Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Barbarey.[]

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Barbarey, ist ein großer Theil von Nordafrika, welcher gegen Osten Aegypten, gegen Westen das atlantische Meer, gegen Norden das mittelländische Meer, gegen Süden aber die Wüste Saara zu Gränzen hat. Der Name kommt her von den Berbern, oder Brebern, dem einheimischen Volke des Landes. Uebrigens wird die Barbarey von dreyen der mohammedanischen Religion zugethanen Nationen, nemlich Arabern, Türken und Afrikanern bewohnt. So giebt es auch viele Juden darinnen, welche meistentheils unter sehr hartem Drucke leben. Alle Christen aber, so sich hieselbst befinden, sind Sclaven, ausgenommen wenige Ordensleute, Handelsleute und die Einwohner von zwey oder drey Oertern, welche die Spanier und Franzosen, in die Barbarey besitzen. Sie besteht aus der eigentlichen Barbarey, und den 6 Königreichen, Barca, Tripoli, Tunis, Algier, Fetz und Marocco. Die ersten vier sind der ottomannischen Pforte entweder unterworfen, oder doch unter derselben Schutz; die leztern beyden aber stehen unter einem eigenen Könige, welcher unabhängig ist. Das Land ist zum Theil sehr fruchtbar an Getreide, und wird auch grosse Handlung mit Tüchern, Ochsenhäuten, Feigen, Rosinen und Datteln getrieben, ihr größter Reichthum aber besteht in der Beute, welche die barbarischen Seeräuber von den europäischen Schiffen zu Algier, Tunis und andern Orten zusammen bringen.


Zeitungsnachrichten.[]

[1808]

Miszellen. [2]

Nach Berichten aus Neapel vom 2. Sept. waren im verflossenen May, aus der Stadt Torre del Greco über 100 Felucken nach der Küste der Barbarey auf die Korallenfischerey ausgesegelt. Man war für sie nicht wenig besorgt gewesen, erhielt aber nunmehr über Livorno Nachricht, daß der Bey von Tunis die Neapolitanische Flagge vollkommen respektirt habe. Auch aus Sizilien waren viele Fahrzeuge auf die Korallenfischerey nach der Bay von Bona zwischen Tunis und Algier gesegelt. Sie wurden ebenfalls nicht beunruhigt mußten, aber Englische Flagge aufstecken.


Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Wiener-Zeitung. Nro 79. Sonnabend, den 1. Oktober 1808.
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