[1]
Lecourbe, (Klaudius Jacob) -- Soldat im Regiment Aquitain vom Jahre 1777 bis 86; Chef des 7ten Bataillons des Jura im J. 1791; Brigade-General den 12ten Jun. 1794.

Seine Talente, seine Tapferkeit u. seine Klugheit machen ihn zu weiterer Beförderung fähig.


Jetziges Schicksal.

[2]
Lecourbe, Generallieutenant der Rheinarmee, ist Inspektor der Infanterie in der 6. und 7. Militärdivision (von Embrun und Grenoble bis Besancon), und über die französischen Truppen in Helvetien.


Lecourbe.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[3]

Neopolem

Lecourbe, französischer General, geboren zu Lons le Saumir 1760. Sein Vater war ehemals Infanterieoffizier, der aus den Diensten getreten war. Lecourbe hatte kaum seine Studien zur Hälfte vollendet, als er in das Regiment von Aquitanien trat, bey dem er 8 Jahre diente. Nach erhaltenem Abschiede kehrte er in den Schoos seiner Familie zurück und wurde zu Anfange der Revolution zum Kommandanten der Nationalgarde ernannt. Er ging hierauf an der Spitze des siebenten Bataillons vom Jura zur Armee des Oberrheins ab; machte sich bald durch persönliche Tapferkeit und Talente seinen Generalen bemerkt und wurde von einem derselben, dem General Harambüre, als einer der besten Oberoffiziere der Armee angekündigt. Er befand sich nach einander bey der Rhein-, Nord-, Sambre- und Maas, Maynzer-, Rhein- und Mosel-, Donau und Schweizer-Armee, that sich durch häufige Großthaten hervor, und stieg deßhalb von einer Stufe zur andern. Nachdem er 1799 das Kommando des rechten Flügels der französischen Armee in der Schweiz übernommen hatte, legte er in diesem ganzen Feldzuge die größte Tapferkeit und wahre militärische Talente an Tag. Eben so trug er Massenas Fortschritten gegen die Russen bey; nachdem er anfangs durch die Uebermacht, welche Suwarow auf diese Seite herbeyführte, zurückgedrängt worden war, gewann er bald seine erstern Vortheile wieder und nöthigte, mit Massenas Unterstützung, den russischen General zum Rückzuge. Kurz darauf stillte er im Februar 1800 mit einer erstaunenswürdigen Festigkeit zu Zürich einen Aufruhr, der unter den Soldaten wegen Mangel der Löhnung ausgebrochen war. Nachdem ihn Moreau 1800 zu einem seiner General-Lieutenants gewählt hatte, übernahm er bey Eröffnung des Feldzugs das Kommando des rechten Flügels der Rheinarmee und ging den 1. May mit der Gewandtheit und Schnelligkeit, die er schon in allen seinen Operationen gezeigt hatte, zwischen Stein und Schafhausen über den Fluß. Seit dem Frieden lebt er auf einem Landgute in der Gegend von Paris, ohne wieder angestellt worden zu seyn. Er zeigte für Moreau in seinem Prozeß viele Anhänglichkeit und begleitete zu mehrerenmalen dessen Gemahlinn vor das Gericht.


Graf Lecourbe.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[4]
General-Lieutenant,

geb. zu Lons-le-Saulnier, im Depart. des Jura, 1760, st. im Oct. 1815.

Von seinem Vater, einem alten Infanterieofficier, zum Kriegsgewerbe bestimmt, diente er 8 Jahre im Regimente Aquitanien und kehrte dann in den Schoß seiner Familie zurück, wurde aber bei Bildung der Nationalgarden zum Befehlshaber das Jura-Bataillons ernannt, das er zur Rheinarmee führte, wo er bald, so wie später in der Nord- und in der Sambre- und Maas-Armee die Aufmerksamkeit seiner Obern auf sich zog. Als Brigade-General hielt er in der Schlacht von Fleurus nur mit 3 Bataillonen den lebhaften Angriff von 18,000 Oestreichern auf. Im Jahre 1791 mit dem Oberbefehl des rechten Flügels der helvetischen Armee beauftragt, setzte er Freunde und Feinde durch seine geschickten Manövres in Verwunderung. Moreau ernannte ihn darauf (1800) zu einem seiner Obergenerale und übergab ihm die Anführung des rechten Flügels der Rheinarmee, womit er sich in der Schlacht bei Hochstädt auszeichnete, welche die Einnahme von ganz Graubünden zur Folge hatte. Beim Frieden außer Thätigkeit gesetzt, nahm er den lebhaftesten Antheil an dem Proceß des General Moreau, dessen Gemahlin er nicht allein zu den Verhören begleitete, sondern auch dabei unverhohlen sein Mißfallen zu erkennen gab. Dem zufolge wurde Lecourbe aus der Liste der Krieger ausgestrichen und verbannt. Bei der ersten Restauration (1814) ernannte ihn der König zum General-Inspector der Infanterie. Während der Rückkehr Napoleons übernahm er den Oberbefehl einer kleinen in Belfort zusammengebrachten Armee und befand sich noch an diesem Posten im Monat Oct., als ihn der Tod in Folge einer Krankheit wegraffte.


Die Wetterfahnen Frankreichs.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Lecourbe. Schwur der Republik, als deren General, den ersten Eid der Treue. Am 5. Februar 1799 zum Divisionsgeneral ernannt, legte er seinen zweyten Schwur in die Hände des Ersten Konsuls ab. Als der Kaiser ihn zum Reichsgrafen und Grossoffizier der Ehrenlegion ernannte, empfing er dessen dritten Eid der Treue; der König aber den vierten, als er ihn zum Ludwigsritter und Grosskreuz der Legion ernannt hatte. (23. August 1814.) Ein Artikel im Journal de l'Empire vom 25, März 1815 sagt uns, dass der General Lecourbe dem Kaiser den fünften Eid der Treue geschworen. Könnte man an seiner Anhänglichkeit für diesen, noch zweifeln, so liefert seine Ernennung zum Kaiserlichen Pair von Frankreich, am 4. Juny 1815 davon den untrüglichsten Beweis.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[6]

Frankreich.

Die Generale Lecourbe und Macdonald sollen die Erlaubniß erhalten haben, wieder in Dienst zu treten.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vollständige Rangliste aller Generale und General-Adjutanten in den Armeen der französischen Republik. 1796.
  2. Das jetzige Schicksal der vielen französischen und gallobatavischen Generäle die sich bei so manchen Gelegenheiten ausgezeichnet, und den Krieg überlebt haben. 1802.
  3. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  4. Dr. R. Fl. Leidenfrost's französischer Heldensaal oder Leben, Thaten und jetzige Schicksale der denkwürdigsten Heroen der Republik und des Kaiserreichs, insonderheit der Waffengefährten und Marschälle Napoleons. Ilmenau, 1828. Druck und Verlag von Beruh. Friedr. Voigt.
  5. Die Wetterfahnen Frankreichs oder unsere Zeitgenossen, wie sie sind. Herausgegeben von einer Wetterfahnen-Gesellschaft. Leipzig, bey Gerhard Fleischer dem Jüngern. 1816.
  6. Wiener Zeitung. Nro 87. Mittewoche, den 29. October 1806.
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