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D. G. S. R. Gratet von Dolomieu.Bearbeiten


Dolomieu (D. G. S. R. Gratet von),[1] gebohren den 24sten Juny 1750, Mitglied der ehemahligen Akademie der Wissenschaften, des Instituts und Mineninspektor, Kommenthur des Maltheserordens, machte seine ersten Züge in einem Alter von 18 Jahren. Es war zu Metz, daß er die ersten Stunden in der Chemie und Naturgeschichte nahm. Seine Fortschritte waren so schnell, daß die Akademie der Wissenschaften ihm den Titel eines ihrer Korrespondenten ertheilte. Dieser Kunst gewann ihn ganz für die Naturwissenschaften; er verließ den Militärdienst und unternahm beynahe sogleich seine Reisen in Sizilien. Bey seiner Rückkunft nach Frankreich, um die Epoche des 14ten July 1789, schlug er sich feyerlich zur Revolutionsparthey, lehnte alle öffentlichen Anstellungen von sich ab und gab mehrere Werke heraus, die seinen Ruf vermehrten. Da aber die Proskription auch ihn traf, irrte er von einem Zufluchtsort zum andern, ward endlich in einem ruhigern Zeitpunkte an die Schule der Minen berufen, machte auf diesem Posten neue Fortschritte in der Karriere der Wissenschaften und nahm sich vor, seine Resultate der Welt mitzutheilen, als ihn Bonaparte mit sich nach Aegypten nahm. Er trug durch seine Verbindung in Malta viel zur Uebergabe des Platzes bey. Nach der Niederlage von Abukir sah er sich genöthigt, an der kalabrischen Küste zu landen, ward auf Befehl des Königs von Neapel ergriffen und in einen Kerker zu Messina geworfen, nur der Friede von 1800 konnte seine Fesseln lösen. Er nahm hierauf seine gewohnten Beschäftigungen wieder und besuchte die Oberalpen. In den Schooß seiner Familie zurückgekehrt, starb er im November 1801 in seinem 52sten Jahre. Nach seiner Rückkunft war er alsbald zum Mitglied des Erhaltungssenats ernannt worden.


Der acht und zwanzigste November 1801.Bearbeiten


Gestorben Deodat Guy Silvain Tancrede de Dolomieu. [2]

Dolomieu war Maltheserritter, gerieth in seinem 18ten Jahr auf einer Galeere mit einem andern Ritter in Streit und tödtete ihn in einem Zweykampf. Es wurde ihm das Leben abgesprochen, aber das Urtheil in eine Gefangenschaftstrafe verwandelt, und während dieser legte er sich auf die Wissenschaften, verließ in der Folge das Militär, und widmete sich ihnen ausschliessend. Er machte Reisen, um seiner mineralogischen Kenntnisse zu erweitern, und nachdem er den Aetna, Vesuv und andere merkwürdige Gegenden, z. B. Calabrien nach dem Erdbeben von 1783, gesehen und untersucht hatte, gieng er wieder nach Frankreich. Hier war indessen die Revolution ausgebrochen, die seine Ruhe nicht wenig störte. Später wurde er Mitglied des National-Instituts und arbeitete für dasselbe mit grosser Thätigkeit. Er begleitete Bonaparte nach Egypten, besuchte Alexandrien, das Delta, Cairo, die Pyramiden und andere merkwürdige Plätze. Auf der Reise nach Europa wurde er gefangen, lange Zeit zu Messina in einem Kerker gehalten und erst nach dem Frieden mit Neapel wieder frey. Merkwürdig ist, daß er in seinem höchsten Elend Auszüge aus dem Plinius zu einem Werk über die Steine der alten Denkmäler machte.

Nach seiner Rückkunft besuchte er die Alpen, und sah die Schweitz mit dem Auge des gelehrten Naturforschers. Er wollte nun auch in gleicher Absicht nach Deutschland und Schweden reisen, um die berühmtesten Mineralogen dieser Länder persönlich kennen zu lernen, aber ganz unvermuthet überfiel ihn eine Krankheit, an der er am heutigen Tage starb.

Dolomieu's naturhistorische Werke sind nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland in einer guten Uebersetzung, mit Beyfall aufgenommen worden.


Quellen.Bearbeiten

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
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