste, stieß auf den Mauer-Grundstein. Es wurde demnach darunter ein Kasten von 5 Fuß gemacht, und selbiger mit 12 Fässern Pulver, jedes zu 90 Pfund geladen.

Um Mitternacht hielten 300 Mann im Laufgraben zum Sturm bereit. Die Mine wurde gesprengt, und stürzte wenig erschütternd die Mauer ein. Der vordere Aufgang hinter der Bresche war steil, an den Seiten jedoch ersteiglicher (K).

Anordnung zum Sturm.

Ein Offizier und 20 Mann erstiegen zuerst die Bresche, ihnen folgen 50 Mann, und sodann, um drauf los zu gehen, die übrigen.

Ausführung des Sturms.

Ein Sergeant und 4 Mann, als Spitze der Abtheilung von 20, erstiegen die Bresche, und fanden statt des Widerstandes den Feind in panischem Schreck. Er faßte jedoch als sie bereits einige Minuten oben waren, und er nur 4 Mann ohne Unterstützung sah, wieder Muth, ging darauf los, und stieß im Herabtreiben zwei nieder und verstümmelte einen Dritten. Da der den Vortrupp führende Offizier die Bresche nicht fand, sondern mit der Anzeige in den Laufgraben zurückkehrte, daß die Mine ohne Wirkung geblieben sey, so wurde die Sturm-Abtheilung eingezogen.

Den 30sten September.

Nachdem der erste Mine Zweck verfehlt, wurde zur Vortreibung der zweiten alles versucht, und um von dieser nicht allein abzuhängen, befohlen, Batterie Nr. 3. für 3 Canons unter der äußersten Mauer, und zwar so nahe demselben anzulegen, daß gegen das Geschützfeuer der Obern Linie gedeckt, sie nur eine Brustwehr gegen Flintenfeuer bedürfe. Diese zum in Breschelegen der Mauer bestimmte Batterie, wurde die Nacht fertig, und mit 3, 18pfündern bewaffnet.

Der zweite Minengang maß diesen Abend 55 Fuß.

Den 1sten October.
SectieBurgosE

Um 10 Uhr Vormittags brachte der Feind Oeffnungen in die Flanke (E) der äußern Mauer an, wodurch er erst mit einer, dann mit zwei, und zuletzt mit drei leichten Canons und drei kleinen Mörsern, die daher gar nicht zum Spielen gekommene Batterie beschoß. Seine im Rücken der Bettungen abgefeuerte Canons bediente er, ihrer übersehenden Lage wegen mit geringem Verluste; obgleich die besten Schützen der Laufgrabenwache, an verschiednen Stellen von 40 - 120 Fuß Entfernung angestellt, beständig auf die Schießscharten feuerten.

Die Batterie-Brustwehr wurde eingeschossen, 2 Canonen-Laffetten unbrauchbar, und einem 18pfünder ein Schildzapfen abgeschlagen.

Der Nacht wurden die Canons herausgezogen, und ein wenig links der zerstörten, eine bombenfeste Batterie Nr. 4. beabsichtiget.

Der Minengang maß diesen Abend 65 Fuß.

Den 2ten October.

Da das starke Wurffeuer vom Schlosse auf die neue Batterie, das Hineinbringen der Canons unmöglich machte, so wurde sie verlassen.

Ohnerachtet eines beständig dichten Flintenfeuers, gegen die durch die erste Mine gebildete Bresche (k), fuhr um den Sturm zu erschweren der Feind fort, mittelst der Sappe eine Brustwehr anzulegen.

Der Minengang maß den Abend 72 Fuß, und die Entfernung vom Eintritt bis zur Mauer, 75 Fuß.

Ein Versuch die 18pfünder nach Nr. 1. zurück zu ziehen, mißlang wegen des gefallnen, die Laufgräben beinahe ungangbar gemachten starken Regens.

Den 3ten October.

Der Minengang maß diesen Morgen nur 74 Fuß, weil er über einen großen, nicht fortzuschaffen gewesnen Stein gehen mußte.

Beim Vortreiben dieses Ganges hielt die Schwierigkeit, nach 45 Fuß Tiefe Licht brennend zu erhalten, bedeutend auf. Sehr oft mußten die Arbeiter auf eine halbe Stunde herausgehen, um Luft einzulassen.

Die 18pfünder wurden die Nacht nach Nr. 1. geschafft.

Den 4ten October.

Mit Tagseyn begann Nr. 1. sein Feuer, gegen die durch die erste Mine (k) gemachte, am Abend in ihrer ganzen Ausdehnung von 60 Fuß brauchbare Bresche.

SectieBurgosMineM

Nachdem der zweite Minengang 83 Fuß eingetrieben war, wurde ein Kasten von 4 Fuß darin gemacht, solcher mit 1080 Pfund Pulver in Sandsäcken geladen, und der Gang 12 Fuß zugedämmt. Nachmittags 5 Uhr sollte die Mine springen, und ihr Auffliegen das Zeichen zur Stürmung beider Breschen seyn. Das zum Sturm bestimmte 24ste Regiment stand für diesen Zweck 60 Schritt von der Mine im Laufgraben vertheilt, ein Rückhalt von 500 Mann eben daselbst, und eine große Anzahl Arbeiter in der Vorstadt St. Pedro, mit Schanzkörben versehen, bereit, um gleich ein Unterkommen einzurichten.

Die Mine sprang zur bestimmten Zeit und machte eine treffliche 100 Fuß breite Bresche (M), ohne den umhergestandnen Truppen zu schaden. Die Gestalt der Bresche ist durch die punktirte, Linie a b in der 6ten Figur 8tes Kupfer bezeichnet.

Der Sturm wurde mit der größten Regelmäßigkeit und Klugheit geführt. Kaum war die durch die Mine erzeugte Staubwolke gefallen, als auch die zwei zum Sturm bestimmten Abtheilungen, schon beide Bresche erstiegen, und den Feind in seinen bedeckten Weg und hinter die neuen Pallisaden getrieben hatten.

Der die Sturmanstalten leitende Oberstlieutenant Johns, wurde, indem er vor dem Minesprengen das Zeichen zum alles Bereitseyn gab, schwer verwundet.

Die Nacht wurde ein Unterkommen vor der Bresche der ersten Mine und eine Verbindung dazu, angelegt, kam aber wegen der Arbeiter, welche, um die Sturmabtheilungen zu unterstützen, ihre Gewehre holten, und nachher nicht wieder davon zu trennen waren, nicht zu Stande.

Den 5ten October.

Die Arbeiter wurden mit Ausbesserung der Unterkommen und Breschen, Wegräumung der Sturmpfähle, Umwendung der Brustwehr in einen der Festung zugekehrten Laufgraben, Anlegung von Verbindungen, durch die äußere Mauer, und weil der Regen um diese Zeit sehr zugenommen hatte, mit Ablassung der Laufgräben beschäftigt.

Nachmittags 5 Uhr machte die Besatzung aus dem bedeckten Wege einen Ausfall mit 300 Voltigeuren, welche Besitz von der Bresche nahmen, und sich lange genug darin hielten, um das Unterkommen ganz zu zerstören, und das Schanzzeug mitzunehmen.

Nachher gingen sie in ihre Werke zurück, ohne weder die zweite Bresche, noch den Laufgraben längs der Brustwehr der ersten genommen zu haben.

Die Nacht wurde mit der fliegenden Sappe aus der Brustwehr der äußern Linie, gegen n n vorgegangen, um sie mit dem Glacis-Fuß S der 2ten Linie zu verbinden, und einen Laufgraben längs derselben zu öffnen.

Den 6ten October.

Der Feind konnte seine Canons nicht genug senken, um unsre neue Arbeit zu beschießen, unterhielt aber beständiges Flintenfeuer und rollte von Zeit zu Zeit große Bomben von dem steilen Glacis herab, welche in der Nacht der Erdarbeiten, entweder die Schanzkörbe wegrissen, oder sich längs derselben einwühlten, und platzend solche in Stücke sprengten. Man suchte die Arbeit mit ganzer Sappe, durch die den Ingenieuren zugetheilten Linien-Soldaten vorzutreiben, aber bei ihrer gänzlichen Unkenntniß von diesem Verfahren, und dem wenigen Fleiß der zu ihrer Anleitung bestimmten Leute, wurden weder jetzt noch den Rest der Belagerung darin Fortschritte gemacht.

Batterie Nr. 1. fing um Mittag mit 4, 5½zölligen eisernen Haubitzen, gegen die Erdescarpe der 2ten Linie und dessen sehr gut einzusehenden Graben-Pallisaden, so wie auch mit 2, 18pfündern gegen die, durch die Grabenöffnung bis zu ihrem Fuße sichtbare Escarpen-Mauer (F) zu spielen an, um einen Theil derselben zu durchbrechen.

