Die Spanier in Deutschland.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]

Am 22. April begannen die spanischen Truppen, die bereits Obersachsen durchziehen, wohin seit dem schmalkaldischen Krieg 1547 kein spanisches Heer gekommen ist, ihren Marsch aus Florenz nach den Ufern der Elbe. Die erste der fünf Kolonnen, welche dieses 6000 Mann starke Truppenkorps bilden, traf am 10. May in Botzen ein. In der Nähe dieser Stadt, vom jenseits zum diesseits des Brenners ist die große Scheidewand des Südens und Nordens, und merkwürdig mußte dem Spanier der Tag des Ausmarsches aus Botzen seyn. Von nun an hörte er nicht mehr die seiner Sprache verwandten Töne, sah andere Sitten, andere Wohnungen, andere Gebräuche. Wirklich schienen die spanischen Soldaten fast über sich selbst erstaunt, sich nun auf einmal in den Ebenen von Bayern diesseits der Alpen zu befinden. Sie standen zu Weilheim in Haufen, und sahen mit stiller Betrachtung und Bewunderung zurück zu dem blauen in seinen Vertiefungen mit Schnee bedeckten Gebirge, über welches sie eben gezogen waren. Aber eben so sehr richteten sie die Aufmerksamkeit der deutschen Völker, durch deren Städte und Dörfer sie zogen, auf sich. Ganz den Vorstellungen entgegen, die man sich im voraus von ihnen gemacht hat, trug ihr Betragen, soweit man sie kennen lernte, das Gepräge der Bescheidenheit, des stillen Ernstes und der Genügsamkeit an sich. Aber vorzüglich zeigten sie sich in einem hohen Grade religiös. Als in Insbruck, eben da sie angekommen waren, ein Priester Messe las, und bey den Worten: Dominus vobiscum! sich wendete, sahe er statt seiner Ministranten zwey spanische Offiziers, welche dieses Geschäft verrichteten, nachdem sie die erstern ersucht hatten, sie statt ihrer die heilige Handlung versehen zu lassen. Eben so auch bey der Feyer des Frohnleichnamsfestes zu Augsburg am 28. May, wo seit dem 30jährigen Krieg kein spanisches Militär, und seit dem merkwürdigen Reichstage im Jahre 1530 keine Spanier bey dem Frohnleichnamsfeste gewesen waren waren. Hier paradirte ausser dem königl. bayerischen und sämmtlichen Bürger-Militär auch das ganze königl. spanische Jägerregiment Villa viciosa. Eine Abtheilung desselben ritt dem Zuge voraus, und eine andere begleitete den Himmel, unter welchem der Kurfürst von Trier das Venerabile trug. Und so wie in den Zeiten des 30jährigen Kriegs die Schweden unter ihrem großen König Gustav Adolph alle Tage regelmäßige Betstunden hielten, so verrichten auch jetzt noch die spanischen Truppen täglich ihre Andacht. Jede Kompagnie tritt nämlich in einen Kreis zusammen, und betet andächtig den Rosenkranz. -- Auch die Liberalität der Spanier gefällt, wohin sie kommen. Sie fordern die Dienste, die ihnen auf ihrem Marsche erzeigt werden, nicht, gleich anderm Militär, als Schuldigkeit, die keinen Dank verdienet, sondern geben diesen häufig durch Wort und That zu erkennen, und bezahlen mit baarem Gelde. In Bayern kauften sie ihre Lebensmittel selbst, und bereiteten sie zu. Fleischspeisen genossen sie nicht gern, noch weniger Bier; hier und da wünschten sie Mallaga zu trinken.


Dänische Merkwürdigkeiten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1808]

[2]

Ein Schreiben aus Kopenhagen, vom 20. Aug.

Da Ihr historisches Werk seit länger als einem Viertel Jahrhundert der Zeitgeschichte und der Aufbewahrung officieller Actenstücke gewidmet und mit keinen Zeitungen in Parallele zu setzen ist, so folgt hier nachstehende Darstellung, welche am 17ten dieses aus dem hiesigen Hauptquartier durch den General-Adjutanten F. Bülow auf Befehl unsrer, im freundschaftlichsten und vertrautesten Einverständnisse mit dem erhabnen Kaiser Cabinett der Thuillerien handelnden Regierung, publicirt worden:

