Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[1]

Großbrittanien.

Die Lords Holland und Auckland waren zu Bevollmächtigten ernannt, um mit den in London angekommenen Nordamerikanischen Gesandten, den Herren Pinkney und Monroe, über die zwischen Nordamerika und England obschwebenden Zwistigkeiten zu unterhandeln.

Hr. Erskine, Sohn des Lordkanzlers, war als Gesandter nach Nordamerika abgegangen.


[1808]

[2]

Vereinigte Nordamerikanische Staaten.

Washington, vom 3. May. Unsere Regierung hat nun auf eine Bothschaft des Präsidenten Jefferson die Aktenstücke der Unterhandlungen mit England und Frankreich in der Gouvernements-Zeitung, dem Nazional-Intelligeneer, öffentlich bekannt machen lassen. Am 23. Februar hatte der Englische Gesandte, Hr. Erskine, die bekannten Brittischen Kabinetsordres unter Begleitung einer weitläufigen Note zu deren Rechtfertigung mitgetheilt.


[3]
Vereinigte Nordamerikanische Staaten.

Nun sind die Briefe bekannt gemacht, die zwischen Herrn Canning und Herrn Monroe gewechselt worden. Ersterer zeigte letzterm unterm 23. Sept. 1807 an, daß Herr Rose zum Bevollmächtigten ernannt sey, um wegen der Angelegenheit in Betreff der Chesapeake zu unterhandeln, indem Se. Brittische Majestät entschlossen wären, diese Sache von den andern streitigen Punkten zu trennen. Unterm 26. Januar 1808 zeigte Herr Rose nach seiner Ankunft in Amerika dem Staatssektretair, Herrn Madison, an, daß er sich wegen der Chesapeake nicht eher in Unterhandlungen einlassen könne, bevor nicht die Proklamazion des Präsidenten vom 2. July 1807 widerrufen wäre. Herr Madison antwortete hierauf unterm 5. März, daß gedachte Proklamazion nicht eher wiederrufen werden könne, ehe nicht die Englische Regierung Satisfakzion für alle Beleidigungen seit 1804 gegeben hätte, wodurch jene Proklamazion veranlaßt worden. Nun folgt das Ultimatum des Herrn Rose vom 17. März, worin er am Ende folgendes erklärt: "Mit dem tiefsten Bedauern sehe ich mich zu erklären genöthigt, daß ich nicht im Stande bin, auf die mir vorgeschlagenen Bedingungen zu unterhandeln. Meine Mission ist daher als beendigt anzusehen." Am 14. März theilte mittelst einer Bothschaft der Präsident das Französische Dekret vom 17. Dez. 1807 und ein ähnliches Dekret des Königs von Spanien vom 3. Jan. dem Kongreß mit. Er erklärte dabey, wie nothwendig es sey, unsere Schiffe, Seeleute und Eigenthum in unsern Häfen zurückzubehalten, bis die Gefahren, denen sie sich ausgesetzt befänden, entfernt oder verkleinert wären.

Am 18. März trug Herr Levermore im Hause der Repräsentanten darauf an, daß das Embargo wieder aufgehoben werden möchte. "Der Verlust, sagte er, den das Amerikanische Volk durch dies Embargo leidet, ist ungeheuer. Nach einem geringen Anschlage kann der Profit, der von unserer Ein- und Ausfuhr herrührt, auf 100 Millionen Dollars, ausser den Zoll-Abgaben, angeschlagen werden, die sich auf 16 Millionen belaufen. Dauert das Embargo noch 1 Jahr fort, so verliert Amerika dadurch nicht weniger als 50 Millionen Dollars. Die Anzahl der Menschen, die durch das Embargo ausser Thätigkeit und Erwerb gesetzt worden, beläuft sich gegen 200,000. Wovon sollen denn alle diese Menschen auf andere Art leben? Am Ende ward der Antrag des Herrn Levermore mit 84 gegen 24 Stimmen verworfen. 


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiener Zeitung. Nro 74. Sonnabend, den 13. September 1806.
  2. Wiener-Zeitung. Nro 57. Sonnabend, den 16. July 1808.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 59. Sonnabend den 23. July 1808.
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