Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Gran.[]

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Gran, ungar. Esztergom, slav. Oßtryhom, eine königliche Freystadt, die von dem Granfluß, der hier in die Donau fällt, den Namen bekommen. Nahe an der Donau liegt das Schloß auf einem Berge. Ausserhalb der Stadt sind 2 neue Gassen angelegt, die Josephs- und die Theresienstrasse. Am Fuße des Schloßbergs ist die Wasserstadt, die dem Erzbischof gehört, und bey der eine fliegende Brücke ist. Die Zahl der Einwohner betrug 5,423 nach der Zählung im J. 1787. Gran war eine Zeitlang in der Gewalt der Türken, und wurde 1683 durch die christlichen Waffen erobert. Der Erzbischof ist Primas Regni, oberster geheimer Kanzler, Legat des päbstlichen Stuhls, beständiger Obergespan der Graner Gespanschaft; er hat das Recht, den König zu krönen, und den Adelstand zu ertheilen. Das Domkapitel bestehet aus 24 Domherren. Die erzbischöfliche Residenz ist zu Tyrnau, (gewöhnlicher zu Presburg), dahin auch das Domkapitel, als die Festung Gran 1543 in Türkische Hände gekommen, verlegt worden. 1714 bey der ungarischen Krönung der Kaiserin, wurde der damalige Erzbischof und Cardinal von Sachsenzeitz, für sich und seine Nachfolger an diesem Erzstift, in den Reichsfürstenstand erhoben.


Quellen.[]

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
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