"Mit eben so lebhaftem Erstaunen als gegründeten Unwillen, muß die Dänische Nation erfahren, daß die Spanischen Truppen, die sie mit so besondrer Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen hatte und von denen sie Hülfe und Unterstützung zu erwarten berechtigt war, den ihnen vorangegangenen Ruf der Redlichkeit und Treue zur Lüge gemacht, die Verpflichtungen gegen ihre Waffenbrüder, die Franzosen gebrochen, Dännemarks Interesse und Sicherheit verrathen, sich mit dem gemeinsamen Feind in Einverständniß gesezt und ihnen die Häfen in den ihrer Treue und ihrem Schutz anvertrauten Provinzen geöffnet haben. Der Anführer dieser Truppen, der Marquis de la Romana, hat diesen verrätherischen Anschlag entworfen, geleitet und ausgeführt. Auf die schlauste Weise und sich auf angeblichen Befehl, des Prinzen von Ponte Corvo an ihn, berufend, hat er gewußt sich in den ungetheilten Besitz der Festung Nyborg zu setzen, und diesen für die Sicherheit Fyhnens so wichtigen Platz den Engländern übergeben, die sich stets so wirksam als thätig erwiesen, sobald Verrätherei und Ueberfall zu ihrem Vortheil würken und sie vor Widerstand sichern. In dem Hafen von Nyborg ist die Kriegsbrigg Fama von 2 St. 6 pf. Kanonen und 12 St. 12 pf. Caronaden, die Kriegysacht Soeormen von 4 St. 12 pf. Haubitzen und 8 St. 4 pf. Kanonen, so wie das armirte Lootsenboot Laurwig dem Feinde in die Hände gefallen. Diese Fahrzeuge haben sich zulezt ergeben müssen, nachdem sie während 20 Minuten tapfern Widerstand geleistet und mit lobenswerther Standhaftigkeit ein doppeltes Feuer von den sehr überlegenen Englischen Kriegsschiffen und von den, durch die Spanier besetzten Batterien ausgehalten hatten. -- In Svendborg und Faaborg wollten sich die Spanier der Königl. Kanonenböte bemeistern, allein dieser Anschlag ward bei Zeiten entdeckt, und die Fahrzeuge wurden gerettet. Es hat sich im übrigen bald gezeigt, daß der Spanier Absicht gewesen war, sich unter dem Schutz der von ihnen zu diesem Ende herbeigerufenen Englischen Kriegsfahrzeuge einzuschiffen und Dännemark zu verlassen. In Nyborg und Svendborg ist auch dieses Einschiffen unternommen worden, zu welchem Zweck sie sich alle, in diesen beiden Häfen vorgefundenen Schiffe und Böte bemächtigt hatten. Ehe sie Nyborg verließen, vernagelten sie die Kanonen und verdarbten den vorgefundenen Kriegsvorrath und das Artilleriegeräth. Eine fahrende Batterie, die sie mit sich wegführen wollten, mußten sie in Slibshavn stehen lassen, woselbst auch ihre Pferde zurückblieben. Auch in Faaborg wurden die Kanonen vernagelt und die vorgefundne Munition verderbt. Das zu Svendborg eingeschiffte Corps Spanier, welches ungefähr aus 3600 Mann Cavallerie, Infanterie und Artillerie bestand, überfiel plötzlich die Insel Langeland, die bereits mit Spanischen Truppen besezt war. Die an den Küsten der Insel zerstreuten Dänischen Truppen, waren auf allen Punkten abgeschnitten, bevor sie Verrätherei ahneten. Durch das überlegte und feste Benehmen des Gen. Maj. Grafen Ahlefeldt ward der von den Spaniern arretirte Franz. Oberstlieutenant Gautier befreit. Es steht nun zu erwarten, daß die nach Langeland hinüber gegangenen Truppen sich dort einschiffen werden. -- Auch in Jütland haben die Spanischen Regiementer, auf Befehl des Marquis de la Romana, sich eiligst in Bewegung gesezt. Soviel man bis jezt weiß, hat das Regiment Zamora, das dem kleinen Belt am nächsten lag, wirklich Fyhnen erreicht. Da auch unter den Spanischen Truppen auf Seeland, die sich die gröbsten Excesse zu Schulden kommen lassen und alle Grenzen des Gehorsams und der Subordination überschritten haben, ein Aufruhr ausgebrochen war, so haben Se. Maj. der König unter diesen Umständen es nöthig erachtet, diese Truppen zu entwaffnen und sie, bis weiter in die Festung Kopenhagen in Verwahrung setzen zu lassen."


