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Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1806]

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Großbrittanien.

Am Sterbetage des Hrn. Fox kündigten auf den Abend die Canonen des Parks eine wichtige Nachricht an, die durch eine ausserordentliche Hofzeitung bekannt wurde, daß nehmlich Sir Home Popham am 25. Jun. bey Buenos Ayres, dem Hauptorte des Spanischen Bisthums la Plata, gelandet, die beyden Tage darauf die Spanier durch General Beresford geschlagen, und am 21. Jun. die Stadt und Festung Buenos Ayres eingenommen habe. Nach einer angestellten Recognoscirung des Flusses la Plata, und eines gehaltenen Kriegsraths über den beßten Platz zu landen, wurde beschlossen, es auf Buenos Ayres, und zwar etwa 8 Seemeilen von St. Guilmer zu thun. Hier geschah die Landung ohne allen Widerstand. Der Feind hatte 2000 Mann und 8 Feldstücke, aber meistens bestand seine Mannschaft aus Cavallerie. Unsere Truppen konnten nur einen Mann hoch gestellt werden, da wir nicht so viel hatten, als der Feind, und doch eine gleich grosse Linie formiren mußten. Wir hatten 2 Sechspfünder auf jeder Flanke, 2 Haubitzen im Centrum, und 150 Mann mit 2 Feldstücken deckten unsern Rücken. Wir wurden vom Feinde mit einem lebhaften Canonenfeuer empfangen; da wir aber schnell avancirten, kamen wir bald unter den Schuß, und da auch ein Theil unserer Truppen ihm in die Flanke fiel, ergriff er die Flucht, und hinterließ uns 4 Feldstücke mit einem Munitionswagen. Als nun vorgerückt wurde, fand man die Brücke über den Fluß Chuela von den Spaniern abgebrannt. Sie hatten an dem Fluß Canonen aufgepflanzt, weshalb der General Beresford die Truppen zurückzog, um sie nicht unnützerweise zu exponiren. Ungeachtet es sich nun am andern Morgen ergab, daß wir keine eigentliche Deckung hatten, der Feind aber in allen Büschen und Schlupfwinkeln versteckt war, wurde der Uebergang über den Fluß dennoch, und zwar durch Böte forcirt; und da des Feindes Feuer schlecht dirigirt war, auch bald zum Schweigen gebracht wurde, so überliessen uns die zur Vertheidigung am Ufer aufgestellten 2000 Mann Spanische Miliz bald das Feld. Nun wurde, da sich kein Widerstand mehr zeigte, die Festung Buenos Ayres zur Uebergabe aufgefordert. Der Commandeur derselben verlangte anfänglich 2 Stunden Bedenkzeit, und als ihm diese nicht eingeräumt wurden, schickte er gewisse Bedingungen dem General Beresford entgegen, die dieser auch annahm, und ihm versprach, die Capitulation zu unterschreiben, wenn er in der Stadt seyn würde. Dies geschah am 2. Jul., wo sie zwischen Sir Home Popham und General Beresford Englischer Seits, und dem Spanischen Gouverneur Joseph Ignaz de la Quintana geschlossen wurde. Sie besteht aus 10 Artikeln, und enthält die gewöhnliche Bedingung vom Schutze der Religion, des Privateigenthums, und der Privilegien. Die Truppen sind Kriegsgefangen; die Officiere können entweder dort bleiben, wann sie dem König von England Treue schwören, oder auch Nach England gehen. Alle Küstenfahrzeuge werden ihren Eigenthümern zurückgegeben, und alles öffentliche Eigenthum wird den Engländern überliefert. Man fand in Buenos Ayres 45 eiserne und 47 metallene Canonen, 550 Faß Pulver, 2064 Flinten, 4079 Pistolen, 1208 Säbeln xc. Ausserdem ließ der Vicekönig auf seiner Flucht noch 7 Canonen, 139 Flinten xc. zurück. In dem Schatze fanden sich noch 205,115 Dollars vorräthig, da bereits sowohl an baarem Gelde als an Silber 1 Million 86,208 Dollars hierher geschickt worden, und auf dem Schiffe Narcissus zu Plymouth angekommen sind. Was noch an Quecksilber und sonstigem Waarenwerth in den Magazinen gefunden ward, beträgt zwischen 2 und 3 Millionen Dollars. Unsere Macht, welche diese wichtige Eroberung bewerkstelligte, bestand aus 1635 Mann, worunter 1466 Gemeine, welche nur 2 Haubitzen und 6 Canonen bey sich hatten. Unser Verlust betrug in allem 16 Mann, worunter nur 1 Todter, die übrigen verwundet und vermißt. Dieser geringe Widerstand und Verlust beweiset, wie wenig feindselig die Einwohner gegen die Engländer gesinnt waren. Auch hatte General Beresford alle Mittel angewandt, sich ihrer Herzen zu bemächtigen; er hatte 180 Küstenfahrzeuge, die mit ihren Ladungen genommen, und gute Preisen waren, und an anderthalb Millionen Dollars betrugen, ganz unerwartet zurückgegeben, und noch anderes Gut, welches man wegführen wollte, und Privateigenthum war, zurückbringen lassen, weil dies ohnehin geschützt wäre. Sogleich nach der Einnahme dieser mit 30,000 Einwohnern bevölkerten Stadt, deren Land mit Pferden und Hornvieh bedeckt ist, erließ General Beresford eine Proclamation, worin er einige drückende Handelsabgaben abschaffte, und den Handel mit den Englischen Provinzen in Südamerica, nahmentlich mit Trinidad, sowohl für die Einwohner von Buenos Ayres, als für alle Spanier zu eröffnen versprach, die noch etwa unter Brittische Herrschaft kommen sollten xc.

