Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Die Spanier in Deutschland.[]

[1]

Am 22. April begannen die spanischen Truppen, die bereits Obersachsen durchziehen, wohin seit dem schmalkaldischen Krieg 1547 kein spanisches Heer gekommen ist, ihren Marsch aus Florenz nach den Ufern der Elbe. Die erste der fünf Kolonnen, welche dieses 6000 Mann starke Truppenkorps bilden, traf am 10. May in Botzen ein. In der Nähe dieser Stadt, vom jenseits zum diesseits des Brenners ist die große Scheidewand des Südens und Nordens, und merkwürdig mußte dem Spanier der Tag des Ausmarsches aus Botzen seyn. Von nun an hörte er nicht mehr die seiner Sprache verwandten Töne, sah andere Sitten, andere Wohnungen, andere Gebräuche. Wirklich schienen die spanischen Soldaten fast über sich selbst erstaunt, sich nun auf einmal in den Ebenen von Bayern diesseits der Alpen zu befinden. Sie standen zu Weilheim in Haufen, und sahen mit stiller Betrachtung und Bewunderung zurück zu dem blauen in seinen Vertiefungen mit Schnee bedeckten Gebirge, über welches sie eben gezogen waren. Aber eben so sehr richteten sie die Aufmerksamkeit der deutschen Völker, durch deren Städte und Dörfer sie zogen, auf sich. Ganz den Vorstellungen entgegen, die man sich im voraus von ihnen gemacht hat, trug ihr Betragen, soweit man sie kennen lernte, das Gepräge der Bescheidenheit, des stillen Ernstes und der Genügsamkeit an sich. Aber vorzüglich zeigten sie sich in einem hohen Grade religiös. Als in Insbruck, eben da sie angekommen waren, ein Priester Messe las, und bey den Worten: Dominus vobiscum! sich wendete, sahe er statt seiner Ministranten zwey spanische Offiziers, welche dieses Geschäft verrichteten, nachdem sie die erstern ersucht hatten, sie statt ihrer die heilige Handlung versehen zu lassen. Eben so auch bey der Feyer des Frohnleichnamsfestes zu Augsburg am 28. May, wo seit dem 30jährigen Krieg kein spanisches Militär, und seit dem merkwürdigen Reichstage im Jahre 1530 keine Spanier bey dem Frohnleichnamsfeste gewesen waren waren. Hier paradirte ausser dem königl. bayerischen und sämmtlichen Bürger-Militär auch das ganze königl. spanische Jägerregiment Villa viciosa. Eine Abtheilung desselben ritt dem Zuge voraus, und eine andere begleitete den Himmel, unter welchem der Kurfürst von Trier das Venerabile trug. Und so wie in den Zeiten des 30jährigen Kriegs die Schweden unter ihrem großen König Gustav Adolph alle Tage regelmäßige Betstunden hielten, so verrichten auch jetzt noch die spanischen Truppen täglich ihre Andacht. Jede Kompagnie tritt nämlich in einen Kreis zusammen, und betet andächtig den Rosenkranz. -- Auch die Liberalität der Spanier gefällt, wohin sie kommen. Sie fordern die Dienste, die ihnen auf ihrem Marsche erzeigt werden, nicht, gleich anderm Militär, als Schuldigkeit, die keinen Dank verdienet, sondern geben diesen häufig durch Wort und That zu erkennen, und bezahlen mit baarem Gelde. In Bayern kauften sie ihre Lebensmittel selbst, und bereiteten sie zu. Fleischspeisen genossen sie nicht gern, noch weniger Bier; hier und da wünschten sie Mallaga zu trinken.


Dänische Merkwürdigkeiten.[]

[1808]

[2]

Ein Schreiben aus Kopenhagen, vom 20. Aug.

Da Ihr historisches Werk seit länger als einem Viertel Jahrhundert der Zeitgeschichte und der Aufbewahrung officieller Actenstücke gewidmet und mit keinen Zeitungen in Parallele zu setzen ist, so folgt hier nachstehende Darstellung, welche am 17ten dieses aus dem hiesigen Hauptquartier durch den General-Adjutanten F. Bülow auf Befehl unsrer, im freundschaftlichsten und vertrautesten Einverständnisse mit dem erhabnen Kaiser Cabinett der Thuillerien handelnden Regierung, publicirt worden:

"Mit eben so lebhaftem Erstaunen als gegründeten Unwillen, muß die Dänische Nation erfahren, daß die Spanischen Truppen, die sie mit so besondrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen hatte und von denen sie Hülfe und Unterstützung zu erwarten berechtigt war, den ihnen vorangegangenen Ruf der Redlichkeit und Treue zur Lüge gemacht, die Verpflichtungen gegen ihre Waffenbrüder, die Franzosen gebrochen, Dännemarks Interesse und Sicherheit verrathen, sich mit dem gemeinsamen Feind in Einverständniß gesezt und ihnen die Häfen in den ihrer Treue und ihrem Schutz anvertrauten Provinzen geöffnet haben. Der Anführer dieser Truppen, der Marquis de la Romana, hat diesen verrätherischen Anschlag entworfen, geleitet und ausgeführt. Auf die schlauste Weise und sich auf angeblichen Befehl, des Prinzen von Ponte Corvo an ihn, berufend, hat er gewußt sich in den ungetheilten Besitz der Festung Nyborg zu setzen, und diesen für die Sicherheit Fyhnens so wichtigen Platz den Engländern übergeben, die sich stets so wirksam als thätig erwiesen, sobald Verrätherei und Ueberfall zu ihrem Vortheil würken und sie vor Widerstand sichern. In dem Hafen von Nyborg ist die Kriegsbrigg Fama von 2 St. 6 pf. Kanonen und 12 St. 12 pf. Caronaden, die Kriegysacht Soeormen von 4 St. 12 pf. Haubitzen und 8 St. 4 pf. Kanonen, so wie das armirte Lootsenboot Laurwig dem Feinde in die Hände gefallen. Diese Fahrzeuge haben sich zulezt ergeben müssen, nachdem sie während 20 Minuten tapfern Widerstand geleistet und mit lobenswerther Standhaftigkeit ein doppeltes Feuer von den sehr überlegenen Englischen Kriegsschiffen und von den, durch die Spanier besetzten Batterien ausgehalten hatten. -- In Svendborg und Faaborg wollten sich die Spanier der Königl. Kanonenböte bemeistern, allein dieser Anschlag ward bei Zeiten entdeckt, und die Fahrzeuge wurden gerettet. Es hat sich im übrigen bald gezeigt, daß der Spanier Absicht gewesen war, sich unter dem Schutz der von ihnen zu diesem Ende herbeigerufenen Englischen Kriegsfahrzeuge einzuschiffen und Dännemark zu verlassen. In Nyborg und Svendborg ist auch dieses Einschiffen unternommen worden, zu welchem Zweck sie sich alle, in diesen beiden Häfen vorgefundenen Schiffe und Böte bemächtigt hatten. Ehe sie Nyborg verließen, vernagelten sie die Kanonen und verdarbten den vorgefundenen Kriegsvorrath und das Artilleriegeräth. Eine fahrende Batterie, die sie mit sich wegführen wollten, mußten sie in Slibshavn stehen lassen, woselbst auch ihre Pferde zurückblieben. Auch in Faaborg wurden die Kanonen vernagelt und die vorgefundne Munition verderbt. Das zu Svendborg eingeschiffte Corps Spanier, welches ungefähr aus 3600 Mann Cavallerie, Infanterie und Artillerie bestand, überfiel plötzlich die Insel Langeland, die bereits mit Spanischen Truppen besezt war. Die an den Küsten der Insel zerstreuten Dänischen Truppen, waren auf allen Punkten abgeschnitten, bevor sie Verrätherei ahneten. Durch das überlegte und feste Benehmen des Gen. Maj. Grafen Ahlefeldt ward der von den Spaniern arretirte Franz. Oberstlieutenant Gautier befreit. Es steht nun zu erwarten, daß die nach Langeland hinüber gegangenen Truppen sich dort einschiffen werden. -- Auch in Jütland haben die Spanischen Regiementer, auf Befehl des Marquis de la Romana, sich eiligst in Bewegung gesezt. Soviel man bis jezt weiß, hat das Regiment Zamora, das dem kleinen Belt am nächsten lag, wirklich Fyhnen erreicht. Da auch unter den Spanischen Truppen auf Seeland, die sich die gröbsten Excesse zu Schulden kommen lassen und alle Grenzen des Gehorsams und der Subordination überschritten haben, ein Aufruhr ausgebrochen war, so haben Se. Maj. der König unter diesen Umständen es nöthig erachtet, diese Truppen zu entwaffnen und sie, bis weiter in die Festung Kopenhagen in Verwahrung setzen zu lassen."


Berichte des Kontreadmirals Keats.[]

[3]
Eine Englische Hofzeitung vom 23. Aug. enthält die Berichte des Kontreadmirals Keats an den Admiralitätssekretär William Wellesley Pole über die Einschiffung der Spanischen Truppen auf Fühnen. Sie lauten so:


Superb, auf der Höhe von Sproe, im grossen Belt, den 13. Aug. 1808.

Sir! Ich habe die Ehre, Ihnen hiebey eine Abschrift meiner Brie_e an den Vizeadmiral Sir James Saumarez, zu schicken, die sich auf die Einschiffung eines grossen Theils der Spanischen, in diesem Theile von Europa dienenden, Armee beziehen. Wenn die Witterung nicht ganz zuwider ist, so hoffe ich den größten Theil heute auf Langeland auszuschiffen, wo wir schon einen Posten von 2500 Mann haben.

Ich habe die Ehre zu seyn xc.

(Unterz.) R. G. Keats. --


An den Vizeadmiral Sir James Saumarez xc.

Superb, auf der Höhe von Sproe, im grossen Belt, den 11. Aug.