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1807]

[3]
Die Spanischen, nach einem 14monathlichen Aufenthalt aus Toskana aufgebrochenen, Truppen bestehen aus den Infanterieregimentern Guadalaxara, Zamora, und einem Bataillon des 2. Katalonischen Regiments; ferner aus den Kavallerieregimentern Algarbien und Villa viciosa. Ihre Marschroute geht über Verona, Augsburg, Nürnberg xc., nach der Elbe. Die erste Kolonne aus dem Infanterieregimente Guadalaxara bestehend, traf am 4. May zu Roveredo ein. Mit Inbegriff der Offiziere ist dies Regiment 900 Mann stark.

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[4]
Am 4. Juny hat das letzte Regiment des unter dem Generallieutenant Marchese Hermosillas, aus Hetrurien nach Niedersachsen marschirenden Spanischen Korps den Marsch von Augsburg über Nürnberg nach Leipzig angetreten.

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[5]

Am 13. Jul. rückte das Spanische Infanterieregiment Guadalaxara und das Kavallerieregiment Algarbein in Schwerin ein. Beyde brachten des folgenden Morgens in aller frühe auf, um ihren Marsch gegen Schwedisch-Pommern fortzusetzen.


[1808]

Dänemark. [6]

Altona den 17. Jun. Von der Niederelbe den 17. Jun. Die Vertheidigung von Fühnen ist, nach dem Abzug aller Französischen Truppen von dieser Insel, dem Spanischen Korps unter dem Marquis de la Romana anvertraut. In diesen Gewässern blieben nur 2 Offiziere vom Generalstab des Fürsten von Pontecorvo, der Oberstlieutenant Gauthier, welcher aus Langeland, und der Kapitän Coupee, welcher auf Hindsholm kommandirt. Das Spanische Regiment Asturien steht auf Seeland.


Dänemark. [7]

Kopenhagen den 25. Jun. Der Französische General Frerion, der die auf Seeland schon befindlichen, und noch dahin bestimmten Spanischen Truppen, welche dem Gerüchte nach, etwa 5000 Mann ausmachen werden, kommandiren soll, ist dieser Tage hier eingetroffen. Es ist das Spanische Infanterieregiment Asturien, und ein Bataillon des Regiments Guadalaxara, welche bereits nach Seeland gekommen sind.


Dänemark. [8]

Nachrichten aus Altona vom 28. Jul. zufolge, versammelten sich an diesem Tage alle Offiziere und Soldaten des daselbst befindlichen Depots der Spanischen Division auf der Ebene zwischen Hamburg und Altona, um ihrem Souverain den Eid der Treue zu leisten. Der Kommandant dieses Depots, Hermosillas, Brigadier der Armeen Sr. Katholischen Majestät, ließ ihnen die Konstituzion vorlesen. Nachdem dies geschehen war, leisteten alle Offiziers, Unteroffiziers und Soldaten, auf die in der Konstituzion vorgeschriebene Art den Eid. Nach dieser Zeremonie begab sich der Brigadier Hermosillas mit allen Offizieren zu dem Divisionsgeneral Dupas, um ihm das Protokoll der Eidesleistung mitzutheilen. Er ersuchte ihm, selbes dem Reichsmarschall, Prinzen von Pontecorvo, zuzustellen.


Rheinischer Bund. [9]

Hamburg am 15. August. Am 10. d. Abends traf hier ein Kourier vom Prinzen von Pontecorvo ein, nach dessen Ankunft sogleich der Generalmarsch geschlagen wurde, alle Truppen sich auf dem grossen Marktplatze versammelten, und bereits um 9 Uhr Nachts nach dem Holsteinischen abmarschirten. Die Veranlassung dieser schnellen Bewegung war die Weigerung der auf Seeland und Fühnen stehenden Spanischen Truppen, den neuen Eid der Treue zu schwören, und deren förmlichen Aufstand. Bey diesem Anlaß wurde der Kapitän Maladaille, Adjutant des mit der Eidesabnehmung beauftragten Brigadegenerals Fririon, erschossen. Der General selbst wurde im Schlosse zu Rotschild von Dänischen Truppen gesichert. -- Wiederholte Privatnachrichten wollen indessen verbürgen, die Spanischen Truppen hätten sich mit ihrem en Chef kommandirenden General, Marchese della Romana, und ein anderer Theil unter dem General Hermosillas, auf Englischen Transportschiffen von der Eskadre des Admirals Saumare eingeschifft. Inzwischen war der Prinz von Pontecorvo eiligst von Travemünde nach Rendsburg aufgebrochen, und sollte sich von da nach Colding in Jütland, diesseits des kleinen Belts der Insel Fühnen gegenüber, begeben, wohin auch das bey Rendsburg gestandene Lager bereits aufgebrochen war.


