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Britisch-Amerikanischer Krieg (1812 - 1815).

Krieg gegen Großbrittannien!Bearbeiten

New-York, den 20sten Juny.

Hier ist Nachstehendes angeschlagen:

Sonnabends, den 20sten Juny 1812, um 1 Uhr Nachmittags.

Wichtige Nachricht.

Krieg gegen Großbrittannien!

Aus einem Schreiben aus Washington, vom 17ten Juny.

Das Loos ist geworfen; heute hat der Senat der vereinigten Staaten nach 10tägiger Berathschlagung diese Frage mit 19 gegen 13 Stimmen entschieden. Der Krieg ist also unvermeidlich. Es ist bereits eine Bill durchgegangen, nach welcher Schatzkammerscheine in Umlauf kommen sollen. Mithin werden für den Augenblick keine neuen Auflagen statt haben.


Meinungen.Bearbeiten

Diejenigen kennen Amerika nicht, welche das Unglück nicht voraussehen, welches der neue Krieg uns zuzieht. Es sind neue Rekrutirungen nöthig, um unsere Garnison zu verstärken, und neue Linienschiffe und eine beträchtliche Anzahl von Matrosen, um die amerikanischen Häfen zu blokiren. Dieser Krieg wird unsern Manufakturen einen neuen Stoß versetzen. Unsere Einkünfte werden abnehmen, während unsere Ausgaben zunehmen. Allem diesen Unglück wäre von einer weisen und starken Regierung vorgebeugt worden.

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Dem englischen Handel können die Amerikaner äusserst gefährlich werden, obgleich ihre Staatsmarine vielleicht kaum 12 Fregatten zählt. Allein die vielen Kauffahrteyschiffe, mit welchen die Amerikaner alle Meere durchschifften, und die wegen des Embargo und der Streitigkeiten mit England meist müssig in den Häfen lagen, lassen sich leicht in zahllose Kaper verwandeln, die, von geübten, wackern und erbitterten Matrosen geführt, jetzt wohl eine weit bedeutendere Rolle spielen mögten, als zur Zeit des amerikanischen Revolutionskrieges. Schon damals erschienen der furchtbare Paul Jones und andere Kaperführer in den europäischen Meeren, und trieben ihr Gewerbe selbst an den Küsten von England. Die Amerikaner haben bey diesem Kriege, wegen der Stockung ihres Handels, fast Nichts zu verlieren, aber Alles zu gewinnen; bey den Engländern verhält es sich umgekehrt. Selbst ihre westindischen nur schwach besetzten Inseln laufen Gefahr; sogar Kanada soll nur mit 10 Bataillonen, die, wie gewöhnlich die englischen, nicht stark sind, besetzt seyn, und auf die Einwohner, größtentheils französische Abkömmlinge oder aus Mißvergnügen eingewanderte Irländer, dürfte eben kein Verlaß seyn.

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Wenn England Kanada verliert, so verliert es zugleich die Mittel, sich Marinebedürfnisse, Bauholz, Theer xc. zu verschaffen. Es gebraucht jetzt 300 Schiffe, um Bauholz für seine Flotten nach seinen Häfen zu führen. Sind ihm diese unschätzbaren Vortheile durch die Besetzung Kanada's von den vereinigten Staaten geraubt, so verliert es überdies einen starken Kanal des Absatzes für seine Produkte und Manufakturen. Die Amerikaner müssen also das Schwert nicht eher in die Scheide stecken, als bis ihnen diese nördlichen Provinzen zugehören.


Paris, den 25sten August.