Die Laufgräben gegen die 2te Linie, wurden diesen Abend, bis auf 36 Schritt von ihrem Graben vorgeführt.

Den 7ten October.
SectieBurgosF

Es wurde versucht, eine zum Thor der 2ten Linie führende 3te Sappe (S) längs dem Glacis zu leiten.

Der Regen nahm ungewöhnlich zu, daher täglich viel Zeit darauf verwendet wurde, um die Laufgräben abzuleiten und die Verbindungen der steilen Randauftritte und Breschen gangbar zu erhalten.

Ein andrer 18pfünder wurde durch den Verlust eines Schildzapfens unbrauchbar, aber da die in Bresche zu legende Mauer (F.) des einspringenden Winkels sehr schwach war, so leistete auch der einzig gebliebene 18pfünder, bei der Breschelegung noch gute Dienste.

Die Nacht war sehr unfreundlich; die Arbeiter wurden wie gewöhnlich zur Verlängerung der Sappenköpfe gebraucht.

Den 8ten October.

Um 2 Uhr Morgens machte der Feind mit 400 Mann, aus dem bedeckten Wege, einen zweiten erfolgreichen Ausfall, überfiel die Deckungswache, vertrieb sie aus der äußern Linie, und blieb lange genug darin, um noch einmal alle Arbeit zu zerstören und das Schanzzeug mit zu nehmen. Hierauf wurde jeder Versuch, die Arbeit zwischen der äußern und zweiten Linie vorzutreiben, untersagt.

Der Laufgraben (h i) wurde um die ganze Ausdehnung der angegriffenen Front zu umfassen, links verlängert.

Gegen Abend war die Bresche (F) brauchbar, aber schmal. Die Nacht wurde eine Zickzack-Verbindung (v v v) links längs dem Graben der untern Linie, nach dem aus starken Pallisaden erbauten Tambour, um ihn rechts und links zu flankiren, vorgeführt, letzterer um sie gegen den Bresch-Graben (F) zu wenden, durchbrochen, und ein Einschnitt (v w) gemacht, um nöthigenfalls gegen die Bresche Flintenfeuer einzurichten.

Diese, zur Sicherung des Erfolges mit geringem Verluste, in der Absicht gelegte dritte Bresche, im Augenblick des Sturms auf die zweite Linie einen Flankenangriff zu machen, wurde bald fertig, aber wegen Mangel an Taschenmunition nicht gestürmt.

Die unbrauchbaren 18pfünder wurden auf Block-Laffetten gelagert und schossen mit schwacher Ladung, nutzten aber wenig oder nichts.

Den 9ten October.

Die Geschütze feuerten auf la Blanca erfolglos mit glühenden Kugeln.

Die Mineure begannen einen Minengang aus den nächsten Häusern, nach der mit feindlichen Vorräthen gefüllten St. Romana-Kirche. (8tes Kupfer Fig. 5.) Man wußte, daß sie vom Feinde im Nothfall zum Sprengen eingerichtet war.

Die Besatzung versuchte die Nacht an der neuen Bresche (F) zu arbeiten, wurde aber durch das kluge Benehmen, des leider dabei erschossnen wachhabenden Offiziers, mehreremale vertrieben.

Den 10ten October.

Die Batterien setzten ihr Feuer mit glühenden Kugeln wirkungslos auf la Blanca fort.

Die mit ihren Anstalten zur hartnäckigen Vertheidigung vorgerückte Besatzung hatte, oder behauptete unter dem südlichen Theile von la Blanca Fladderminen zu haben. Zwei Würste waren auf den Mauern, und längs den Brustwehren große Bomben sichtbar; auch schnitt sie die neue Bresche von ihren Werken rechts, durch eine starke Pallisadenwand von der äußern bis zur dritten Linie ab.

Da die 24pfünder Munition fast verbraucht war; so wurden die vom Feinde geschossenen 16pfündigen Kugeln gesammelt, und zu den 18pfündern benutzt. Eine kleine Pulver-Zufuhr kam von St. Ander an.

Diesen und die folgenden Tage wurde nichts Neues gemacht, sondern die Zeit benutzt, um die Batterien und Verbindungen abzuleiten und in Stand zu halten.

Den 11ten October.
SectieBurgos4

Die 18pfünder setzten wirkungslos ihr Feuer mit glühenden Kugeln fort.

Die die vergangne Nacht gemessne Entfernung vom Aufgange vor St. Romana-Kirche, bis zu den Häusern, wo der Minengang anfing, betrug über 60 Schritt, mithin viel mehr, als man glaubte; da jedoch der Boden sehr leicht war, so wurde mit der Arbeit fortgefahren.

Den 12ten October.

Schlechtes sehr regnigtes Wetter.

Der Minengang gegen St. Romana hatte des Morgens etwas über 32, und des Abends beinahe 41 Schritt.

Den 13ten October.

Die Erdescarpe der zweiten Linie unter la Blanca, litt durch das auf sie gerichtete geringe Feuer so sehr, daß, hätte der Munitions-Bestand fernern Verbrauch zugelassen, eine vollkommne und ausgedehnt gangbare Bresche leicht bewirkt worden wäre. Auch viele der Graben-Pallisaden waren umgerissen, und obgleich dies nur in mehreren Tagen geschehen seyn konnte, zu deren Wiederherstellung von der Besatzung nichts gethan. Unterdeß hatte der Feind, trotz aller Versuche ihn daran zu hindern, nach und nach bei Nacht 8 Fuß vom Bresche-Gipfel (F) weggeräumt, und einen kleinen Einschnitt, mittelst dessen er bedeckt arbeitete, hinter dem Schutte angelegt.

In Nr. 2. wurden diese Nacht, zum Feuer gegen das Schloß, Scharten gebaut, die Canons aber des schlechten Wetters wegen nicht eingefahren.

Den 14ten October.

Nr. 2. wurde die Nacht mit einem brauchbaren und zwei beschädigten 18pfündern und einer 5½zölligen eisernen Haubitze bewaffnet.

Den 15ten October.

Um Mittag begann Nr. 2. gegen den Schloßthurm (Donjon, Keep), wurde aber in einer halben Stunde, durch das ganze Besatzungsgeschütz zum Schweigen gebracht; jedoch die Nacht wieder hergestellt und Scharten zum Breschelegen gebaut.


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Den 16ten October.

An der äußersten Sappe (s), nahe, wo die in der Nacht vom 26sten September vom Feinde gepflanzten Pallisaden sich mit dem bedeckten Wege vereinigten, wurde versucht, einen Laufgrabenreiter zu bauen, aber die Arbeiter verstanden es nicht. Der Feind fing diesen Abend innerhalb des Winkels einen Wallreiter (Cavalier) an, um die Wache aus der Sappe zu treiben.

Der Minengang gegen St. Romana betrug in der Frühe 63½ Schritt und der Mineur meldete: der Feind arbeite ihm entgegen. Schien dies auch nach geschehener Untersuchung nicht der Fall, so hörte man ihn doch ganz deutlich in der Kirche sprechen, und aus Besorgniß, er möchte den Erstern ausspüren, wurde der Gang nur noch einige Fuß weiter getrieben, demnächst zum Cammerbau umgekehrt, und mit 900 Pfund Pulver geladen; auch bis zur Zeit der Sprengung beständig zwei Mineure darin gelassen, um zu lauschen, ob der Feind arbeite, in welchem Fall die Mine gleich gesprengt werden sollte.

Beim Eintreiben dieses letzten Minenganges spürte man, obgleich er weit länger als die beiden früheren war, wenig oder gar keinen Luftmangel, welches wohl davon herkam, daß er nur 6 Fuß unter der Erdoberfläche lag.

Der heftige Regen dauerte fort, und die Sandsackbekleidung der Batterien fiel fast auseinander. Sie wurden mit Schanzkörben hergestellt.

Den 17ten October

tödtete der Feind aus dem so eben erst errichteten kleinen Wallreiter 9 Mann in der Sappe.

Um 9 Uhr Morgens feuerte Nr. 1. wiederholt gegen die nun brauchbare Bresche, und warf Granaten in die zweite Linie.

Um 7 Uhr Abends wurde eine mit 2 Tonnen Pulver geladne kleine Fladdermine an der äußersten Sappe (s) gesprengt, um den Winkel, zwischen den feindlichen Pallisaden und dem Wallreiter, zu durchbrechen. Die Entladung erreichte ihn zwar, machte indeß nicht die gewünschte Oeffnung. Der Feind verließ jedoch nach der Sprengung diesen Theil des Werks, und um es zu schließen, suchte man längs demselben ein mit der Sappe verbundnes Unterkommen einzurichten. Da der Feind jedoch nach einer halben Stunde verstärkt wiederkam, und sich darin zu behaupten nicht befohlen war, so wurde es verlassen.

