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Eugen Beauharnais, Vizekönig von Italien.Bearbeiten


Gebohren 1782. [1]

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Eugen Beauharnais, General-Oberst, Commandant en Chef der Jäger zu Pferde bey der kaiserlichen Garde, Großoffizier und Mitglied des großen Rathes der Ehrenlegion, wurde 1782 auf der französischen Insel Martinique gebohren. Sein Vater Alexander de Beauharnais, ein warmer hochherziger Mann, ebenfalls zu Martinique gebohren, hatte sich dort 1781 mit Josephinen Tacher de la Pagerie vermählt, welche auch aus einer sehr reichen Familie ihm nebst vielen Gütern des Glückes auch viele andere schätzbare Eigenschaften mitbrachte, und welche das Geschick in der Folge auf den französischen Kaiserthron rief.

Alexander ward durch die Revoluzion nach Frankreich gerufen, und ohne irgend einer Parthey zu huldigen, bestrebte er sich für alle zu wirken. Als Frankreich 1792 den Krieg erklärt hatte, erhielt Beauharnais den Oberbefehl im Lager zu Soissons, und nachher das Commando der Rheinarmee. Er machte vortreffliche Anstalten, seine Heere zu organisiren, aber in Frankreich hatte die Schreckensepoche begonnen, und alles Bedeutendere fiel unter ihrem blutigen Schwerte. So auch Beauharnais. Ein gemeiner, elender Kerl, Varlet, klagte ihn an, er sey ein Feind des Volkes, habe mit den Feinden des Staates Verständnisse unterhalten u. s. w. Auf diese unbestimmte Anklagen wurde Beauharnais verurtheilt, und starb mit Gelassenheit und Fassung unter der Guillotine. Vier Tage darauf wurde die Schreckensregierung gestürzt.

Ganz Paris bedauerte Beauharnais Gemahlinn, Josephinen, aber sie vermählte sich 1795 zum zweytenmahle mit dem General Napoleon Bonaparte, und der Weg zu ihrer künftigen Erhöhung war gebahnt. Jetzt trat auch Eugen bedeutender ins Leben vor, und entwickelte seine Anlagen, die sich schon frühe bey ihm gezeigt hatten. Bald ward auch Bonapartes Aufmerksamkeit für ihn sichtbar. Eugen focht beynahe immer an seiner Seite, und gab überall Proben seines Muthes; auch wohnte er der Expedition nach Egypten und der Schlacht bey Marengo bey.

So wurde er Adjutant der ersten Konsuls, Eskadronchef bey der Reuterey der Konsulargarde, und als sich Bonaparte die Kaiserkrone Galliens aufsetzte, im Jän. 1805 Erzstaatskanzler von Frankreich. Italien erhielt eine neue Verfassung, und Beauharnais wurde im Juny 1805 zu dessen Vizekönige ernannt, und mit dem Großkreuze des italienischen Ordens von der eisernen Krone geziert. Endlich, nachdem er sich mit Augusten von Bayern vermählt hatte, wurde er am 22. Jäner 1806 von Napoleon an Kindesstatt angenommen, und zum Nachfolger in Italien bestimmt.

Eugens Schwester, Hortensia Beauharnais, ward immer von Napoleon mit ausserordentlicher Vorliebe ausgezeichnet, und hielt jetzt mit Ludwig, dem Bruder des französischen Kaisers, den neu errichteten Thron von Holland.