Das hiesige Journal the Whig und die Charlestonzeitung beschäftigen sich im Voraus, den Angriffsplan gegen die beyden Provinzen von Kanada zu entwerfen. Man schätzt die regelmäßigen Truppen der Engländer in diesen Provinzen auf 15,000 Mann; nimmt man nun auch an, daß alle kanadischen Milizen, 18 bis 20,000 Mann stark, freywillig zur englischen Armee stoßen, und ernstlich zur Vertheidigung des Landes mitwirken, so würde doch diese Macht von 30 bis 35,000 Mann durchaus nicht hinreichend seyn, eine 900 bis 1000 (englische) Meilen lange Gränzlinie zu decken. Zwey amerikanische Korps, jedes von 20,000 Mann, müßten bey Kingston und Montreal über den St. Lorenzstrom gehen, und Oberkanada von Unterkanada trennen, während ein schwächeres Korps über Detroit und Fort Malden eindränge. Diese drey Korps müßten sich sodann vereinigen, und längs des Flusses bis Quebek hinabziehen. Die Einwohner dieser Stadt, des einzigen Punktes, wo die Engländer sich zu behaupten hoffen können, würden vielleicht nicht abgeneigt seyn, sich freywillig zu ergeben, sobald sie das ganze Land von amerikanischen Truppen besetzt wüßten. Aber freylich sieht Jeder ein, daß diese Plane große Thätigkeit erfordern. Uebrigens befinden sich unter den 200,000 Einwohnern von Unterkanada 180,000 Franzosen, die fast kein Wort englisch sprechen, und weder den Charakter noch die Lebensart der Engländer lieben. Von den 100,000 Einwohnern von Oberkanada besteht die Hälfte aus unirten Irländern, die in der geheimen Hoffnung auswanderten, sich ein neues Vaterland zu erschaffen, und die stets mit ihren Unglücksgefährten in den vereinigten Staaten Verbindungen unterhielten. Handeln also unsere Heerführer nur mit einigem Nachdruck, so wird Kanada's Eroberung von Seiten der Einwohner wenig Hindernisse finden. Die Erwerbung wäre für die vereinigten Staaten von größter Wichtigkeit. In Rücksicht auf den Landbau eröffnete sie ein Feld zu weit ausgedehnten Spekulationen, da der Boden von Kanada äusserst fruchtbar, und das Klima dem von New-York ähnlich ist. In militärischer Hinsicht machte Kanada's Einverleibung die vereinigten Staaten von Seiten des Nordens unverwundlich; sie hätten keine Nachbarn mehr als Wilde oder Eismeere. In Rücksicht auf den Handel bieten die großen Seen, die durch mehrere Engen mit einander verbunden, ihre Gewässer durch den schönen Lorenzstrom dem Ocean zuschicken, Gelegenheit zu einer unermeßlichen, zum Theil selbst für die größten Schiffe brauchbaren innern Schifffahrt dar.


Embargo.Bearbeiten

In der Hofzeitung erschien folgende

"Erklärung.

Karlton, den 31sten July.

In Gegenwart Sr. Königl. Hoheit im Konseil, wird von heute an von Sr. Königl. Hoheit im Namen und von Seiten Sr. Majestät, und auf Gutachten des geheimen Raths Sr. Majestät, befohlen, daß kein den Unterthanen Sr. Majestät zugehöriges Schiff oder Fahrzeug bis auf neuen Befehl nach keinem von dem Gebiet der vereinigten Staaten von Amerika abhängigen Hafen abgefertigt werden soll. Se. Königl. Hoheit befiehlt auch, ein allgemeines Embargo auf alle den Bürgern der besagten vereinigten Staaten zugehörige Schiffe oder Fahrzeuge, welche sich gegenwärtig in irgend einem Hafen oder Rhede der Staaten Sr. Majestät befinden oder noch einlaufen könnten, so wie auf die an Bord befindlichen Personen und Effekten, zu legen. Ferner wird den Befehlshabern der Schiffe Sr. Majestät und den Kapitänen der Kaper aufgetragen, alle den Bürgern der vereinigten Staaten von Nordamerika zugehörige, oder die Flagge besagter vereinigter Staaten tragende Schiffe und Fahrzeuge anzuhalten, und in großbrittannische Häfen zu führen; mit Ausnahme jedoch derer, die mit englischen Licenzen versehen sind, und denen erlaubt seyn soll, ihre Fahrt nach dem Inhalte dieser Licenzen fortzusetzen. Zugleich wird aber die größte Sorgfalt anbefohlen, daß der Ladung besagter Schiffe kein Schade zugefügt werde. Die sehr ehrenwerthen Lordskommissarien der Schatzkammer Sr. Majestät und die Lordskommissarien der Admiralität werden die nöthigen Befehlen ertheilen, Jeder in dem was ihn betrifft, damit gegenwärtigem Befehle nachgelebt werde.