Den 18ten October.

Die Geschütze erneuerten wie sonst ihr Feuer, besserten und erweiterten die Bresche und zerstörten die spanischen Reiter auf der Brustwehr rechts. Um halb 5 Uhr Nachmittags wurde die zweite feindliche Linie gestürmt.

Anordnungen zur Stürmung der zweiten Linie.

1) Die feindliche zweite Linie wird diesen Nachmittag um halb 5 Uhr angegriffen, und

2) die Mine unter St. Romana gleichzeitig gesprengt. Oberstlieutenant Brown wird sofort von den ihm untergebnen Truppen, einen Offizier und 20 Mann, zur Besetzung der dadurch gebildeten Bresche bestimmen. Ein Offizier und 50 Mann stehen zu ihrer Unterstützung bereit.

3) Oberstlieutenant Brown wird die Wirkungen der Mine genau untersuchen, und findet er selbige, wenn seine Truppen im Innern der Kirche angestellt sind, brauchbar genug, um auch in die zweite Linie einzudringen; so wird er es sofort thun, sich darin festsetzen und links die Verbindung, mit den sie vom Glacis aus angreifenden Truppen, aufsuchen.

4) Glaubt er in die zweite Linie nicht eindringen zu können, so läßt er aus der Kirche ein lebhaftes Feuer darauf unterhalten.

5) Sechs 18füßige Leitern werden dem Oberstlieutenant Brown zugeschickt.

6) Die in Burgos stehenden Truppen der 6ten Division sind unter den Waffen, und nöthigenfalls zur Unterstützung des Angriffs der zweiten Linie bereit.

7) Wenn die Mine um halb 5 Uhr gesprengt ist, wird auf der Höhe westlich dem Schlosse, eine Flagge als Zeichen zum Angriff der andern Theile dieser Linie, ausgesteckt.

Um 4 Uhr ist der Laufgraben längs der Brustwehr der ersten Linie ganz besetzt.

8) Sobald das Zeichen gegeben, wird ein schon vorher, in der nach den Thor-Pallisaden der zweiten Linie führenden Sappe, mit 20 Mann bereit stehender Offizier ausbrechen, den Feind dahinter vertreiben und ihm in den bedeckten Weg folgen.

9) Die Sappe wird sogleich wieder mit einem Offizier und 30 Mann, zur Sicherung des Rückens und der rechten Flanke, dieser in den bedeckten Weg eingedrungnen Abtheilung besetzt.

10) Gleichzeitig rückt ein Offizier und 40 Mann, wovon 18 Leitern tragen, aus der Bresche der ersten Linie, gegen das Glacis und alsdann gegen die zweite Linie vor, steigt in den Graben hinan, und dringt an den Stellen, wo die Pallisaden weggeschossen sind, zur Ersteigung der Linie vor.

11) Ein Offizier und 50 Mann, mit 3 Leitern versehen, stehen im Laufgraben der ersten Linie bereit, um gegen das Glacis aufzubrechen, sobald die darauf losgegangne erste Abtheilung weiter vorrückt. Sie dienen zur Unterstützung der Sturmabtheilung, und rücken von dem sie deckenden Glacis vor, sobald der Erstern Spitze, sich in der Brustwehr der 2ten Linie festgesetzt hat.

12) 50 Mann mit 3 Leitern versehen, stehen bereit, um gegen das Glacis vorzurücken; wenn die im vorigen Punkt erwähnten 50 Mann zur Leiterersteigung aufgebrochen sind.

13) Ist die Leiterersteigung ausgeführt, und hat sich die Sturmabtheilung auf der Bresche festgesetzt, so wenden sie sich links, um mit der die Bresche der zweiten Linie stürmenden Abtheilung, in Verbindung zu kommen.

14) Hat die Sturmabtheilung die Linie erstiegen, so suchen die in der Sappe befindlichen 30 Mann, das Thor der 2ten Linie zu sprengen, und gelingt es, sich mit der links stürmenden Abtheilung in Verbindung zu setzen.

15) 350 Mann von der Laufgrabenablösung dieses Abends, treffen um 3 Uhr Nachmittags darin ein, und werden einem Linien-Offizier übergeben. Nach ihrer Ankunft geht die ganze links befindliche Deckungswache rechts, und der linke Theil des Hornwerks wird durch die Ablösung besetzt.

16) Nachdem die Mine gesprungen, rückt ein Offizier und 20 Mann, aus dem vorgerückten Einschnitt, zum Sturm der Bresche vor.

17) 50 Mann bereit diesen zu folgen, brechen auf, wenn die Spitze der Erstern die Bresche erstiegen hat.

18) 100 Mann stehn im vorgerückten Einschnitt, zur Unterstützung der die Bresche stürmenden Abtheilung bereit, sie verlassen ihn jedoch nicht eher, als bis Letztere sich in der Bresche festgesetzt hat, und dann nur im Fall nöthiger Unterstützung.

19) In der Bresche angekommen, wendet die Sturmabtheilung sich längs der Brustwehr links, und vertreibt den Feind, von dem dort errichteten Gerüste.

20) Die im Laufgraben längs der Brustwehr der ersten Linie, und in den Laufgräben unter dem Hornwerk aufgestellten Truppen, müssen während des Sturms auf die 3te feindliche Linie und das Schloß, ein lebhaftes Feuer, zur Dämpfung des feindlichen, unterhalten.

Arbeiter standen bereit, um ein Unterkommen in der Brustwehr der 2ten Linie einzurichten, die Pallisaden zu zerstören, die Escarpen-Bresche zu vervollkommnen, und die Verbindung mit der äußern Linie zu bewirken.

Ausführung des Sturms.

Die Werke wurden sofort mit sehr geringem Verluste, und von einigen Deutschen sogar die dritte oder obere Linie, erstiegen. Aber, ihrer zu wenig, und gleich zurückgetrieben, griffen die die pallisadirte Verschanzung links nahe der Bresche nicht an; sondern vereinigten sich rechts mit den Garden. Diese erreichten die Brustwehr und hielten sich einige Zeit, konnten aber den, auf dem Wallgange des Werkes, in Masse versammelten und kurz darauf angerückten Feind, nicht allein nicht vertreiben, sondern wurden gänzlich zurückgeschlagen (14).

Die Mine von St. Romana machte eine große Bresche in dem vorliegenden Aufgange, beschädigte aber die Kirche selbst wenig. Der Feind verließ sie indeß nach erfolgter Sprengung, und sprengte beim Vorrücken der Portugiesen und Spanier, zwei seiner eignen, einen großen Theil der erstern zerstörenden Minen, wodurch alle darin befindlichen Menschen, unter ihren Trümmern begraben wurden.

Nach dem Mißlingen dieses Angriffs der zweiten Linie, wurde die Nacht bloß eine Verbindung mit den Trümmern von St. Romana bewirkt, ob zwar der Entschluß, die Belagerung aufzuheben, wahrscheinlich bereits gefaßt war.

Den 19ten October.

Der Feind machte auf die mit einer kleinen Wache besetzte St. Romana-Kirche einen Ausfall, wurde aber nach kurzem Besitz wieder vertrieben.

Den 20sten October.

Die Truppen rückten in Folge der feindlichen Bewegungen in die Stellung, und General Pak erhielt für heute mit 2 - 3,000 Mann den Befehl vor der Festung.

Den Abend wurde die Wache von neuem aus St. Romana verjagt, der Posten die Nacht aber wieder besetzt.

Den 21sten October.

Den Abend ging Lord Wellingtons Befehl ein, die Belagerung den nächsten Morgen um 5 Uhr aufzuheben. Einige bereits vorher im Hornwerk St. Michel bereitete Zerstörungs-Minen zu sprengen, was das letzte, was geschehen sollte. Da aber zwanzig eben von St. Ander angekommne, für diesen Zweck bestimmte Fässer Pulver, unglücklicher weise von einem unrechten Orte genommen waren, so versagten die Minen.

Den 22sten October.

Um 5 Uhr Morgens marschirte die Rückhut ab, und die Belagerung hörte auf.

Wegen des durch das Wetter veranlaßten schlechten Zustandes der Wege, wurden die 18pfünder und die im Hornwerk gewesenen französischen Canons, zwei Meilen von der Festung unbrauchbar gemacht und zurückgelassen.

Der ganze Verlust bei dieser Belagerung bestand in 24 Offizieren und 485 Mann todt, und 68 Offizieren und 1487 Verwundeten und Vermischten.

Da das Schloß Burgos ein äußerst unbedeutender, des Namens Festung unwerther Platz ist (15), sich jedoch so lange und erfolgreich hielt, und sein Widerstand dem Heer so ernstlich nachtheilig wurde, so ist das Verfahren dagegen, mit mehr als gewöhnlicher Theilnehmung zerlegt, und die befolgte Angriffsart, sehr strenge beurtheilt worden.

