Palais des beaux-arts.


Palais des quatre nations.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das, jenseits der Seine, dem Louvre gegenüber gelegene schöne Gebäude ist gänzlich den Wissenschaften und Künsten gewidmet. In ihm befinden sich mehrere Sammlungen, und die Sitzungen des Nationalinstituts werden daselbst gehalten. Man geht durch einen Hof in den zweiten, und sodann links, um zu dem Saal derselben zu gelangen. Die Sitzungen selbst, wobei Präsident und Secretäre in der Mitte, und die Mitglieder an der langen, runden, an hundert Plätze haltenden, Tafel herum sitzen, werden wöchentlich gehalten. Die Nichtmitglieder, welche Zutritt haben, setzen sich auf die Bänke an den Wänden herum, und man trifft hier eine Menge berühmter und anderer junger Gelehrter oder berühmte Reisende, die sich regelmäßig einzufinden pflegen, an. Nach Vorlesung der Abhandlungen und anderer Neuigkeiten begeben sich diese Zuhörer weg, und die Glieder selbst beliberiren.

Man sieht sehr häufig, daß an jeden von ihnen (oftmals 60 bis 70) Exemplare neuer Schriften, womit sich Autoren empfehlen wollen, vertheilt werden, und sowohl dieses als vieles andere deutet darauf, von welcher Wichtigkeit eine solche Stelle eines Mitgliedes für die Franzosen ist.

Die jährlichen öffentlichen Sitzungen werden im großen Amphitheater des Mittelgebäudes von Zuhörern beiderlei Geschlechts gehalten. Dieser Saal ist mit Geschmack und Reichthum verziert. Die eine Hälfte befaßt die sehr hoch steigenden Treppenbänke für die Zuschauer. Gegenüber erblickt man die colossale Statue Napoleon's, im römischen Costum (nach der von Canova), darüber eine Minerva, zu beiden Seiten in Nischen die Statuen von Bossuet und Fénélon. Unter in der Mitte ist ein Tisch und Stuhl für den Vorleser, dahinter und höher die Tafel der Präsidenten und der Secretäre. Die Institutsglieder sitzen zu beiden Seiten im Halbzirkel, einige Reihen über einander. alle sind hier im großen Costum, und den ihnen eigenen Ornat gekleidet. Die Liste der Abhandlungen bekommt man auf einem Blatte gedruckt, und zugleich wird der Bericht der neuen Entdeckungen und Arbeiten, welche jede Classe im verflossenen Jahre geliefert, unentgeldlich gegeben.

Wie viel die Gelehrten dieses Nationalinstituts, der ehemaligen Academie, den Wissenschaften genutzt, wie mannichfaches Gute sie gestiftet und zum Wohl der Menschheit beigetragen, ist bekannt. Allein es wird ihnen auch eine öffentliche Auszeichnung und Mittel zu Theil, die allein sie in den Stand setzen, sich mit Luft und Liebe ihren großen Geschäften zu widmen. Außer sehr ansehnlichen gehalten, ihren angenehmen, oft reizenden Wohnungen, z. B. im Jardin des plantes, Collège de France etc., stehen ihnen auch die herrlichsten aller Sammlungen, stets von liberalen und gefälligen Aufsehern verwaltet, täglich zu Gebote.


Wandeling op Pont des Arts.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • London und Paris. Jahrgang 1810. Rudolstadt, im Verlage der Hof- Buch- und Kunsthandlung. 1810.
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