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Escadre de la Méditerranée.

Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1796]

Nachrichten von Italien. [1]

Die Französische Flotte bey Toulon war gar nicht im Stande auszulaufen, obgleich Gerüchte von einer bevorstehenden großen Unternehmung verbreitet wurden. Es fehlte ihr an allem, um etwas zu unternehmen, und das Schifsvolk war so unruhig und tumultuarisch wie die Französischen Landsoldaten. Man erwartete zu Toulon die 6 Linienschiffe des Admirals Richery, welche in dem Hafen von Cadix lagen. Aber auf diesen Schiffen war ein so gefährlicher Aufruhr ausgebrochen, daß 9 Spanische Linienschiffe kaum im Stande waren, ihn mit Anwendung aller Gewalt zu stillen. Man erzählt, daß die Französische Seeleute die weiße Fahne aufsteckten, einen König von Frankreich ausriefen, und nach Gibraltar seegeln wollten.


[1811]

Toulon, den 23sten December. [2]

Die Thätigkeit unserer Eskadre läßt nicht einen Augenblick nach. Gestern ward eine zahlreiche aus dem Westen kommende Konvoy signalisirt. Der Viceadmiral Emeriau ließ unter den Befehlen des Kontreadmirals Baudin sogleich die Linienschiffe le Wagram, le Donauwerth, le Genois, l'Ulm, le Danube und die Fregatten l'Inkorruptible und la Medée unter Segel gehen. Diese Division machte Jagd auf ein Linienschiff, eine Fregatte und eine Brigg. Durch dieses Manöuvre beschützt, setzte die Konvoy ihren Weg ungestört fort. Da schlechte Witterung eintrat, berief der Viceadmiral Emeriau die Division nach der Rhede zurück. Sie hatte die Absicht ihres Auslaufens völlig erreicht und nahm den Ankerplatz vor Anbruch der Nacht wieder ein.


[1812]

Toulon, den 18ten Januar. [3]

Gestern ging der Kontre-Admiral l'Hermite am Bord des Linienschiffs le Majestueux, nebst 12 Linienschiffen, 4 Fregatten und verschiedenen Korvetten, unter Segel, im eine Konvoy zu beschützen, die von einer englischen Division beunruhigt ward.

Nachdem diese zur Flucht genöthigt worden, blieb unsere Eskadre in offene See, wo wir bis in die Nacht hin manöuvriren sahen.


Toulon, den 24sten Januar.

Gestern gingen 4 Linienschiffe der Eskadre und 4 Fregatten, nebst mehrern Korvetten, unter Kommando des Kontreadmirals l'Hermite, von der Rheede von Toulon unter Segel. Unter ihm kommandirten die Kontreadmirals Baudin, Violette und Duperre.

Als diese Eskadre in offener See war, erfuhr sie einen Windstoß, der sie nöthigte, des Abends wieder einzulaufen. Sie manöuvrirte bey dieser Gelegenheit mit einer Ordnung, daß jedes Schiff, ungeachtet der Dunkelheit und des schlechten Wetters, ohne die geringste Havarie seinen Posten wieder einnahm. Heute stürmt es heftig, und die Eskadre hat ihre Besanmasten und Segelstangen herunter gelassen.


Toulon, den 28sten April.

Gestern war die englische Eskadre im Gesicht. Unser Admiral ließ 8 Linienschiffe und 4 Fregatten unter Segel gehen. Die Absicht dieses Auslaufens war, die feindlichen Fregatten zu entfernen, um die Ankunft einer Konvoy von 25, größtentheils mit Getreide beladener Schiffe, zu erleichtern, von denen 15 nach Marseille und 10 nach hiesigem Hafen bestimmt waren. Das Manöuvre glückte vollkommen. Alle Schiffe liefen mit den Kanonierschaluppen la Terre, le Feu und l'Air, die selbige begleiteten, hier ein.


Paris, den 27sten May.

Vor Toulon ist die englische Eskadre den 13ten wieder erschienen. Die unsere hatte einen Streifzug gemacht und dadurch das Einlaufen mehrerer Handelsschiffe gedeckt.


Toulon, den 16ten May.

Die Eskadre des mittelländischen Meers läuft fortdauernd öfters aus.

Am 12ten dieses ging der Admiral Emeriau mit 13 Linienschiffen und 6 Fregatten unter Segel; eine Windstille hielt diese Schiffe den ganzen Tag über an der Küste zurück; bey einem starken Nordwestwinde, der sich darauf erhob, gingen sie in See, wo man sie einen Theil des Tags hindurch aus dem Gesichte verlor; erst des Nachts kehrten sie nach ihrem Ankerplatz zurück.

Gestern wurden 17 feindliche Schiffe 9 Lieues von Sicié signalisirt.

Der Admiral ließ den Boreas und den Trident, beyde von 74 Kanonen, und 2 Fregatten, unter Kommando des Linienschiffskapitäns Senez, unter Segel gehen, um die Fahrt verschiedener Transporte zu decken, die sich an der Küste befanden, und die dieser Officier nach ihrer Bestimmung brachte.


