Haag.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neopolem.



Haag,[1] die Residenzstadt des Königs der Niederlande, neben den Dünen der Nordsee gelegen.

Neopolem.

Die Stadt ist groß, schön, mit trefflichen Plätzen und Palästen versehen und mit Kanälen durchschnitten. Die Bevölkerung, die sonst gegen 40,000 Menschen betrug, hat in den neuesten Zeiten abgenommen. Haag war vormals nur ein unbedeutendes Dorf, dessen Name von dem, einen Theil der Domainen der Grafen von Holland ausmachend, Walde Haag herrühren soll; es stieg aber in kurzem zu einer großen und prächtigen Stadt empor. Hier war des Sitz des Statthalters und der Generalstaaten; das Residenzschloß enthielt unter andern ein herrliches Kunst- und Naturalienkabinet. Als Holland zu einem eigenen Königreiche constituirt worden, hatte der König von Holland seine Residenz im Haag, bis zur Vereinigung des Landes mit Frankreich. Außer sechs großen Plätzen hat die Stadt vortrefliche Promenaden und einen schönen Thiergarten. Der Hof von Holland, wo die Generalstaaten sich versammelten, ist ein altes, wegen seiner trefflichen Malereien sehenswürdiges Gebäude. In der Nähe liegen die schönen Lustschlösser und Dörfer Schevelingen, Hondslaardyk, Ryswick, t' Huys im Bosch, Sorgvliet, St. Anneland u. einige a.


Von Reisende.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caspar Heinrich Freiherr von Sierstorpff. [2]

[1803]

Abends fuhr ich beym schönen Herbstwetter und hellen Vollmonde von Delft nach dem Haag. Die am Canal stehenden Bäume, und jedes oft nur mit einem Lichtchen beleuchtete Häuschen oder Schiff, spiegelte sich in dem stillen Wasser, und erinnerte mich an irgend einen von Van der Neer gemalten Mondschein. Man muss hier eine solche nächtliche Wasserbeleuchtung gesehen haben, um in den sonst nicht gefälligen Bildern dieses Meisters den hohen Grad von Natur recht zu erkennen. Da es Nacht war, so konnte ich das auf diesem Wege des dort geschlossenen Friedens wegen berühmte Dorf Ryswik nicht sehen, bey welchem der alte Schiffer einige sehr treffende politische Bemerkungen machte. Abends 10 Uhr kam ich im Haag an, und suchte den andern Morgen meine Freunde und Bekannte auf.

Collectie Haags Gemeentearchief.