Die allgemein eingeräumte gänzliche Unzulänglichkeit der Angriffsmittel, ist ein die Nothwendigkeit des Mißlingens fast in sich schließendes, und in allen Beziehungen jedem Sachkundigen, als Rechtfertigung genügendes Geständniß. Aber mehrere Offiziere glaubten auch diese Mittel nicht gehörig angewandt.Andere Angriffsarten und Punkte (träumerische Entwürfe, mit den Einzelheiten unbekannter Leute; schön als Ganzes, aber auseinanderfallend bei der leisesten Berührung) wurden vorgeschlagen und Lord Wellington vorgelegt. Er nahm sie nachsichtig auf, überzeugte sich von ihrer Trüglichkeit und verwarf sie. Dies spricht unter diesen besondern Fall begleitenden Umständen, gegen alle andere, für den Vorzug des von ihm genehmigten und befolgten Angriffplans, macht jede fernere Bemerkung darüber unnöthig, und läßt nur die Ursachen seines Scheiterns anzugeben, übrig.

Bei allen frühern Belagerungen konnte, wie dargethan, fast jedes Unglück, nächst der Unzulänglichkeit der Mittel, dem mangelhaften Zustande der selten selbst zur gehörigen Benutzung des wenig Vorhandnen, hingereichten Heerbelagerungseinrichtungen zugeschrieben werden. Aber hier war auch selbst daran nicht zu denken. Nicht der Schein einer solchen Einrichtung, geschweige denn sogenannte Sappeure oder Mineure, sondern nur gewöhnliche Handwerker waren vorhanden; daher die Abweichungen vom ursprünglichen Entwurf, die Versäumniß der Ausführung aller daraus folgenden Theile desselben, vereint mit den stattgehabten Unglücksfällen allerdings dazu beitrugen, ihn endlich unnütz zu machen.

Dies zu verdeutlichen, ist nur die Angabe dieser Abweichungen und Zeitverluste nöthig.

Die erste Abweichung entstand aus dem Mangel gelernter Mineurs und den ihrer Kunst eignen Handwerksgeräth, welches das Gelingen, die äußere Umfassung zu untergraben, zweifelhaft machte, und bei dem Wunsch die Arbeit abzukürzen und die Truppen zu schonen, den in der Nacht vom 22sten September ohne Bresche auf die äußere Linie versuchten Sturm erzeugte. Der abgeschlagene Angriff entmuthete die brittischen Truppen eben so sehr, als er der Besatzung Vertrauen erhöhte, und als der frühere Vorschlag, sich an die Mauer hinanzuarbeiten, später in Wirkung trat, waren dadurch 2 Tage verloren.

Einige dazu aus den Truppen gezogne Mineure, wurden ohne alle andere Werkzeuge, als die gewöhnlichen Hacken und Spaten, zur Führung eines Minenganges unter der Mauer angesetzt, aber da dies ihr erster Versuch militairischen Minenbaues war; so gebrauchten sie zu 60 Fuß 108 Stunden. Ihre Unerfahrenheit bewirkte also einen Zeitverlust von 36 Stunden, unterdeß sachkundige Leute ihn fertig gemacht haben würden.

In der Nacht vom 29sten September, war nach erfolgter Sprengung der Mine, es ein wesentliches Unglück, daß die zum Sturm, der dadurch bewirkten Bresche, bestimmte Abtheilung, ohne einen Versuch darauf gemacht zu haben, in die Laufgräben zurückkehrte. Dies erzeugte 5 Tage Zeitverlust, und führte nebst dem Aufenthalt zur Bereitung der zweiten Mine und dem Verbrauch einer bedeutenden Menge Munition, um die Bresche gangbar zu erhalten; zu der unglücklichen Maaßregel, die Canons dicht unter der Mauer in Batterie zu stellen, wo von dreien eine unbrauchbar wurde.

Bei und nach dem Sturm auf die durch die Mine vom 4ten October bewirkte Bresche, fand das beabsichtigte Feuer auf die 2te Linie nicht statt, weil zuviel Munition, bei der durch die erste Mine gemachten Bresche verbraucht worden war. Kommt hiezu die außerordentliche Unwissenheit der Sapparbeiter, der allgemeine Mangel an Vertrauen in den Truppen, und die Unausführbarkeit die Sappe weiter vorzurücken; so entstand daraus, daß die Besatzung alles in der äußern Umfassung höchst mangelhaft Gebliebene zu zwei erfolgreichen Ausfällen benutzte. Alles ging verkehrt; die dem Feuer des Platzes Spitze zu bieten, nie im Stande gewesne Artillerie, kam noch mehr herunter; die Ingenieure konnten aus Mangel an Unterstützung, mit der Arbeit nicht vorgehen, und der Feind schadete den Truppen stündlich, ohne selbst darunter zu leiden.

Jetzt die 2te Linie zu stürmen, wäre wahrscheinlich geglückt; aber wie es mit noch unsicherm Unterkommen beschließen? Beider Theile Stimmung hatte gänzlich gewechselt, wiederholte Unfälle machten die Britten furchtsam, und glänzende Erfolge flößten dem Feinde Vertrauen ein. Die für die fernere Sicherheit jetzt ergriffne, an sich gute, obwohl vielleicht nicht mehr unbedingt nöthige Maaßregel, den durch einen Flankengraben bloßliegenden Theil der zweiten Linie von St. Michel aus, zu durchbrechen, und so sich einen Eingang ins Innere zu verschaffen, wurde in unerwartet kurzer Zeit ausgeführt, und der Sturm darauf hätte -- unterdeß der Eindruck neuer Gefahr noch in frischem Andenken war, und bevor irgend eine Anordnung, sie zu verringern, getroffen werden konnte -- sofort erfolgen müssen. Dies war aber unmöglich, weil der außerordentliche Verbrauch an Taschen-Munition, durch die Laufgrabenwachen, den Vorrath derselben mehr vermindert hatte, als es mit der Lage eines dem Feinde gegenüber stehenden Heers, vereinbar war.

Während des Aufenthalts Munition von St. Ander heranzuziehen, besserte die Besatzung viel an ihren Vertheidigungen, und da Nr. 2. sein Feuer gegen den Schloßthurm öffnete, dieser aber im ruhigen Besitz seiner untern Werke blieb; so sammelte er alle seine Geschütze ihr gegenüber, und brachte sie bald zum Schweigen. Dies beraubte, als die Taschen-Munition ankam, und die unterdeß brauchbar gewordne Bresche der 2ten Linie gestürmt wurde, aller Kräfte, noch ferner etwas dagegen auszurichten. Die sehr schwach gefundnen Werke wurden von den Truppen ganz erstiegen, einige drangen sogar in die obere Umfassung, und nichts hinderte sie, sich in den Besitz der mittlern zu setzen; sie wurden aber noch eher mit überlegener Macht angegriffen, als ihre Unterstützung heran seyn konnte.

Bedenken wir demnach, wieviel ohne alle sonstige Mittel geschehn; so ist wohl anzunehmen, daß wenn nur irgend zureichende Belagerungsanstalten beim Heere gewesen, und diese den Kunstregeln zu Hülfe gekommen wären, der Angriff durchgeführt, und Burgos in weniger als 10 Tagen gefallen seyn würde (16).


Tagebuch der Operationen zur Vertheidigung des Schlosses von Burgos.Bearbeiten


[2] Wir haben unsern Lesern eine vollständige Reihe der englischen Berichte über die Belagerung des Schlosses von Burgos mitgetheilt. Nachstehendes ist der im Moniteur vom 30. Nov. enthaltene Auszug aus dem Tagebuch der Operationen zur Vertheidigung dieses Schlosses:

Am 18. Sept. 1812, am Tage. -- Die französische Armee unter Commando des General Clauzel, welche am 17. vor Burgos gelagert war, setzte sich am 18. in Marsch, um ihren Rückzug fortzusetzen. Da ihr der Feind auf dem Fuße folgte, so war das Fort bald eingeschlossen.

Die Garnison mußte nun daran denken, sich in den verschiedenen Außenwerken Baracken zu bauen. Man hatte angefangen, die in der Nähe des Forts gelegenen Häuser niederzureissen, sowohl um dem Feinde keine vortheilhafte Position zu lassen, als um sich Materialien zu verschaffen; da jedoch der Feind die Stadt mit Tirailleurs besetzt hatte, mußte diese Arbeit aufgegeben werden, so zwar, daß sich die Garnison ohne Obdach befand und bivouakiren mußte.

