Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Erstes Bülletin von der Französischen Armee in Deutschland.[]

Hauptquartier Regensburg den 24. April 1809.

Die österreichische Armee ist am 9. April über den Inn gegangen. Dadurch haben die Feindseligkeiten angefangen, und Oesterreich hat Frankreich, seinen Alliirten und dem rheinischen Bunde einen unversöhnlichen Krieg erklärt.

Folgendes war die Stellung der französischen und alliirten Korps:

Das Korps des Herzogs von Auerstädt zu Regensburg;

das Korps des Herzogs von Rivoli zu Ulm;

das Korps des Generals Oudinot zu Augsburg;

das Hauptquartier zu Strasburg;

die drei baierschen Divisionen, unter den Befehlen des Herzogs von Danzig, und zwar die erste, unter den Befehlen des Kronprinzen, zu München; die 2te, unter den Befehlen des Generals Deroy, zu Landshut, und die 3te, unter den Befehlen des Generals von Wrede, zu Straubing;

die würtembergische Division zu Heidenheim;

die sächsischen Truppen im Lager unter deu Mauern von Dresden;

das Korps des Herzogthums Warschau, unter den Befehlen des Prinzen Poniatowski, unter den Mauern von Warschau.

Am 10. berennten die Oesterreicher Passau, woselbst ein baierisches Bataillon sie einschloß; sie berennten zu gleicher Zeit Kufstein, wo sich gleichfalls ein baier. Bataill. einschloß. Diese Bewegungen hatten statt, ohne daß ein Flintenschuß fiel.

Die Oesterreicher machten im Tirol anliegende Proklamationen bekannt.

Der baierische Hof verließ München, um sich nach Dillingen zu begeben.

Die baierische Division, die zu Landshut stand, zog sich nach Altorff auf dem linken Isarufer.

Die Division des Generals von Wrede marschierte nach Neustadt.

Der Herzog von Rivoli brach von Ulm nach Augsburg auf.

Vom 10. bis zum 16ten rückte der Feind vom Inn gegen die Isar vor. Es kam zu mehren Gefechten zwischen Kavallerieabtheilungen, worin der Vortheil auf der Seiten der Baiern war. Am 16ten warfen das 2te und 3te baierische Chevauxlegersregiment bei Pfaffenhofen die Husaren von Stipschitz und die Dragoner von Rosenberg.

Im nämlichen Augenblick erschien der Feind mit Macht, um über Landshut vorzurücken. Die Brücke war abgebrochen, und die baierische Division unter General Deroi setzte dieser Bewegung einen hartnäkkigen Widerstand entgegen; allein bedroht durch die Kolonnen, welche die Isar bei Moosburg und Freising passirt hatten, zog sich diese Division in guter Ordnung auf die des Generals Wrede zurück, und die baiersche Armee vereinigte sich bei Neustadt.

Der Kaiser erfuhr am 12ten Abends durch den Telegraphen den Uebergang der österreichischen Armee über den Inn, und reiste einen Augenblick darnach von Paris ab. Er kam am 16ten um 3 Uhr Morgens zu Ludwigsburg, und am nämlichen Tage Abends zu Dillingen an, wo er den König von Baiern sah, eine halbe Stunde bei diesem Fürsten zubrachte, und ihm versprach, ihn binnen 14 Tagen nach seiner Hauptstadt zurückzuführen, die seinem Hause angethane Schmach zu rächen, und ihn grösser, als jemals einer seiner Vorfahren gewesen, zu machen. Am 17ten um 2 Uhr Morgens kamen Se. Majestät zu Donauwörth an, wo Sie Ihr Hauptquartier aufschlugen, und auf der Stelle die nöthigen Befehle ertheilten.

Am 18ten wurde das Hauptquartier nach Ingolstadt verlegt.

Gefecht bey Pfaffenhofen, am 19.

Am 19ten mit Tagsanbruch kam der General Oudinot von Augsburg zu Pfaffenhofen an, wo er auf 3 bis 4000 Oesterreicher stieß, die er angriff, und 300 Gefangene macht.

Der Herzog von Rivoli kam am folgenden Tag mit seinem Armeekorps bei Pfaffenhofen an.

Am nämlichen Tage verließ der Herzog von Auerstädt Regensburg, um nach Neustadt zu marschiren, und sich Ingolstadt zu nähern.

Es war nun augenfällig, daß es die Absicht des Kaisers war, gegen den Feind, der über Landshut vorgerückt war, zu manövriren, und ihn in dem Augenblick selbst anzugreifen, wo er, im Wahne, die Initiative zu haben, gegen Regensburg marschierte.