Da diese aber zum Theil auf ihren nahe liegenden Landhäusern, oder wie sie hier heissen, Aussenplätzen wohnten, so leitete mich mein Weg, nachdem ich einige der schönsten Strassen und Plätze gesehen hatte, an die Allee, welche nach dem vormals Fürstlichen Landschlosse, das Haus in Busch, führt. Der schöne, in mehren Reihen mit Ulmen bepflanzten Weg und das heitere Herbstwetter brachten mich bald zu dem Entschlusse, diesen Spaziergang von ungefähr dreyviertel Stunden sogleich vorzunehmen. Links des Weges sieht man den Exercirplatz, und rechts eine grosse Befriedigung, worin vieles Damwild gehalten wird, und kömmt bald darauf in den kleinen mit mehren geraden und schlangenförmig laufenden gesäuberten Wegen durchschnittenen Wald, das grösseste und mit den stärksten Bäumen besetzte Gehölz in ganz Holland, an dessen andern Ende das kleine Schloss liegt, wo vordem der Erbstatthalter einen Theil des Sommers zubrachte, und von dem jetzt das untere Geschoss und Garten an einen seine Gäste möglichst prellenden Gastwirth verpachtet, das obere Geschoss aber zum Museum der Republik bestimmt ist. Nach der von den Hochmögenden darauf gesetzten Taxe, öffnen hier 11 Stüber jedem Fremden die Thüren, und obgleich alles noch ganz im ersten Entstehen ist, und die hohen alliirten die besten Kunstwerke weggenommen haben; so sieht man dich hier einige sehr schöne Gemälde, die seitdem zusammengebracht und grösstentheils angekauft sind, und giebt dem sehr gefälligen Aufseher, der ein feiner Kenner Niederländischer Bilder zu seyn scheint, gern noch doppelt so viele Stüber für geleistete Conversation zu. Man sieht hier eine Sammlung Portraits von ausgezeichneten Officieren, die der damalige Erbstatthalter von dem berühmten Bildnissmaler Johann von Ravestein malen liess. Ein ganz vortreffliches Portrait des berühmten Admiral Ruyter, von Ferdinand Boll, und ein eben so schönes, des Admirals von Ness, von van der Helst, die beyden unglücklichen Gebrüder de Witt, wie ihre Leiber am Abend den 20sten August 1672 vom Volke zertheilt wurden, ein grausamschönes Bild von Jean Mieris. Ein schön gezeichneter und colorirter, aber ganz ekelhaft niederländisch-natürlich componirter Kindermord von Cornelius von Harlem, die Enthauptung Johannis von Rembrandt, eines seiner bessten Stücke sowohl im vortrefflichen Colorit und Helldunkel, als wegen eines sonst in seinen Werken ganz ungewöhnlichen, mehr veredelten Styls. Ein Stück von Venix mit einem todten Schwan und Haasen, ist das schönste Bild, das ich von ihm gesehen habe. Carl der II. und seine Schwester als Kinder von Vandyk ist ein sehr schönes und angenehmes Bild. In einem Zimmer sind das Platfond und mehre Gemälde von Lairesse, worin man richtige Zeichnung und edle Composition bewundern muss, obgleich ich im Ganzen doch kleinere Staffeleygemälde von ihm vorziehe. In einem andern Zimmer, worin einige Holländische Alterthümer aufbewahrt werden, hat Jacob de Witt drey Stücke gemalt, die halb erhabene Gipsfiguren so natürlich vorstellen, dass man sich ihnen sehr nähern muss, um von der Malerei überzeugt zu werden; man glaubt auf einigen erhabenen Stellen sogar Staub liegen zu sehen. Unter jenen sind einige Hausgeräthe der aus der Geschichte bekannten Gräfin Jacoba von Bayern, sammt ihrem Portrait mit dem Jahrszahl 1300. -- Eine hölzerne Kugel mit einem Stück einer Kette, die als Bundeszeichen zu den Zeiten der Margaretha von Parma gegen die Spanier im Jahre 1564 gedient, und worein jeder der Verbündeten einen Nagel geschlagen haben soll, deren wenigstens eine grosse Anzahl darinnen steckt, und der dabey gebrauchte Becher von rohem, noch mit der Rinde versehenem Birkenholze, welcher der Berkemeier heisst. Bey den in unseren Tagen erlebten convulsivisch-politischen Veränderungen, sind einem dergleichen Dinge aus den älteren Zeiten interessanter geworden, und deswegen habe ich sie in meinem Journal bemerkt. Mit besonderer Verehrung und einem wahren Nationalstolze zeigte der Aufseher hier auch den Degen und Commandostab des Admirals Ruyter, und gerieth dabey über den jetzigen Zustand seines Vaterlands in volle Bewegung. Alle Zimmer sind bis auf Eins nach ohne Meublen. Dies ist ein kleiner Saal, der mit ächten Chinesischen, erhaben gestickten Tapeten, und Tafelwerk von altem Lacke mit grossen Kosten geziert ist, und alles übertrifft, was man in dieser Art Schönes sehen kann.