Sir! Ich habe die Ehre, Sie zu benachrichtigen, daß durch die unmittelbare und eifrige Ausführung der Maßregeln, welche mit in dem Duplikat der durch den Mosquito am 5. d. erhaltenen Instrukzionen empfohlen wurden, Se. Exzellenz der Marquis de la Romana und ungefähr 6000 Mann Spanischer Truppen unter seinem Kommando, diesen Morgen zu Nyborg, welchen Platz er am 9. in Besitz genommen, eingeschifft worden sind. In Verbindung mit demselben Plan sind diesen Morgen von Jütland aus über 1000 Mann auf der See zu uns gestossen, und andere 1000 Mann haben sich auf die Insel Langeland geworfen, um die von Spanischen Truppen besetzten Posten auf der Insel zu verstärken. Hier werden wir den übrigen Theil landen, sobald die Umstände und das Wetter es uns nur erlauben. Die Ankunft des Spanischen Offiziers am 5. auf dem Edgar, von dessen Entkommen zu der Eskadre der Kapitäns Graves Sie benachrichtigte, erleichterte uns sehr die Mittel der Kommunikazion. Ein Regiment in Jütland war zu entfernt und in einer zu kritischen Lage, um sein Entkommen bewirken zu können. Zwey Regimenter in Seeland, welche, nachdem sie auf den Französischen General Fririon, der sie kommandirte, geschossen, und einen seiner Adjutanten getödtet hatten, sind entwaffnet worden. Einige Argwohn erregende Umstände, machten eine frühere Ausführung des Plans nothwendig, obgleich Wind und Wasser entgegen waren. Ich verließ am 8. den Superb, und begab mich in einer Schaluppe nach dem Brunswyk auf der Höhe von Nyborg, wo 2 Stunden hernach meine Flagge aufgezogen war. Am 9. nahm der General die Stadt in Besitz. Obgleich die Dänische Garnison den Umständen nachgab, so legte sich doch eine bewaffnete Brigg von 18 Kanonen, die Fama, und ein Kutter, Salomon, von 12 Kanonen, queer vor den Hafen, nahe bey der Stadt vor Anker, und verwarf alle Vorstellung von Seiten der Spanier, wie auch jedes Anerbieten der Sicherheit von dem General und mir. Da die Bezwingung dieser Schiffe durchaus nothwendig war, und der Spanische General ungern feindselig verfahren wollte, so wurden diejenigen kleinen Schiffe und Böte, die man sammeln konnte, dem Kommando des Kapitäns M'Namara, vom Edgar, übergeben, der die Dänische Schiffe angriff und nahm. Bey diesem Angriff bedauere ich den Verlust des Lieutenants Harvey, eines verdienstvollen Offiziers vom Superb und 2 Matrosen. Der Feind hatte 7 Todte und 13 Verwundete. Es ist zu bemerken, daß die Spanier, aufgebracht durch den Widerstand, den ihre Freunde, die ihnen zu Hülfe kamen, erfuhren, einigermaßen wider die Absicht ihres Generals handelten, und auf die Dänischen Schiffe einigemale schossen, ehe sie strichen. Da Eile äusserst wichtig war, so steckte ich meine Flagge auf dem Hound im Hafen auf. Wegen des Wetters konnte keines von den drey Linienschiffen hereingebracht werden. Die Matrosen setzten also die 57 Sloops oder Doggers in Stand, auf welchen diese Nacht und am folgenden Tage ein grosser Theil der Artillerie, Bagage und Magazine eingeschifft, und nach Slipshaven, 4 Meilen von Nyborg transportirt, und daselbst die Armee diesen Morgen sicher und ohne Widerstand, ungeachtet des ungünstigen Wetters, eingeschifft wurde, so daß sie jetzt unter dem Schutze Sr. Majestät Schiffe vor Anker auf der Höhe von Sproe sich befindet. Der General sah wohl ein, daß man einige Pferde und Magazine aufopfern müsse. Da ich es, in Hinsicht der besondern Umstände, für Recht hielt, den Wünschen und den Absichten des Marquis de la Romana zu entsprechen, so wurde von mir jede feindselige Handlung aufs strengste vermieden; denn daß ich die Brigg und den Kutter wegnahm, die unser Anerbieten verwarfen, und sich dem Eingang in den Hafen widersetzten, kann ich nicht als feindselig betrachten. Ich wollte auch die zum Transport gebrauchten Schiffe zurückgeben, wenn man sich auf keine Weise der ruhigen Einschiffung unserer Freunde widersetzen würde. (Nun folgen Lobeserhebungen der Offiziere, welche sich bey dieser Gelegenheit ausgezeichnet haben, des Kapitäns M'Namara, vom Edgar, des Kapitäns Jackson vom Superb, des Kapitäns Lockyer vom Schiffe Hound, des Kapitäns Smith vom Schiffe Devastazion, des Kapitäns James von the Kite xc.) Diejenigen Kanonen, welche wider uns gebraucht werden konnten, wurden vernagelt, und die Einschiffung von der Kanonenbrigg Minx, und den 2 Prisen, wie auch durch die Kluge Leitung der Kanonenböte und dem Kommando des Kapitäns May von der königl. Artillerie, nachdrücklich gedeckt. Das Regiment Zamora war 18 Dänische Meilen in 21 Stunden marschirt. Anliegend erhalten Sie die Abschriften von den Briefen, die ich für nothwendig hielt, an Se. Exzellenz den Marquis de la Romana und den Gouverneur von Nyborg bey dieser Gelegenheit zu schreiben. Erstere beantwortete selbige mündlich durch einen vertrauten Offizier, und letzterer persönlich.

Ich habe die Ehre zu seyn xc.

(Unterz.) R. G. Keats.


N. S. Wir hegen, nach Schliessung dieses Briefes, einige Hoffnung, daß ein Theil des Regiments in Jütland, welches wir für verloren hielten, nach Langeland durch den westlichen Kanal entkommen ist.


Schreiben des Kontreadmirals Keats an die Spanischen Offiziere.

