Departement der Aisne.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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4. Das Departement der Aisne, welches nach einem Flusse benannt ist, der dasselbe durchströmt, besteht aus Stücken von der ehemaligen Landschaft Ile de France, nämlich den Ländchen Dunois und Soissonais, einen kleinen Theile von Brie-pouilleuse, welcher vormals zu Champagne und einem beträchtlichen Theile der Picardie, nämlich den Ländern Vermandois und Thierrache. Das Flächenraum beträgt 136 Q. Meilen, auf welchen über 430,000 Menschen leben.

Dieses Departement wird in die fünf Gemeinde-Bezirke von Laon, Chateau-Thierry, Soissons, St. Quentin und Vervins abgetheilt, welche 853 Gemeinden in 37 Kantonen umfassen.

1) Laon, die alte, hübsch gebaute Hauptstadt des Depts. hat 7500 Einwohnern und liegt auf einem Berge, an welchem das Flüßchen Ardon entspringt, mitten in einer großen und schönen Ebene, 31 franz. Meilen nordöstlich von Paris. Von dem alten hiesigen Schlosse ist nur noch ein dicker Thurm übrig, der jetzt zum Gefängnisse dient. Vormals war hier der Sitz eines Bischofs, dessen Domkirche ein merkwürdiges Gebäude ist. Man findet hier mehrere Strumpf- und Hutfabriken, Gärbereien und eine Baumwollenfabrike; auch wird viele Leinwand verfertiget.

2) La Fere, kleine Stadt mit 2600 Einwohnern am Zusammenflusse der Serre und Oise, in einer waldigen und hügeligen Gegend, 5 Stunden von Laon. Hier ist eine Artillerieschule, ein Zeughaus, eine merkwürdige Pulvermühle, u. s. w.

3) St. Gobin, Dorf und Schloß, in welchem eine berühmte Spiegelfabrik, welche, wie man behauptet, die größten und schönsten Spiegel auf der Welt liefert, bis zu 60 Par. Zoll Breite, und 500 Zoll Höhe; sie werden aber hier nur gegossen, und zu Paris sodann polirt.

4) Chateau-Thierry, Stadt von 4200 Einwohnern, liegt 13½ franz. Meilen von Laon, in amphitheatralischer Form auf dem rechten Ufer der Marne, über welche hier eine vortreffliche Brücke führt; auch ist ein sehr schöner Haven oder Schiffläude und mehrere Fabriken in Zeuchen, Leinwand, Strümpfen, Leder und Fayence; auch sind hier viele Messerschmiede. Es wird starker Weinhandel getrieben.

5) Soissons, ziemlich ansehnliche Stadt mit 9800 Einwohnern; in einem angenehmen und fruchtbaren Thale an der Aisne. Man findet viele Fabriken von grober Leinwand, Trilch, Strümpfen; auch giebt es Baumwollenspinnereien, Seilereien, Leinwandbleichen, Bierbrauereien, Ziegelbrennereien u. s. w. Der Handel ist beträchtlich.

6) St. Quentin, befestigte Stadt mit 10,000 Einwohnern; auf einer Anhöhe an der Somme. Die hiesigen Fabriken in feiner Leinwand u. s. w. sind zahlreich und berühmt. Der Handel ist ziemlich beträchtlich.

7) Vervins, kleine gewerbsame Stadt mit 3000 Einwohnern, auf einer Anhöhe nahe an der Serre. -- Hauptorte von Bezirken.


Carte du Département de l'Aisne.

Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neueste Kunde von Frankreich nach dessen gegenwärtigem Zustand aus Quellen dargestellt von Theophil Friedrich Ehrmann. Prag 1808, in der Diesbachischen Buchhandlung.
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