[2]
Großbrittanien.

Am 15. Sept. wurden die Schätze, welche die Fregatte Narcissus aus Südamerica gebracht hat, in Portsmouth gelandet, und unter Bedeckung nach der Bank in London abgeschickt. Acht Wägen waren damit beladen, und wurden in feyerlicher Procession durch die Stadt geführt. Die Matrosen eröffneten den Zug, und zogen 2 Canonen, wobey sie eben die Kleidung trugen, die sie bey der Besitznahme von Buenos Ayres getragen hatten. Die Wägen waren mit den Spanischen Fahnen, über denen eine Brittische Wimpel wehete, geziert, und die Fahnen wurden von Matrosen gehalten. In den Wägen befanden sich aus dem Spanischen Kronschatze 208,519 Dollars. -- Philippinische Compagnie 108.000 -- Postamt 56,323. -- Tabaksadministration 94,323. -- Zollhaus 57,000. -- Von dem Agenten der Philippinischen Compagnie 100,000. -- 514 lederne Beutel, von Luxan gebracht durch Capitain Arbuthnot, jeder 3000 Doll. 342,000. -- Zwey lederne Beutel 5932. -- Ein Goldbaren 562. -- 71 Silberbaren 113,000. Zusammen 1,086,208 Dollars. In dem Schatze zu Buenos Ayres blieben noch zum Gebrauche 205,115 Doll. Die Vorräthe in den Königl. Magazinen an Quecksilber und anderen schätzbaren Waaren betrugen noch zwischen 2 bis 3 Millionen Dollars. Diese Schätze sind aber nicht die einzigen, die man von dorther erwartet, und wenn es wahr ist, daß Sir Home Popham diese Expedition ohne Befehl der Regierung unternommen habe, so hat er nicht nur etwas ausgeführt, was man sowohl im Americanischen als im vorigen Kriege nicht zu Stande brachte, weil man die Expedition gegen das Spanische Südamerica nicht vom Cap aus vornahm, sondern er hat der Regierung zu einer nicht berechenbaren Quelle von Schätzen und Vortheilen verholfen. Von Buenos Ayres wurden sonst jährlich 3 Registerschiffe, größtentheils mit Gold und Silber, nach Spanien expedirt; ferner ist der Platafluß von seiner Mündung an eine beträchtliche Strecke Landes einwärts schiffbar, und die Buchten und Seen gewähren dem aus- und inländischen Handel eine erstaunliche Lebhaftigkeit. Eine dieser Seen, Cascaros genannt, ist über 20 Meilen lang, und größtentheils schiffbar. In Englands Händen werden die bisher so sehr verheimlichten physischen und moralischen Vortheile jener Besitzung bekannter werden; Brittische Capitalien werden grosse Handlungsunternehmungen dahin begünstigen, wozu die Nachbarschaft mit Paraquay, Peru und Chili, und die dasigen kostbaren Waaren und Producte besonders einladen. Die Spanier vernichteten bisher die Producte, die sie nicht ausführen konnten, zum grossen Nachtheile der Pflanzer, welches jetzt gewiß nicht mehr geschehen wird. Auch für die Tabakraucher ist diese Eroberung von Gewinn, weil dort der beßte Tabak in der Welt gewonnen wird, und der Bau desselben sehr erweitert werden kann. Unsere Regierung wird daher gewiß nichts unterlassen, um diese wichtige Besitzung zu erhalten, und Sir Popham, der noch Verstärkungen zur weitern Expedition erwartet, möglichst zu unterstützen. Es heißt auch wirklich, daß ein Theil der zu Plymouth eingeschifften Truppen nach Buenos Ayres gehen wird. Jetzt, wo wir festen Fuß in Südamerica haben, fängt die Expedition des Miranda an, von Wichtigkeit zu seyn, und die Aufmerksamkeit zu erregen. Man hat aber noch bis jetzt keine Nachrichten von einem wiederholten Versuche desselben. Die letzten Nachrichten sind vom 18. Jul., wo ein Officier am Bord des Leander von Trinidad geschrieben haben soll, daß ein gewisser Don Pedro Minto, ein Freund des Miranda, 15,000 Mann versammelt habe, und mit ihnen vor Carraccas angekommen sey. Die Spanier sollen sich zurückgezogen haben, und General Minto bittet, daß die Engländer zu ihm stossen mochten, um etwas wichtiges unternehmen zu können. Die Neuyorker-Zeitung, die diese Nachricht enthält, meldet auch, daß am 18. Jul. zu Trinidad Befehl zum Einschiffen der Englischen Truppen ertheilt worden war. Die Seemacht daselbst bestand aus 2 Fregatten von 18 bis 20 Canonen, 2 Briggs, 4 Schoonern, und 5 oder 6 Canonenböten, wozu noch 2 Fregatten erwartet wurden.

