Dinkelspühl.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Dinkelspühl, Dünkelsbühl,[1] ehemalige Reichsstadt in Schwaben am Fluß Wernitz, an den Fränkischen Gränzen. Die Zahl der Einwohner beträgt zwischen 6000-7000. Der Rath daselbst ist halb lutherisch und halb katholisch, die Bürgerschaft aber meist lutherisch. Der Deutschen Orden hat daselbst ein Amt und eine Vogtey; es befand sich auch ein Kapuziner- und Karmeliterkloster in der Stadt. Ihr Matricularanschlag beträgt 90 fl., und zu einem Kammerziel giebt sie 185 Thlr. 89 Kr. Das Wappen sind 3 Bühel oder Hügel, auf denen eine vergoldete Dünkelähre stehet in rothem Felde. Das Gebiet von Dünkelsbühl bestund aus 2 Pfarr und 5 andern Dörfern, in welchen 1200 Einwohner leben. Ueber einen Theil derselben hatte sich Preussen schon im J. 1795 in den Besitz der Landeshoheit gesezt. Die Stadt hatte auch Unterthanen und Gefälle in fremden benachbarten Gebiete. Die umliegende Gegend wird der Virngrund genennt. Der Haupterwerbzweig der Bürger besteht in Wollenarbeiten in der Ausfuhr gemästeter Ochsen, gutem Bier und Getreide. Es werden aber auch viele Hüte, Strümpfe, Barchent, Wollenzeuge und Leder hier verfertigt Die jährliche Einnahme schäzte man auf 40,000 Gulden. Im J. 1802. kam diese Stadt mit zu den Pfalzbayerischen Entschädigungen; wurde aber nebst ihrem Gebiet 1803 an Preussen abgetreten.

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Dinkelsbühl. [2] Die Stadt mit ihren nächsten Umgebungen, hat 6435 Einwohner. Sie ist seit 1806 der Siz eines Bairischen zum Rezatkreise gehörigen Landgerichts, welches das ehemalige kleine Gebiet der Stadt umfaßte. Es ssnd aber bald darauf noch viele Ortschaften der umliegenden Aemter Feuchtwang, Crailsheim, und Wassertrüdingen, dann noch einige Patrimonialgüter zu dem Landgerichte gezogen worden; so daß es auf 4 1/4 QM. 16761 Seelen enthält. Der Siz des Landgerichts und Rentamts ist der Stadt Dinkelsbühl. -- 1810 verlor es einige Ortschaften an Würtemberg.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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