Superb, auf der Höhe von Langeland, den 5. Aug.

"Meine Herren! Ich habe die Ehre Sie zu benachrichtigen, daß ich von meinem Gouvernement die ausdrücklichsten Instrukzionen erhalten habe, mich zu bemühen, mit den Spanischen Offizieren, welche die Truppen dieser Nazion in der Nachbarschaft meines Kommando's befehligen, zu kommuniziren, und mit Ihnen die Maßregeln zu verabreden, ihren Rückzug an jedem Einschiffungsort, den sie besetzt halten, zu decken, und sie in Sicherheit zu bringen, bis Transportschiffe zu ihrer Aufnahme da sind, um sie nach Spanien zu führen. Es sind bereits hierzu, wie auch für die nothwendigen Lebensmittel, Maßregeln getroffen, und ich erwarte stündlich ihre Ankunft. Bis dahin werden sie auf den unter meinem Kommando stehenden Schiffen willkommen seyn, und die vorräthigen Lebensmittel und Bequemlichkeiten mit uns theilen. Weil dies aber gegenwärtig nicht hinlänglich seyn dürfte, ob ich gleich den Kommandeur en Chef erwarte, so würde ich bey dem Drange der Umstände rathen, die Truppen, ihrer vollkommenen Sicherheit wegen, nach einer von den Inseln im Belt zu schaffen. Da aber eine Maßregel von der Wichtigkeit einen verabredeten Plan nothwendig macht, damit das allgemeine Interesse durch die Aufmerksamkeit auf das parzielle, nicht leiden möge, so ersuche ich um eine offene und konfidenzielle Kommunikazion, entweder mit den Schiffen auf der Höhe von Nyborg, aber auf der Stazion von Langeland, oder mit irgend einem vom Sr. Majestät Schiffen im Belt und durch den Ueberbringer dieses, oder auf eine andere Weise. Ich schlage vor, am Sonntag, wenn nicht früher jemand an Bord kommen sollte, eine Waffenstillstandsflagge, unter irgend einem Vorwande, nach dem Spanischen Posten zu Spoysberg zu schicken; sollte diese sicher aufgenommen werden, so wünsche ich, daß man zum Zeichen auf einer Anhöhe, morgen Mittags, nahe bey dem Englischen vor Anker liegenden, oder den bey Spoysberg unter Segel befindlichen Schiffen eine kleine Wache paradiren lasse. Es ist mir in meiner gegenwärtigen Lage unmöglich, -- so sehr ich auch wünsche, die Absichten meines Gouvernements zu erfüllen -- irgend einen bestimmten Plan vorzulegen. Ich und jeder unter meinem Befehle stehende Engländer sind bereit, dieser Sache zu dienen; allein ehe Maßregeln ergriffen werden können, müssen wir vorher kommuniziren, übereinkommen, und so viel wie möglich das Interesse der Spanischen Truppen in Jütland und Seeland, mit denen auf Fühnen und Langeland zu verbinden suchen. Ich werde einige Tage ein Schiff auf der Höhe von Spoysberg halten, und jedes Schiff unter meinem Befehl wird ein wachsames Auge haben, jedes Boot aufzunehmen, was sich ihnen näherte. Ich habe die Ehre zu seyn xc.

(Unterz.) R. G. Keats."


Schreiben des Kontreadmirals Keats an den Marquis de la Romana.

Superb, auf der Höhe von Langeland, den 7. Aug.