[3]
Großbrittanien.

Die Eroberung von Buenos-Ayres gab in England zu sehr beträchtlichen Handlungsspeculationen Anlaß. Unter andern waren seit Eingang der Nachricht davon die Preise des Calicos in London um 10 Procent gestiegen; die Kaufleute schickten ganze Schiffsladungen nach dem Platastrohm ab, wobey sie besonders auf den Schleichhandel mit den übrigen Südamericanischen Provinzen rechneten. Sir H. Popham hatte sowohl nach dem Vorgebirg der guten Hoffnung, als nach England, Cutter abgeschickt, um Verstärkungen zu begehren.

[4]
Großbrittanien.

Am 23. Nov. gieng endlich die Expedition unter General Crawfurd, von welcher schon so lange gesprochen wurde, von Falmouth unter Segel. Sie bestand aus 3 Linienschiffen, 2 Fregatten und 6 Cuttern, Briggs xc.; ingleichem aus 35 Transportschiffen, welche zusammen ungefähr 5500 Mann Landtruppen am Bord hatten. Man glaubte im Publikum, sie soll zuförderst Verstärkungen in Buenos Ayres landen, und hierauf um das Cap-Horn nach der Südsee gehen, um Angriffe auf die Küsten von Chili oder Peru zu versuchen. Andere hielten sie gegen Vera-Cruz im Mexicanischen Meerbusen bestimmt.


[1807]

London, den 13. Dez.. [5] (Ueber Tönningen.)

General Beresford und der Admiral Sir Home Popham haben nun auch den bedeutenden Handelsplatz Montevideo am La Platafluß, Buenos Ayres gegenüber genommen. Man erwartet nächstens die offizielle Berichte, und die weitern Umstände über diese Eroberung.

