Von Bastille bis Waterloo. Wiki
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Friedrich Wilhelm III. König von Preussen.

Zeitungsnachrichten.[]

[1812]

Berlin, den 7ten Januar. [1]

Se. Majestät, der König, sind seit dem 2ten d. M. von Potsdam hier eingetroffen, und werden dem Vernehmen nach den Winter über in Berlin verbleiben.


Von den sächsischen Gränze, vom 26sten May.

Heute, Abends um 6 Uhr, sind Se. Majestät, der König von Preussen, in erwünschtem Wohlseyn in Großenhayn angekommen, und wurden daselbst im Namen Sr. Majestät, des Kaisers Napoleon, von zwey seiner Adjutanten, desgleichen im Namen Sr. Majestät, des Königs von Sachsen, von zwey seiner Generale bekomplimentirt. In allen sächsischen Orten, durch welche die Reise Sr. Majestät, des Königs von Preussen, ging, wurden Allerhöchstdieselben mit Glockengeläute und unter Paradirung der Bürger empfangen.


Berlin, den 4ten Juny.

Am 2ten dieses, Nachmittags, trafen Se. Majestät, der König, in erwünschtem Wohlseyn von der nach Dresden unternommenen Reise in Potsdam, und desselben Tages, Nachts um 11 Uhr, Se. Königl. Hoheit, der Kronprinz, von eben daher in hiesige Residenz wiederum ein.


Berlin, den 6ten August. [2]

Gestern, Morgens um 6 Uhr, sind Se. Majestät, der König, aus Charlottenburg nach Schlesien abgereiset. Im Gefolge Sr. Majestät befinden sich Se. Excellenz, der Staatskanzler, Freyherr von Hardenberg (der in Begleitung des Staatsraths Jordan bereits am 4ten dieses nach Breslau abging), Se. Excellenz, der Generallieutenant von Köckritz, die Flügeladjutanten Major von Wrangel und von Luck, der Major von Thiele, und der geheime Kabinetsrath Albrecht.


Breslau, den 9ten August. [3]

Gestern, Vormittags, geruheten Se. Majestät, die in hiesiger Stadt und in den nahe gelegenen Dörfern befindlichen Truppen ein großes Manöuvre exekutiren zu lassen. Zu dem Ende waren die Truppen in zwey Korps getheilt. Das diesseitige stand unter den Befehlen des Herrn Oberstlieutenants von Klüx, das den Feind vorstellende aber wurde von dem Herrn Obersten von Zieten befehligt. Se. Königl. Majestät geruheten über die Präcision, mit welcher dieses Manöuvre ausgeführt wurde, Ihre Allerhöchste Zufriedenheit zu erkennen zu geben. Mittags war große Tafel bey Sr. Majestät, zu welcher die hier anwesenden hohen Standespersonen zugezogen zu werden die Ehre hatten. -- Abends geruheten Allerhöchstdieselben einem Thé dansant beyzuwohnen, welcher von des königl. Oberlandeshauptmanns von Schlesien, Herrn von Massow Excellenz, gegeben wurde. Heute Morgen gegen 7 Uhr sind Se. Königl. Majestät, nachdem sich sämmtliche hohe Autoritäten noch zur Abschiedskour eingefunden hatten, wieder von hier abgereiset, und haben den Weg nach Neisse genommen. -- Auch des königl. Staatskanzlers, Herrn Freyherrn von Hardenberg Excellenz, haben heute früh um 8 Uhr unsere Stadt wieder verlassen.


Vermischte Nachrichten. [4]

Se. Majestät, der König von Preussen, sind am 13ten August in aller Frühe von Glatz inkognito, unter dem Namen eines Grafen von Ruppin, angereist, um sich über Prag, wo Allerhöchstdieselben einen Tag zu verweilen gedachten, nach dem Badeort Töplitz zu begeben und dort einige Wochen das Bad zu gebrauchen.