Eugen Vicekönig von Italien.Bearbeiten


Eugen,[2] bis 1814 Vicekönig von Italien, ist der Sohn des Generals Alexander Beauharnois und der nachherigen Kaiserin Josephine, geb. am 3. September 1780. Nachdem sein Vater auf dem Blutgerüste gestorben war, vermählte sich seine Mutter mit dem General Bonaparte, den er als Adjutant nach Italien und Aegypten begleitete. Als nach der Rückkehr von dieser Expedition Bonaparte die Consularwürde annahm, stieg sein Stiefsohn nach und nach bis zum Range eine Brigadegenerals und Colonel-General der Jäger, im Jahre 1805 erhob ihn Napoleon zur würde eines französischen Prinzen, Erzreichskanzlers und Großoffiziers der Ehrenlegion, und wenige Monate darauf zum Vicekönig von Italien. Im Kriege gegen Oesterreich 1805 gelang es ihm mehr durch Güte als durch die Gewalt der Waffen, die unter den Gebirgsbewohnern von Parma ausgebrochenen Unruhen zu dämpfen, und nach dem preßburger Frieden vermählte er sich während der Anwesenheit Napoleons und der französischen Kaiserin zu München mit der bayerischen Prinzessin Auguste. Später adoptirte ihn Napoleon, und erklärte ihn zu seinem Nachfolger im Königreich Italien, legte ihm auch den Titel eines Prinzen von Venedig bei. Im J. 1809 commandirte Eugen die italiänische Armee, verlor anfangs zwei Schlachten, rückte aber nachher vor und vereinigte sich glücklich mit der Armee Napoleons, lieferte auch bald darauf ein glückliches Treffen bei Raab in Ungarn. Als 1810 Napoleon das Großherzogthum Frankfurt gründete, ernannte er den Prinzen Vicekönig, der nach der Geburt des Königs von Rom nicht wohl Nachfolger in Italien bleiben konnte, zum Erbgroßherzog von Frankfurt. Im französisch-russischen Kriege 1812 befand er sich bei der Armee Napoleons, übernahm auf dem Rückzuge nach dem Abgange des Königs von Neapel bei Posen das Obercommando, welches er sehr rühmlich führte, zog sich bis Magdeburg zurück; nahm an der Schlacht vom 2. Mai 1813 bei Lützen entscheidenen Antheil, commandirte nachher von Napoleon getrennt, in Italien gegen Hiller und Bellegarde, und benahm sich in dem damaligen kritischen Zeitpunkte mit ausgezeichneter Würde, indem er auf der einen Seite nicht vergaß, was er seiner Ehre und seiner Pflicht gegen seinen Souverain schuldig war, auf der andern Seite aber sich mit edler Resignation der unwiderstehlichen Macht der Umstände fügte. Sein Betragen fand deshalb bei allen Parthien die vollkommenste Billigung, und man sah eine verdiente Anerkenntniß seines Characters darin, als ihm in der am 12. April zu Fontainebleau zwischen den Ministern der verbündeten Mächte und dem Herzoge von Bassano abgeschlossenen Convention "eine standesmässige Versorgung ausserhalb Frankreich" zugesichert worden ist. Am 26. April nahm er in einer Proclamation einen rührenden Abschied von den Völkern Italiens, und begab sich dann über München nach Paris, wo er überall mit der größten Achtung empfangen wurde. Am 29. Mai hatte er den Schmerz seine Mutter, die Kaiserin Josephine, zu Malmaison, in seinen Armen sterben zu sehen; durch diesen Todesfall ward ihm aber, so wie seiner Schwester Hortensie, ein ansehnliche Erbschaft zu Theil. Früher hatte er von Napoleon eine Dotation in den päpstlichen Staaten erhalten, die jährlich gegen eine Million Francs an Einkünften, und einen Capitalwerth von 18 - 20 Millionen betrug. Was davon in den Marken lag, wurde ihm, zur Vollziehung der Convention von Fontainebleau, kraft der Beschlüsse der Wienercongresses schon vor der Uebergabe der Marken an den Papst zugestellt. Zugleich verlangte er aber auch die im Herzogthum Urbino gelegenen 200,000 Francs ertragenden Güter, welcher Forderung aber bis jetzt von dem römischen Hofe widersprochen worden ist. Seit der Epoche von 1814 nahm übrigens Eugen keinen Antheil an den öffentlichen Geschäften mehr, sondern zog sich ganz in den Privatstand zurück.


Zeitungsnachrichten.Bearbeiten

[1812]

Mayland, den 18ten April. [3]

Gestern sind Se. Kaiserl. Hoheit, der Vicekönig, von hier nach Paris abgereiset.


Paris, den 25sten April.

Se. Kaiserl. Hoheit, der Vicekönig von Italien, ist am 22sten zu Paris angekommen. Se. Majestät, der König von Neapel, werden nächstens erwartet.


Paris, den 8ten May.

Se. Kaiserl. Hoheit, der Prinz Vicekönig von Italien, ist von Paris wieder abgereiset.


Vom Mayn, vom 9ten May.