Dänemark. [10]

Ueber die Einschiffung der Spanischen Truppen, über deren eigentliche Umstände die öffentlichen Blätter lange geschwiegen hatten, ist in Koppenhagen ein offizielles Blatt erschienen, aus welchem man im Wesentlichen erfährt, daß der kommandirende General, Marchese della Romana, diesen Anschlag geleitet habe. Auf die schlaueste Weise, und sich auf angebliche Befehle des Prinzen von Pontecorvo an ihn berufend, (Fährt dieser Artikel fort) hat er gewußt, sich in den ungetheilten Besitz der Festung Nyborg zu setzen, und hat diesen für die Sicherheit Fühnens so wichtigen Platz dem Engländern übergeben. In dem Hafen von Nyborg ist die Kriegsbrigg Fama von 2 Stücken sechspfündigen Kanonen und 12 Stücken zwölfpfündigen Karonaden, die Königsjacht Sörormen von 4 Stück zwölfpfündigen Haubitzen und 8 Stück vierpfündigen Kanonen, so wie das armirte Lootsenboot Laurwig, dem Feinde in die Hände gerathen. Diese Fahrzeuge haben sich zuletzt ergeben müssen, nachdem sie während 20 Minuten tapfern Widerstand geleistet. In Svendborg und Faaborg wollten sich die Spanier der königl. Kanonenböte bemächtigen, aber dieser Anschlag ward bey Zeiten entdeckt, und die Fahrzeuge wurden gerettet. Es hat sich im übrigen bald gezeigt, daß der Spanier Absicht gewesen war, sich unter den Schutz der von ihnen zu diesem Ende herbeygerufenen Englischen Kriegsfahrzeuge einzuschiffen, und Dänemark zu verlassen. In Nyborg und Svendborg ist auch dieses Einschiffen unternommen worden, zu welchem weck sie sich aller in diesen beyden Häfen vorgefundenen Schiffe und Böte bemächtigt hatten. Ehe sie Nyborg verliessen, vernagelten sie die Kanonen, und verderbten den vorgefundenen Kriegsvorrath und Artilleriegeräth. Eine fahrende Batterie, die sie mit sich wegführen wollte, mußten sie in Slibshavn stehen lassen, woselbst auch ihre Pferde zurückblieben; auch in Faaborg wurden die Kanonen vernagelt, und die vorgefundene Munizion verderbt. Das zu Svendborg eingeschiffte Korps Spanier, welches ungefähr aus 3600 Mann Kavallerie, Infanterie und Artillerie bestand, überfiel plötzlich die Insel Langeland, die bereits mit Spanischen Truppen besetzt war. Die an den Küsten der Insel zerstreuten Dänischen Truppen waren auf allen Punkten abgeschnitten. Durch das feste Benehmen des Generalmajors Grafen Ahlefeld ward der von den Spaniern arretirte Französische Oberstlieutenant Gautier befreyet. Es steht nun zu erwarten, daß die nach Langeland übergegangenen Truppen sich dort einschiffen werden. Auch in Jütland haben die Spanischen Regimenter auf Befehl des Marquis della Romana sich eiligst in Bewegung gesetzt. So viel man bis jetzt weiß, hat das Regiment Zamora, welches dem kleinen Belt am nächsten lag, wirklich Fühnen erreicht. -- Vierhundert Spanier sind abgeschnitten, und da sie den verlangten Eid auf keine Weise leisten wollten, entwaffnet, und nach Hamburg gebracht worden. Die Schiffe, deren die andern zur Abfahrt bedurften, sind von ihnen größtentheils wieder zurückgeschickt worden.


Schweden. [11]

Aus Gothenburg hat man bestimmte Nachricht, daß sich die Spanischen Truppen unter dem Marquis de la Romana am 2. Sept. noch daselbst befanden, um Lebensmittel einzunehmen, und mehrere Schiffe anzuschaffen. Sie haben seitdem ihre Fahrt nach England fortgesetzt.


Preussen. [12]

Man sieht jetzt zu Berlin viele Spanier von Hamburg her ankommen, welche jedesmal über Nacht daselbst bleiben. Täglich treffen zwischen 60 und 70 Mann ein; sie sind von der Kavallerie, und Jeder führt ausser seinem Reitpferde noch zwey Handpferde; sie sind ohne Waffen, werden ihre Pferde in Potsdam abliefern, und sodann nach Frankreich gehen. Ueberhaupt sind es 600 Mann, die durchpassiren werden; die Zahl der Pferde ist 1400; die Truppen werden von Holländischen Soldaten konvoyirt, gehen aber frey in der Stadt umher.