Glatz, den 13ten August. [5]

Vorgestern, Abends um halb 6 Uhr, trafen Se. Majestät, unser allergnädigster König, in Begleitung des Prinzen Karl von Mecklenburg-Strelitz, des Staatskanzlers, Freyherrn von Hardenberg Excellenz, und Dero übrigen hohen Gefolge aus Neisse allhier ein, und stiegen im Kommandantenhause ab, woselbst Allerhöchstdieselben von sämmtlichen Behörden ehrfurchtsvoll empfangen wurden. Abends war die ganze Stadt erleuchte, und einige öffentliche Anstalten mit passenden Inschriften versehen. Das am folgenden Morgen intendirte Manöuvre konnte, eines einfallenden heftigen Regens wegen, nur theilweise, erst am Mittage statt finden. Abends war die Stadt wiederum, wie Tags zuvor, erleuchtet. Nachdem Se. Majestät am heutigen Morgen die zweyte niederschlesische Garnisonkompagnie auf dem Paradeplatze bey sich hatten vorbey defiliren lassen, setzten Allerhöchstdieselben unter den herzlichsten Segenswünschen Dero Reise nach dem Töplitzer Bade weiter fort.


Von der sächsischen Gränze, vom 18ten August. [6]

Am 16ten Abends sind Se. Majestät, der König von Preussen, in erwünschtem Wohlseyn über Kollin und Prag in Töplitz angekommen, und im Fürstenhause, das wenige Wochen zuvor auch von Ihro Majestät, der Kaiserin von Oesterreich, bewohnt, und jetzt zum Empfange Sr. Majestät eingerichtet worden war, abgestiegen. Allerhöchstdieselben haben bereits einige Bäder genommen, die Ihnen sehr gut bekommen. Im Gefolge Sr. Majestät befinden sich im Badeort anwesend: Se. Durchlaucht, der Fürst von Sayn-Wittgenstein, die Flügeladjutanten, Major von Luck und von Natzmer, der Major von Thiele, der geheime Kabinetsrath Albrecht, der Hofrath Bußler, der Generalchirurgus Wiebel xc.; im Ganzen, inklusive der Unterofficianten, Livree, Küche und Kellerey, einige 30 Personen.


Aus Böhmen, vom 22sten August. [7]

Des Königs von Preussen Majestät, die Sich zum Gebrauch des Bades aus Schlesien nach Töplitz begeben haben, nahmen Ihren Weg dahin aus Glatz über Prag, und übernachteten in Chrudim, zufällig in demselben Quartier, welches im Jahre 1742 Friedrich der Große bewohnt hatte. Am 14ten, Abends um 6 Uhr, trafen Se. Majestät in Prag ein und stiegen im Gasthofe zum Erzherzog Karl genannt ab. Da Se. Majestät, unter dem Namen eines Grafen von Ruppin, das strengste Inkognito beobachten, so haben, nach Höchstdero ausdrücklichem Wunsche, alle öffentlichen Ehren- und Freudensbezeigungen unterbleiben müssen. Am 15ten nahmen Se. Majestät die Stadt, desgleichen das Schlachtfeld der im siebenjährigen Kriege vorgefallenen Bataille bey Prag, in Augenschein, und wohnten Nachmittags um 5 Uhr vor dem Spitalthore einem Manöuvre der Prager Garnison bey, die dermalen nur aus den beyden Bataillons des Regiments Kollowrat besteht.

Auch das Invalidenhaus haben Se. Majestät besichtigt, und daselbst mit einem Invaliden gesprochen, der jetzt 95 Jahre alt ist, und der Bataille bey Lowositz unter den Fahnen Friedrichs des Zweiten beygewohnt hat. Am 16ten reisten Se. Majestät von Prag nach Töplitz ab, trafen dort desselben Abends halb 6 Uhr ein, wo aber aus vorgedachten Gründen ebenfalls jede öffentliche Auszeichnung unterbleiben mußte. Dem Vernehmen nach bekommt Sr. Majestät die angefangene Badekur ganz wohl, und Höchstdieselben leben, umgeben von dem kleinen Gefolge, mit welchem Sie dorthin gekommen sind, ganz geräuschlos, bloß im Genuß der schönen Natur.


Quellen.[]

  1. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 16. Donnerstag, den 18. Januar 1812.
  2. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 189. Mittewoch, den 7/19. August 1812.
  3. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 197. Freytag, den 16/28. August 1812.
  4. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 198. Sonnabend, den 17/29. August 1812.
  5. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 205. Montag, den 26. August /7. September 1812.
  6. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 202. Donnerstag, den 22. August /3. September 1812.
  7. Allgemeine deutsche Zeitung für Rußland. No. 205. Montag, den 26. August /7. September 1812.
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