"Sir! Da ich von den Spanischen Offizieren vernommen, daß beykommendes Papier den wahren Zustand und die wahre Lage der Spanischen Truppen in Dänemark und dessen Besitzungen enthalte, so scheint mir -- nach den verschiedenen Umständen, die sich meiner Ansicht darbieten -- folgender Plan die beste Aussicht zu einem glücklichen Erfolg in Hinsicht der Sicherheit und endlichen Einschiffung zu gewähren. Mein Vorschlag wäre, daß die auf Seeland sich mit Gewalt einen Weg nach der Halbinsel bahnten, wovon Halskow bey Corsoer die hervorragende Spitze nach Sproe bildet. Diese Landenge kann, so scheint es mit, vertheidigt werden, oder wenigstens die Mittel darbieten, sich auf einige Tage zu vertheidigen, bis ich sie nach der Insel Sproe gebracht hätte. Die zu Fredericia in Jütland können möglicherweise, eine Einschiffung erzwingen, und sich mit denen auf Fühnen vereinigen, welches vielleicht durch Bewegungen der Truppen zu Odensee begünstigt werden könnte. Ich glaube, daß die auf Fühnen, getrennt oder vereinigt mit denen in Jütland, sich auf der Halbinsel, welche sich nach der Insel Samsöe zu erstreckt, in Sicherheit begeben könnten, und ich könnte sie, wenn es nöthig wäre, nach Samsoe übersetzen. Es würde die nothwendigen Seeoperazionen sehr erleichtern, und ich könnte ein Linienschiff nach Fredericia schicken, um die Truppen in Jütland zu unterstützen, wenn die auf Langeland sicher wären. Sollte dies der Fall seyn, so könnten die andern Truppen gemächlich auf dieser Insel landen, und das Ganze von dort eingeschifft werden. Allein, wenn die dortigen Truppen sich nicht daselbst halten können, so müßte ich ein Linienschiff und eine Sloop zurücklassen, die sie nach und nach an Bord nähmen, und sie nach einem andern Orte führten, den man für gut halten würde, bis Transportschiffe zu ihrer Aufnahme da wären. Meine Mittel (3 Linienschiffe und ein halb Dutzend kleine Schiffe) sind vielleicht nicht hinreichend, sie alle auf einmal aufzunehmen; allein der Eifer und die Anstrengungen der Offiziere und der Schiffsmannschaft würden diese Schwierigkeiten sehr vermindern. Ich würde vorzüglich mehr im Stande seyn, den Truppen in Fredericia Hülfe zu leisten, wenn, wie ich bereits gesagt, die auf Langeland, ohne unmittelbare Unterstützung, diesen Punkt würden behaupten können. Ich erwarte, daß wir einige Pferde und Kanonen werden aufopfern müssen; auch müssen wir gefaßt seyn, auf andere, unvorhergesehene Schwierigkeiten zu stossen. Seearrangements und Bewegungen sind immer einigermassen vom Wetter abhängig, allein ich hoffe, sie alle zu überwinden. Es würde daher sehr gut seyn, Vieh zusammenzu treiben und alle nur mögliche Provision mitzunehmen. Dadurch würde nicht blos unser gegenwärtiger Vorrath, der, da die Proviantschiffe in diesem Augenblicke noch nicht angekommen sind, für die Spanische Armee wenig zureichend ist, gespart werden, sondern es würde auch, falls Zögerungen eintreten sollten, unnöthig für mich seyn, Proviant ans Land zu schicken. Ich bin in meiner gegenwärtigen ununterrichteten Lage nicht im Stande zu beurtheilen, in wie weit es in der Macht des Spanischen Kommandeurs stehe, oder es vortheilhaft sey, sich Nyborgs zu bemächtigen. Die Unthätigkeit der Kanonenböte in diesem Hafen würde dadurch gesichert seyn. Allein eine solche Maßregel würde die Sicherheit der Truppen in Seeland und Jütland sicher kompromittiren, indem die Dänen dadurch zu Feindseligkeiten verleitet werden würden, die sonst geneigt seyn möchten, die Augen zuzuthun, oder sich nicht ernsthaft zu widersetzen, um die ruhige Entfernung der Spanischen Truppen zu hindern. Sollte dieser Plan gebilligt, und von den Kommandirenden für ausführbar gehalten werden, so würde ich einen allgemeinen Aufbruch zu gleicher Zeit empfehlen. Man müßte übereinkommen, in allen Stücken an einem dem nehmlichen Tage zu agiren, es sey denn, daß die Sache entdeckt würde, in welchem Falle ein jeder Theil sogleich ohne Verzögerung agiren muß. Ich muß gestehen, daß ich von einer Unterhandlung wegen des friedlichen Abmarsches der Truppen mir wenig verspreche. Allein wenn der Aufbruch angefangen hat, alsdann könnte vielleicht eine Deklarazion vortheilhaft seyn, in welcher man die ruhige und unschädliche Absicht darstellt, und zugleich eine Drohung der Wiedervergeltung, hinzufügte, wenn die Dänen oder Franzosen auf eine feindselige Weise sich widersetzen würden. Bey der Angabe der jetzt von mit kommandirten Seemacht muß ich bemerken, daß ich noch mehrere Schiffe erwarte, und die Nachricht erhalten habe, daß ein hinlänglicher Vorrath von Lebensmitteln für alle Spanischen Truppen bereits unterwegs ist. Ich habe die Ehre zu seyn xc.

(Unterz.) R. G. Keats.

N. S. So eben erfahre ich, daß ein Theil der erwarteten Provision angekommen ist.


Zeitungsnachrichten.[]

[1807]

[4]
Die Spanischen, nach einem 14monathlichen Aufenthalt aus Toskana aufgebrochenen, Truppen bestehen aus den Infanterieregimentern Guadalaxara, Zamora, und einem Bataillon des 2. Katalonischen Regiments; ferner aus den Kavallerieregimentern Algarbien und Villa viciosa. Ihre Marschroute geht über Verona, Augsburg, Nürnberg xc., nach der Elbe. Die erste Kolonne aus dem Infanterieregimente Guadalaxara bestehend, traf am 4. May zu Roveredo ein. Mit Inbegriff der Offiziere ist dies Regiment 900 Mann stark.

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[5]
Am 4. Juny hat das letzte Regiment des unter dem Generallieutenant Marchese Hermosillas, aus Hetrurien nach Niedersachsen marschirenden Spanischen Korps den Marsch von Augsburg über Nürnberg nach Leipzig angetreten.

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[6]

Am 13. Jul. rückte das Spanische Infanterieregiment Guadalaxara und das Kavallerieregiment Algarbein in Schwerin ein. Beyde brachten des folgenden Morgens in aller frühe auf, um ihren Marsch gegen Schwedisch-Pommern fortzusetzen.


[1808]

Dänemark. [7]

Altona den 17. Jun. Von der Niederelbe den 17. Jun. Die Vertheidigung von Fühnen ist, nach dem Abzug aller Französischen Truppen von dieser Insel, dem Spanischen Korps unter dem Marquis de la Romana anvertraut. In diesen Gewässern blieben nur 2 Offiziere vom Generalstab des Fürsten von Pontecorvo, der Oberstlieutenant Gauthier, welcher aus Langeland, und der Kapitän Coupee, welcher auf Hindsholm kommandirt. Das Spanische Regiment Asturien steht auf Seeland.