Was mich aber hier am meisten interessirte, war der berühmte Saal, in welchem einige Niederländische Maler, als Lievens, van Thulden, und vor allen Jacob Jordaens, alle Wände und die Decke gemalt haben. Alte Gemälde stellen Scenen aus dem Leben Friedrich Heinrichs von Oranien vor, der dieses Schloss zu bauen angefangen hat. Das Hauptstück, eine Apotheose desselben, ist von Jacob Jordaens. Der Held wird von vier brausenden Pferden in einem Triumphwagen gezogen, wobey eine Menge Menschen, die Götter des Ruhms, Engel, Tod, und Alles in voller Bewegung ist, was die feurige Einbildungskraft des Malers nur immer zusammenbringen konnte. Es ist dem Maasse nach gewiss eins der grössten Gemälde in der Welt, und von oben bis unten voller Figuren in Lebensgrösse, so, dass man mit Mühe den Zusammenhang der Vorstellung heraus studiren muss. Jordaens scheint in diesem Stück ein ganz andrer Meister zu seyn, und man kann sich kaum vorstellen, dass er derselbe sey, wenn man nur seine gewöhnlichen, äusserst gemeinen Strassenphysionomie- und nur seine kurzen, wohlgenährten Silenen- und Bachantenfiguren kennt. Hier hat er ganz wie Rubens componirt, wenigstens eben so gut gezeichnet, und diesen im natürlichern Colorit bey weitem Grade brillant, feurig und doch natürlich wahr. Ich kenne gar kein Bild mit solchen prächtigen Farben; er scheint auf seiner nicht günstig beleuchteten Stelle doch wie in vollem Lichte hervor; und damit hält man ihm denn manches zu gut, das sonst neben einem grossen Italiener nicht wohl zu geniessen seyn möchte. Auch habe ich in den hiesigen Gemälden von van Thulden dieser Meister nicht gleich erkannt; sie scheinen alle recht gewetteifert, und jeder hier sich selbst übertroffen zu haben.

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Der Haag wird, wenn von Städten die Rede ist, gewöhnlich als ein Dorf angegeben, wenigstens hat der Haag nicht das Recht, so wie die übrigen 19 Städte der Provinz Holland, Deputirte zu der Staaten-Versammlung dieser Provinz zu schicken, und keine Festungswerke, die man fast um alle Holländische Städte sieht. Und obgleich es die ehemalige Residenz des Erbstatthalters war, und des ganzen Holländischen Gouvernements auch noch jetzt ist, und auf die Verschönerung allenthalben darin grosse Kosten angewendet sind; so hat man dabey doch gewissermassen immer das Freye und Ländliche eines Dorfs beybehalten, und mit dem Stadtmässigen zu vereinigen gesucht; und folglich ist dieses schöne und prächtige Dorf, denn jetzt als die Hauptstadt des ganzen Landes anzusehen, und sie zeichnet sich wegen ihrer höhern Lage, schönern Gebäuden, Strassen, Canälen und mehren grossen Plätzen vor den anderen Städten eben so sehr aus, als die Einwohner derselben von ihren übrigen Landsleuten, wovon die verschiedene Lebens- und Erwerbsart und die vielen sich hier aufhaltenden Fremden Ursach sind.

Collectie Haags Gemeentearchief.

Denn statt des in den andren Städten Hollands betriebenen grossen Handels, werden hier seit Jahrhunderten nur die Gouvernements- und politischen Geschäfte geführt, und da bey solchen auf eine ganz andere Weise negotiirt, intriguirt und angeführt wird, wie bey jenem, auch sich dazu eine ganz andre Menschen-Klasse zusammenzieht; so giebt das in allen Verhältnissen sehr merkbare Verschiedenheiten. Man lebte ehedem im Haag ganz, wie in andern grossen volkreichen Residenzstädten, sowohl in Hinsicht auf den ehemaligen sehr brillanten Hof, als auf die ersten Privathäuser. Es hatte der feinere gesellschaftliche Umgang und Ton sehr vieles mit dem in Brüssel gemein; und so habe ich auch in diesen beiden Orten diesmal den Unterschied zwischen ihrem vormalig glänzenden und jetzt sehr gesunkenen Zustande am auffallendsten gefunden. Indessen ist dies doch weit weniger hier, wie in Brüssel, auffallend, da im Haag, bis auf den Hof nach, Alles in seiner Verfassung geblieben, und hier doch noch die Hoffnung ruhiger und besserer Zeiten übrig ist.