Da sich das Fort nicht in Belagerungsstand befand, wurde die Garnison zu den dringendsten Arbeiten verwendet, um es in Vertheidigungsstand zu setzen. Man besetzte das Fort San Miguel, welches so unvollkommen war, daß man gar nicht hoffen durfte, sich darin gegen einen zahlreichen und unternehmenden Feind zu halten. Um dessen Bewegungen besser beobachten zu können, wurde auf dem Hügel links vom Fort San Miguel ein kleines Sägewerk (redan) angefangen, worinn ein Posten aufgestellt werden sollte, um den Feind abzuhalten, welcher sonst ungesehen längs den Anhöhen gegen obgenanntes Fort anmarschiren, und sich dem ausspringenden Winkel der Halb-Bastion bis auf 10 Toisen nähern konnte. Ein ähnliches Sägewerk wurde in derselben Absicht vor dem Fort San Miguel angefangen.

Diese beiden Posten wurden von der Grenadiercompagnie des 130sten Regiments besetzt.

Da die Kehle des Hornwerks von San-Miguel noch nicht völlig verpallisadirt war, so wurde damit fortgefahren.

Man fing an, die Thüren und Luftlöcher des Pulver-Magazins zu blenden.

Die Garnison versuchte, sich einiges Obdach an den Stellen zu erbauen, die jedes Corps vertheidigen sollte.

Die Batterien des Forts de la Blanca wurden in Stand gesetzt, und hier sowohl, als bei den Thoren, die äußerst schwach sind, einige Masken angebracht, um die Kanoniere gegen das Kleingewehrfeuer zu decken. Diese Masken wurden, in Ermangelung anderer Materialien, mit Zwieback-Kisten, die man mit Erde füllte, gemacht.

Die Batterien der unteren Wälle feuerten auf die Recognoscirungstruppen des Feindes.

Da die Spitäler in der Stadt nicht ganz geräumt werden konnten, wurden 78 Kranke ins Fort mitgenommen.

Nacht vom 18. auf den 19. -- Der Feind machte die Nacht über keine sichtbarliche Bewegung; die Posten blieben in derselben Stellung. Ein Schanzgräber wurde uns getödtet.

Am 19. am Tage. -- Der Feind rückte auf die Anhöhe von San-Miguel. Er war, durch Localitäten begünstigt, ungesehen heran gekommen, und drängte alle unsere Posten in die Verschanzung zurück. Er nahm die Sägewerke, welche links und vorn angefangen waren; was auch unternommen wurde, um sie wieder zu besetzen, alles war vergebens; der Feind hatte die Rückseiten stark besetzt. Bei diesem Versuche wurde ein Offizier vom 130sten Regimente getödtet, und einer verwundet.

Da der Feind sich auf den erst am Tage vorher angefangenen Aussenwerken setzen konnte, und das Terrain ihm übrigens gestattete, auf Pistolenschußweite in Position zu bleiben, so sah er bald, in welch schlechtem Zustande sich das Hornwerk von San-Miguel befände, daß es fast gar keine Communicationen, und nur wenig Unterstützung aus dem Schlosse zu beziehen hätte; er beschloß daher, dieses Werl unverzüglich mit aller Gewalt anzugreifen.

Er sammelte in der Nacht seine Colonnen, von den Krümmungen des Terrains begünstigt, so daß wir sie von keinem unserer Werke aus sehen konnte, und ging um halb 7 Uhr Morgens zugleich auf die Fronte, die linke Flanke und die Kehle los. Er griff mit vier Bataillons das 2te Bat. des 34sten Linienregiments, welches diesen Posten vertheidigte, an; dieses Bataillon wehrte sich aufs hartnäckigste; allein da das Werk zu viel Ausdehnung hatte, als daß alle zugänglichen Puncte gehörig hätten bewacht werden können, und die Kehle noch nicht fertig verpallisadirt war, konnte der Feind, trotz des anhaltendsten Feuers von allen Werken des Forts, ins Innere eindringen, und die Besatzung mußte der Übermacht unterliegen, und sich mit dem Bajonette durch den Feind, der sie im Werke selbst umringte, durchschlagen, um das Fort zu erreichen. Der Bataillonschef des 34sten, Hr. Thomas, erhielt eine Schußwunde; er verlor 137 Gemeine und 5 Offiziere an Todten und Verwundeten *).

*) Vergl. über die Erstürmung dieses Hornwerks den englischen Bericht, öster. Beob. Nro. 323.

Nacht vom 19. auf den 20. -- Sobald der Feind das Hornwerk erstürmt hatte, setzte er sich in dem Graben an der Fronte derselben, und debouchirte durch das Ausfallthor, um mittelst eines Zickzacks, an welchem er trotz des heftigen Feuers von den Batterien der Fronte von San-Miguel und der obern Batterie sowohl als von allen Seiten-Batterien, aus denen man ihn sehen konnte, gegen die Kehle vorzurücken. Bei Tagesanbruch war der Feind in den beiden, die Nacht über sowohl im innern Raum des Werkes, als an der linken Seitenlinie desselben angefangenen Communicationen, fast ganz gedeckt. Er beantwortete unser Feuer gar nicht.

Am 20. am Tage. -- Der Feind hat fortgefahren, seine, die Nacht über, unternommenen Arbeiten zu vervollkommnen; man suchte ihn durch ein anhaltendes Feuer von allen Batterien, und durch Flintenschüsse von allen Brustwehren, von welchen aus man seine Arbeiten sehen konnte, zu stören. Man hat angefangen zwei 12 Pfünder auf dem Zwischenwall des Hornwerks gegen die Bresche-Batterie aufzupflanzen, die der Feind an der Kehle des Werks von San-Miguel aufgeworfen hatte. Man hat eine Communication bei der Kirche S. Romano durchbrochen, da die, welche vorher bestand, im Angesicht des Feindes war.

Da die Bedienung des Geschützes für die geringe Zahl von Artilleristen allzu mühsam war, wurde letztern das Bataillon von der Garde von Paris zur Hülfe beigegeben.

Da nicht hinreichend Wasser für die Subsistenz der Garnison vorhanden war, mußte sich der Mann mit 2 Maaß (pinte) für seinen Bedarf begnügen, und das Vieh konnte nicht mehr getränkt werden; man entschloß sich daher letzteres sogleich abzuschlachten und einzusalzen.

Nacht vom 20. auf den 21. -- Der Feind fuhr in seinen Arbeiten auf den Anhöhen von San-Miguel fort, wogegen die Artillerie die ganze Nacht über ihr Feuer unterhielt.

Unserer Seits ward in den Tags vorher angefangenen Arbeiten fortgefahren, und die obere Batterie des Pulvermagazins mit einer Haubitze und zwei 8 Pfündern besetzt.

In diesen 24 Stunden haben wir nur einen Verwundeten verloren.

Am 21. am Tage. -- Der Feind setzte seine Arbeiten, und wir unser Feuer fort.

Nacht vom 21. auf den 22. -- Der Feind hat angefangen, eine Batterie aufzuwerfen, welche die Werke des verschanzten Lagers von hinter bestreichen soll; er brachte diese Arbeit trotz des anhaltendsten Kanonen- und Flintenfeuers zu Stande.

In diesen 24 Stunden hatten wir 8 Verwundete.

Am 22. am Tage. -- Man bemerkte große Bewegungen unter den feindlichen Truppen in der Nähe des Forts; der Feind schaffte Schanzkörbe und Faschinen herbei. Er fuhr auf das thätigste fort, seine Communicationen, sowohl im Innern, als an der rechten Seitenlinie des Hornwerks von San-Miguel zu vervollkommnen. Der Zwischenwall des Hornwerks wurde noch mit einem 12Pfünder besetzt, um diese Batterie mit 3 Stück Geschütz zu versehen. Die Arbeiten des Feindes wurden durch ein lebhaftes Feuer von der Batterie Napoleon und von allen Batterien an der Angriffsfronte gestört. Man arbeitete an einer Communication vom Winkelwerke bis an die Kirche la Blanca.

Nacht vom 22. auf den 23. – Um 11 Uhr Abends rückte der Feind mit Leitern und einem zahlreichen Truppencorps gegen das verschanzte Lager, um es mit Sturm zu nehmen. Er hatte sich in zwei Colonnen getheilt, wovon eine von der Stadt, die andere vorn von der Straße von Santander heranmarschirte; diese letztere stürmte mit Entschlossenheit, und ward von fünf Compagnien des 2ten Bataillons des 34sten Linienregimentes tapfer empfangen. Die ersten, welche die Brustwehr erstiegen hatten, wurden hinabgestoßen, und die übrigen sowohl durch ein anhaltendes Kleingewehrfeuer, als durch gefüllte Haubitzgranaten, die man ansteckte und in den Graben warf, in die Flucht gejagt. Die Colonne, die von der Stadtseite her angriff, wurde eben so muthig empfangen, und konnte nicht einmal die Contrescarpe herabkommen. Der Feind zog sich in die in die ersten Häuser zurück, aus denen er von allen Puncten, von wo aus er das Fort sehen konnte, sehr lebhaft feuerte, und dagegen von uns mit Haubitz- und Kanonenkugeln bedient wurde. Er hat bei dieser Action viel gelitten, und in den Gräben ungefähr 40 Todte, worunter 3 Offiziere, nebst den Leitern, die er zum Sturm herbeigebracht hatte, zurückgelassen. Nach dem verschiedenen Zeuge, das man an allen Puncten, wo er angriff, gefunden hat, zu urtheilen, muß die Zahl seiner Verwundeten, die er mitnahm, beträchtlich seyn *).