Schlacht bey Tann, den 19.

Am 19. mit Tagesanbruch setzte sich der Herzog von Auerstädt in 2 Kolonnen in Marsch. Die Divisionen Morand und Gudin bildeten den rechten, und die Divisionen St. Hilaire und Friant den linken Flügel. Als die Division St. Hilaire bei den Dorf Preissing ankam, stieß sie auf den Feind, der der Zahl nach ihr weit überlegen war, allein an Tapferkeit, weit unter ihr stand, und hier wurde der Feldzug durch ein für unsere Waffen sehr rühmliches Gefecht eröffnet. Der General St. Hilaire, unterstützt vom General Friant, warf alles, was vor ihm stand, über den Haufen, bemächtigte sich der feindlichen Positionen, tödtete viele Feinde, und machte 6 bis 700 Gefangene. Das 72te Regiment zeichnete sich aus, und das 57te behauptete seinen alten Ruf. Vor 16 Jahren hatte dieses Regiment in Italien den Beinamen des Schrecklichen erhalten, und es hat denselben in diesen Gefechte ganz gerechtfertigt, wo es nach und nach 6 österreichische Regimenter angegriffen und geworfen hat.

Auf der linken Flanke, stieß General Morand um 2 Uhr Nachmittags gleichfalls auf eine österreichische Division, die er in der Fronte angriff, während der Herzog von Danzig mit einem von Abensberg aufgebrochenen baier. Korps es in Rücken nahm. Diese Division war bald aus allen ihren Positionen vertrieben, und ließ einige 100 Todte und Gefangene zurück. Das ganze Dragonerregiment Lewenehr wurde von den baierischen Chevauxlegers aufgerieben, und dessen Oberster getödtet.

Des Abends bewerkstelligte das Korps des Herzogs von Danzig seine Vereinigung mit dem des Herzogs von Auerstädt.

In allen diesen Gefechten haben die Generäle St. Hilaire und Friant sich besonders ausgezeichnet xc.

Diese unglücklichen österreichischen Truppen, die man unter den Schall der Lieder und Pfeifen weggeführt hatte, indem man sie glauben ließ, daß keine französische Armee mehr in Deutschland sey, und daß sie blos mit Baiern und Würtembergern zu thun haben würden, zeigten alle die Erbitterung, die sie gegen ihre Anführer, wegen des Irrthums, worin sie sie Unterhielten, fühlten, und ihr Schrecken ward nur noch grösser bei dem Anblick jener alten Schaaren, die sie als ihre Meister zu betrachten gewohnt waren.

In allen diesen Gefechten war unser Verlust wenig bedeutend im Vergleiche mit jenem des Feindes, der besonders viele Offiziere und Generäle verlor, weil diese genöthigt waren, sich an die Spitze zu stellen, um ihren Truppen Schwung zu geben. Der Fürst von Lichtenstein, der General Lusignan und mehrere andere wurden verwundet. Der Verlust der Oesterreicher an Obersten und Offizieren von geringerm Grade ist ausserordentlich beträchtlich.

Schlacht bey Abensberg, am 20.

Der Kaiser beschloß, das Korps des Erzherzogs Ludwig und jenes des Generals Hiller, zusammen 60,000 Mann stark, zu schlagen und zu zernichten. Am 20ten begaben sich Se. Majestät nach Abensberg. Sie befahlen dem Herzog von Auerstädt, die Korps von Hohenzollern, von Rosenberg und von Lichtenstein im Respekt zu halten, während sie mit den zwei Divisionen Morand und Gudin, dann den Baiern und Würtembergern die Armee des Erzherzogs Ludwig und des Generals Hiller in der Fronte angriffen, und die Kommunikationen des Feindes durch den Herzog von Rivoli abschneiden liessen, dem Sie über Freisingen der österreichischen Armee in den Rücken zu fallen befahlen. Die Divisionen Morand und Gudin bildeten den Linken Flügel, und manövrirten unter der Anführung des Herzogs von Montebello. Der Kaiser entschloß sich, an diesem Tage an der Spizze der Baiern und Würtemberger zu fechten. Er versammelte die Offiziere dieser beiden Armeen in einem Kreise um sich her, und sprach lange zu ihnen. Der Kronprinz von Baiern übersetzte das, was er auf französisch sagte, ins Deutsche. Der Kaiser ließ sie den Beweis von Zutrauen fühlen, den er ihnen gab. Er sagte den baierschen Offizieren: die Oesterreicher seyen stets ihre Feinde gewesen, sie wollten ihrer Unabhängigkeit zu nahe treten; seit mehr als 200 Jahre weheten die baier. Fahnen gegen das Haus Oesterreich; diesmal aber wollten er sie so mächtig machen, daß sie künftig allein hinreichen würden, denselben zu widerstehen.