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Dazu kömmt, dass hier einige fremde Minister angekommen sind, und dass man mehr Equipagen und Livréen sieht, welches den hiesigen Einwohnern schon wieder einigen Muth und frohe Hoffnungen gegeben hat. Der Haag hat im Ganzen etwas Freundliches und Heiteres, welches man in den andren Holländischen Städten unter den nur auf den Handel nachdenkenden Menschen in dem Grade vermischt; und obgleich die Häuser der Reichen hier nicht das hôtelmässige Ansehen, wie zum Beyspiel in Brüssel haben, und selbst die ehemalige weitläufige Residenz dem Aeussern nach mehr einem grossen Hospital, als einem Schlosse gleicht; so hat das Ganze doch ein grosses Ansehen, und wird durch die breiten Canälen und Bassins sehr verschönert. Die über die Canäle führenden leichten Brücken sind sauber angestrichen; das schöne Steinpflaster ist, wie alles, sehr reinlich gehalten, und allenthalben bemerkt man noch Wohlhabenheit, die in Brabantischen Städten jetzt zu fehlen scheint, und jeder zu verbergen sucht. Im Schlosse sind nur noch einige Zimmer, und zwar die vorzüglichsten, aus den vorigen Zeiten meublirt geblieben und diesen jetzt zu den feierlichen Audienzen; andere zu den verschiedenen Zusammenkunftsorten der Gesetzgeber und Stadträthe, oder wie sie sonst nach der Holländisch-Französischen Constitution jetzt heissen mögen. In dem Gebäude, wo vormals das Naturaliencabinet und die vortrefflichen Gemälde des Erbstatthalters waren, ist jetzt ein Clubb errichtet, in dem mir sehr freundschaftlich begegnet wurde, und wo ich ein Paar Abende angenehm zugebracht habe.

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So wie sich im Schlosshofe nur ein Fremder sehen lässt, so bietet jeder der ihm etwas zeigen kann, ihm seine zudringlichen Dienste an. Eine bey der Expedition am Helder eroberte Russische Fahne wurde mit dort als eine der grössten Seltenheiten angepriesen, und ich hatte dabey in dem grossen Vorsaale, wo die Staaten-Lotterie gezogen wird, und wo eine grosse Anzahl solcher Tropheen aus den alten Zeiten, vorzüglich aus den ehemaligen Insularkriegen aufgesteckt sind, zwischen der Aufseherin und einem eben nicht patriotisch gesinnten dicken Holländer, eine wahre heroische Weiberscene, in der dieser phlegmatisch behauptete, dass diese Fahne ein besoffener Russe liegen lassen, und dass sie von den Franzosen, damit auch hier so ein Ding stecken sollte, den Holländern abgegeben wäre, jene aber ihm darauf so entgegen kreischte, dass ich den Augenblick erwartete, wo sie ihn ins Gesicht fahren mögte. Hängt meinethalben euren Rock dahin, sagte jener, aber lasst jedem die Freiheit, das Ding für das zu halten, was es ist, und gieng weiter.


Ein schöner mit mehren Reihen alter Ulmen besetzter Weg von ungefähr einer halben Stunde lang, führt nach dem an Strande der See liegenden Dorf Schevelingen; an beyden Seiten desselben sind einige schöne Gärten und Landhäuser, auch mehre Wirths- und Kaffeehäuser, letztere vorzüglich im Dorfe selbst, das Sommers über sehr stark besucht wird. Es war gerade, als ich da war, ein so starker Sturm, dass man an der See kaum das Stehen behalten konnte. Man sah die über einander gethürmten Wellen aus der weiten Ferne herkommen, und brausend schäumend auf mehre hundert Schritte weit sich auf den abgeschrägten glatten Sandufer herauf rollen. Herzlich froh war ich, dies majestätische Schauspiel auf festem Boden anzusehen, und hatte dabey den Trost, auf der ganzen weiten See mit meinem kleinen Dollund kein Schiff zu entdecken.