Dänemark. [8]

Kopenhagen den 25. Jun. Der Französische General Frerion, der die auf Seeland schon befindlichen, und noch dahin bestimmten Spanischen Truppen, welche dem Gerüchte nach, etwa 5000 Mann ausmachen werden, kommandiren soll, ist dieser Tage hier eingetroffen. Es ist das Spanische Infanterieregiment Asturien, und ein Bataillon des Regiments Guadalaxara, welche bereits nach Seeland gekommen sind.


Dänemark. [9]

Nachrichten aus Altona vom 28. Jul. zufolge, versammelten sich an diesem Tage alle Offiziere und Soldaten des daselbst befindlichen Depots der Spanischen Division auf der Ebene zwischen Hamburg und Altona, um ihrem Souverain den Eid der Treue zu leisten. Der Kommandant dieses Depots, Hermosillas, Brigadier der Armeen Sr. Katholischen Majestät, ließ ihnen die Konstituzion vorlesen. Nachdem dies geschehen war, leisteten alle Offiziers, Unteroffiziers und Soldaten, auf die in der Konstituzion vorgeschriebene Art den Eid. Nach dieser Zeremonie begab sich der Brigadier Hermosillas mit allen Offizieren zu dem Divisionsgeneral Dupas, um ihm das Protokoll der Eidesleistung mitzutheilen. Er ersuchte ihm, selbes dem Reichsmarschall, Prinzen von Pontecorvo, zuzustellen.


Rheinischer Bund. [10]

Hamburg am 15. August. Am 10. d. Abends traf hier ein Kourier vom Prinzen von Pontecorvo ein, nach dessen Ankunft sogleich der Generalmarsch geschlagen wurde, alle Truppen sich auf dem grossen Marktplatze versammelten, und bereits um 9 Uhr Nachts nach dem Holsteinischen abmarschirten. Die Veranlassung dieser schnellen Bewegung war die Weigerung der auf Seeland und Fühnen stehenden Spanischen Truppen, den neuen Eid der Treue zu schwören, und deren förmlichen Aufstand. Bey diesem Anlaß wurde der Kapitän Maladaille, Adjutant des mit der Eidesabnehmung beauftragten Brigadegenerals Fririon, erschossen. Der General selbst wurde im Schlosse zu Rotschild von Dänischen Truppen gesichert. -- Wiederholte Privatnachrichten wollen indessen verbürgen, die Spanischen Truppen hätten sich mit ihrem en Chef kommandirenden General, Marchese della Romana, und ein anderer Theil unter dem General Hermosillas, auf Englischen Transportschiffen von der Eskadre des Admirals Saumare eingeschifft. Inzwischen war der Prinz von Pontecorvo eiligst von Travemünde nach Rendsburg aufgebrochen, und sollte sich von da nach Colding in Jütland, diesseits des kleinen Belts der Insel Fühnen gegenüber, begeben, wohin auch das bey Rendsburg gestandene Lager bereits aufgebrochen war.


Dänemark. [11]

Ueber die Einschiffung der Spanischen Truppen, über deren eigentliche Umstände die öffentlichen Blätter lange geschwiegen hatten, ist in Koppenhagen ein offizielles Blatt erschienen, aus welchem man im Wesentlichen erfährt, daß der kommandirende General, Marchese della Romana, diesen Anschlag geleitet habe. Auf die schlaueste Weise, und sich auf angebliche Befehle des Prinzen von Pontecorvo an ihn berufend, (Fährt dieser Artikel fort) hat er gewußt, sich in den ungetheilten Besitz der Festung Nyborg zu setzen, und hat diesen für die Sicherheit Fühnens so wichtigen Platz dem Engländern übergeben. In dem Hafen von Nyborg ist die Kriegsbrigg Fama von 2 Stücken sechspfündigen Kanonen und 12 Stücken zwölfpfündigen Karonaden, die Königsjacht Sörormen von 4 Stück zwölfpfündigen Haubitzen und 8 Stück vierpfündigen Kanonen, so wie das armirte Lootsenboot Laurwig, dem Feinde in die Hände gerathen. Diese Fahrzeuge haben sich zuletzt ergeben müssen, nachdem sie während 20 Minuten tapfern Widerstand geleistet. In Svendborg und Faaborg wollten sich die Spanier der königl. Kanonenböte bemächtigen, aber dieser Anschlag ward bey Zeiten entdeckt, und die Fahrzeuge wurden gerettet. Es hat sich im übrigen bald gezeigt, daß der Spanier Absicht gewesen war, sich unter den Schutz der von ihnen zu diesem Ende herbeygerufenen Englischen Kriegsfahrzeuge einzuschiffen, und Dänemark zu verlassen. In Nyborg und Svendborg ist auch dieses Einschiffen unternommen worden, zu welchem weck sie sich aller in diesen beyden Häfen vorgefundenen Schiffe und Böte bemächtigt hatten. Ehe sie Nyborg verliessen, vernagelten sie die Kanonen, und verderbten den vorgefundenen Kriegsvorrath und Artilleriegeräth. Eine fahrende Batterie, die sie mit sich wegführen wollte, mußten sie in Slibshavn stehen lassen, woselbst auch ihre Pferde zurückblieben; auch in Faaborg wurden die Kanonen vernagelt, und die vorgefundene Munizion verderbt. Das zu Svendborg eingeschiffte Korps Spanier, welches ungefähr aus 3600 Mann Kavallerie, Infanterie und Artillerie bestand, überfiel plötzlich die Insel Langeland, die bereits mit Spanischen Truppen besetzt war. Die an den Küsten der Insel zerstreuten Dänischen Truppen waren auf allen Punkten abgeschnitten. Durch das feste Benehmen des Generalmajors Grafen Ahlefeld ward der von den Spaniern arretirte Französische Oberstlieutenant Gautier befreyet. Es steht nun zu erwarten, daß die nach Langeland übergegangenen Truppen sich dort einschiffen werden. Auch in Jütland haben die Spanischen Regimenter auf Befehl des Marquis della Romana sich eiligst in Bewegung gesetzt. So viel man bis jetzt weiß, hat das Regiment Zamora, welches dem kleinen Belt am nächsten lag, wirklich Fühnen erreicht. -- Vierhundert Spanier sind abgeschnitten, und da sie den verlangten Eid auf keine Weise leisten wollten, entwaffnet, und nach Hamburg gebracht worden. Die Schiffe, deren die andern zur Abfahrt bedurften, sind von ihnen größtentheils wieder zurückgeschickt worden.