Den Würtembergern sprach er von den Siegen, welche sie gegen das Haus Oesterreich erfochten hätten, als sie bei der preussischen Armee dienten, und von den letzten Vortheilen, die sie im schlesischen Feldzug errungen. Er sagte ihnen allen: der Augenblick, zu siegen, sey gekommen, um den Krieg auf österreich. Grund und Boden zu spielen. Diese Reden wurden den Kompagnien durch die Hauptleute verdeutscht, und die verschiedenen Anordnungen des Kaisers brachten die Wirkung hervor, die man davon erwarten konnte.

Jetzt gab der Kaiser das Zeichen zum Angriff, und bemaß die Manövres nach dem besondern Karakter dieser Truppen. Der General von Wrede, baierischer Offizier von vielem Verdienste, vor die Brücke von Siegenburg gestellt, griff eine ihm entgegenstehende österreichische Division an. Der General Vandamme, der die Würtemberger anführte, überflügelte sie auf der rechten Flanke. Der Herzog von Danzig mit der Division des Kronprinzen und jener des Generals Deroy marschierte gegen das Dorf Neuhausen, um auf die Landstrase von Abensberg nach Landshut zu gelangen. Der Herzog von Montebello mit seinen zwei französischen Divisionen brach durch das äusserste Ende des linken Flügels, warf alles, was vor ihm stand, und zog sich gegen Rohr und Rothenburg. Auf allen Punkten wurde mit gutem Erfolge kanonirt. Der durch diese Anstalten, irre gemachte Feind focht nur eine Stunde, und zog sich fechtend zurück. 8 Fahnen, 12 Kanonen, 18,000 Gefangene waren das Resultat dieses Treffens, das uns nur wenig Leute kostete.

Gefecht und Einnahme von Landshut am 21.

Da die Schlacht von Abensberg die Flanke der österreichischen Armee und alle Magazine des Feindes blos gestellt hatte, so marschierte der Kaiser mit Tagesanbruch nach Landshut. Der Herzog von Istrien warf die feindliche Kavallerie in der Ebene vor dieser Stadt.

Der Divisionsgeneral Mouton ließ die Grenadiere vom 17ten Regiment, die die Spitze der Kolonne ausmachten, im Sturmmarsch auf die Brücke marschieren. Diese Brücke, die von Holz ist, stand in Flammen, war aber kein Hinderniß für unsere Infanterie, die darüber gieng, und in die Stadt eindrang. Der aus seiner Position verjagte Feind wurde jetzt durch den Herzog von Rivoli angegriffen, der von dem rechten Ufer hervorbrach. Landshut fiel in unsere Hände, und mit ihm 30 Kanonen, 9000 Gefangene, 600 Munitionskarren, bespannt und mit Munition gefüllt, 3000 Wagen mit Gepäck, Geräthe für drei prächtige Brücken, und endlich Spitäler und Magazine, welche die österreichische Armee anzulegen anfieng. Kuriere, Adjutanten des Obergenerals Erzherzogs Karl, Züge von Kranken, die nach Landshut kamen, und sich sehr wunderten, den Feind dort zu finden, hatten dasselbe Schicksal.

Schlacht bey Eckmühl am 22.

Während die Schlacht bei Abensberg und das Gefecht bei Landshut so wichtige Resultate lieferten, vereinigte sich der Prinz Karl mit dem Korps zu Böhmen, das der General Kollowrath anführte, und erhielt zu Regensburg einen geringen Vortheil. 1000 Mann vom 65ten Regiment, die zurückgeblieben waren, um die Brücke von Regensburg zu bewachen, erhielten keine Ordre, sich von da wegzuziehen. Von der österreichischen Armee umringt, mußten diese Tapfern, die alle ihre Munition verschossen hatten, sich ergeben. Dieses Ereigniß war dem Kaiser empfindlich. Er schwur, daß in 24 Stunden österreichisches Blutt in Regensburg fließen müßte, um diese seinen Waffen zugefügte Schmach zu rächen.