Se. Kaiserl. Hoheit, der Prinz Vicekönig von Italien, Erbgroßherzog von Frankfurt, sind am 5ten May zu Frankfurt eingetroffen, speiseten bey Sr. Excellenz, dem Herrn Gouverneur Grafen von Tascher, und setzten alsdann in Begleitung desselben die Reise noch am nämlichen Tage weiter fort.


Frankfurt, den 11ten May.

Am 9ten ging unser Großherzog hier durch nach Maynz, um, dem Vernehmen nach, dort den Kaiser und die Kaiserin von Frankreich zu empfangen. Er kam aber gestern wieder zurück, und ging, so wie auch der hier eingetroffene Großherzog von Baden, nach Aschaffenburg, wo Napoleon heute erwartet wird.

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Se. Kaiserl. Hoheit, der Vicekönig von Italien, wird zu Glogau erwartet. (Am 8ten May passirten Höchstdieselben durch Leipzig.)


Dresden, den 10ten May.

Am 8ten dieses, Vormittags, trafen des Vicekönigs von Italien, Königl. Hoheit, inkognito allhier ein, und traten in dem Ersten der hiesigen Gasthöfe, in dem Hôtel de Pologne, ab, fuhren aber sogleich zu unserm Könige nach Pillnitz, wo Sie als Verwandter des Hauses und als ein allgemein beliebter Fürst mit Freuden empfangen und aufgenommen wurden. Am folgenden Morgen um 10 Uhr kehrten Se. Königl. Hoheit hierher zurück, und stiegen im königl. Schlosse in den Zimmern des Herzogs von Sachsen-Teschen ab, wo bereits Kammerherren und Adjutanten unseres Königs zur Aufwartung angestellt waren. Indeß war der Aufenthalt Sr. Königl. Hoheit nur auf ein paar Stunden beschränkt. Um 12 Uhr nahmen Höchstdieselben im Audienzsaale, an einer Tafel von 16 Kouverts, an welcher sich alle Großen unsers Hofes anwesend befanden, ein Frühstück ein. Sr. Königl. Hoheit zur rechten saß der Graf Marcolini, zur linken unser Kriegs- und Kabinetsminister. Der Vicekönig ist ein schöner Mann, in dessen Zügen, so wie in seinem ganzen Wesen, Würde mit Leutseligkeit verbunden erscheint. Er trug blaue Uniform und den sächsischen Orden der Rautenkrone mit dem grünen Bande über den Rock. Er sprach viel mit seinen Nachbarn und stets mit dem Ausdruck geselliger Anmuth. Gegen 1 Uhr ward die Tafel aufgehoben, und der Vicekönig zog sich in ein Nebenzimmer zurück, gab unserm Kabinetsminister, Grafen Senft, und dem Grafen Marcolini noch kurze Audienzen und ging dann durch eine große Menge von Einwohnern Dresdens beyderley Geschlechts, die sich vom Tafelzimmer an in den Vorzimmern, S~en und auf den Treppen versammelt hatten, unter Vortretung und Begleitung derer, die mit ihm gespeiset hatten, zu seinem unten an der Schloßtreppe ihn erwartenden Reisewagen, und fuhr unter Bedeckung von 1 Officier und 12 Mann von der Leibkürassiergarde ab. Vor dem schwarzen Thore entließen Se. Königl. Hoheit diese militärische Begleitung, und beschenkten beym Abschiede den Officier mit einer goldenen Uhr, so wie auch mehrere der dienstthuenden Personen von Höchstdemselben beschenkt worden waren.


Posen, den 15ten May.

Am 13ten, Nachmittags, kamen Se. Kaiserl. Hoheit, der französische Prinz Vicekönig von Italien, hier an, und reisten Abends um 9 Uhr wieder von hier ab.


Warschau, den 29sten Juny. [4]

Der Vicekönig von Italien hat am 20sten May zu Lipno, jenseits der Weichsel (zwischen Plock und Thorn), die versammelten königlich-bayerschen Truppen, 15,000 Mann stark, unter den Befehlen des Generals Wrede, gemustert, und ist dann nach Thorn abgereist.


Quellen.Bearbeiten

  1. Neue Plutarch 1807.
  2. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 108. Sonnabend, den 4. May 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 171. Mittewoch, den 17/29. July 1812.


Porträten.Bearbeiten


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