Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Dauphiné, ehemalige Provinz und Generalgouvernement in Frankreich, welches gegen Norden und Westen der Rhone Fluß, gegen Süden die Provence begränzte, und die Alpen gegen Osten von Piemont und einem Theile Savoyens trennten. Ober-Dauphine ist ein rauhes Bergland, welches reiche Weide für die Viehzucht und durch dasselbe gute Käse giebt; Nieder-Dauphine hat zwar Berge, ist aber fruchtbar an Getreide, Seide und vorzüglich an Weinen, unter welchen man vorzüglich den vin d'Eremitage bey Tain, und den côte rotie bey Vienne schäzt. Die Berge liefern auch an Metallen, etwas Silber, Kupfer, gutes Eisen und Bley. Die Einwohner zeichnen sich durch ihre Betriebsamkeit aus, finden in den Gebirgen nicht hinlänglichen Erwerb, gehen also nach Verdienst in benachbarte Gegenden aus. Es fehlt aber doch an Fabriken nicht, aus welchen Tuchwaaren, Papier, Stahl- und Kupfer-Arbeiten auch in andere Länder verführt werden. Die Isere, Durance und Drome sind zwar beträchtliche Flüsse, welche durch diese Provinz nach dem Rhone fließen, aber da sie aus den nahen Alpen kommen, so ist ihr Lauf zu reißend, um für die Schiffahrt und den Handel Nutzen zu bringen. -- Die Dauphine machte ehedessen einen Theil des Reichs Burgund aus, deren Besitzer im 12ten Jahrhundert (man weiß nicht genau durch welche Veranlassung) sich anfiengen Dauphins zu nennen. Der lezte von ihnen Humbert II. vermachte 1349 sein Land an Frankreich unter der Bedingung, daß immer ein königlicher Prinz im Besitz seyn, oder wenigstens den Titel vom Lande führen sollte. In spätern Zeiten behielt immer der Kronprinz von Frankreich diesen Titel, bis zur Revolution. Durch dieselbe wurde die Dauphine in drey Departement getrennt: das Departement der Isere, der Drome, und der Hautes Alpes.


Quellen und Literatur.[]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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