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Einige wenige Fischerpinken waren hier absichtlich auf den Strand gelassen, um da die Gefahr sicherer abzuwarten; das war alles, was man von Schiffen erblickte. Der Wind von der Englischen Küste her ist hier die gefährlichste, und es müssen die Schiffe beym eintretenden Sturm gleich die offene See suchen, wenn sie nicht an der Holländischen Küste stranden wollen. Noch im vergangenen Jahre sollen bey Schevelingen ein reich beladenes Schiff aus Indien nebst zwey andren aus England, alle drey nach Amsterdam bestimmt, auf den Strand gelaufen, und nach zwey Stunden von den Wellen zerschlagen worden seyn, ohne dass davon auch nur ein Man hätte gerettet werden können. An der See herunter, auf ein Paar hundert Schritte von derselben, zieh sich eine Reihe, für die Gegend beträchtlich hoher nackter Sandhügel fast an der ganzen Holländischen Küste her, die wahrscheinlich dort Wellen und Wind zusammengehäuft haben. Sehr merklich setzt hier das feste Land von Zeit zu Zeit an, und, wie man behauptet, hat der von der See jetzt weit entfernte Kirchthurm des Dorfs vor nicht sehr langen Jahren, nahe am Gestade gestanden, und als Leuchtthurm gedient. Obgleich im Ganzen die See an diesen flachen Küsten zunimmt, wovon die bey ungewöhnlich niedriger Ebbe sich zeigenden Ruinen einer alten Römischen Festung bey Catwich, ungefähr eine Meile von Leiden zum Beweise dient. Uebrigens ist hier der Anblick der See, aber bei weiten nicht so interessant, als von den Italienischen Küsten; denn alles ist hier zu flach und kalt, die nackten sandigen Ufer sind einförmig, und es fehlt ganz das Malerische und Romantische, welches man an den, theils felsichten, theils reich mit Bäumen und Weinreben bewachsenen Seeufern jenes himmlischen Landes sieht, wo man beym ersten Anblick der majestätischen See wie von einem heiligen Schauer betroffen wird, den man hier in dem Grade nicht empfindet. Nachdem ich die Tage in Haag vergnügt, und den letzten noch auf einem nahen Landhause sehr angenehm zugebracht hatte, fuhr ich Abends nach Leyden.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

Haag, 30. Sept. [3]

Ihre Maj. die Königin so wie der Kronprinz sind hier angekommen. Während der Abwesenheit der Königs, welcher übermorgen zur Armee geht, wird die Königin hier residiren. Diesen Morgen versammelte sich die Fußgarde des Königs mit Waffen und Bagage; schloß einen Kreis und hörte dann eine kön. Proklamation an, in welcher den Truppen die Pflicht vorgestellt wird, das Vaterland und die Gränzen zu vertheidigen, und wenn es die Umstände erforderten, selbst mit der großen Armee gegen den Feind zu kämpfen. Darauf schlugen die Garden die Strassen nach Leyden ein, und defilirten vor dem Pallaste von Busch, wo der König am Fenster stand, und mit einem mehrmahligen Vivat begrüßt wurde. Der General Dury, Commendant dieser Stadt, ist in mehrere Waisen- und andere Erziehungshäuser für arme Kinder gegangen. Man die Waffenfähigen Jünglinge aufgeschrieben und denen, die sich freiwillig zum Dienste anboten, Geschenke gemacht. In 2 bis 3 Tagen wird allhier die bewaffnete Bürgerwacht organisirt. Der König hat dieser Tage mehrere Casernen besucht, um zu sehen, ob in Wohnung und Nahrung für die Gesundheit gesorgt sey. Auch besah er die Stückgießerei und eine von Hr. Maritz zum Durchbohren der Kanonen erfundene Maschine. Dann giengen Se. Maj. nach Delft, um Revüe über die Chasseurs von der Garde zu halten. Der General Boekop ist Chef vom Generalstabe des Königs geworden und Daendels wird die 3te Division im Departemente Gröningen kommandiren.


Stadtplan.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Collectie Haagsgemeentearchief.

Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Bemerkungen auf einer Reise durch die Niederlande nach Paris im eilften Jahre der grossen Republik. 1804.
  3. Bamberger Zeitung Nro. 284. Samstag, 11. Oktober 1806.
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