Breda.


Breda.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Breda, Stadt mit 8,250 Einwohnern am Fluß Merke, in Batavisch-Brabant. Sie ist theils durch die Natur, theils durch die Kunst befestigt, indem sie in einem morastischen Lande liegt, welches man unter Wasser setzen kann, und sowohl mit Bastionen, als auch mit einem sehr festen Schloß versehen ist. Sie war die Hauptstadt einer Freyherrschaft, welche nach Absterben König Wilhelms III. in England dem Prinzen von Nassau-Dietz zufiel. 1667. wurde hier zwischen England und Holland Friede geschlossen. Im Jahr 1747. sollte hier ein Friedenskongreß gehalten werden: er zerschlug sich aber fruchtlos. Die Stadt hat Tuch- und Strumpffabriken.


Breda..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Breda, (N. Br. 53° 25' 29", östl. L. 22° 26' 9"). Stadt und starke Festung, die ebenfalls unter Wasser gesetzt werden kann. Sie liegt am Flusse Merk, der die Aa bei der Stadt aufnimmt, ist gut gebaut, hat ein schönes mit einem Graben umgebenes Schloß, 4 öffentliche Plätze, 7 Kirchen, worunter 3 reformirte, 3 katholische und 1 lutherische, 1,500 Häuser und 8,250 Einw. Von Fabriken blühen bloß Strumpfwirkerei und Tuchfabriken. Der Handel wird durch den Bredakanaal sehr befördert, der von hier bis die Aa geleitet, 5 Stunden lang und mit 30 Schleusen versehen ist. Eine halbe Stunde von der Stadt liegt der schöne, aus lauter geraden Alleen bestehende Liesbosch, so wie einige andere geringe Holzungen.

Breda hat 1252 Stadtgerechtigkeiten erhalten; 1637 kam sie durch Eroberung an die Generalstaaten und 1667 wurde ein bekannter Frieden daselbst geschlossen. Sie machte mit der umliegenden Gegend und 18 Flecken und Dörfern in der Vorzeit einen Theil der Grafschaft Stryen aus, dessen sich 1100 die Herzoge von Brabant bemächtigten und eine besondere Baronie daraus machten, die sie 1212 an Godfried von Berg und 1284 an Raso von Grave zu Lehn gaben. Durch Kauf erhielt sie die Baronie 1351 Johann von Polanen, und durch Heurath kam sie 1404 an das Haus Nassau, welches sie unter der Oberhoheit der Generalstaaten bis 1796 inne hatte.


Festung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]
Breda, eine bedeutende Vestung in Brabant, in der Mitte zwischen Bergen op Zoom und Hertogenbosch, doch nicht so stark, als diese beiden. Die Merk fließt durch die Stadt, und bedeckt die Graben mit Wasser. Die umliegenden morigen Niederungen können unter Wasser gesetzt werden. Vier Thore, 4 öffentliche Plätze, 1500 Häuser, 9000 E.


Von Reisende.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caspar Heinrich Freiherr von Sierstorpff.

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[1803]

Abends kam ich auf tiefen Sandwegen spät in Breda an. Das erste, was der auf den andern Tag bestellte Postillon von mir verlangte, war, dass ich, weil's Sonntag sey, ihn erst möchte in die Kirche gehen lassen. Da mir nun ein so frommer Antrag von einem Postillon auf dieser Reise noch nicht vorgekommen war, so war ich davon zu sehr gerührt, um ihn hierin nicht nachzugeben; jedoch behielt ich mir vor, dass er für dieses Mal mit der Frühkirche vorlieb nehmen sollte. Sonntag Morgens herrschte auch in Breda eine allgemeine heilige Stille. Jeder war in Schwarz gekleidet, und eilte zur Kirche. Dies Städtchen hat schon ganz das Holländische reinliche Ansehen. Auf dem Markte stand ein verdorrter Freiheitsbaum; und auf meine Frage, warum man keinen neuen Pflanzte, erhielt ich zur Antwort, dass das die Freiheit nicht werth sey, und weil jetzt jeder geschunden werde, so hätte man den Baum auch abgeschunden. Wenn die Französische Garnison abgezogen seyn würde, so sollte er auch herunter.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Neueste Länder- und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Sechster Band. Holland und Westphalen. Prag 1809, in der Diesbachischen Buchhandlung.
  3. Lehrbuch der Militär-Geographie von Europa, eine Grundlage bei dem Unterricht in deutschen Kriegsschulen, von A. G. Hahnzog, Divisionsprediger und Lehrer an der Kriegsschule in Magdeburg. Magdeburg, bei Ferdinand Rubach 1820.
  4. Bemerkungen auf einer Reise durch die Niederlande nach Paris im eilften Jahre der grossen Republik. 1804.
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