Toulon, den 5ten Juny. [4]

Am 2ten Juny lief von hiesiger Rheede eine Division unter Kommando des Kapitäns Serez aus, die aus den Linienschiffen le Borée, le Trident, le Sceptre, le Magnanime und der Fregatte Amélie bestand. Dieser Division folgten bald 9 andere Linienschiffe und 7 Fregatten unter Kommando des Vice-Admirals Emeriau.

Die Eskadre blieb am 2ten und 3ten in Gegenwart der englischen Flotte in See, die aus 17 Linienschiffen und verschiedenen Fregatten bestand.

Der Admiral, der während diesen zwey Tagen beständig den Vortheil des Windes hatte, kam verschiedenemale gegen den Feind auf, so daß er ihn beständig en échec hielt, aber ohne sich in eine Affäre einzulassen, die zu ungleich würde gewesen seyn.

Da der Wind am 3ten des Abends schwächer wurde, so kehrte die Eskadre nach ihrem Ankerplatz zurück.


London, den 25sten August. [5]

Die französische Flotte zu Toulon liegt auf der Rhede segelfertig; sie besteht aus 18 Linienschiffen und 10 Fregatten; und 2 neue Linienschiffe werden ehestens vom Stapel laufen. Diese Flotte kommt öfters heraus, um zu manöuvriren.


Paris, den 10ten November. [6]

Um eine von den Engländern bedrohte Konvoy zu Ciotat zu sichern, gingen am 23sten Oktober 9 Linienschiffe und 7 Fregatten unter dem Admiral Emmeriau von Toulon aus in See. Ungeachtet diese Eskadre von einem starken Sturm überfallen wurde, der 36 Stunden dauerte, und wobey Kanonen befestigt und die Segel eingezogen werden mußten, so manöuvrirten die jungen Seeleute doch so geschickt, daß fast keins der Schiffe in dem engen Gewässer aneinander stieß. Am folgenden Tage kehrten Alle glücklich zurück. Der Feind ließ sich nur aus der Ferne sehn.


Paris, den 17ten November. [7]

Ein Artikel aus Toulon vom 24sten Oktober im Moniteur erzählt:

"Die kaiserliche Eskadre, welche den ganzen Sommer hindurch täglich in Gegenwart der englischen Eskadre auf der See manöuvrirt hat, fährt auch fort, auszulaufen und zu manöuvriren, seitdem die Jahreszeit härter wird. Am 21sten dieses hatte der Admiral Emerian nur 8 Fregatten in See gehen lassen, welche ausser der Rhede lavirten. Am 22sten schien die leichte Eskadre des Feindes eine Konvoy bey Ciotat beunruhigen zu wollen; sogleich ließ der Admiral 4 Linienschiffe unter Kommando des Kontreadmirals Baudin die Anker lichten, welche nebst den Fregatten den Feind zurücktrieben und der Konvoy freyen Weg verschafften. Diese Linienschiffe kehrten erst gegen Mitternacht auf die Rhede zurück, und wurden mit Anbruch des Tages durch 9 Linienschiffe und 7 Fregatten auf der See ersetzt, die unter Kommando des Admirals, der sich am Bord des Austerlitz befand, unter Segel gingen. Im Augenblick ihrer Abfahrt war die Witterung schön, der Wind wehte schwach aus Nordwesten; aber kaum war die Eskadre um das Kap Sicié, als der Wind plötzlich anwuchs, und bald heftig stürmte. Gegen Mittag war der Wind so stark, daß man die Kanonenluken schließen und die obern Segel einziehen mußte. So hielt die Eskadre die See bis zum folgenden Tage, ohne daß der Wind nachließ. Es war ein prächtiges Schauspiel, die gleichzeitige Rückkehr dieser 16 großen Kriegsschiffe, worunter 3 Dreydecker, zu sehen, wie sie, um die Rhede wieder zu gewinnen, in einem engen Raume lavirten, wo man jeden Augenblick umzuwenden gezwungen ist, und wo die Heftigkeit des Windes und der hohe Wellenschlag die Gefahr zu stranden oder aneinander zu stoßen vermehrten. Dennoch trug sich, Dank der Uebung in den Evolutionen, welche diese Eskadre erworben hat, kein unangenehmer Zufall zu; denn ein leichtes Zusammenstoßen zwischen dem Majestueux und dem Danube bey einem Umwenden in der Nacht ist für nichts zu rechnen; sie kamen mit dem Zertrümmern ihrer Böte am Hintertheile davon. Bey diesem Auslaufen hatte man 36 Stunden heftigen Sturm, wovon die jungen Konskribirten noch kein so starkes Beyspiel erfahren hatten, den sie aber sehr gut aushielten. Die feindliche Eskadre war nicht sichtbar; man erblickte nur ihre Beobachtungsschiffe weit auf der hohen See; sie trugen nicht mehr Segel als unsere Eskadre."


Quellen.Bearbeiten

  1. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1796.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 14. Dienstag, den 16. Januar 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 31. Montag, den 5. Februar 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 172. Donnerstag, den 18/30. July 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 253. Montag, den 21. Oktober/2. November 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 278 Dienstag, den 19. November/1. December 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 297 Mittewoch, den 11. December 1812.
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