Den übrigen Theil der Nacht hindurch wurde lebhaft fort gefeuert.

Unser Verlust in diesen 24 Stunden bestand in einem Offizier und 8 Mann an Todten, und einem Offizier und 12 Mann an Verwundeten.

Am 23. am Tage. -- Bei Tagesanbruch sah man, daß der Feind eine Batterie zu Stande gebracht hatte; sie ward durch das Feuer aus der Festung bald zerstört.

Der englische General schickte um Mittag einen Parlamentär, um die Erlaubniß anzusuchen, die Todten wegzuschaffen und begraben zu dürfen. Der General, Commandant, erhielt Befehl, daß sie von einem Detaschement der Garnison 200 Toisen weit von der Contrescarpe getragen werden sollten. Diese Operation hatte eine dreistündige Einstellung der Feindseligkeiten zur Folge. Der übrige Theil des Tages wurde wie gewöhnlich damit zugebracht, den Fortgang der feindlichen Arbeiten, durch das Feuer von den angegriffenen Fronten, zu hemmen.

Nacht vom 23. auf den 24. -- Der Feind fing mit flüchtiger Sappe, eine Communication von den Häusern der Vorstadt S. Pedro aus zu eröffnen, um an die Schluchten und Hohlwege längs dem verschanzten Lager zu gelangen. In der Festung trachtete man auf alle Weise dieser Debouchés ansichtig zu werden, mittelst welcher der Feind bis auf 10 Toisen von unserer Verkleidung gedeckt war.

Wir hatten in den 24 Stunden 4 Todte und 15 Verwundete.

Am 24. am Tage. -- man suchte den Feind durch Feuern gegen die in der Nacht zu Stande gebrachten Arbeiten zu stören; allein derselbe hatte die Kirche und die Häuser in der Vorstadt S. Pedro mit Schießscharten versehen, und feuerte daraus so lebhaft auf alle Werke, die ihm im Gesichte lagen, daß es für den Augenblick unmöglich war, in unseren Batterien zu bleiben. Er setzte den Tag über seine Arbeiten gegen das verschanzte Lager fort, und näherte sich demselben ungesehen.

*) Vergl. über diesen mißlungenen Angriff den englischen Bericht aus Villa-Taro vom 27. Sept. Österr. Beob. No. 346.

Nacht vom 24. auf den 25. -- Der Feind unterhielt ein sehr starkes und hartnäckiges Feuer aus seinem Logement in der Vorstadt St. Pedro; er näherte sich der Contrescarpe des obern Theils des verschanzten Lagers an der Spitze der mit Schießscharten versehenen Hauptwache, wo man vermuthete, daß er eine Mine anlegen wolle; man suchte ihn bloß durch einige Haubitzgranaten zu belästigen, und verhielt sich übrigens ruhig da man glaubte, daß er abermals einen Sturm versuchten würde.

Da das Geschütz im verschanzten Lager wegen allzugroßer Nähe der feindlichen Arbeiten nicht mehr schaden konnte, ward es ins Innere des Forts zurückgeschafft. Bei Tages Anbruch war der Feind auf der Contrescarpe des verschanzten Lagers.

Unser Verlust in den 24 Stunden belief sich auf 6 Todte, und 16 Verwundete, worunter sich ein Offizier befindet.

Am 25. am Tage. -- Da die Absicht des Feindes, Bresche durch Minen zu machen, deutlich am Tage lag, sah man sich genöthigt, einige Vorsichtsmaßregeln zu treffen, als Fußbänke und Leitrinnen zu verfertigen, und mit einer Menge Fässer und Kisten, die man mit Erde füllte, Abschnitte zu machen. Man traf Anstalten, den Kirchthurm von S. Romano, der den zweiten Umkreis der Werke dominirt, in die Luft zu sprengen, falls man genöthigt werden sollte, diesen Posten zu verlassen. Man pflanzte Vierpfünder auf die einzige Stelle des obern Walles auf, von wo aus man das Debouché der Breche sehen konnte, und legte alle Brustwehren der verschiedenen Wälle voll mit gefüllten Haubitzgranaten.

Der Feind unterhielt den ganzen Tag über ein sehr lebhaftes Feuer,, und schoß aus den Batterien, die er links am Abhange des Hornwerks von San Miguel aufgeworfen hatte.

Nacht vom 25. auf den 26. -- Der Feind verlängerte rechts sein Logement am Fusse des Glacis der Contrescarpe des verschanzten Lagers, und rückte mit Zick-Zacks von der Seite der Laufgräben, die vom Hornwerke San-Miguel ausgeht, herab.

In diesen 24 Stunden hatten wir 2 Verwundete und 2 Todt.

Am 26. am Tage. -- Der Feind fuhr mit seinen Arbeiten sowohl unter als oben auf der Anhöhe von San-Miguel fort; in letzteren wurde er durch das Feuer unseres Geschützes mit glücklichem Erfolge gestört.

Nacht vom 26. auf den 27. -- Der Feind versuchte einen neuen Angriff, gegen den untern Theil des verschanzten Lagers, mußte ihn aber wegen unsers Feuers aufgeben; er rückte fortwährend durch ein doppeltes Zickzack von der Höhe von San-Miguel herab.

Der Verlust in den letzten 24 Stunden besteht in einem Todten, und zwei Verwundeten.

Am 27. am Tage. -- Die Arbeiten welche der Feind Tags vorher angefangen hatte, konnten wegen ihres geringen Grades von Vollendung, theils wegen unseres Feuers nicht fortgesetzt werden.

Nacht vom 27. auf den 28. -- Der Feind fing an, seine erste Parallele, links von der Anhöhe von San-Miguel rechts gegen die Vorstadt San-Pedro hin zu ziehen. Er brachte diese Arbeit mit außerordentlicher Thätigkeit zu Stande, so daß er bei Tagesanbruch ganz gedeckt war. Er suchte gleichfalls seine Arbeiten rechts zu vervollkommen; er wurde durch ein anhaltendes Artillerie- und Musketenfeuer so viel als möglich daran gehindert.

Unser Verlust besteht in 24 Stunden in 2 Verwundeten.

(Die Fortsetzung folgt.)

Schreiben eines Officiers des Generalstabes vom Corps des Generals Hill.Bearbeiten


[3]

Die starken Festungswerke von Burgos halten den Marsch unserer Armee auf und erlauben den Franzosen, zahlreiche Verstärkungen an sich zu ziehen.

Am 22sten Sept. befahl Lord Wellington einen Angriff gegen diese Werke, bey welchem er selbst eingesteht, einen beträchtlichen Verlust erlitten zu haben; so drückt er sich in seinem Berichte aus. Aehnliche Verluste bey solchen Angriffen, die stets scheitern, beweisen einen großen Fehler in unserm militärischen System; die Franzosen haben seit langer Zeit ein besseres Sappeur- und Mineurcorps, welches die Ingenieurs in Stand setzt, ihre Geschicklichkeit mit Vortheil zu entwickeln. Unglücklicher Weise ist es nur zu wahr, daß wir aus Mangel einer solchen Anstalt eine große Anzahl tapferer Officiere und Soldaten verloren haben, ohne daß wir während des ganzen Laufes dieses Krieges eine einzige Festung nach den Regeln der Kriegskunst zur Uebergabe gebracht hätten; indeß der Feind nach und nach Astorga, Ciudad-Rodrigo, Almeida, Badajoz, Saragossa, Lerida, Tortosa, Tarragona, Valencia und eine große Anzahl anderer Festungen eingenommen hat.

