Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Die Hauptstadt Ragusa, auf slavonisch Dobronich, hat eine ansehnliche Handelschaft. Sie liegt auf einer Halbinsel, an dem Meerbusen von Venedig, und ist sowohl durch die Natur, als durch die Kunst befestigt, indem sie auf der Landseite von einem unersteigbaren Felsen umschlossen wird, auf der Meerseite aber das Fort St. Laurenz bey dem Hafen hat. Sie hat ein italienisches Theater, nächtliche Beleuchtung, Tuch- und Seidenmanufakturen und einen Erzbischof. Die Sorge für die Erhaltung der Freyheit gehet so weit, daß die Edelleute daselbst keinen Degen tragen, auch ohne Erlaubniß des Raths niemals ausserhalb ihren Häusern schlafen dürfen, und in der Nacht werden die Fremden, besonders die Türken, in ihren Quartieren verschlossen. So werden auch die Stadtthore im Sommer nicht länger als 3 oder 4 Stunden offen gelassen. Der Handel der Stadt, größtentheils auf eigenen Schiffen, wird vorzüglich durch die Frachtfahrten für andere Nationen lebhaft. Der Hafen hat nicht hinlängliche Sicherheit gegen alle Winde, man benüzt daher häufig den etwas nördlicher liegenden trefflichen Hafen Sta. Croce. Alt-Ragusa, einst unter dem Namen Epidauros eine ansehnliche Stadt, jezt ein bloses Dorf, liegt 2 Meilen südlicher. Im Jahr 1637 und 1667 ist die Stadt von Erdbeben sehr erschüttert worden. Sie ist der Geburtsort des berühmten Anselm Banduri und des Mathematikers Roger Joseph Boscovich.


Quellen und Literatur.[]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor der Geschichte zu Landshut. Landshut, bei Philipp Krüll, Universitätsbuchhändler. 1811.
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