Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Fontainebleau.[]

[1]
Fontainebleau, eine Stadt von 7 - 8000 Einwohnern im Departement der Seine und Marne. Das hier befindliche Lustschloß ist rings mit Waldungen umgeben. Es besteht aus vier Gebäuden, zu welchen Franz I. den Grund gelegt, woran Heinrich IV., Ludwig XIV. und XV. bauten, und wo die du Barry's und Montespans die Schätze des schönsten und reichsten Landes in Europa verschwelgten. In demselben ist die Hirschgallerie, woselbst die schwedische Königin Christina 1654 ihren Stallmeister, den Grafen Monaldeschi, hinrichten ließ. In dem Schlosse von Fontainebleau wurden am 3. November 1762 die Friedenspräliminarien zwischen Frankreich, England, Spanien und Portugal unterzeichnet, und den 20sten die Ratificationen ausgewechselt. Hier jagte Napoleon oft, und hier ließ er seit 1809 den Papst Pius VII. gefangen halten, und am 25. Jan. 1813 das Concordat unterschreiben. Am 11. April 1814 unterzeichnete er hier seine Thronentsagung.


Chateau de Fontainebleau.


Le Mémorial de Sainte-Hélène.[]

[2]

Sonntag, den 4ten. (August 1816)

"Dieß, sagte er, indem er Fontainebleau wieder nannte, ist der wahre Aufenthalt der Könige, das Haus der Jahrhunderte. Vielleicht war es, strenge genommen, nicht in dem besten architectonischen Geschmack, aber ganz sicher ein wohl berechneter und vollkommen passender Wohnort. Man konnte in ganz Europa nichts bequemeres, keine glücklichere Lage für einen Souverän finden, u. s. w.


Zeitungsnachrichten.[]

[1808]

[3]

Frankreich.

Paris den 4. July. Den 3. ist die militärische Schule von Fontaine~leau nach St. Cyr verlegt worden. Die Zöglinge müssen den Weg in 3 Tagen zu Fuß, den Tornister auf dem Rücken, machen.


Quellen.[]

  1. Conversations-Lexicon oder encyclopädisches Handwörterbuch für gebildete Stände. Stuttgart bei A. F. Macklot. 1816.
  2. Denkwürdigkeiten von Sanct-Helena, oder Tagebuch, in welchem alles, was Napoleon in einem Zeitraume von achtzehn Monaten gesprochen und gethan hat, Tag für Tag aufgezeichnet ist. Von dem Grafen von Las Cases. Stuttgart und Tübingen in der J. G. Gotta'schen Buchhandlung. 1823.
  3. Wiener-Zeitung, Nro 58. Mittwoch, den 20. July 1808.
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