Zur nämlichen Zeit hielten die Herzoge von Auerstädt und Danzig die Korps v. Rosenberg, von Hohenzollern u. von Lichtenstein im Schach. Es war keine Zeit zu verlieren. Am 22ten Morgens setzte sich der Kaiser mit den 2 Divisionen des Herzogs von Montebello, dem Korps des Herzogs von Rivoli, den Kürassierdivisionen Nansouty und St. Sulpice und der würtembergischen Division von Landshut aus in Marsch. Um 2 Uhr Nachmittags kam er Eckmühl gegenüber an, wo die 4 Korps der österreichischen Armee, 110,000 Mann ausmachend, unter dem Befehl des Erzherzogs Karl, eine Position genommen hatten. Der Herzog von Montebello überflügelte den Feind links mit der Division Gudin. Aufs erste Zeichen brachen die Herzoge von Auerstädt u. von Danzig, so wie die leichte Kavalleriedivision des Generals Montbrun hervor. Jetzt sah man eins der schönsten Schauspiele, das der Krieg jemals dargebeten hat. 110,000 Feinde auf allen Seiten angegriffen, auf ihrer linken Flanke umgangen, und nach und nach aus allen ihren Positionen verdrängt. Das Datail der Militärereignisse würde zu lange seyn; genug, der Feind, in völlige Unordnung gebracht, verlor den größten Theil seiner Kanonen, und eine grosse Anzahl Gefangener; das 10te leichte Infanterieregiment von der Division St. Hilaire bedeckte sich mit Ruhm, als es in den Feind eindrang, und die Oesterreicher aus dem Walde, der Regensburg deckt, verjagt, wurden in die Ebene geworfen, und von der Kavallerie abgeschnitten. Dem Senator, Divisionsgeneral Demont, wurde ein Pferd unter dem Leibe getödtet. Die österreichische Kavallerie, stark und zahlreich, rückte an, um den Rückzug ihrer Infanterie zu decken; die Division St. Sulpice auf dem rechten, die Division Nansouty auf dem linken Flügel griffen sie an; die Linien der feindlichen Husaren und Kürassiere wurden in Unordnung gebracht. Ueber 300 österreichische Kürassiere wurden gefangen genommen. Die Nacht brach ein. Unsere Kürassier setzten ihren Marsch nach Regensburg fort. Die Division Nansouty stieß auf eine feindliche Kolonne, welche floh, griff sie an, und nahm sie gefangen; sie bestand aus 3 Bat. Ungarn und 1500 Mann.

Die Division St. Sulpice griff ein anderes Viereck an, worin der Prinz Karl beinahe gefangen worden wäre, der seine Rettung allein der Schnelligkeit seines Pferdes verdankte. Diese Kolonne ward ebenfalls durchbrochen und gefangen. Endlich zwang uns die Dunkelheit, aufzuhören. Bei dieser Schlacht bei Eckmühl focht ungefähr nur die Hälfte der französischen Truppen. Mit dem Degen in der Faust auf dem Fuße verfolgt, fuhr die feindliche Armee fort, die ganze Nacht Theilweis und in der größen Unordnung zu defiliren. Alle ihre Verwundete, der größte Theil ihrer Artillerie, 15 Fahnen und 20,000 Gefangene sind in unsere Hände gefallen. Die Kürassiere haben sich, wie gewöhnlich, mit Ruhm bedeckt.

Gefecht und Einnahme von Regensburg am 23. April.

Am 23ten mit Tagesanbruch rückte man gegen Regensburg vor; die Avantgarde bestand aus der Division Gudin, und aus den Kürassiers der Divisionen Nansouty und St. Sulpice; in Kurzem bemerkte man die feindliche Kavallerie, welche die Stadt decken zu wollen schien. Es kam dreimal nach einander zum Gefechte, und jedes war zu unserm Vortheile. 8000 Mann feindlicher Kavallerie zogen sich, übel zugerichtet, eiligst über die Donau zurück. Nun näherten sich unsere Tirailleurs spähend der Stadt. Auf eine unbegreifliche Weise hatte der österreichische General 6 Regimenter in dieselbe gelegt, die so ganz zwecklos aufgeopfert wurden. Die Stadt hat einen schlechten Wall, einen schlechten Graben, und eine schlechte Kontrescarpe. Die Artillerie kam an; man pflanzte 12pfünder in Batterien auf. Man entdeckte einen Weg, auf dem man, mit Hülfe einer Leiter, in den Graben kommen, und dann durch eine in der Mauer angebrachte Bresche wieder hinaufsteigen konnte.

