Etat der englischen Expedition nach Portugall und Spanien.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Der Etat der englischen Expedition nach Portugall und Spanien war nach offiziellen Angaben folgender:

Kommandeur en Chef, Sir Hew Dalrymple, zweiter im Kommando GeneralLieutenant Sir H. Burrard.
Erste Division, kommandirt vom GeneralLieutenant John Hope, unter ihm, vom BrigadeGeneral Akland und GeneralMajor Ferguson, stark 5558 Mann, lauter Infanterie.
Zweiter Division, kommandirt vom GeneralLieutenant Lord Paget und unter ihm, GeneralMajor Spencer und BrigadeGeneral Nightingale, stark 5500 Mann, lauter Infanterie.
Dritte Division, kommandirt vom GeneralLieutenant Frazer, unter ihm GeneralMajor Hill und BrigadeGeneral Fane, stark 5540 Mann, lauter Infanterie.
Vierte Division, kommandirt vom GeneralLieutenant Arthur Wellesley, unter ihm, BrigadeGeneral Craufurd und GeneralMajor Murray, stark 5330 Mann, lauter Infanterie.
Reserve, kommandirt vom GeneralLieutenant Sir John Moore, unter ihm, BrigadeGeneral Anstruther und BrigadeGeneral Stuart, stark 7418 Mann, worunter 1203 Mann Kavallerie leichter Dragoner.

Ueberdem war eine zweite Expedition zum Absegeln bereit, welche aus 8000 Mann Reuterei und 15,000 Mann Fußvolk bestehen sollte, und GeneralMajor Sir Samuel Achmuty hatte Elaubniß erhalten, das 9 GarnisonBataillon zu einer Legion für Spanien einzurichten.

Die erste Expedition betrug ohne Train und Artillerie 29,246 Mann, die doch noch nicht alle in den Gefechten bei Roleja und Vimiera waren.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1808]

Großbrittanien. [2]

Trotz des schlimmen Ausgangs jener ersten Versuche des Generals Spencer gegen Cadiz, scheint es, unsere Regierung habe noch Hoffnung glücklicherer Erfolge. Ohne noch zu wissen, auf welchen Punkt Spaniens sie ihre Streitkraft hinwenden soll, sendet sie vorläufig gegen dies Königreich 30,000 Waffen aller Art, 600 Tonnen Munizion, 4 Millionen Patronen, mehrere Artilleriegegenstände xc. Alle diese Einschiffungen geschehen zu Woolwich. Man weiß aber nicht, an welchen Ort auf den Spanischen Küsten sie gebracht werden. Der Oberste Dyer soll in einer auf diese Rüstungen Bezug habenden militärischen Sendung abgereist seyn.


Großbrittanien. [3]

Auch von den Englischen Truppen, welche zur Vertheidigung der Insel Sizilien dienen, sind 3 Regimenter eingeschifft worden, um sie an die Spanischen Küsten zu transportiren.


Großbrittanien. [4]

London vom 4. July. Die Expedizion des Sir Arthur Wellesley war am 25. Juny noch nicht von Cork abgesegelt. Zu Chatham werden mehrere Transportschiffe ausgerüstet. Von der Bank giengen vorgestern 20 Wagen mit Geld nach Portsmouth ab.


Großbrittanien. [5]

Die Expedizion, die im Begriff war, von Cork abzusegeln, besteht aus 7840 Mann.


Großbrittanien. [6]

Cork den 12. Jul. "Heute Morgen segelte die Expedizion unter Sir Arthur Wellesley von hier ab. Die Kriegsschiffe Donnegall, Resistance und Crocodill begleiten sie. Die eingeschifften Truppen sind folgende: ein Detaschement vom 20. Dragonerregiment, das 5., 9., 36., 38., 40., 45., 60. Regiment (5. Bataillon), das 71. und 91. Infanterieregiment, und 2 Abtheilungen von Kommissariatpferden. Sir Arthur Wellesley befindet sich mit dem Stabe am Bord des Donnegall."