So sind unsere Ingenieurs gezwungen, durch Minen die gegen die Festung Burgos gerichteten Arbeiten zu leiten; eine langweilige Operation aus Mangel an Menschen, die zu diesem besondern Zweige des Militärdienstes geeignet sind. Man sieht, daß Lord Wellington den Werth der Zeit fühlte, daß er, beunruhigt durch das, was bey den Armeen in Süden vorgeht, den Angriff erzwingen und die Werke der Franzosen mit Gewalt wegnehmen wollte, daß aber seine Unternehmung gescheitert ist. Lord Wellingtons Absicht ging vermuthlich dahin, wenn die Sache gelungen wäre, die Franzosen sogleich nach diesem Ereignisse anzugreifen, ungeachtet sie 13,000 Mann Verstärkung erhalten hatten. Er hatte zu gleicher Zeit mit seiner gewöhnlichen Vorsicht Maßregeln getroffen, um sich gegen jeden offensiven Angriff des Feindes sich zu stellen, damit letzterer es nicht wagte, die Operationen der Belagerung zu stören, und demzufolge eine Stellung vorwärts von Burgos eingenommen. Man sah es indessen als sehr unwahrscheinlich an, daß er, wenn er auch das Fort dieser Stadt zur Uebergabe zwingen sollte, dennoch die Franzosen aus Briviesau und Pancoro verjagen müßte; da aber das Fort und die Defileen dieses letztern Platzes sehr schwer zu forciren sind, so wird Se. Herrl. einen Versuch für zweckmäßig erachten, die Position des Feindes zu umgehen, indem er sich nordwärts nach Frias oder südwärts nach Logrono zieht.


Schreiben eines Officiers.Bearbeiten

London, den 19ten Oktober. [4]

(Aus dem Statesman.)

Ein Officier schreibt uns durch den Kourier, welcher Lord Wellingtons Depeschen überbrachte:

"Leider muß ich Ihnen melden, daß wir uns noch immer nicht dieses Schlosses bemeistert haben, da es der Feind mit größter Hartnäckigkeit vertheidigt. Wir ließen bereits zwey Minen sprengen, welche in der äussern Mauer beträchtliche Breschen gemacht, und unsere Truppen in den Stand gesetzt haben, sich in der äusseren Linie der Festungswerke festzusetzen. Da hierbey immer lebhafter Widerstand geschah, so haben wir beträchtlichen Verlust erlitten, der besonders das 24ste Regiment und die Portugiesen traf. Der Widerstand, den wir hier erfahren, ist weit grösser, als man erwartet hatte, und ich fürchte, wir werden noch neue Opfer bringen müssen, ehe wir Herren der Festung werden, die unser Obergeneral einmal zu nehmen entschlossen ist, ehe er zu andern Operationen schreitet. Wirklich glaubt man, der gegenwärtige Feldzug werde mit ihrer Eroberung, die allerdings für uns von Wichtigkeit ist, schließen, und die Armee dann in Winterquartiere rücken, da sie gewiß Ruhe nöthig hat. Durch den beschwerlichen Dienst, den sie seit dem Treffen bey Salamanka gehabt hat, sind sehr viel Leute in die Spitäler, und manche auch ums Leben gekommen. Man kann sich kaum die Beschwerlichkeiten vorstellen, die eine Armee bey längeren Märschen und in dieser Jahrszeit in Spanien ausstehen muß. Die Straßen, die immer vernachlässigt wurden, sind jetzt abscheulich. Alles dieses wird dazu beytragen, jede erhebliche Operation während des Winters von beyden Seiten unmöglich zu machen. Gott allein weiß, wenn dieser Krieg ein Ende nehmen wird; aber nach der Hartnäckigkeit zu urtheilen, womit der Feind dieses Schloß vertheidigt, scheint er noch keinesweges an Räumung des Landes zu denken, und ich fürchte sehr, im nächsten Feldzuge wird abermals das nämliche Kriegssystem zum Vorschein kommen, und uns wieder eben so wenig reellen Nutzen, neben gleich fühlbarem Verluste, bringen."


Depesche von Wellington.Bearbeiten

Französische Blätter enthalten aus englischen Folgendes: In der englischen Hofzeitung erschien am 11ten Oct. nachstehender Auszug einer Depesche des Lord Wellington an den Kriegssecretär Grafen Bathurst.

Villa-Toro, den 27sten Sept. [5]

Seit meiner Depesche vom 20sten d. haben die Operationen gegen das Schloß von Burgos fortgedauert. In der Nacht vom 22sten befahl ich, die äußere Linie der feindlichen Werke mit Sturm wegzunehmen, da eine der zu unserer Unterstützung in dieser Linie bestimmten Batterien so weit war, daß wir hoffen konnten, sie werde am 23sten des Morgens zu feuern anfangen können. Der Angriff sollte durch ein Detaschement portugiesischer Truppen von der 6ten Division gegen den linken Flügel des Feindes geschehen, während ein Detaschement von der 1sten Division, unter Anführung des Majors Lowrie, das Fort mit Leitern zu ersteigen versuchen sollte. Aber unglücklicherweise fanden die portugiesischen Truppen einen so heftigen Widerstand, daß sie gegen die Flanke des Feindes keine Fortschritte machen konnten, und der Sturm gar nicht statt fand. Leider war unser Verlust sehr beträchtlich. Die Major Lowrie wurde getödtet, und der Capitän Fraser, der ein Detaschement von der Gardebrigade commandirte, verwundet; diese beyden Officiere, so wie alle, die bey dieser Gelegenheit gebraucht wurden, thaten alles, was in ihrer Machtstand, aber da der Angriff auf die feindliche Flanke mißlang, so wurde der gute Erfolg des Sturms unmöglich. Die feindliche Armee steht vor uns, und beobachtet unsere Unternehmungen.


Schreiben des interimistischen Befehlshabers der Armee von Portugal, General Souham.Bearbeiten


Paris, den 9ten November.

Der Moniteur giebt folgenden Auszug eines Schreibens des interimistischen Befehlshabers der Armee von Portugal, General Souham, an den Kriegsminister:

Burgos, den 22ten Oktober.

Monseigneur!

Ich habe die Ehre, Ew. Excellenz zu benachrichtigen, daß die englische Armee die Belagerung des Forts von Burgos aufgehoben, und sich, um 9 Uhr Abends, auf der Straße nach Aranda, Valladolid und Palencia in Marsch gesetzt hat; sie ließ Kranke in den Spitälern von Burgos zurück. Ich brach diesen Morgen sehr früh zu ihrer Verfolgung auf; ich hoffe, sie erreichen und zum Schlagen zwingen zu können, oder wenigstens ihrer Arrieregarde vielen Schaden zuzufügen. Ich bitte xc.

(Unterz.) Graf Souham.

Nachschrift. Ich muß Ew. Excellenz anzeigen, daß ich seit dem 20sten, wo ich vor der englischen Armee aufgestellt bin, täglich mit ihr Gefechte gehabt, und sie von diesem Augenblick an zu beunruhigen, und ihr große Verluste zuzufügen, nicht aufgehört habe.


Schreiben des Generals, Grafen Caffarewlli.Bearbeiten


In einem Schreiben des Generals, Grafen Caffarelli, aus Burgos vom 6ten November wird angeführt: [6]

"Von den ersten Tagen der feindlichen Belagerung an war die Garnison einen der schrecklichsten Bedürfnisse, nämlich dem Mangel an Wasser, ausgesetzt. Sie hatte keinen Schutz; das schlechte Wetter nöthigte sie, fast stets im Koth und in der Nässe zu seyn. Sie hat aber Alles mit einer Geduld und einer Standhaftigkeit ertragen, wovon ihnen ihre Chefs das Beyspiel gegeben. Der Verlust des Feindes hat während der Belagerung über 2000 Mann betragen; der unsrige besteht an Todten und Verwundeten aus 16 Officiers und 607 Unterofficiers und Soldaten. Unter letztern sind 304 Mann getödtet oder an ihren Wunden gestorben.


Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1812]

London, den 18ten Oktober. [7]

Den letzten Nachrichten von unserer Armee in Spanien zufolge, hielt sich das Schloß zu Burgos fortdauernd. Unsere Truppen haben verschiedene Stürme unternommen, die aber alle fehlgeschlagen sind, und wobey wir großen Verlust gehabt haben. Der Feind zeigte eine hartnäckige Erbitterung, die Lord Wellington nicht erwartete. Die Operationen unserer Armee werden durch die schlechten Wege und die Menge von Kranken sehr erschwert.


Bayonne, den 18ten Oktober. [8]

Die letzten Nachrichten, die wir aus Spanien erhielten, melden, daß die Engländer bey der Belagerung von Burgos einen ungeheuern Verlust erlitten haben. Eines ihrer Regimenter, welches zum Sturm kommandirt war, ist ganz getödtet oder zu Gefangenen gemacht. Diese Belagerung hat dem Feinde bereits über 3000 Mann gekostet. Alles zeigt an, daß die Vereinigung der drey Armeen von Arragonien, des Centrums und des Südens wichtige Begebenheiten zur Folge haben werde. Man versichert bereits, daß die Truppen des Marschalls, Herzog von Albufera, zu Kuença eingerückt sind und Madrid bedrohen.


Bayonne, den 24sten Oktober. [9]

Alle Nachrichten aus Spanien stimmen darin überein, daß die französische Armee zu Madrid eingerückt ist. Die Engländer haben die Belagerung von Burgos aufgehoben, nachdem sie 4000 Mann vor diesem Platze eingebüßt, dessen Vertheidigung der Garnison zur größten Ehre gereicht.


