Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Creutzburg.[]


Creutzburg,[1] Stadt von 320 Häusern, Schloß und Amt an der Werra, im Fürstenthum Eisenach. Nachdem diese Stadt im 7jährigen Kriege hart mitgenommen worden, so wurde sie 1765 durch eine Feuersbrunst fast ganz vernichtet. Da die Einwohner anfiengen, sich etwas zu erholen, kam die Theuerung in den Jahren 1771 und 72, und als diese überstanden war, wurde 1782 wieder der beste Theil der neuen Häuser vom Feuer verzehrt. Da aber das Städtchen an der Hauptstrasse nach Cassel, Frankfurt xc. liegt, auch guten Getreid- und Obstbau hat, so hat es sich bald wieder erholt. In der Nähe ist ein fürstliches Salzwerk.


Die Stadt Creuzburg brennt ab.[]


Der sieben und zwanzigste März 1765. [2]

Nicht leicht hat eine kleine Stadt schnell auf einander so viele Unglücksfälle erfahren, als die Stadt Creuzburg in Thüringen. Im Jahr 1757, da der Krieg sich aus Böhmen und Sachsen nach Thüringen zog, litt sie vieles durch den Durchmarsch von zwo Armeen, die sich etliche Wochen nicht ferne vor ihr lagerten, und in den Jahren 1760 bis 1762 wurde sie durch lange anhaltende Winterquartiere fast zu Grunde gerichtet. Nach dem Frieden 1763 hoften die verarmten Einwohner sich wieder etwas zu erholen, als unglücklicherweise zwey Jahre hernach durch die Unvorsichtigkeit eines Knaben am heutigen Tag eine Feuersbrunst ausbrach, welche die Stadt bis auf sehr wenige der schlechtesten Häuser in die Asche legte. Die Kirche, die Schulgebäude, Pfarrhäuser, Rathhaus xc. giengen im allgemeinen Verderben unter. Wenig oder nichts konnte von der erschrockenen Bürger den wüthenden Flammen entrissen werden; ihre Noth stieg auf höchste, denn sie hatten nun keine Wohnungen, kein Brod, keine Betten, keine Kleider, kein Gewerbe, keinen Verdiensten. Die Schuldenlast der Unglücklichen wuchs dadurch dergestalt an, daß all ihre Ländereyen verpfändet werden mußten, und statt ihnen Nahrung zu geben, mußten sie solche verzinsen. Im Jahr 1770 litt die arme Stadt durch Ueberschwemmungen und dann drückte sie die Teuerung der Jahre 1771 und 1772. Hungersnoth und ansteckende Krankheiten machten das unerhörte Elend vollends vollständig und endlich 1782 brannte wieder der gröste Theil der kaum neu erbauten Stadt ab.


Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
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