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Von Lissabon her hatte man bis zum 14. Jan. nichts näheres über die Wiedereinnahme von Buenos Ayres durch die Spanier erfahren. Zu Plymouth verhörte man am 7. Jan. über diesen Gegenstand den Kapitän und den Superkargo einer Spanischen, von Montevideo nach Spanien bestimmten, Polakre, welche auf der Höhe von Ferrol genommen, und nach Plymouth aufgebracht worden war. Sie erklärten, daß sie vor ihrer Abfahrt von Montevideo am 17. Sept. gehört hätten, Buenos Ayres sey am 12. Aug. wieder genommen worden. Sie setzten hinzu, Sir Home Popham habe mit drey Linienschiffen vor Montevideo gekreuzt, und die Polakre sey des Nachts vor seiner Eskadre vorbeygesegelt.

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Vom Vorgebirg der guten Hoffnung waren am 16. Aug. fünf, und am 20. Aug. sieben Transportschiffe, unter Bedeckung des Kriegsschiffes Lancaster, und 2500 Mann Landtruppen am Bord, nach Buenos Ayres abgegangen. Die Expedizion des Gen. Crawfurd hatte am 6. Dez. ihre Fahrt von Madera weiter fortgesetzt.

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Am 18. Jan. schickte die Admiralität eine Telegraph-Depesche an den Lordmajor mit der vom Lord Collingwood erhaltenen Nachricht, daß Buenos Ayres wieder erobert, und die Englische Armee zu Gefangenen gemacht worden sey. Viele wollen diese Nachricht noch bezweifeln, weil Sir Home Popham noch keine Depesche darüber eingeschickt hat.

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Die Madrider Hofzeitung vom 16. Januar liefert sehr umständliche Nachrichten über die Wiedereroberung von Buenos Ayres, aus einer am 10. Jan. zu Algeziras zum Protokoll gegebenen eidlichen Aussage eines Spaniers, der am 17. Sept. Montevideo am Bord einer Goelette verließ, welche am 31. Dez. bey Kap Spartel von den Engländern genommen wurde. Dieser Spanier, Nahmens Don Manuel Ruiz de Gaona, besaß seit 22 Jahren ein Handelshaus zu Buenos Ayres, und war bey den letzten Vorfällen Augenzeuge, und zum Theil mithandelnde Person. Er erzählte: Am 10. wurde Buenos Ayres angegriffen, und ob sich gleich die Engländer hartnäckig vertheidigten, so vermochten sie sich doch nicht länger, als bis zum 12. zu halten, wo der Schiffskapitän Liniers an der Spitze seines Korps in die Stadt drang, sie von Strasse zu Strasse trieb, und sie endlich im Fort zur Uebergabe auf Diskrezion zwang. Nur mit Mühe konnte er seine Leute abhalten, sie alle niederzumachen. Er wurde auf der Stelle zum Kommandanten der Stadt und Festung ausgerufen, und der Vizekönig, der sich bey der ersten Aufforderung der Engländer entfernte, und sich nun wieder einfand, wurde mit Verachtung zurückgewiesen. Die Spanier verloren bey dieser Unternehmung 200 Mann an Todten und Verwundeten, die Engländer 400, und 1200 Gefangene. Ihre Seemacht im Flusse bestand aus 3 Linienschiffen, 1 Fregatte, 3 kleinern Kriegsschiffen und 5 bis 7 Transportfahrzeugen. Sie hatten durch ihr Betragen zu Buenos Ayres, wo sie mehrere Häuser plünderten, die Einwohner sehr gegen sich erbittert, und dadurch zu ihrer Niederlage selbst beygetragen. Als die Goelette mit den Berichten über die Wiedereroberung nach Spanien abgieng, hatte man bereits ein Korps von 8000 Mann organisirt, und fürchtete wenig mehr von den fernern Unternehmungen der Engländer. Gedachte Depeschen wurden aber, ehe die Goelette in Englische Hände fiel, ins Meer geworfen.