London, den 19ten Oktober. [10]

(Aus dem Statesman.)

Die Hofzeitung vom Sonnabend enthält Depeschen von Lord Wellington mit Nachrichten über die langsamen Fortschritte der Belagerung des Schlosses von Burgos. Dieses elende Nest beschäftigt unsere Armee schon vom 19ten September bis zum 5ten Oktober, und hat uns einen Verlust von 1000 Todten und Verwundeten verursacht.


London, den 19ten Oktober. [11]

(Aus dem Alfred.)

Das Schiff the Bamble hat aus Korunna nach einer Ueberfahrt von 4 Tagen von Lord Wellington Depeschen gebracht, welche den Sturm auf die äussern Werke des Schlosses von Burgos erzählen. Nach Briefen aus Ribadeo vom 9ten, und aus Korunna vom 10ten zu schließen, trotzte das Schloß damals noch immer den Anstrengungen der Alliirten.


London, den 26sten Oktober. [12]

Von Wellington sind aus Villa-Toro unter dem 11ten Depeschen eingegangen. Zur Einnahme von Burgos soll es uns an Belagerungsgeschütz fehlen, und nur noch Ein 18-Pfünder brauchbar gewesen seyn.


Paris, den 9ten November. [13]

Ehe diese neue Wendung der Angelegenheiten in Spanien zu London bekannt seyn konnte, las man in dortigen Zeitungen sehr verschiedenartige Räsonnements über das, was vermuthlich geschehen würde, wovon wir hier einige, die auch faktische Aufklärungen enthalten, ausheben.

(Aus dem Kourier vom 26sten Oktober.)

Bey Abgang von Lord Wellingtons letzten Depeschen vom 11ten dieses hielt sich das Schloß von Burgos noch; der Feind hatte Ausfälle, die uns viele Leute kosteten, gemacht, und unsere Werke beschädigt. Dennoch hatten sich unsere Truppen 50 Klaftern weit von der innern Linie des Feindes festgesetzt; an einer andern Stelle eben dieser Linie war eine weite Bresche gemacht, und unsere Truppen hatten sich ganz nahe dabey logirt. Vermuthlich werden die nächsten Depeschen uns die Uebergabe der Festung melden. Die feindliche Armee steht noch immer am Ebro, und hat noch keine Bewegung zu Unterbrechung unserer Operationen gemacht. Der Major Cock vom 79sten Regiment, ein Officier, der sich schon oft auszeichnete, blieb bey einem Ausfalle.

Soults Marsch und seine Vereinigung mit Suchet liegen, nach Versicherung eines Schreibens aus Korunna, in Lord Wellingtons Plane; aber man muß erst die Uebergabe von Burgos abwarten, ehe die alliirte Armee der vereinigten französischen Macht, die jetzt zwischen Valencia und Cuença steht, entgegengehen kann. General Hills Avantgarde rückte am 29sten September zu Toledo ein. Dieser General scheint dringend Verstärkung nöthig zu haben.

(Aus dem Statesman vom 26sten Oktober.)

Man sagt, die Franzosen im nördlichen Spanien wären jetzt im Begriff, wichtige Operationen gegen die Alliirten zu unternehmen, und man fürchtet sehr, die Länge der Belagerung von Burgos möchte unsern Feldzugsplan ganz zerrütten. Die Besatzung des Forts von Burgos ist nicht über 2000 Mann stark; unser Verlust vor demselben, wie ihn die Hofzeitung eingesteht, beträgt schon mehr als eben so viel, und der englische Feldherr verliert vor den Mauern dieses Schlosses, das ihn nun schon über drey Wochen in seinem Marsche aufhält, die Früchte der Schlacht bey Salamanka. Man sagt uns neulich, die englische Armee unter seinem Kommando sey so stark, als nöthig wäre, oder wenigstens so stark, als es der Obergeneral begehrte. Uns hat eine solche Behauptung stets sehr absurd geschienen. Kann man sich wohl vorstellen, daß Lord Wellington wünschen sollte, nicht hinlängliche Streitkräfte zu haben, um zugleich seine menschenfressende Belagerung fortzusetzen, und gegen den Ebro vorzurücken? Oder sollten wir annehmen, daß es ihm beliebe, den Krieg zu verlängern, um sich fürs nächste Jahr einen kleinen angenehmen Feldzug gegen die Armee des Südens aufzusparen?

(Aus dem Times vom 26sten Oktober.)

Die Besatzung jenes unseligen Schlosses von Burgos vertheidigt sich unstreitig mit großem Muth; aber unsere Laufgräben nähern sich ihr, obschon langsam, doch mit sicherm Resultat. Der Feind liegt zwar hinter seinen Wällen gedeckt, er leidet aber doch Einbußen, und was von der Besatzung in dienstfähigem Stand übrig ist, beträgt nur noch 1600 Mann. Unsere Minen, obgleich unvollkommen angelegt, scheinen das einige Mittel, uns Breschen zu öffnen, da unsere Artillerie nicht von hinlänglich starkem Kaliber ist, und unsere Achtzehnpfünder während der Belagerung auf Einen zusammengeschmolzen. Man kann die Arbeiten der Truppen und die Ausdehnung der Laufgräben einigermaßen beurtheilen, wenn man erfährt, daß sie zwölf- bis dreyzehnhundert Klaftern Transchee haben aufwerfen müssen. Am 11ten dieses hatte die Belagerung 23 Tage gedauert. Die Nachrichten aus dem südlichen Spanien sich unsicher: General Balleysteros soll Befehl haben, zu General Hill, der bis in die Gegend von Toledo vorgerückt ist, zu stoßen. Da nun auch die französischen Armeen koncentrirt sind, so läßt sich nächstens einem Treffen in jenen Gegenden entgegensehen.


London, den 10ten November. [14]

Vor Burgos hatte man Parlamentärs an den Gouverneur, General Dubreton, geschickt, und ihn sehr günstige Bedingungen angeboten, die er aber von sich wies, seine Hülfsmittel übermäßig anschlug, und erklärte, er würde sich bis aufs Aeusserste halten. Diese Belagerung wurde nicht bloß wegen der Bewegungen der Franzosen auf den Tajo aufgehoben, sondern auch in der Ueberzeugung, daß, wenn man nicht großes Belagerungsgeschütz aus Madrid kommen ließe, die vor dem Platze befindlichen Streitkräfte nicht hinlänglich seyn würden, ihn zu reduciren. Das auf den feindlichen Wällen stehende Geschütz war von schwererem Kaliber, als unsere Kanonen, welche Bresche schießen sollten. Man war also genöthigt, zur Mine seine Zuflucht zu nehmen. Als die letzte, welche man ansteckte, zu gleicher Zeit mit der Gegenmine losging, warf sie ein nahe am Schlosse gelegenes Kloster um, und da die Erschütterung eine Bresche in der Mauer des Forts gemacht hatte, so liefen unsere Truppen Sturm, die Franzosen setzten aber einen so unerschütterlichen Widerstand entgegen, daß die Unsrigen genöthigt waren, sich mit großem Verluste zurückzuziehn.

Quellen. Bearbeiten

  1. Tagebuch der in den Jahren 1811 und 1812 von den Verbündeten in Spanien unternommenen Belagerungen; nebst Anmerkungen von Johann Jones, Oberstlieutenant im Brittischen Ingenieur-Corps. Aus dem Englischen übersetzt von F. v. G--. Berlin, 1818. bei Carl Friedrich Amelang.
  2. Oesterreichischer Beobachter. Nro. 349. Montag, den 14. December 1812.
  3. Leipziger Zeitung Nr. 218. Donnerstags den 5. November 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 289 Montag, den 2/14. December 1812.
  5. Leipziger Zeitung Nr. 214. Sonnabends den 31. October 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 299. Freytag, den 13. December 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 267 Mittewoch, den 6. /18. November 1812.
  8. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 273 Mittewoch, den 13. /25. November 1812.
  9. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 273 Mittewoch, den 13. /25. November 1812.
  10. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 289 Montag, den 2/14. December 1812.
  11. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 289 Montag, den 2/14. December 1812.
  12. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 274 Donnerstag, den 14. /26. November 1812.
  13. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 295 Montag, den 9. December 1812.
  14. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 285 Mittewoch, den 27. November/9. December 1812.


Literatur.Bearbeiten

  • Tagebuch der in den Jahren 1811 und 1812 von den Verbündeten in Spanien unternommenen Belagerungen; nebst Anmerkungen von Johann Jones, Oberstlieutenant im Brittischen Ingenieur-Corps. Aus dem Englischen übersetzt von F. v. G--. Berlin, 1818. bei Carl Friedrich Amelang.
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