Buchau.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Buchau,[1] ehemalige freye Reichsstadt, am Federsee, im schwäbischen Kreis. Sie ist sehr klein, ohne Mauern, Thore und Kirche, und enthält mit der dazu gehörigen Gemeine Kappel 958 Seelen. Der Mangel an Holz, wird durch Torf ersezt, welcher in dieser Gegend häufig gestochen wird. Die Einkünfte des Städtchens schäzt man auf 3000 Gulden. Das Wappen desselben ist ein leerer Schild. Auf dem Reichstage hatte es auf der schwäbischen Bank die 36ste Stelle. Ihr Matricularanschlag beträgt 8 fl. und zu Kammerziel giebt sie 20 Thlr. 24 und einen halben Kr. An der Stadt war das frey-weltliche Stift Buchau, worinnen 9 Capitularinnen, von gräflichem oder freyherrlichem Stande sich befinden, welche sowohl, als ihre Aebtissin, sich daraus verheirathen konnten. Leztere hat bey den schwäbischen Kreistagen, und auf dem Reichstage Sitz und Stimme auf der Rheinischen Prälatenbank. Ihr Titel war: -- des Heil. Röm. Reichs Fürstin und Aebtissin des keiserl. gefürsteten frey-weltlichen Stifts Buchau, Erbfrau zu Straßberg. Das Stift hatte alle Zehnten auch von den Stadtgütern, einige Dörfer und die freye Herrschaft Strasberg, auf 1½ Quadratmeilen, über 4000 Einwohner, und gegen 70,000 fl. Einkünfte. Im Jahr 1802. wurde die Reichsstadt und das Stift dem Fürsten von Thurn und Taxis als Entschädigung zugetheilt. Als Besitzer des Stifts erhielt er auch eine Virilstimme auf dem Reichstage. Die prächtigen Stiftsgebäude hat er zu seiner Residenz einrichten lassen. Der Matrikularanschlag des Stifts ist 2 zu Pferd und 6 zu Fuß, oder 48 fl. und zu einem Kammerziel giebt es 50 Thlr. 67½ kr.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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