Schweden. [12]

Aus Gothenburg hat man bestimmte Nachricht, daß sich die Spanischen Truppen unter dem Marquis de la Romana am 2. Sept. noch daselbst befanden, um Lebensmittel einzunehmen, und mehrere Schiffe anzuschaffen. Sie haben seitdem ihre Fahrt nach England fortgesetzt.


Dänemark. [13]

Kopenhagen vom 17. Sept. Nachrichten von Fladstrand melden, daß die von Fühnen xc. abgegangenen Truppen Sonntags, den 4. dieses, zu Gothenburg anlangten, ihnen aber nicht gestattet wurde, das Land zu betreten. Allem Vermuthen nach, sind sie schon am 8. weiter gesegelt, indem ein Dänischer Kaper, der an diesem Tage unter der Schwedischen Küste ein mit Steinkohlen beladenes Schiff aufbrachte, 35 Transportschiffe von Gothenburg ab, westwärts steuern sah.


Preussen. [14]

Man sieht jetzt zu Berlin viele Spanier von Hamburg her ankommen, welche jedesmal über Nacht daselbst bleiben. Täglich treffen zwischen 60 und 70 Mann ein; sie sind von der Kavallerie, und Jeder führt ausser seinem Reitpferde noch zwey Handpferde; sie sind ohne Waffen, werden ihre Pferde in Potsdam abliefern, und sodann nach Frankreich gehen. Ueberhaupt sind es 600 Mann, die durchpassiren werden; die Zahl der Pferde ist 1400; die Truppen werden von Holländischen Soldaten konvoyirt, gehen aber frey in der Stadt umher.


Miszellen. [15]

Die Dänische Hofzeitung vom 3. Okt. enthält über die Rückkehr des Marquis von Romana und seiner Truppen ins Vaterland, und die erste Entstehung dieses Anschlages Folgendes: "Der Spanische General, Marquis de la Romana, war in der vollkommensten Ungewißheit über den in Spanien vorgefallenen Aufruhr. Von Seiten der Englischen Regierung hatte man verschiedene gemißglückte Versuche gemacht, um ihn davon zu unterrichten, und zugleich ihm Mittel anzubieten, mit den unter seinem Kommando stehenden Truppen zu entfliehen. Endlich fand sich ein kühner Mann, der es auf sich nahm, dieses Wagstück zu vollführen. Er war nicht, wie man erzählt hat, Offizier, sondern ein Geistlicher, dessen Ehre, Kenntnissen und Betragen man vollkommen trauen konnte. Dieser Mann kam unter der Verkleidung eines simpeln Kaufmanns über Helgoland in die Gegend, wo der Marquis de la Romana und seine Truppen versammelt waren, nachdem er unterwegs manche Schwierigkeiten vorgefunden hatte, die er durch Entschlossenheit und List besiegte. Da er den Marquis von Person kennen gelernt hatte, erspähte er eine jede Gelegenheit, sich ihm zu nähern, ohne Mißtrauen bey den unzähligen Spionen, die ihn umringten, zu erregen. Zuletzt war dieser Unterhändler genöthigt, wie durch Zufall, dem Marquis auf der Strasse an den Arm zu rennen, um dessen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Er entschuldigte sich des Geschehenen halber, stellte sich, ihn nicht zu kennen, setzte das Gespräch fort, und endigte damit, ihm vortrefflichen Kaffee zum Verkauf anzubieten. Der Marquis schlug sein Anerbieten mit Verachtung aus, und ließ sich merken, daß er ihn für einen Kontrebandier halte. -- Der Prediger fuhr indessen fort, seinen Kaffee auzupreisen, und erhielt in der Folge der Unterredung Gelegenheit ihm heimlich zu sagen, daß er kein Kontrebandier, sondern ein Gentlemen sey. "Das wollen wir bald sehen" sagte der Marquis, und fragte ihn hierauf, ob er Latein reden könne. Der Prediger bejahte dies, und nun begann eine Unterredung, die vom Kaffee zu handeln schien, wodurch aber beyde einen jeden zu betrügen suchten, der sie beobachtete. Der Marquis erhielt nun vollständige Nachricht über alles, was in Spanien vorgefallen war, über die Hülfe, welche die Brittische Regierung dahin gesandt hatte, und über die Bereitwilligkeit, eine jede mögliche Maßregel zur Befreyung seiner Truppen solchergestalt zu ergreifen, daß sie in Vereinigung mit ihren Landsleuten gesetzt werden könnten."


