Esslingen, ehemalige freye Reichsstadt in einer fruchtbaren Gegend am Neckar in Schwaben.

Sie besteht aus der innern Stadt und den 3 Vorstädten Pliensua, Beuter und Oberthor-Vorstadt, hat 25 Thore, gegen 1000 Häuser, welche meistentheils von Holz erbaut sind, 5 Kirchen, ein schönes Rathhaus, Steuerhaus, die Kanzley des Rittercantons Kocher, einen sehr reichen Spital, ein Pädagogium, Waisenhaus, 5 jezt aufgehobene Klöster, und 5,207 Einwohner in der Stadt, mit den Filialen aber 7,165 Seelen. Die Einwohner sind Lutheraner. Der Erwerb kommt vom Wein- Getreide- Obst- und Gemüsebau; Manufakturen finden sich hier nicht. Ueber den Neckar führen zwey steinerne Brücken, und an dem Fluß ist eine große der Stadt gehörige Mühle von 10 Gängen.

Die Verfassung war mehr aristokratisch als demokratisch; der kleinere aus 2 Bürgermeistern, dem Stadtamtmann und 9 Senatoren bestehende Rath dirigirte die Geschäfte und ergänzte sich selbst. Der größere aus der übrigen Bürgerschaft gewählte Rath wurde nur zusammengerufen, wenn von neuen Gesetzen, Auflagen xc. die Rede war.

Das Gebiet enthielt auf 1½ Quadratmeilen, ausser der Stadt, 15 Dörfer und 2 Höfe, mit 3,539 Einwohnern, also die ganze Menschenzaal 10,704, nach der Zählung im J. 1803.

Die Einkünfte betrugen über 50,000 Gulden.

Das Wappen der Stadt ist ein schwarzer Adler im goldenen Felde.

Der Matrikularanschlag betrug 90 Gulden, und zu einem Kammerziel zahlte es 221 Thlr. 86 kr.

Im Jahr 1802 wurde diese Reichsstadt nebst ihrem Gebiete zu den Entschädigungen des Kurhauses Würtemberg gezogen, und ist nun ein zur Landvogtey Heilbronn gehöriges Oberamt.


Eßlingen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eßlingen, Stadt in Neckarkreis des Königreichs Würtemberg, am Neckar, in einer sehr fruchtbaren Gegend, ehemalige Reichsstadt, mit 5400 größtenteils evangelischen Einwohnern. Sie ist der Sitz des Criminalgerichtshofs für Neckar- und Schwarzwaldkreis und eines Schullehrerseminars.


Quellen und Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  • Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
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