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Von [[Landshut]] bis <big>Mosburg</big>, (2 M.) einem unbedeutenden Städtchen, dauert der Weg fort, wie vorher, und wie nachher von dieser Stadt auf <big>Freysingen</big>. (2 M.) Das Land war immer noch überaus lachend und fruchtbar, aber dennoch waren die Dörfer weniger reinlich und die Einwohner weniger wohlhabend, als kurz vorher. Die Menschengattung fand ich hier sehr häßlich, besonders das andere Geschlecht. Freysingen selbst sieht man erst kurz zuvor, ehe man hinein kömmt. Der Theil davon, der, mit dem Dom und dem Schlosse, auf einem Hügel liegt, gewährt eine gute Aussicht. Gebauet ist diese Stadt übrigens wie alle Städte, durch die ich bis jetzt noch in [[Bayern]] gekommen bin: im Geschmack von [[Breslau]]; die Giebel größestentheils vorn heraus und lange hölzerne Dachrinnen dazwischen. Das Pflaster ist gut und, wie zu [[Landshut]], aus lauter sehr kleinen Feldsteinen zusammengesetzt. </blockquote>
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Von [[Landshut]] bis <big>[[Moosburg|Mosburg]]</big>, (2 M.) einem unbedeutenden Städtchen, dauert der Weg fort, wie vorher, und wie nachher von dieser Stadt auf <big>Freysingen</big>. (2 M.) Das Land war immer noch überaus lachend und fruchtbar, aber dennoch waren die Dörfer weniger reinlich und die Einwohner weniger wohlhabend, als kurz vorher. Die Menschengattung fand ich hier sehr häßlich, besonders das andere Geschlecht. Freysingen selbst sieht man erst kurz zuvor, ehe man hinein kömmt. Der Theil davon, der, mit dem Dom und dem Schlosse, auf einem Hügel liegt, gewährt eine gute Aussicht. Gebauet ist diese Stadt übrigens wie alle Städte, durch die ich bis jetzt noch in [[Bayern]] gekommen bin: im Geschmack von [[Breslau]]; die Giebel größestentheils vorn heraus und lange hölzerne Dachrinnen dazwischen. Das Pflaster ist gut und, wie zu [[Landshut]], aus lauter sehr kleinen Feldsteinen zusammengesetzt. </blockquote>
   
   

Aktuelle Version vom 26. März 2020, 20:24 Uhr

Freysingen.Bearbeiten


Freysingen,[1] Hauptstadt des ehemal. Bißthums Freysingen, mit 6,000 Einw. liegt am Flüßchen Mosach, unweit der Iser, auf 2 Bergen. Auf dem einen Berge ist das Residenzschloß, die Kathedralkirche u. s. w. Auf dem andern findet man die Benediktinerabtey Weih nstephan, wo sich jezt ein Forstinstitut befindet, und die Collegiatkirche St. Veit. In der gleich darunter liegenden Stadt ist die marmorne Mariensäule auf dem großen Marktplatze, das Benediktinerlycäum und das Collegium der vormaligen Jesuiten vornemlich zu merken. Ausser diesen befanden sich daselbst noch die Kollegiatstifte St. Andre und St. Johann. Sie wurden, so wie das Domstift, bey der Bayrischen Besitznahme im Jahr 1802 aufgehoben und die Pfarren mit der Hauptpfarrkirch zu St. Georg vereinigt. Ausser dieser wird nur in der Domkirche jezt noch Gottesdienst gehalten. Das ehemalige Seminarium ist zum Theil zur Kaserne eingerichtet.


Von Reisende.Bearbeiten

Friedrich Schulz. [2]

[1793]

Von Landshut bis Mosburg, (2 M.) einem unbedeutenden Städtchen, dauert der Weg fort, wie vorher, und wie nachher von dieser Stadt auf Freysingen. (2 M.) Das Land war immer noch überaus lachend und fruchtbar, aber dennoch waren die Dörfer weniger reinlich und die Einwohner weniger wohlhabend, als kurz vorher. Die Menschengattung fand ich hier sehr häßlich, besonders das andere Geschlecht. Freysingen selbst sieht man erst kurz zuvor, ehe man hinein kömmt. Der Theil davon, der, mit dem Dom und dem Schlosse, auf einem Hügel liegt, gewährt eine gute Aussicht. Gebauet ist diese Stadt übrigens wie alle Städte, durch die ich bis jetzt noch in Bayern gekommen bin: im Geschmack von Breslau; die Giebel größestentheils vorn heraus und lange hölzerne Dachrinnen dazwischen. Das Pflaster ist gut und, wie zu Landshut, aus lauter sehr kleinen Feldsteinen zusammengesetzt.


Quellen.Bearbeiten

  1. Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Neu bearbeitet von Konrad Mannert, Königl. Bairischen Hofrath und Professor der Geschichte und Geographie zu Würzburg. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Reise eines Liefländers von Riga nach Warschau, durch Südpreußen, über Breslau, Dresden, Karlsbad, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg, München, Salzburg, Linz, Wien und Klagenfurt, nach Botzen in Tyrol. Berlin, 1795. bei Friedrich Vieweg dem ältern.
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