Besançon, deutsch Bisanz, große und wohlgebaute Hauptstadt in der Franche Comté, in Frankreich, welche der Fluß Doux in die obere und untere Stadt eintheilt; eine steinerne Brücke verbindet beyde.

Jezt die Hauptstadt im Departement des Doubs oder Doux. Vor diesem ist Besançon eine freye Reichsstadt gewesen, bis auf das J. 1652. da sie von Kaiser und Reich, als eine Landstadt, an Spanien abgetreten wurde. Im nimwegischen Frieden 1679. ist sie, mit der Franche Comté, an Frankreich gekommen.

Die Stadt ist weitläuftig, und enthält 3293 Feuerstellen, und 25,328 Mensch. (im J. 1802.) K. Ludwig XIV. hat sie stark befestigen lassen. Sie ward der Siz einer Universi. einer im J. 1753. gestifteten Akademie der Wissenschaften von Künste, auch des Parlaments von Franche Comté, ferner eines Erzbischofs welcher sich einen Fürsten des H. R. Reichs nennte; allein seit dem ryswickischen Frieden, da er von Frankreich ernennt wurde, nicht mehr auf dem Reichstage erschien.

Die Revolution vernichtete nebst dem Parlement auch die Universität, an ihre Stelle ist seit 1803. ein Lyceum gekommen.

Das Erzbißthum wurde aber 1801. wieder hergestellt. Es hat als bischöfl. Kirchensprengel die Departements des Doubs, der Haute Saone und des Jura; und als Suffrageneen die Bischöfe von Autun, Metz, Straßburg, Nancy, und Dijon.

Die Stadt ist nicht nur der Sitz des Präfekten, und der übrigen zur Verwaltung des Departements gehörigen höhern Stellen, sondern auch des kommandirenden Generals der sechsten Division, und einer Artillerieschule, nebst mehrern Waffenfabriken. Sie hat Manufakturen von Wollenzeugen, seidenen Strümpfen, Leder, Hüten, Müzen, viele Uhrmacher, und einen beträchtlichen Handel mit Wein, Getraid, Eisen, Schlachtvieh und Käsen.

Besancon ist zugleich der Hauptort eines Arrondissements zu welchem folgende Cantons gehören: Besançon, Audrux, Amancey, Bousierre, Machchaux, Ornans, und Quingey.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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