(Unterz.) Cheturinde."


Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1812]

Baltimore, den 18ten April.

Gestern kam Herr Hull, Gouverneur des Forts Detroit (am Ausfluß des St. Clairsees in den Eriesee), von Washington hier an. Er setzt morgen seine Heimreise weiter fort, und versichert, er hoffe in einem Monate 3000 Mann an den Gränzen von Oberkanada unter seinen Befehlen zu haben. Die ihn begleitenden Personen glauben stark an den Krieg mit England. Sie hatten zu Washington mit Gliedern der föderalistischen Partey gesprochen, welche selbst den Krieg für sehr nahe hielten.


Boston, den 18ten May.

Die Fregatte der vereinigten Staaten, der Kongreß, ist von ihrem Kreuzzuge auf den Küsten nach der Rhede von Hampton zurückgekommen; sie ist keinem Kriegsschiffe der kriegführenden Mäc~~ begegnet. Wie es heißt, sollen 5000 Mann von unsern Truppen zu Newton in Massachuset aufgestellt werden, und General Dearborn hat Befehl erhalten, bey Albany Truppen zu versammeln. 1200 Freywillige von der Miliz sollen unverzüglich nach Detroit abgehen, wo General Hull 3000 Mann Truppen zu sammeln gedenkt. Das Gerücht geht, die Indianer hätten die Forts Madisson und Harrison angegriffen, sie wären aber mit beträchtlichem Verluste zurückgetrieben worden.


London, den 10ten Juny.

Heute geht das Gerücht, daß die vereinigten Staaten uns förmlich den Krieg erklärt haben. Wir werden unstreitig bald erfahren, was wir von dieser Nachricht zu halten haben.


London, den 19ten Juny.

Dem vernehmen nach hat die Regierung der vereinigten Staaten der brittischen Regierung den Krieg erklärt.


London, den 10ten July.

Aus New-York haben wir vom 6ten Juny unter andern folgende Nachrichten erhalten:

"Der Präsident der vereinigten Staaten hat an das Haus der Repräsentanten eine Bothschaft gesandt, wodurch er empfahl, Sr. brittischen Majestät den Krieg zu erklären. Ueber diesen wichtigen Gegenstand ist bey verschlossenen Thüren berathschlagt worden, und das Haus hat sich für den Krieg erklärt."

"Unsere Tagesneuigkeit ist, daß der Kongreß das Ausgeben von Kapernbriefen und Repressalien gegen England verordnet hat."


Washington, den 19ten Juny.

Heute ist der Text der Bothschaft, durch welche der Präsident dem Kongreß die Kriegserklärung gegen England empfiehlt, im Druck erschienen. Es wird darin aufgezählt, was England seit einer Reihe von Jahren gegen die Ehre, Unabhängigkeit und den Vortheil der vereinigten Staaten unternommen; die vielen Kränkungen, die es unserer Flagge angethan, das Pressen unserer Matrosen von unsern eigenen Schiffen und in unsern eigenen Häfen, die Beschränkung unsers Handels und die Weigerung, diesen Beschwerden abzuhelfen. England wolle den amerikanischen Handel zerstören, nicht weil er dem Kriegsrechte Brittanniens zuwider sey, oder dem Feinde Bedürfnisse verschaffe, die es ja selbst ihm liefere, sondern weil es allein Handel und Schifffahrt treiben wolle. Dabey wären die Aufwiegelungen der Wilden fortgesetzt, ein Krieg, der weder Alter noch Geschlecht schone, und sich durch alle, die Menschheit empörende, Züge auszeichne. Dies, heißt es am Ende, ist das Gemälde der Beleidigungen und Unwürdigkeiten, die nun über unser Land gehäuft, dies ist die Krise, die unsere beyspiellose Geduld und Versöhnungsmaßregeln nicht haben verhüten können; unsere Mäßigung brachte keine andere Wirkung hervor, als die Anmaßung des Feindes und seine Angriffe auf unsern Handel zu vermehren. Noch täglich sehen wir unsere auf dem Meere fahrende Landsleute, Opfer der Gewaltthätigkeit auf der allen Völkern gemeinschaftlichen großen Fahrstraße werden, sehen unsere Schiffe, die mit unsern Produkten befrachtet sind, angehalten und durch Prisengerichte verurtheilt, die nicht Organe der Gesetze, sondern Werkzeuge willkührlicher Edikte sind, und die unglückliche Equipage derselben hintergangen, um am Bord der brittischen Schiffe zu dienen. Unter diesen Umständen müssen die vereinigten Staaten zur Gewalt ihre Zuflucht nehmen, und ihre Angelegenheit dem obersten Regierer der Weltbegebenheiten überlassen.

