FANDOM


Edmund Burke.Bearbeiten


PortretEdmundBurke Xabg

Burke (Edmund),[1] gebohren zu Dublin 1730 von protestantischen Eltern, endete seine Studien auf der Dubliner Universität und gieng hierauf nach London, um als Rechtsgelehrter aufgenommen zu werden; arbeitete in der Folge an einer Zeitungsredaktion und machte bey Gelegenheit einer Krankheit, die ihm seine übermässige Anstrengung zugezogen hatte, die Bekanntschaft des Arztes D. Nugent, dessen Tochter er nachher heirathete. Um diesen Zeitpunkt ließ er seine "Untersuchungen über das Erhabene und Schöne" erscheinen. Bald darauf nahm ihn Lord Rockingham zum Sekretair an, bewirkte ihm den Eintritt in das Haus der Gemeinen, wo Burke anfangs mit Fox und Sheridan in der Opposition figurirte. Als er in Verbindung mit diesen das Verfahren des Ministeriums in dem amerikanischen Kriege und in Hastings Administration angriff, legte er Proben von grosser Beredsamkeit ab. Die französische Revolution trennte ihn aber von dieser Parthey, und er mußte oft ihre Grundsätze gegen seine alten Freunde bestreiten. 1790 schickte er seinen Sohn nach Koblenz zu den französischen Prinzen. Zur selben Zeit gab er ein heftiges Werk gegen die Revolution heraus, und nach Ludwigs XVI. Tode eine zweyte Schrift, und sodann 1796 noch eine gegen die zu Lille eröffneten Friedensunterhandlungen. Burke ward, sobald er die Oppositionsparthey verlassen hatte, von dem Ministerium mit Wohlthaten überhäuft, genoß sie aber nicht lange; er vermocht den Verlust seines einzigen Sohnes nicht überleben und starb kurze Zeit darauf im July 1797.


Gebohren Eduard Burke, Mitglied des Parlaments zu London.Bearbeiten


Der erste Jänner 1730. [2]

Dieser Parlamentsredner, der Cicero Großbritanniens, wurde zu Catherlov in Irland gebohren, wo sein Vater Advokat war. Frühe schon waren seine vorzüglichen Fähigkeiten sichtbar, und kaum etwas herangereift, schrieb er sein schätzbares Werk "über die Kolonien der Europäer in Amerika" und eine Schrift "über das Erhabene und Schöne," die Garve meisterhaft ins Deutsche übersetzt hat. Durch einige Tagesblätter über die damaligen amerikanischen Angelegenheiten, erwarb er sich im Jahr 1763. wichtige Konnexionen und eine Stelle im Parlament, wo er einen langen und rühmlichen Kampf gegen die Ungerechtigkeit, die nicht repräsentirten Amerikaner mit Taxen zu belegen, kämpfte. Am 9ten April 1774. hielt er seine berühmte Rede: über die amerikanische Theeakte, die man für die allervortreflichste Probe seiner großen politischen Beredsamkeit hielt und von der alle seine Zuhörer, sowohl Freunde als Gegner der Sache, gleich stark begeistert wurden. Er blieb durch den ganzen nachfolgenden amerikanischen Krieg so gesinnt und widersetzte sich mit unerschütterlichem Muth allen wilden Maßregeln, die man gegen die Kolonien genommen hatte, verwaltete nebenbey wichtige Aemter und gab darinn immer Beweise von uneigennütziger und rechtschaffener Gesinnung.

Als 1783. Pitt Minister wurde, schleuderte er seine Blitze gegen diesen und noch mehr gegen den Tyrannen Indiens, Waren Hastings, *) wozu ihn kein persönlicher Haß, sondern blos Eifer für die Rechte der unterdrückten Menschheit, antrieb. Aber eben darum konnte man es nicht begreifen, daß eben dieser Mann in der Folge ein so flammender Feind der französischen Staatsumwälzung geworden ist, die sich doch auch aus der Unterdrückung herschrieb, in der das Volk so lange geschmachtet hatte. Im Jahr 1794. zog er sich von allen Staatsgeschäften zurück und schrieb eine "Rechtfertigung seines politischen Lebens," die in kurzer Zeit sechzehnmal aufgelegt wurde. Im Jahr 1796. gab er noch seine heftigen "Briefe gegen den Frieden mit Frankreich" heraus, und 1797. den 9ten Julius starb er auf seinem Landgut bey Beaconsfield.

Als Privatmann war er ein guter Gatte, ein treuer Freund, ein stets bereitwilliger Helfer jedes Nothleidenden, und eine Reihe guter Handlungen und schöner Pflichterfüllungen zeichneten ihn aus.

*) Man sehe im 2ten Band unter dem 13ten Februar.


Quellen.Bearbeiten

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Neues historisches Handbuch auf alle Tage im Jahr mit besonderer Rücksicht auf die Ereignisse der neuesten Zeiten von Wagenseil Königl. baier. Kreißrath. Augsburg und Leipzig in der Jenisch und Stageschen Buchhandlung.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.