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Czenstochowa, sprich Tschenstochowa, berühmtes u. festes Kloster, in Polen auf einem Berg, nahe an der Warta u. der Schlesis. Gränze. Die Mönche sind vom Orden des Heil. Paulus Eremita; sie hielten eine eigene Besatzung u. einer der ansehnlichsten Mönche war Commendant der mit Geschüz wohlversehenen Festung, bis 1765 der Reichstag beschloß, daß der König diese Stelle durch einen Weltlichen besetzen sollte. Zu den berühmten Marienbild in der Kirche geschehen sehr häufige Wallfahrten aus allen umliegenden Ländern. Durch die vielen Geschenke hat sich ein Kirchenschatz gehäuft, welcher unter die reichsten der ganzen Christenheit gerechnet wird. Bey der Preussischen Besitznahme fand man diese Schätze weniger beträchtlich, als man vermuthet hatte, und sie sind dem Kloster geblieben. Das Kloster selbst war sehr reich und die Güter desselben lagen durch ganz Polen zerstreut. 1770 besetzten die Conföderirten das Kloster, mußten sich aber 1772 nach einer langwierigen Belagerung an die Russen ergeben. 1795 wurde die Festung und Gegend von den Preussen besetzt, und durch die letzte Theilung Polens blieb beydes in ihren Händen. Am Fusse des Bergs liegt die dazu gehörige Stadt Neu-Tschenstochow, mit 169 Feuerstellen. Jezt ist sie die Hauptstadt des gleichnamigen landräthlichen Kreises in Südpreussen, Kalischer Kammerdepartement, Petrikauer steuerräthlicher Kreis. Man braut hier gutes Bier, so wie in dem eine Stunde Wegs entfernten Alt-Tschenstochow, welches 1771 ganz bey den Conföderationsunruhen fast ganz in die Asche gelegt wurde; jezt aber wieder 283 Feuerstellen enthält.


Quellen und Literatur.Bearbeiten

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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