Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Departement der Ost-Pyrenäen.[]


37.[1] Das Departement der Ost-Pyrenäen hat diesen Namen von seiner Lage an den östlichen Pyrenäen, und begreift die vormalige Grafschaft Roussillon. Es liegt am Mittelmeere, hat einen Flächenraum von 76 Qu. Meilen, und enthält ungefähr 118,000 Einwohner. -- Dieses Dept. ist jetzt in die drei Gemeindebezirke von Perpignan, Ceret und Prades abgetheilt, und hat 249 Gemeinden in 17 Kantonen.

1) Perpignan, Hauptstadt des Depts. (vormals von Roussillon) ansehnliche feste Stadt mit 10,000 Einwohnern, auf und an einem Hügel am Flusse Tet, eine Stunde vom Meere, 192 fr. M. von Paris. Man fabrizirt hier Wollenzeuche und Spitzen; ferner sind hier Gärbereien, Branntweinbrennereien und eine Seifensiederei. Die Gegend umher ist sehr fruchtbar und reich an köstlichen Weinen, Getraide, Obst, Olivenöl, Salzkraut, feiner Wolle und Seide, mit welchen Producten und Fabricaten ein ansehnlicher Handel getrieben wird. Außer den oberen Gewalten des Depts. ist hier auch ein Handelsgericht und ein Münzhof.

2) Ceret, kleine ummauerte Stadt am Flusse Tech, am Fuße der Pyrenäen. Die vorzüglichsten Merkwürdigkeiten des Orts sind der vortreffliche große Springbrunnen auf dem Marktplatze und die bewundernswürdig kühne, steinerne Brücke über den Tech.

3) Collioure, altes, festes Städtchen und Seehaven, das mit dem dazu gehörigen Seehaven Port-Vendres nur 2100 Einwohner hat.

4) Prades, kleine Stadt mit 2200 Einwohnern, am Tet, in einer schönen mit Bergen umgebenen Ebene.

5) Montlouis oder Montlibre, kleine Stadt und Festung mit etwa 1100 Einwohnern.


Quellen.[]

  1. Neueste Länder- und Völkerkunde. ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Zweiter Band. Frankreich. Weimar, im Verlage des geographischen Instituts, 1806. = Neueste Kunde von Frankreich. Nach dessen gegenwärtigem Zustande aus Quellen dargestellt von Theophil Friedrich Ehrmann. Weimar, im Verlage des F. S. privil. Landes-Industrie-Comptoirs. 1806.
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