Die Akte, welche den Krieg zwischen den vereinigten Staaten und den vereinigten Königreichen England und Irland erklärt, lautet: "Es ist durch den Senat und die Kammer der Repräsentanten der vereinigten Staaten von Amerika, die in einem Kongreß versammelt sind, verordnet, daß zwischen dem Königreich England und seinen Dependenzien, und den vereinigten Staaten und ihrem Gebiet Krieg ist, und hiermit erklärt wird, -- daß der Präsident der vereinigten Staaten autorisirt ist, alle Land- und Seemacht anzuwenden, um gegenwärtige Erklärung in Ausübung zu bringen und bewaffneten Schiffen von Privatpersonen aus den vereinigten Staaten Kaperbriefe in einer Form, wie er's für gut findet, unter dem Siegel der vereinigten Staaten gegen die Schiffe, Waaren und Effekten der Regierung und der Unterthanen des Königreichs England zu geben. Washington, den 18ten Juny 1812. Gutgeheißen.

(Unterz.) James Madison.

Man rechnet die Zahl der amerikanischen, auf englischen Schiffen dienenden, Matrosen auf 15,000.


London, den 22sten July.

(Aus dem Morning-Chronicle vom 22sten July.)

Gestern traf von Liverpool ein Brief mit der Nachricht von der ersten Feindseligkeiten seit der Kriegserklärung der vereinigten Staaten ein. Nach diesem Briefe ist zwischen der englischen Fregatte the Cambrian und der amerikanischen Fregatte der Präsident ein hartnäckiges Gefecht vorgefallen, dessen Folge war, da der Präsident durch den starken Kaliber seiner Artillerie die Ueberlegenheit hatte, daß er die englische Fregatte als Prise in einen Hafen führte.


London, den 10ten August.

(Aus dem Kourier.)

Wie es heißt, hat Herr Forster bey der Nachricht von der englischen Kriegserklärung dem amerikanischen Staatssekretär Herrn Monroe officiell erklärt, nur die Nothwendigkeit könne Großbrittannien dahin bringen, offensiv zu verfahren; und die englischen Kommandanten würden in der Hoffnung, daß die zwischen beyden Regierungen streitigen Punkte noch in Güte beygelegt werden könnten, sich aller Feindseligkeiten enthalten, in sofern sie nicht angegriffen würden. Ohne Zweifel ist der Krieg mit Amerika ein großes Unglück für uns, aber seit wann antwortet denn England auf Kriegserklärungen mit solcher Schonung? Wenn wir so weit gehen, gestehen wir dadurch nicht dem Feinde das Geheimniß unsrer Schwäche, und berechtigen wir ihn nicht zu wiederholen, was er ohne das schon thut, daß unsre Lage sich geändert hat, und daß die Zeit ein Schreiben aus Liverpool vom 6ten August eine Neuigkeit, die Herrn Forsters Schonung unnütz macht. Hiernach haben die Feindseligkeiten auf der Gränze von Kanada bereits angefangen, und wegen der Annäherung von 7000 Amerikanern haben alle regulirte Truppen Befehl erhalten, vorzurücken. Die Amerikaner waren beschäftigt, auf allen Punkten der Küste Oefen zum Glühendmachen der Kugeln zu bauen.


London, den 21sten August.

