Colloredo, eine der berühmtesten und angesehensten Familien der österreichischen Monarchie, die zu jeder Zeit dem Staatsdienste ausgezeichnete Männer gegeben hat. Wir führen hier nur einige an.

I. Fabricius Colloredo, geboren 1576, trat als Page am Hofe Ferdinands von Medici in Dienste. Cosmus II. sandte ihn als Gesandter an Kaiser Rudolph II. Daniel Eremita, ein edler Flamänder, der ihn auf dieser Gesandtschaft begleitete, hat in lateinischer Sprache eine Beschreibung dieser Reise geliefert. Er commandirte dann ein Corps, das dem Herzog von Mantua gegen den Herzog von Savoyen beistand, und genoß bei Cosmus II. und seinem Nachfolger Ferdinand II., dessen erster Minister er wurde, die höchste Gunst. Er starb zu Florenz 1645.

II. Rudolph Colloredo, Graf von Waldsee, Feldmarschall der kaiserlichen Armeen unter Ferdinand III., geboren 1585 und gestorben 1657. Er zeichnete insbesondere im dreißigjährigen Kriege mannichfaltig aus. In der Schlacht von Lützen, wo er Wunder der Tapferkeit that, erhielt er 7 Wunden. In die spätern wallensteinschen Intriguen ließ er sich nicht ein, sondern diente seinem Herrn und Kaiser immer treu. Insbesondere zeichnete er sich durch die heldenmüthigste Vertheidigung Prags im Jahre 1648 gegen die Schweden aus, welche in den Annalen Oesterreichs zu den schönsten Waffenthaten gezählt wird. Mit geringen Kräften vertheidigte er die Altstadt gegen die heftigsten Anfälle der Schweden länger als 3 Monate, und es gelang ihnen nicht, ihn zur Uebergabe zu zwingen. Sie mußten sich zurückziehen und die Stadt blieb gerettet. Einige Tage nachher trat ein Waffenstillstand ein und bald der allgemeine münstersche Friede.

III. Franz Colloredo, geboren 1737 und gestorben 1806, war der Oberhofmeister des jetzt regierenden Kaisers Franz, dann geheimer Staats- und Conferenzminister und Chef der Hof- und Staatskanzlei. Nach der Schlacht von Austerlitz legte er sein Ministerium nieder, und zog sich von allen öffentlichen Geschäften zurück. Er starb bald darauf.

IV. Franz Gundacar (Reichsfürst) von Colloredo Mansfeld, geboren 1731, gestorben 1807. Von 1767 - 1771 war er Gesandter in Madrid, seit 1772 Principalcommissarius beim Reichskammergericht und seit 1789 Reichsvicecanzler bis zu der am 6ten Aug. 1806 erfolgten Niederlegung der kaiserlich deutschen Reichsregierung.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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