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Commodore Popham hat nunmehr seinen offiziellen Bericht über den Verlust von Buenos Ayres erstattet. Nach demselben war Pueridon, ein Mitglied der Munizipalität, durch welche die Engländer verdrängt wurden. Er wandte grosse Kunst und Geschicklichkeit an, das Volk zu einer allgemeinen Insurrekzion vorzubereiten. Die Waffen in der Stadt wurden für den Augenblick der Akzion versteckt; die Mißvergnügten versammelten sich jede Nacht; Pueridon ertheilte ihnen Instrukzionen, und brachte den niedrigen Theil des Volks in Lande durch das viele Geld auf, welches er von der Nordseite des Flusses her erhielt. Oberst Liniers, ein Französischer Offizier in Spanischen Diensten, sammelte mit Erfolg Leute zu Colonia. Jeder, der sich weigerte, der Verschwörung (Conspiracy) seinen Beystand zu leisten, ward mit unmittelbaren Tode bedroht. Der Fortgang der Revoluzion war so schnell, daß Popham erst am 31. Jul. zu Ensenada, auf seiner Rückkehr von Monte Video, durch eine Depesche des Generals Beresford die Nachricht erhielt, daß er in kurzem eine Insurrekzion besorge. General Beresford hatte den Feind in einiger Entfernung von der Stadt angreifen wollen. Allein die Regenströhme, welche vom 6. bis 8. August fielen, machten die Wege allein für Kavallerie passirbar. Der Feind konnte sich inzwischen bey seiner Menge Kavallerie der Stadt von mehrerne Seiten nähern, ohne daß die Brittische Armee Gelegenheit hatte, ihn anzugreifen. Am 10. August ward das Kastel von Buenos Ayres aufgefordert. Am folgenden Tage landete Commodore Popham, während unsere Schiffe auf die Spanischen Posten feuerten. Ausser der Spanischen Armee, die alle Zugänge der Stadt besetzte, waren alle Einwohner der Stadt bewaffnet, und standen oben in den Häusern und Kirchen, um einen Krieg im Hinterhalte zu führen. Der Feind suchte eine Generalakzion zu vermeiden, und seine Leute so zu stellen, daß sie auf unsere Truppen feuern konnten, während sie selbst in Sicherheit waren. Die hohe und unabhängige Sprache, sagt der Commodore am Schlusse seines Berichtes, in welcher die Kapitulazion entworfen ist, und die Bedingungen, die General Beresford einem Offizier diktirte, der sich an der Spitze von Myriaden von Leuten befand, werden ihm in England unendlich Ehre machen. Der Brittische Verlust beträgt an Getödteten und Verwundeten zusammen 165 Mann, worunter 2 getödtete und verwundete Offiziers. Dieser Verlust rührte von den Einwohnern her, die sich auf den Dächern der Häuser und Kirchen befanden. Der Feind hat gegen 700 Mann Todte und Verwundete. Die feindliche Stärke war nach den letztern Angaben folgende: Pueridon hatte 8 bis 10,000 Mann im Lande gesammelt, Liniers hatte 800 bis 1000 Mann herbeygeführt, und die Stadt hatte 1000 Mann unter den Waffen. Bis auf 3 Fahrzeuge, worunter ein Kanonenboot, sind alle Englische Schiffe von Buenos Ayres abgegangen. Zwey Transportschiffe wurden hernach wieder dahin abgesandt, um unsere kriegsgefangenen Truppen einzuschiffen; wegen der S hierigkeiten aber, die der Gouverneur von Monte Video machte, und wegen seines spätern unehrenvollsten Betragens ist dieses Einschiffen bisher nicht erfolgt.

Da nach dem Verluste von Buenos Ayres noch verschiedene dahin bestimmt gewesene Truppen unter dem Oberstlieutenant Backhouse vom Vorgebirge der guten Hoffnung angekommen waren, so beschloß man, am 28. Oktober einen Angriff auf Monte-Video zu machen; dieser schlug aber fehl, da man wegen der Seichte des Wassers der Stadt nicht nahe genug kommen konnte. Durch das Feuer der Spanier auf die Englischen Schiffe wurden bloß 22 Mann verwundet. Dagegen ward am: 29. Oktober durch 400 Mann der Ort Maldonado, der einen vortrefflichen Hafen hat, eingenommen. Der feindliche Verlust betrug gegen 50 Mann, und der Brittische 2 Todte und 4 Verwundete. Auch ward am 30. Okt. die befestigte Insel Guretti eingenommen. Die Besatzung bestand aus 104 Mann. Man fand daselbst 20 Vier und zwanzig Pfünder xc.