Gestern ist Herr Foster mit dem übrigen Personale der brittischen Gesandtschaft hier eingetroffen. Da er vor seiner Abreise aus Amerika schon den Widerruf der Kabinetsordres wußte, so scheint er nicht der Meinung gewesen zu seyn, daß dadurch die kriegerische Stimmung in den vereinigten Staaten verändert werden dürfte. Wirklich haben die Amerikaner auch schon den Anfang mit Feindseligkeiten gemacht, und mehrere unserer Schiffe genommen, welches daher von uns auch schon erwiedert worden ist. Besonders soll die Bay von Neufundland von amerikanischen Kapern wimmeln, weil von dort eben eine Konvoy, unter Bedeckung eines Kriegsschiffs, abgehen wollte. Die traurigen Folgen dieses Krieges empfindet man schon überall. Hier ist das Omnium von 4½ auf 4 gefallen, und in unserm Westindien, welches fast alle seine Lebensmittel aus Amerika erhielt, fürchtet man Hungersnoth, wenn diese Zufuhr wegbleibt. In Baltimore nahm der Pöbel verschiedenen mit Mehl beladenen Schiffen die Steuer, weil er glaubte, daß die Ladung nach Westindien bestimmt wäre.


London, den 25sten August.

Ein Schreiben aus Rom (in den vereinigten Staaten) vom 2ten dieses, welches man zu Baltimore erhalten, meldet, daß die Feindseligkeiten ihren Anfang genommen haben, indem die amerikanischen Truppen Carleton weggenommen und die Engländer 2 Kauffahrteyschiffe gekapert haben, die nach Oswago gehörten. Briefe aus St. Simon und St. Marie melden, daß vor St. Augustin einige Scharmützel vorgefallen und daß man von beyden Seiten einige Menschen eingebüßt hat.


New-York, den 7ten August.

Herr Barclai, welcher die Nachricht von dem Widerruf der englischen Kabinetsordres überbringt, ist zwar in diesen Tagen zu Washington eingetroffen, allein die Feindseligkeiten haben bereits auch zu Lande den Anfang genommen. Der General Hull nämlich, der ein Korps bey Detroige sammelt, rückte am 11ten in Oberkanada ein, und schickte am 15ten 300 Mann gegen Malden zu. Es kam bey dieser Gelegenheit zu einem Gefecht mit etwa 200 Engländern und Indiern, welche zehn bis zwölf Verwundete hatten, welche sie aber zurücknahmen. Auch die Amerikaner kehrten auf ihr Gebiet zurück, rückten aber am 16ten aufs Neue vor, wo von Neuem Feindseligkeiten statt hatten. Bey Malden hatten die Engländer 250 Mann reguläre Truppen, 700 Milizen und 400 Indier.

So viel man erfährt, werden die Kanadier nur mit Gewalt zum Dienste gegen uns gezwungen.

Alle Engländer, die in den vereinigten Staaten leben, müssen sich melden.


London, den 25sten August.

Nachdem der Krieg bereits ausgebrochen war, hatte der englische Befehlshaber zu Halifax annoch, den Befehlen seiner Regierung gemäß, die vor einigen Jahren durch das englische Schiff der Leopard von der amerikanischen Fregatte the Chesapeak mit Gewalt weggenommenen Matrosen auf einem Parlamentär nach Boston geschickt, wo sie am 11ten July von einem Officier der Fregatte Chesapeak übernommen wurden. "Diese Genugthuung (sagt ein amerikanisches Blatt) kommt zu spät; auch verdanken wir sie vermuthlich nur der drohenden Stellung unsrer Regierung, und unserm festen Entschlusse, unsrer Flagge Achtung zu verschaffen."


Paris, den 25sten August.

Man versichert, der General Hull sey an der Spitze der Freywilligen aus dem Staate Ohio zu Detroit angekommen, wo er zu dem Regimente des Obersten Boyd stoßen, und vermuthlich in Oberkanada einrücken wird, um das Fort Malden, als den Sammelplatz der wilden Stämme, welche die Engländer gegen uns aufzureizen suchen, anzugreifen.


