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Glogau.Bearbeiten

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Glogau, Kleinglogau, Ober-Glogau, kleine Stadt mit einem Schlosse von 2,147 kathol. Einwohnern nach der Zählung im Jahr 1795, im Fürstenthum Oppeln, in Schlesien. Sie hat ein Collegiatstift, und ein Minoritenkloster, und gehört dem Grafen von Oppersdorf, als ein Majoratsherrschaft.


Zeitgeschichte der Stadt.Bearbeiten

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1791 den 13. Juny zerschmetterte Hagelschlag an der Wetterseite in der Stadt alle Fenster; doch noch schrecklicher verwüstete

1800 den 3. Juny ein ähnliches Schloßwetter Stücke, grösser als Hühnereier fielen, tödteten auf dem Felde viel Schaafe, auch in dem Gehöften Federvieh und durchlöcherten sogar die Schindeldächer. Kein Fenster in der Stadt blieb ganz.

1805 drückte die Theuerung des Brodes den ärmern Theil der Einwohner unbeschreiblich. Es galt der Scheffel Weizen 13 Rthlr. Roggen 12 Rthl. Gerste 8 Rthl. Haber 4 Rtl. Kleien wurden also verbacken, und von mehrern Aas gekocht um den Hunger zu stillen. Krankheiten entstanden durch so ungewohnten Genuß und stürzten keine kleine Zahl in das Grab. Wehe den Kornwucherern, die dieses Elend hartherzig vermehren halfen.

1807 den 4. Mai entstand in der Kosler Vorstadt, dem Thore gerade über beim Bauer Wlaska ein wüthendes Feuer. Der Wind vermehrte die Gluth und es brannten die Häuser am Schießwalle, die Fischer- und Weingasse samt der herrschaftlichen Schäferey und das Minoritenvorwerk nieder, überhaupt 35 Besitzungen. Blos das Wohnhaus des Landraths v. Elstermann und das einer Schusterwittwe wurden erhalten. -- Zu diesem Unfall gesellte sich noch der Krieg, wo die feindlichen, Neisse und Kosel belagernden Truppen, mit bekannter Rohheit verfuhren, den Verpflegungs-Commissar Thomazeck todprügelten und den Stadtmusikus Buschmann erschossen. Bis 1808 d. 20. Nov. wo die Franzosen abzogen betrug der Oberglogau gemachte Aufwand, mit Inbegriff von 3105 Rthl. Kriegssteuer, 43986 Rthl. 21 sgl.

1813 mußte die Stadt Russen verpflegen und an Lieferungen abtragen: 274 Schfl. Roggen, 57 Schfl. Gerste, 8 Schfl. Graupen, 28 Schfl. Grütze, 2589 Pfund Fleisch, 25 Eimer Brandwein, 792 Schfl. Haber, 123 Cent. Heu, 25 Schock Stroh. 1 1/2 Schfl. Kartoffeln, 4 Pfd. Salz, und 7 Pferde. Die Ausrüstung der Landwehr kostete 436 Rthl. Im August trat Ueberschwemmung ein, das Wasser riß die Brücken weg und stieg in der Vorstadt bis an das Malzhaus.

1815 erbaute die Schützengilde im Wallgraben am Klosterthore ein neues massives Schießhaus.

1817 den 24. July kam on der Badergasse bey der Wittwe Fuchs Vormittags 10 Uhr Feuer aus und verzehrte in der Stadt 20 und in der Vorstadt 3 Häuser nebst 2 Scheune. Unglücklicherweise hatte man eine Reparatur der Wasserkunst unternommen, weshalb den Flammen nicht Einhalt gethan werden konnte. Der Brandschaden betrug 32780 Rthl. Durch Vermittelung des durchreisenden Prinzen August von Preußen erhielten die Abgebrannten zu Baukosten vom Könige 8195 Rthl. und ihre Einlieger für den Verlust an Hausgeräth 1305 Rthl. Entschädigung.

1818 dachte man die Thürme der Pfarrkirche mit Kupfer, solches betrug nebst Einrechnung des alten Kupfers 1494 Rthl.

1818 den 31. July wurde der Knopf des Rathsthurmes abgenommen und ausgebessert. Ein gleiches geschah

1819 den 10. Nov. mit dem Knopf des Stockhausthurmes, welcher zugleich ein neues Kuppel erhielt.


Quellen.Bearbeiten

  1. *Geographisch- Historisch- Statistisches Zeitungs-Lexikon von Wolfgang Jäger, Professor zu Altdorf. Nürnberg, bey Ernst Christoph Grattenauer 1805.
  2. Zeitgeschichte der Städte Schlesiens mit Abbildungen herausgegeben von D. Christ. Friedrich Emanuel Fischer und Carl Friedrich Stuckart. Schweidnitz bei Carl Friedrich Stuckart. 1819.
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