Dortmund.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Dortmund, ehemaliges freye Reichs- und ehemalige Hansestadt im Westphälischen Kreise, nördlich vom Fluß Ems, oder Imscher, in der Grafschaft Mark. Sie ist einigermassen befestigt, und ihr Gebiet begreift eine ehemalige Reichsgrafschaft mit 14 Dörfern unter sich. Das Ganze hat 2 Quadratmeilen Flächeninhalt. Sie hatte die Münzgerechtigkeit, und Zollfreyheit durch das ganze Reich, 4 lutherische Kirchen, und ist lutherischer Religion. Es ist auch da ein Gymnasium illustre, ein Dominicaner- und Franciscanerkloster. Das Gebiet hat Getreid und Gartengewächse zur Ausfuhr, in der Stadt aber sind viele Nagelschmide, Leinwand- und Bieressig-Manufakturen und Bierbrauereyen. Die Zahl der Einwohner in der Stadt beträgt 4000, und auf dem Lande gegen 3000. Die Einkünfte schäzt man auf 30,000 Gulden. Ihr Matricularanschlag ist 96 fl. und zu einem Kammerziel giebt sie 108 Thlr. 20 einen halben Kr. Ihr Wappen ist ein schwarzer Adler, in silbernem Felde. Im J. 1802 wurde diese Reichsstadt als Entschädigung an Nassau-Dietz gegeben.


Dortmund..[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Dortmund, ehemalige freie Reichs- und Hansestadt im Westphälischen Kreise, die im Jahre 1802 dem Hause Nassau-Dietz, als Entschädigung zufiel. Nachher vereinigte sie Napoleon mit dem Großherzogthum Berg, da sie die Hauptstadt des bergischen Departements an der Ens wurde. 1815 gelangte sie unter preußische Hoheit. Sie hat, in 800 Häusern, 4000 Einwohner, und ist etwas befestigt. Heinrich I. schlug bei dieser Stadt die Hunnen. Heinrich II. hielt hier einen großen Reichstag. Auch war hier das berühmteste heimliche Gericht oder Vehmgericht in Westphalen. Sie ist lutherischer Religion und hatte ehedem die Münzgerechtigkeit und Zollfreiheit durch das ganze Reich. Auch befindet sich hier ein berühmtes, 1543 gestiftetes Gymnasium. Auch gibt es hier viele Leinwand- und Bieressigfabriken.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.