Die vom Tajo zu Portsmouth angekommene Fregatte la Gloire begegnete am 14. Jul. der Expedizion unter Kommando von Sir A. Wellesley unterm 48. Grad der Breite und 9. Grad der Länge.

Die Truppen der von Cork abgesegelten Expedizion werden unter dem Generallieutenant Wellesley, von dem Generalmajor Hill und Ferguson, und von den Brigadegenerals Fane und Craufurd kommandirt.


Großbrittanien. [7]

Wellesley segelt mit seiner Expedizion nach den atlandischen Gewässern. Tanger auf der Afrikanischen Küste in der Meerenge von Gibraltar wurde den Transportschiffen als Vereinigungspunkt angewiesen, im Fall sie auf der Fahrt getrennt werden sollten. Auch hatten sie den Befehl, die Meerenge nicht ohne Schutz zu durchschiffen.


Großbrittanien. [8]

In der Zeitung von Carlscrona liest man folgende Nachrichten aus England: Am 31. July ist die Hannöversche Legion, verstärkt durch die Division des Gen. Anstruther, von Plymouth nach den Spanischen Küsten abgesegelt. In den Deputirten der Insurgenten in London ist noch der Adm. Apadoca gekommen. Marquis Wellesley ist am Ende des July mit seiner Expedizion von 14,000 Mann einige Stunden von Lissabon gelandet. Schon vorher waren 1000 Seesoldaten unweit Oporto ans Land gesetzt worden. Nach Corunna gegen wieder regelmässige Paketböte. Sir Arthur Wellesley hatte vor seiner Ankunft bey Lissabon mit dem Bischof von Oporto eine Unterredung gehabt. Die Insurrekzionsjunta von Asturien hat sich eine Garde von 500 Mann zugelegt. Zu Coimbra haben die Studenten die Feder mit dem Degen vertauscht. Ausser dem Gen. Castannos werden die Spanischen Insurgenten von den Generalen Palafox, de la Cuesta, Cervellon, Llamos, Caro xc. kommandirt.


Spanien. [9]

Nr. 24. Den 19. August. Aus London hat man die wiederholte Nachricht, nächstens sollten 40,000 Engländer unter den Generalen Dalrymple, Moor, Wellesley und Spencer, landen, und ihr Hauptquartier in Gibraltar seyn. Beym Angriffe der Festung Rosas verloren die Franzosen viele Todte und 200 Gefangene. Ihre, aus Barcellona gegen Hostalric vorgerückte Division, ist nun von den Unsrigen, eingeschlossen.


Portugall. [10]

Aus den Englischen Bulletins, welche über die letzten Vorfälle in Portugal zu Gothenburg verbreitet sind, führen die Französischen Blätter auch noch an, in dem Treffen bey Zambueska am 17. August sey dieselbe 6000 Mann stark, und von den Generalen Laborde und Bernier kommandirt gewesen. Am 21. bey Bineira habe Gen. Junot selbst den Oberbefehl geführt, und seine ganze Macht, die sich auf 14,000 Mann belaufen, beysammen gehabt. Englischer Seits habe Gen. Wellesley kommandirt, und obgleich während des Treffens Gen. Burrard, der höher im Range stehe, angekommen sey, so habe er sich doch in keine Disposizion gemischt. Nach dem Treffen sey Gen. Dalrymple angelangt, und habe das Kommando übernommen. Bey der Englischen Armee hätten sich Verhältnißmässig wenig Portugiesische Truppen befunden.

Die Gothenburger Blätter enthalten ferners Folgendes aus London vom 6. Sept.: Nach der Hofzeitung vom 3. d. sind in Portugal drey Gefechte vorgefallen, und zwar das erste am 15. Aug. bey Lourinha; das zweyte am 17. Aug. bey Roleia, und das dritte am 21. Aug. bey Vineira. Unser gesammter Verlust an Todten, Verwundeten und Vermißten beträgt 1288 Mann. -- Das Schiff Thunderer ist von Palermo zu Plymouth angekommen. Sir Charles Cotton war mit seiner Flotte bey Lissabon, Lord Collingwood bey Kadix. Die Flotte des Admirals Thornborough, die an den südlichen Französischen und Spanischen Küsten kreuzte, bestand aus 13 Schiffen.

