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Breisgau, eine Landgrafschaft in dem südwestlichen Theile von Schwaben, meistentheils in der Nähe des Schwarzwaldes, welche gegen Osten vom fürsten- und schwarzenbergischen Gebiet, gegen Süden von der Schweiz, gegen Westen vom Rhein, gegen Norden von der Ortenau begränzt wird.

Das Breisgau gehört zu den gesegnetsten und glücklichsten Himmelsstrichen Deutschlands; in der Gebirgsgegend Holz- und Viehzucht, auf dem flachen Lande wein und Feldbau, außer allen Getraidegattungen auch noch sehr viel Hanfpflanzung; ferner mehrere Silber-, Blei- und einige Eisenerzgruben. Es herrscht durchaus viel Industrie, besonders aber in den Waldgegenden, wo vorzüglich die hölzernen Uhren in großer menge gefertigt und durch ganz Europa, ja selbst nach Amerika geführt werden.

Die landesfürstlichen Einkünfte des ganzen Breisgau's werden ungefähr zu 300,000 Gulden angenommen. Die Volksmenge betrug vor dem letzten französischen Kriege 160,000 Seelen.

Das Breisgau war die älteste Besitzung des Hauses Oesterreich. (Rudolph von Habsburg wurde auf dem Schlosse Limburg geboren); seine Landesverfassung war mit jener der böhmisch-österreichischen Erbstaaten dieselbe. Außer den landesfürstlichen Stellen waren im Breisgau auch Landstände, welche aus dem Prälaten-, Ritter- und dritten Stande zusammengesetzt wurden.

Im Frieden zu Lüneville (9ten Februar 1801) wurde das Breisgau nebst der Landvogtei Ortenau von Oesterreich an den Herzog von Modena abgetreten, und von diesem im März 1803 in Besitz genommen. Nach dessen Tode (14ten October 1803) erhielt es sein Schwiegersohn, der Erzherzog Ferdinand von Oesterreich, als Herzog von Breisgau; allein durch den presburger Frieden (1805) kam es an den Churfürsten (nachher Großherzog) von Baden, mit Ausschluß einiger Parcellen, welche Würtemberg zugetheilt, nachher aber, gegen andere Entschädigungen, wieder an Baden zurückgegeben wurden.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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