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Zur Wiedereroberung von Buenos Ayres ist beschlossen, eine neue starke Expedizion, unter dem Kommando eines ausgezeichneten Offiziers, nach dem la Platastrome zu senden. Gen. Beresford und seine Offiziere befanden sich nach den letzten Berichten noch zu Buenos Ayres, die Gemeinen aber waren ins Innere des Landes abgeführt worden. Die früher nach dem la Platastrome abgeschickten Verstärkungen hatten sich am 10. Nov. bey der kapverdischen Insel St. Jago befunden.

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Am 16. Febr. kam Sir Home Popham unvermuthet am Bord des Rolla, einer Spanischen Prise, zu Weymouth an, und wurde sogleich in Verhaft genommen. Er hatte Maldonado am 27. Dez. verlassen, nachdem der von der Regierung zu seiner Ablösung geschickte Admiral Stirling am Bord des Samson den 1. Dez. in Platastrohme angelangt war. Pophams Ueberfahrt dauerte also nur 53 Tage, ein ungewöhnlich kurzer Zeitdauer. Bey seiner Abreise waren die Spanier fortwährend mit Anstalten beschäftigt, um sich gegen die ferneren Unternehmungen der Engländer zu sichern, zu welchem Ende sie besonders Montevideo von der Landseite befestigten. (Montevideo liegt 45 Stunden von Maldonado.) Zugleich wurden die Milizen durch viele Spanische Offiziers, welche aus dem Innern des Landes herbeygekommen waren, geübt, und man sah zu Maldonade einem Angriffe von ihnen entgegen. Der Gouverneur von Montevideo hatte in einer Proklamazion allen neutralen Schiffen, weil man sie des Spionirens beschuldigte, anbefohlen, in einem bestimmten Zeitraum den Platastrohm zu verlassen, und in Folge dieses Befehls waren mehrere Nordamerikanische Kauffahrer zu Montevideo unter Beschlag gelegt worden. Die Engländer hielten hierauf ihrerseits deren gleichfalls 14 an. Das Schiff Samson hatte um die Mitte Dezembers seine Fahrt nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung fortgesetzt, um den General Grey hinzubringen, der General Baird im dortigen Kommando ablösen soll. Sowohl General Baird als Sir Home Popham hatten bekanntlich die Expedizion nach dem Platastrohme ohne Authorisazion des Ministeriums veranstaltet, welches ihnen deshalb das Kommando entzog. Von der Eskadre des Kommodore Domully, an deren Bord sich General Achmuty mit Verstärkungstruppen befindet, war bis zum 27. Dez. erst ein Schiff zu Maldonado angekommen.

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Der Gouverneur der Insel Helena, Patten, der ohne Erlaubniß der Regierung einen Theil seiner Besatzung zur Expedizion gegen Buenos Ayres mit hergegeben hatte, war auch abgesetzt worden. Indessen schienen die Minister doch die, auf dieser so sehr gemißbilligten Expedizion gemachten, Eroberungen so lange als möglich behaupten zu wollen; es hieß in London, General Whitelok werde in Kurzem mit 1400 Mann neuen Verstärkungstruppen nach Maldonado abgehen, und den Gen. Crawfurd, der früher hingeschickt wurde, im Kommando ablösen.

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Quellen.Bearbeiten

  1. Wiener Zeitung. Nro 81. Mittewoche, den 8 Octtober 1806.
  2. Wiener Zeitung. Nro 82. Sonnabend, den 11. October 1806.
  3. Wiener Zeitung. Nro 83. Mittewoche, den 15. October 1806.
  4. Wiener Zeitung Nro. 101 Mittewoche, den 17. December 1806.
  5. Augsburgische Ordinari Postzeitung, Nro. 1. Donnerstag, den 1. Jan. Anno 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 12. Mittwoch, den 11. Februar 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 13. Sonnabend, den 14. Februar 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 16. Mittwoch, den 25. Februar 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 18. Mittwoch, den 4. März 1807.
  • Wiener-Zeitung Nro. 22. Mittwoch, den 18. März 1807.
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