Collectie Rijksmuseum Amsterdam.


Friedrich Eugen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Friedrich Eugen,[1] regierende Herzog zu Wirtemberg-Stutgard, des heil. röm. Reichs, des schwäbischen Kreises und königlich Preussischer Generalfeldmarschall, Ritter des russisch kaiserlichen Andreas- und Alexander-Newsky-, wie auch des königlich Preussischen rothen und schwarzen Adlerordens. Er war am 21 Januar 1732 aus der herzoglichen Ehe Carl Alexanders, Herzog von Würtemberg-Stutgard, der am 12 März 1737 starb, und Marien Augusten, gebohrne Fürstin von Thurn und Taxis, entsprossen. Erziehung, Reisen und Ausbildung waren seinem fürstlichen Stande angemessen. 1749 kam er als Oberster in preussische Kriegsdiente, erhielt das Alt-Würtembergische Dragonerregiment als Chef, und 1753 den rothen Adlerorden. Im Junius 1755 wohnte er den Unternehmungen der französ. Truppen auf Minorka bei, wo sein Bruder, Prinz Ludwig, das Kommando führte. Im Oktober 1756 ward er Generalmajor. Im siebenjährigen Kriege bewies er bei vielen Gelegenheiten eben so viel persönliche Tapferkeit als Feldherrntalente. In dem Treffen bei Reichenberg machte er einen muthvollen Einfall auf die Cavallerie, tödtete den General Pugurati, und erbeutete 3 Standarten und einige Kanonen. Eben so rühmlich zeichnete er sich in der Schlacht bei Prag aus, wo er beinahe sein Leben verlohren hätte. Schon war er von Feinden umringt, als ein Dragoner hinzurit, dem feindlichen Reuter von hinter den Kopf spaltete, und den Prinzen rettete. Der König machte diesen Dragoner zum Lieutenant. Im Dezember 1757 ward Friedrich Eugen Generallieutenant, und im folgenden Jahren fiel er mit der königlichen Armee in Mähren ein. In dem Treffen bei Kunersdorf, am 12 Aug. 1759, ward er verwundet, und dann der Heilung wegen nach Schwedt, zu seinem Schwiegervater, dem Markgrafen Friedrich Wilhelm, gebracht. Hier wurden beide Prinzen, bei einem Ueberfall der Kosaken, gefangen fortgeschlept, bald aber von einem Korps preussischer Husaren wieder in Freiheit gesezt. Nach seiner Wiederherstellung erhielt der Prinz das Kommando eines Korps gegen die Russen und Schweden. Mit diesem befand er sich 1760 bei der beschwerlichen Belagerung von Kolberg, und eilte im Oktober Berlin zu Hülfe, welches von den Russen berennt worden war. Die Oesterreicher, die sich mit denselben verbanden, machten es unmöglich, die Stadt zu retten, daher zog er sich, nach einer Kanonade und einigen Scharmüzeln, über Spandau zurük. Im Nov. dieses Jahrs focht er in der Schlacht bei Torgau, gieng dann wieder nach Pommern, und bezog seine Quartiere im Meklenburgischen, wo er einen Kordon gegen die schwedische Armee ziehen ließ, und Kontribution eintrieb. Dabei hielt er aber gute Mannszucht, und ertheilte der neuen Universität Bützow einen besondern Schuzbrief. 1761 bewies er wieder eine ausgezeichnete Tapferkeit, um Kolberg, welches die Russen von neuem angriefen, zu retten; allein die angestrengtesten Bemühungen waren fruchtlos. Der Prinz zog sich darauf nach Meklenburg, um die Schweden daraus zu vertreiben, und seine Winterquartiere daselbst zu nehmen. Am 10 April 1762 schloß er mit dem schwedischen Generallieutenant von Ehrenschwerdt zu Ritnitz einen Waffenstillstand, worauf am 20 Mai der Friede erfolgte. Schon im April war der Prinz zur Armee nach Sachsen gegangen, und im August dekte er die Belagerung von Schweidnitz, nach dessen Einnahme auch bald die Aussöhnung mit den Russen und Oesterreichern erfolgte. Im Mai 1769 verließ Friedrich Eugen die preussischen Dienste, und hielt sich darauf bei seinem Bruder, dem Herzog Carl, in Stuttgart auf. In der Folge residirte er mehrere Jahre zu Mömpelgard, bis der französische Krieg diese Gegend unsicher machte, worauf er sich in das, von dem Könige von Preussen, im Jahr 1792 erhaltene Generalgouvernement über die beiden fränkischen Fürstenthümer Bayreuth und Ansbach begab, und seine Residenz in Bayreuth nahm. Hier wurde er 1795 königlich preussischer Generalfeldmarschall. Am 20 Mai dieses Jahrs, nach dem Tode seines Bruders, der Herzog Ludwig Eugen von Würtemberg-Stutgard, übernahm er die Regierung der würtembergischen Staaten, gerade unter sehr bedenklichen Umständen, da der französische Krieg sie zu zerrütten drohte. Er traf die wirksamsten Anstalten, und schloß bald darauf einen Separatfrieden mit Frankreich. Regentensorge und die anhaltendsten zu vielen Arbeiten, die er selbst übernahm, beschleunigten seinen Tod, welcher am 23 Dezember 1797 erfolgte, nachdem er nur 2 Jahre und 7 Monate regiert, und ein Alter von 65 Jahren erreicht hatte. Vermählt hatte er sich am 29 November 1753 mit Friedriken Sophie Dorotheen, ältesten Prinzessin Tochter des Markgrafen Friedrich Wilhelms von Schwedt, von der acht Prinzen und vier Prinzessinnen gebohren worden sind. Der älteste Prinz ist der jezt regierende Herzog von Wirtemberg, Friedrich Wilhelm Carl, gebohren den 7 November 1754. Die älteste Prinzessinn war die Gemahlin des russischen Kaiser Paul I, Marie Feodorowne, gebohren den 25 Oktober 1759. Sparsamkeit ohne Geiz, Pracht ohne Verschwendung, Heldenmuth ohne Grausamkeit, Vater- und Landesliebe, Güte des Herzens, Gottesfurcht und Tugend waren die Grundzüge in dem Charakter des Herzogs Friedrich Eugen.


Literatur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeines Historisches Handwörterbuch aller merkwürdigen Personen, die in dem lezten Jahrzehend des achtzehnten Jahrhunderts gestorben sind. Von Samuel Baur, Pfarrer in Göttingen, im Ulmischen. Ulm, 1803. im Verlag der Stettinischen Buchhandlung.
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.