Jetziges Schicksal.

[1]
Moncey, Generallieutenant der Reserve und nachher der italienischen Armee, kommandirt jetzt die Gensdarmerie der franz. Republik.


Moncey, Herzog von Conegliano.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Moncey, Herzog von Conegliano, französischer Reichsmarschall, geboren in der Franche-Comté, war 1794 und 95 bey der Armee der Westpyrenäen angestellt, diente dabey mit Erfolg, erhielt endlich das Oberkommando derselben und trug den 17. Oktober 1794 einen wichtigen Sieg über die Spanier bey Villa Nova davon; bey 50 Stück Kanonen fielen in seine Hände. 1796 ging er als Divisionsgeneral zur Rheinarmee und von da nach Italien, wo er, mit dem Titel eines Generallieutenants, ein Armeekorps kommandirte. Zu Ende 1799 vertrauten ihm die Konsuln das wichtige Kommando von Lyon an, wo er sich mit vieler Mäßigung benahm. Zu Ende 1801 wurde er zum ersten General-Inspekteur der National-Gendarmerie ernannt und begleitete in dieser Eigenschaft den ersten Konsul im Jahr 1802 auf seiner Reise nach Brüssel, im May 1804 wurde er zum Würde eines Reichsmarschalls erhoben, hierauf zum Chef der 11. Cohorte und Großoffizieren der Ehrenlegion ernannt. Den 1. Februar 1805 erhielt er das rothe Band und nachher den Orden Karls III. Gegenwärtig kommandirt er eine Abtheilung der Armee in Spanien.


Bon. A. Jean de Moncey.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]
Moncey (Bon. Am. Jean de), vormals Herzog von Conegliano und franz. Reichsmarschall, ist 1754 zu Besançon geboren, und hat sich früh dem Militär gewidmet. Schon 1773 diente er im Regiment Conti, ging dann unter die Marechaussée, unter die Nassau- Siegener Volontairs, ward 1791 Capitain, erstieg schnell die höhern militärischen Grade, und wurde zur Armee der West-Pyreneen geschickt, deren Oberbefehl er zuletzt erhielt. Den 17ten Oct. 1794 schlug er die Spanier zwischen l'Ecumbery und Villa-Nova, und endigte den Feldzug mit glücklichem Erfolg. Im J. 1796 ging er als Divisionsgeneral zur Rheinarmee und von dieser nach Italien, wo er das Commando eines Armeecorps mit dem Generallieutenant-Titel erhielt. 1801 ward er erster Generalinspector der National-Gensdarmerie, und 1804 Reichsmarschall und Großkreuz der Ehrenlegion. In den Jahren 1808 und 1809 commandirte er in Spanien mit abwechselndem Glück. Als Napoleon 1814 Paris verließ, ernannte er Moncey zum Major-General der pariser Garde, was er bis zu dessen Sturz blieb. Den 11ten April gab er seine Zustimmung zur Thronveränderung bei der provisorischen Regierung ein. Ludwig XVIII. machte ihn zum Staatsminister, St. Ludwigsritter und Pair von Frankreich. Da er aber 1815 die Pairwürde auch von Napoleon annahm, traf ihn die Verordnung vom 24sten Juli: er ward aus der Liste der Pairs gestrichen. Wegen seiner Weigerung, dem Kriegsrecht über den Marschall Ney zu präsidiren, hat ihn der König seines Marschallgrades entsetzt. Seitdem lebt er auf seinem Schlosse zu Ham.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das jetzige Schicksal der vielen französischen und gallobatavischen Generäle die sich bei so manchen Gelegenheiten ausgezeichnet, und den Krieg überlebt haben. 1802.
  2. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  3. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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