Proklamtionen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dänemark. [13]

Altona den 3. Sept. Folgendes sind die Proklamazionen, welche der Generallieutenant Kindelan und der Reichsmarschall, Prinz von Pontecorvo, auf Veranlassung des Aufstandes der Spanischen Truppen erlassen haben:

I. "Soldaten! Ich bin auf dem Posten der Ehre geblieben, und ich rufe euch auf denselben zurück. Ihr kennt mich, und ihr wißt, daß ich euch liebe. Ich bin ein alter Soldat, und habe mit euch gedient: hört einen Mann, der kein weiter Interesse hat, als Spaniens Ruhm und euer Glück. Kommet alle nach Flensburg, wo ihr den Prinzen von Pontecorvo finden werdet, der einem Jeden, der es wünscht, Erlaubniß ertheilen will, nach Spanien zurückzukehren. Auf solche Weise werdet ihr mit Ehre und ohne Gewissensvorwurf in den Schoos euerer Familien zurückkehren: folgt ihr aber den treulosen Vorspiegelungen, die man euch macht, so werdet ihr, nach welchem Theile der Welt man euch führen mag, das Gepräge der Schaam und Schande tragen, die euch bedeckt. Soldaten! Ich liebe euch, wie ein Vater seine Kinder; dieser Titel giebt mir das Recht zu hoffen, daß ihr dem nützlichen Rath folgen werdet, den ich euch gebe. (Unterz.) Juan Kindelan."

II. Spanische Soldaten! Ein Mann, der mit seinen Grundsätzen von Ehre und Rechtschaffenheit prahlte, ein Mann, dem ihr euer Zutrauen schenktet, da ihr ihn als einen Mann von Ehre achtetet, hat damit geendigt, daß er eine selbst unter Tartaren unerhörte Treulosigkeit begieng, indem er en schändlichsten Handel mit euren Personen, eurem Eigenthum, euren Kindern trieb. Dieser Mann ist der Marquis de la Romana. Er hat euch als Spanische Thiere an die Feinde eurer Ehre und eurer Religion -- verhandelt. Dieser Elende! -- Er hat seine Heucheley bis zu der Höhe getrieben, daß er die unsinnigsten Gerüchte ausstreute; er schilderte euch euer Vaterland als in die größten Unordnungen versunken; -- es giebt keine List, keinen Trug, der nicht von ihm ersonnen ward, um sein Ziel zu erreichen; denn er wußte sehr gut, daß keiner unter euch jemals seiner innigsten Liebe wieder erblicken würde; er machte das Anerbieten, euch nach Canada und nach Indien zu führen, wo ihr ewig unter dem Joch und Druck der Engländer werdet weinen können. Soldaten! Diejenigen unter euch, denen diese Proklamazion vor eurer Einschiffung in die Hände kommen sollte, werden verpflichtet, an dem Orte zu bleiben, wo sie sich befinden, und mit Abscheu die Befehle verachten, die ihnen von jemand anders als dem General Kindelan ertheilt werden möchten. Ich nehme euch in meinen  Schutz, und biete einem Jeden an, der es wünscht, ihn zu seiner Familie zurückzusenden. Ihr könnt euch dann selbst von dem freudigen Enthusiasmus des Ganzen Spaniens für den Bruder des unsterblichen Napoleon des Grossen überzeugen. -- Soldaten! So lange ich lebe, habe ich nie Jemand betrogen. Das Urtheil der Truppen, die ich kommandirte, muß euch Bürge für die Wahrheit seyn. (Folgt die Unterschrift.)


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National-Zeitung der Deutschen. 25tes Stück, den 18ten Juny 1807.
  2. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1808.
  3. Wiener-Zeitung Nro. 41. Sonnabend, den 23. May 1807.
  4. Wiener-Zeitung Nro. 48. Mittwoch, den 17.Junius 1807.
  5. Wiener-Zeitung Nro. 61.
  6. Wiener-Zeitung. Nro. 53. Sonnabend, den 2. July 1808.
  7. Wiener-Zeitung. Nro 57. Sonnabend, den 16. July 1808.
  8. Wiener-Zeitung. Nro 65. Sonnabend, den 13. August 1808.
  9. Wiener-Zeitung. Nro 71. Sonnabend, den 3. September 1808.
  10. Wiener-Zeitung. Nro 75. Sonnabend, den 17. September 1808.
  11. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
  12. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
  13. Wiener-Zeitung. Nro 77. Sonnabend, den 24. September 1808.
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