J. J. Ferdinand, Erzherzog von Oesterreich.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1]
Ferdinand, (J. J.) Erzherzog von Oesterreich, Bruder des Kaisers Franz, gebohren den 6. May 1769. Er war Großherzog von Toskana und der erste Souverain von Europa, der, als solcher, 1795 mit der französischen Republik einen Frieden schloß. Sein Minister zu Paris, Graf Carletti, erhielt von dem Direktorium Befehl, die Hauptstadt zu verlassen, weil er verlangt hatte, vor die, damahls im Tempel verhaftete, Tochter Ludwigs XVI. gelassen zu werden. Der Großherzog verlor durch den Krieg seine Staaten und wurde in dem Frieden von Lüneville mit dem Fürstenthum Salzburg entschädigt, von dem er als ernannter Churfürst des heiligen römischen Reichs den 27. April 1803 Besitz nahm. Bey dem Annähern der französischen Armee im November 1805 verließ er seine Residenz und folgte dem Wiener Hofe. In dem Frieden von Preßburg den 26. Dezember 1805 vertauschte er Salzburg gegen das Fürstenthum Würzburg, nahm nach der Aufhebung der deutschen Reichsverfassung den Titel eines Großherzogs von Würzburg an, und trat dem rheinischen Bunde bey. Im Jahre 1806 war er auf Besuch in Paris, bey dem Ausbruch des Kriegs im Jahre 1809 ging er nach Frankfurt. Seine Gemahlinn, eine Neapolitanische Prinzessinn, starb im Jahr 1802 und hinterließ ihm zwey Kinder.


Großherzog von Toscana.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[2]
Der Großherzog von Toscana ist ein wohldenkender Herr. Das Glück des Volks ist seinem Herzen angelegen. Er hat durch die sorgfältige Erziehung, die man ihm gegeben, sich Einsichten, und Kenntniße erworben. Er ist aufrichtig ein guter Katholik, aber ohne Bigoiterie, und ohne Intoleranz. Die unter Leopold eingeführte geheimen Kundschafterey hat er gänzlich abgeschaft.


Französische Merkwürdigkeiten und Anekdoten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[3]

Schreiben aus Paris vom 12. März.

Der Graf Munarini betreibt hier, nebst dem Hofrathe Abel, die Entschädigung des Erzherzogs Ferdinand für das, durch den Preßburger Frieden verlorne Land Breisgau. Er war einst Minister des Herzogs von Modena und sucht zugleich die Ansprüche wegen Massa und Carrara in Anregung zu bringen.


Zeitungsnachrichten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[1806]

[4]

Rheinischer Bund.

Am 30. Sept. um die Mittagsstunde wurde in Würzburg durch Herolde ausgerufen: "daß Se. Königl. Hoheit der Churfürst den Titel: Großherzog von Würzburg, angenommen habe, und daß er dem Rheinbunde beygetreten sey."

[5]
Schweinfurt, 9. Mai.

Seine hochfürstliche Gnaden', Georg Carl, Fürstbischoff zu Bamberg und Würzburg langten am 6. d. zu Würzburg an, (Sie sind am 9. d. in Bamberg wieder eingetroffen) sie speisten bei Ihrer königl. Hoheit an einer Tafel von 16 Gedecken; sonst hat der ehrwürdige Kurfürst, treu den Grundsätzen der weisen Oekonomie, welche den Prinzen seines Hauses eigen ist, nur immer eine kleine Tafel von 6 -- 8 Gedecken; er fährt fast täglich nach Veitshöchheim, dort sind aber die Bau-Arbeiten eingestellt. Auch ist bei Hof noch nicht alles ausgepackt; im Marstalle sind auch toskan. Pferde und Maulthiere. Die blauen Uniformen der Dienerschaft werden provisorisch mit kleinen Abänderungen fortgetragen, um nicht neue Kösten zu veranlassen. Die Pensionäre vom fürstbischöfl. Hofstaate sind wieder in Thätigkeit gesetzt worden.


[1812]

Töplitz, den 22sten July. [6]

Gestern sind Se. Kaiserl. Hoheit, der Großherzog von Würzburg, hier angekommen.


Töplitz, den 10ten September. [7]

Heute früh um 5 Uhr reiseten Se. Kaiserl. Hoheit, der Erzherzog Ferdinand, Großherzog von Würzburg, nach einem siebenwöchentlichen Aufenthalte nach Würzburg zurück.


Frankfurt, den 16ten September. [8]

Se. Kaiserl. Hoheit, der Großherzog von Würzburg, ist am 12ten dieses von der Reise nach Töplitz zu Werneck, seiner Sommerresidenz, wieder eingetroffen.


Quellen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Moderne Biographien, oder kurze Nachrichten von dem Leben und den Thaten der berühmtesten Menschen, von Karl Reichard. Leipzig, 1811. In Commission bey Peter Hammer.
  2. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Hamburg in der Hoffmannschen Buchhandlung. Jahrgang 1796
  3. Politisches Journal nebst Anzeige von gelehrten und andern Sachen. Jahrgang 1806.
  4. Wiener Zeitung. Nro 82. Sonnabend, den 11. October 1806.
  5. Bamberger Zeitung. Nro. 131. Sonntag, 11. Mai 1806.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 190. Donnerstag, den 8/20. August 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 232. Donnerstag, den 26. September/8. Oktober. 1812.
  8. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 238. Donnerstag, den 3/15. Oktober 1812.


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