Der Herzog von Montebello beorderte durch diese Oeffnung ein Bataillon, welches das Thor eines Ausfalls gewann, und dasselbe öffnete. Nun drang man in die Stadt ein; alles, was Widerstand leistete, wurde niedergesälbet; die Zahl der Gefangenen überstieg 8000. Der Feind hatte, in Folge seiner fehlerhaften Anordnungen, nicht Zeit, die Brücke abzubrechen, und die Franzosen drangen zugleich mit ihm auf das linke Donauufer. Diese unglückliche Stadt, welche er die Barbarei, zu vertheidigen hatte, hat viel gelitten; das Feuer wüthete einen Theil der Nacht darin; durch die Anstrengungen des Generals Morand und seiner Division gelang es inzwischen, demselben Einhalt zu thun, und es zu löschen.

So hat der Kaiser in der Schlacht von Abensberg die zwei Korps des Erzherzogs Ludwig und des Generals Hiller geschlagen; in dem Gefechte von Landshut hat er sich des Mittelpunkts der feindlichen Kommunikationen und des General-Depots seiner Artillerie bemeistert. In der Schlacht von Eckmühl endlich wurden die 4 Korps von Hohenzollern, Rosenberg, Kollowrath und Lichtenstein geschlagen. Das Korps des Generals Bellegarde, das am Tage nach dieser Schlacht ankam, konnte nur Zeuge der Eroberung von Regensburg seyn, und rettete sich nach Böhmen.

Auf diese erste Notiz über die militärische Operationen, welche den Feldzug auf eine so gänzende Weise eröffnet haben, wird eine umständlichere Relation aller Waffenthaten folgen, welche zum Ruhme den französischen und alliirten Armeen gereichen.

In allen diesen Gefechten kann unser Verlust sich auf 1200 Tode und 4000 Verwundete belaufen. Der Divisionsgeneral Cervoni, Chef des Generalstabs des Herzogs von Montebello, wurde von einer Kanonenkugel getroffen, und starb auf dem Schlachtfelde von Eckmühl. Er war ein verdienstvoller Offizier, der sich in unsern ersten Feldzügen hervorgethan hatte.

In dem Treffen bei Peissing wurde der General Hervo, Chef des Generalstabs des Herzogs von Auerstädt gleichfalls getödtet. Der Herzog von Auerstädt, bedauert innigst den Verlust dieses Offiziers, dessen Tapferkeit, Einsichten und Thätigkeit er schätzte. Der Brigadegeneral Clement, Kommandant einer Kürassierbrigade von der Division St. Sulpice, hat einen Arm verloren. Er ist ein besonders tapferer und verdienstvoller Offizier. Der Gen. Schramm ist verwundet worden. Der oberst der 14. Jägerregiments ist bei einem Angriffe getödtet worden. Ueberhaupt unser Verlust an Offizieren ist bedeutend. Die 1000 Mann vom 65ten Regiment, welche gefangen genommen wurden, sind meistens wieder frei geworden. Es ist nicht möglich, mehr Muth und guten Willen zu zeigen, als die Truppen gezeigt haben.

Bei der Schlacht von Eckmühl, wo das Korps des Herzogs von Rivoli noch nicht gegenwärtig seyn konnte, blieb dieser Marschall beständig um den Kaiser; er überbrachte Befehle, und ließ verschiedene Manövres ausführen.

Bei dem Sturm von Regensburg ließ der Herzog von Montebello, der die Stelle zum Eingange bezeichnet hatte, die Leitern durch seine Adjutanten hintragen.

Der Fürst von Neufchatel, um die Truppen anzufeuern, und zugleich den Alliirten einen Beweis von Zutrauen zu geben, ist mehreremale bei dem Vortrab mit den baierischen Regimentern marschiert.

Der Herzog von Auerstädt hat in diesen verschiedenen Affairen neue Beweise seiner bekannten Unerschrockenheit gegeben.

Der Herzog von Rovigo hat mehrmals, mit eben so viel Hingebung als Unerschrockenheit, die feindlichen Legionen durchzogen, um den verschiedenen Kolonnen die Gesinnungen des Kaisers bekannt zu machen.

Von den 220,000 Mann, welche die österreichische Armee ausmachten, waren alle im Gefechte, ausgenommen die 20,000 Mann, die General Bellegarde kommandirt, und die nicht gefochten haben. Von der französischen Armee hingegen hat beinah die Hälfte keinen Schuß gethan. Der Feind, durch schnelle und von ihm nicht berechnete Bewegnngen, in Erstaunen gesetzt, fand sich in einem Augenblick von seiner thörigten Hoffnung und seiner wahnsinnigen Anmaßung zu einer Niedergeschlagenheit, die an Verschweiflung gränzte, herabgestürzt.


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Quellen und Literatur.[]

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