Proklamtionen.[]

Dänemark. [16]

Altona den 3. Sept. Folgendes sind die Proklamazionen, welche der Generallieutenant Kindelan und der Reichsmarschall, Prinz von Pontecorvo, auf Veranlassung des Aufstandes der Spanischen Truppen erlassen haben:

I. "Soldaten! Ich bin auf dem Posten der Ehre geblieben, und ich rufe euch auf denselben zurück. Ihr kennt mich, und ihr wißt, daß ich euch liebe. Ich bin ein alter Soldat, und habe mit euch gedient: hört einen Mann, der kein weiter Interesse hat, als Spaniens Ruhm und euer Glück. Kommet alle nach Flensburg, wo ihr den Prinzen von Pontecorvo finden werdet, der einem Jeden, der es wünscht, Erlaubniß ertheilen will, nach Spanien zurückzukehren. Auf solche Weise werdet ihr mit Ehre und ohne Gewissensvorwurf in den Schoos euerer Familien zurückkehren: folgt ihr aber den treulosen Vorspiegelungen, die man euch macht, so werdet ihr, nach welchem Theile der Welt man euch führen mag, das Gepräge der Schaam und Schande tragen, die euch bedeckt. Soldaten! Ich liebe euch, wie ein Vater seine Kinder; dieser Titel giebt mir das Recht zu hoffen, daß ihr dem nützlichen Rath folgen werdet, den ich euch gebe. (Unterz.) Juan Kindelan."

II. Spanische Soldaten! Ein Mann, der mit seinen Grundsätzen von Ehre und Rechtschaffenheit prahlte, ein Mann, dem ihr euer Zutrauen schenktet, da ihr ihn als einen Mann von Ehre achtetet, hat damit geendigt, daß er eine selbst unter Tartaren unerhörte Treulosigkeit begieng, indem er en schändlichsten Handel mit euren Personen, eurem Eigenthum, euren Kindern trieb. Dieser Mann ist der Marquis de la Romana. Er hat euch als Spanische Thiere an die Feinde eurer Ehre und eurer Religion -- verhandelt. Dieser Elende! -- Er hat seine Heucheley bis zu der Höhe getrieben, daß er die unsinnigsten Gerüchte ausstreute; er schilderte euch euer Vaterland als in die größten Unordnungen versunken; -- es giebt keine List, keinen Trug, der nicht von ihm ersonnen ward, um sein Ziel zu erreichen; denn er wußte sehr gut, daß keiner unter euch jemals seiner innigsten Liebe wieder erblicken würde; er machte das Anerbieten, euch nach Canada und nach Indien zu führen, wo ihr ewig unter dem Joch und Druck der Engländer werdet weinen können. Soldaten! Diejenigen unter euch, denen diese Proklamazion vor eurer Einschiffung in die Hände kommen sollte, werden verpflichtet, an dem Orte zu bleiben, wo sie sich befinden, und mit Abscheu die Befehle verachten, die ihnen von jemand anders als dem General Kindelan ertheilt werden möchten. Ich nehme euch in meinen  Schutz, und biete einem Jeden an, der es wünscht, ihn zu seiner Familie zurückzusenden. Ihr könnt euch dann selbst von dem freudigen Enthusiasmus des Ganzen Spaniens für den Bruder des unsterblichen Napoleon des Grossen überzeugen. -- Soldaten! So lange ich lebe, habe ich nie Jemand betrogen. Das Urtheil der Truppen, die ich kommandirte, muß euch Bürge für die Wahrheit seyn. (Folgt die Unterschrift.)


Quellen.[]

  1. National-Zeitung der Deutschen. 25tes Stück, den 18ten Juny 1807.
  2. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1808.
  3. Wiener-Zeitung Nro 85. Sonnabend, den 22. Oktober 1808. ff.
  4. Wiener-Zeitung Nro. 41. Sonnabend, den 23. May 1807.
  5. Wiener-Zeitung Nro. 48. Mittwoch, den 17.Junius 1807.
  6. Wiener-Zeitung Nro. 61.
  7. Wiener-Zeitung. Nro. 53. Sonnabend, den 2. July 1808.
  8. Wiener-Zeitung. Nro 57. Sonnabend, den 16. July 1808.
  9. Wiener-Zeitung. Nro 65. Sonnabend, den 13. August 1808.
  10. Wiener-Zeitung. Nro 71. Sonnabend, den 3. September 1808.
  11. Wiener-Zeitung. Nro 75. Sonnabend, den 17. September 1808.
  12. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
  13. Wiener-Zeitung. Nro 82. Mittwoch, den 12. Oktober 1808.
  14. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
  15. Wiener-Zeitung. Nro 95. Sonnabend, den 20. November 1808.
  16. Wiener-Zeitung. Nro 77. Sonnabend, den 24. September 1808.
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