London, den 13. Sept. Wir erhielten, sagt the Times, aus Portugal die Nachricht von drey neuen Treffen zwischen unserer und der Französischen Armee am 16., 17. und 21. August, in denen wir mehrere Stabsoffiziere und 400 Todte und 600 Verwundete verloren. Am 17. hatten wir unser Hauptquartier zu Villaverde. Nach dem Rückzug eines halben Tagmarsches wurden wir am 21. in unserer Posizion von Vineira angegriffen, das 20. Dragonerregiment und Spencer's Korps, die Oberstlieutenants Lake und Taylor fielen, und ihr Korps litten sehr. Wir haben fast keine Kavallerie, die Franzosen dagegen eine zahlreiche. 3 bis 500 Gefangene machten die Franzosen. Nach der Schlacht vom 21. zogen wir unsere Macht an den Ufern des Meeres bey Maceira zusammen. Die Franzosen blieben in ihrer Stellung, wo sie sich zu verstärken schienen. Die 15 Kanonen, die wir auf unserm Marsche eroberten, sind eisene, welche die Französischen Vorposten aus den Schlössern in den Gebirgspässen weggeführt hatten. Die Französische Kavallerie ist furchtbar. Unsere Infanterie soll aber nach Moore's Ankunft zahlreicher als die Französische seyn. Wenn es wahr ist, daß der Herzog von Abrantes die Befestigungen von St. Julien in ein verschanztes Lager mit 500 Kanonen besetzt verwandelte, so würde ihn, wenn es uns auch gelänge ihn in seiner jetzigen Stellung, welche Lissabon deckt, zu überwältigen, nichts hindern, sich in sein Lager, das auf 6 Monate verproviantirt ist, zurückzuziehen. Die Franzosen würden also Zeit haben, und von Douro her zu umgehen. Nach Cork wurde am 5. der Befehl gesendet, daß Sir David Baird sogleich unter Segel gehen soll. Die Truppen müssen ihre Bagage zurücklassen. Den letzten Nachrichten aus Paris zu Folge hat Napoleon [≡] erklärt, daß er Gewalt gebrauchen würde, und daß "die Angelegenheiten Spaniens unwiderruflich bestimmt wären" Wir hoffen, die Spanier werden bald diesen grossen Kampf bestehen können. Unserer Ehre befiehlt und, ihnen mit aller unserer Macht zu helfen. Die Macht unsers Feindes ist allenthalben in Bewegung; 80,000 seiner alten Truppen gehen über die Pyrenäen, und die Englischen Truppen haben schon gezeigt, daß sie sich mit ihnen messen können.



Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Chronik des neunzehnten Jahrhunderts. Fünfter Band, 1808. ausgearbeitet von Dr. Carl Venturini, herausgegeben von G. G. Bredow. Altona bei Johann Friedrich Hammerich. 1811.
  2. Wiener-Zeitung, Nro 58. Mittwoch, den 20. July 1808.
  3. Wiener-Zeitung. Nro 64. Mittwoch, den 10. August 1808.
  4. Wiener-Zeitung. Nro 65. Sonnabend, den 13. August 1808.
  5. Wiener-Zeitung. Nro 66. Mittwoch, den 17. August 1808.
  6. Wiener-Zeitung. Nro 68. Mittwoch, den 24. August 1808.
  7. Wiener-Zeitung. Nro 72. Mittwoch den 7. September 1808.
  8. Wiener-Zeitung. Nro 77. Sonnabend, den 24. September 1808.
  9. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
  10. Wiener-Zeitung. Nro 81. Sonnabend, den 8. Oktober 1808.
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