New-York, den 12ten September. [1]

Das Gerücht geht allgemein, daß Herr Monroe zum Obergeneral der Armee in den vereinigten Staaten ernannt werden, und daß ihn Herr Jefferson in der Administration ersetzen wird. Aus Kleveland wird vom Major Pease an Generalmajor Wadsworth unterm 22sten August gemeldet: die westlichen Forts sind in der Gewalt der Engländer. Gestern stand der Feind, glaubwürdigen Nachrichten zu Folge, bey Huron. Wir erwarten, daß er Kleveland angreifen werde. Die Einwohner wollten Gegenwehr leisten. Es sind aus den benachbarten Städten Truppen in Anmarsch zu unserer Vertheidigung xc.

Am 4ten September wurde im Hauptquartier Leviston folgende Generalordre erlassen:

"Der Generalmajor Reusselaer macht den Truppen unter seinem Befehle bekannt, daß der bedingliche Waffenstillstand zwischen dem General Dearborn und dem Oberst Baynes, Generaladjutant der englischen Armee, den 8ten September um Mittag abgelaufen seyn wird."


London, den 25sten September.

Nach Berichten aus New-York vom 17ten August soll an der Gränze von Kanada ein Waffenstillstand geschlossen seyn, auf so lange Zeit, als beyde Regierungen brauchen, um sich über den Widerruf der Kabinetsordres und die streitigen Punkte verständigen zu können. Man weiß aber nicht, ob dieser vom General Dearborn geschlossene Stillstand in Washington bestätigt worden ist.


London, den 10ten Oktober. [2]

Die Hoffnung, daß der Waffenstillstand in Amerika zum Frieden führen würde, ist verschwunden. Der Präsident hat den Stillstand nicht genehmigt, und aus einer aus dem Hauptquartier zu Montreal am 31sten August erlassenen Generalordre unsers Gouverneurs von Kanada erhellt, daß der amerikanische General Dearborn den Wideranfang der Feindseligkeiten nach 4 Tagen angekündigt habe.

Bereits unter dem 14ten August hatte General Prevost aus Montreal einberichtet, daß sich der amerikanische Hafen Michilimackinac, an der Gränze von Kanada, den königl. Truppen ergeben habe. Auch die Besatzung von 2 Schiffen ist bey dieser Gelegenheit in unsere Hände gefallen. Für die Sicherheit von Oberkanada ist diese Eroberung nicht unbedeutend.


London, den 18ten Oktober. [3]

Da eine Kabinetsordre des Prinzen Regenten angezeigt hat, daß Kaperbriefe gegen die Amerikaner ausgegeben werden sollen, so schließt man aus dieser Maßregel, daß die Regierung eine Antwort des Präsidenten der vereinigten Staaten auf die Note erhalten, wodurch man ihr den Widerruf der Kabinetsordres anzeigte, und daß die Vorschläge des Präsidenten nicht von der Art gewesen, eine Versöhnungseröffnung herbeyzuführen.


London, den 19ten Oktober. [4]

Dem Parlament werden bey seiner Eröffnung zahllose Petitionen übergeben werden, um Frieden zu verlangen.

In den amerikanischen Konseils kann man keine günstige Veränderung vor der Zusammenberufung des Kongresses erwarten, die auf den 2ten November bestimmt ist.


London, den 22sten Oktober. [5]

Wir haben die Liste der durch die Amerikaner genommenen Schiffe erhalten. Ihre Zahl beläuft sich bereits auf 145. Unter denselben befindet sich der Ocean, der auf 40,000 Dollars, und der Falmouth, der auf 200,000 Dollars geschätzt wird. Die Anzahl der amerikanischen von den Engländern genommenen Schiffe beläuft sich auf 120. Unter den Prisen, die der Feind gemacht, befinden sich 2 Schooner, die Depeschen am Bord hatten.

Einzelnachweise. Bearbeiten

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 269 Freytag, den 8. /20. November 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 259. Montag, den 28. Oktober/9. November 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 267 Mittewoch, den 6. /18. November 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 272 Dienstag, den 12. /24. November 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 273 Mittewoch, den 13. /25. November 1812.


Literatur.Bearbeiten

  • Geschichte des Amerikanischen Kriegs von 1812, vom Anfang bis zum endlichen Schluß desselben, an dem glorreichen Achten Januar, 1815, von Neu-Orleans. Reading, gedruckt und zu haben bey Johann Ritter und Comp. Herausgegeben und ebenfalls zu haben bey William M'Carty Philadelphia. 1817.
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